Dagegen steht, dass die VAE auf dem Global Peace Index auf Platz 52 sind und die USA auf Platz 128.
Da spielen aber weit mehr äußere Kriterien eine Rolle oder auch die Größe des Militärs, die Ausgaben fürs Militär in Relation zum BIP etc.
Klar konnten wir uns da lange Zeit gute Plätze erkaufen, in dem wir unser Militär vollkommen unterfinanziert haben. Wo uns das in der Situation zu Russland hingeführt hat, sehen wir ja jetzt.
Wir haben uns erst viele Jahrzehnte unter dem Schutz der USA ausgeruht und dann nach 1990 die Friedensdividende eingefahren, die Bundeswehr aber zu Tode gespart. Andere westeuropäische Länder auch. Bei aller versuchten militärischen Projektion sind die Streitkräfte im Vereinigten Königreich ja noch mehr im Arsch, als unsere.
Und diese Schwäche hat dikatorische Regime wie Russland (oder auch China) bestärkt in ihren Erwartungen, dass es ihren Ambitionen gegenüber nur Appeasement geben wird.
Jetzt so langsam ändern wir etwas daran (aber wirklich nur langsam und immer noch zu langsam und tatsächlich auf Druck der USA)
Eigenverantwortung für die äußere Sicherheit übernehmen führt in dem Index dann zu einer schlechteren Platzierung.
Klar, das betrifft nicht alle Kategorien, wirkt sich aber immerhin "negativ" auf 8 der 23 aus. Dabei sollte diese Eigenverantwortung eigentlich Standard sein.
Und auch wenn die USA im Iran eingreifen sollten (was ich immer noch hoffe) wird das als Negativpunkt gewertet werden, während wir uns wieder fein zurückhalten gegenüber den Müllahs, die ihre eigene Bevölkerung abschlachten, wie seit Jahrzehnten kein anderes Land mehr. Was in Rasht und anderen Ortes passiert ist, stellt auch Massaker wie das chinesische am Platz des Himmlischen Friedens weit in den Schatten.
Vereinigtes Königreich und Frankreich schicken wenigsten ein paar Eurofighter bzw. Rafale in den Nahen Osten, die vielleicht nicht initial agieren, aber wahrscheinlich reagieren werden, um dabei zu helfen, iranische Gegenschläge abzuwehren (wie auch letzten Sommer) und das wird denen Negativpunkte bringen. Uns natürlich nicht, wir schicken lieber nichts, obwohl wir einen Stützpunkt auf Zypern nutzen undim Rahmen von Counter Daesh/Capacity Building Iraq aktuell sogar die Leitung über die multinationale Airbase Al-Asrak in Jordanien haben.
Uns kostet das dann natürlich auch keine Punkte in dem Index.
Ich finde es auch nicht gut, was in den USA in vielerlei Hinsicht passiert gerade, aber es ist halt doch auf einem ganz anderen Niveau, als in anderen potentiellen Disney-Reisezielen wir China oder den VAE.
Über ICE in Minneapolis wird bei uns weit mehr und viel weiter vorne in den Nachrichten berichtet, als über die zehntausenden Toten im Iran, der fortgesetzte Genozid an den Uiguren in China ist kaum noch Randbemerkung, wie vieles andere aus China - weil es eben schon Normalität ist.
Da gibt es bei der Aufmerksamkeit schon ein krasses Missverhältnis. Zu anderen Themen ist das noch krasser.
Klar, es ist auch verständlich, weil wir eine größere Nähe zu den USA haben und dort anderes erwarten würden, während es uns Zustände wie im Iran, in den VAE, in Katar oder in China fast wie eben dortiger Alltag erscheinen (was sie in vielerlei Hinsicht leider auch sind) und wir nichts anderes von diesen Shitholes gewöhnt sind und erwarten und solche Sachen wie in den USA dort halt seit Jahrzenten in zigfacher Potenz passieren.
Das macht das verständlich, verzerrt aber eben auch das Bild massiv.
aber als Tourist würde ich mich in den VAE derzeit wesentlich sicherer fühlen als in den USA
Ich weiß nicht, ob das, gerade als Frau, gerechtfertigt ist in einem Land, wo es immer noch passieren kann (und regelmäßig passiert), dass nach einer Vergewaltigung erstmal die Frau im Gefägnis landet, das Opfer, statt des Täters. Und das ist kein Einzelfall, alleine in den letzten 10 Jahren wurden dort eine Britin, eine Österreicherin und eine Norwegerin wg. "außerehelichen Geschlechtsverkehrs" angeklagt, nachdem sie vergewaltigt worden waren.
Insbesondere weil ICE derzeit offenbar laut diversen Disney Fan Seiten sehr stark in der erweiterten Area um die Disney und Universal Parks aktiv ist
Da wird auch viel aus dem Kontext gerissen, zumindest bei den Sachen, die ich gelesen habe.
Gerade clickbait-Seiten wie InsideTheMagic (inzwischen eine der schlimmsten Seiten, die früher mal seriös war, heute aber nur noch Müll ist) und anderer Müll machen da schnell aus einer großen Entfernung "in der Nähe".
Beispiel:
ICE überlegt eine Abschiebeeinrichtung einzurichten bei Orlando. Daraus macht ITM "ICE arrives near Disney World" und schmückt den Artikel noch schön mit einem Bild einer Einfahrt von Walt Disney World. Tatsächlich ist der Standort, den ICE prüft östlich von Meridian Park, 27 Meilen von Walt Disney World entfernt, also 43km weg.
Auf Seiten wie ITM, DFB Guide (war mal anders), AllEars (die ja inzwischen zu DFB Guide gehören), und viele andere auch sollte man bei diesen Themen absolut nichts geben. Denen geht es nur um Clicks, und das ehemals angesehen ITM ist die größte Clickbait-Maschine rund um das Thema Disney oder Freizeitparks. Aus dem Minibrand einer größeren Kühltruhe in Epcot haben die damals auch "Deadly Massive Fire Erupting inside Disney World" gemacht, aus einer toten Touristin östlich von Tampa "Dead Tourist found close to Disney World" usw.
Ich schaue mir, was aktuelle News zu WDW angeht fast nur noch BlogMickey (auch wenn es da leider in den letzten Wochen auch 2-3 Aussetzer gab), WDWMagic und mit der gebotenen Vorsicht WDWNT und einige kleinere an.
Aber es ist natürlich auch klar, dass ICE rund um Orlando aktiv ist, denn die Anzahl illegaler Migranten, insbesondere aus Lateinamerika, ist in der Gegend halt hoch.
Aber
@Celli1985 hat ja vollkommen Recht, die Anzahl der Abschiebungen unter Biden und Obama war, auch in Relation zur Zeit, größer, als unter Trump. Bei Trump sind es mehr die Methoden, als die schiere Menge.
Da muss man aber auch sagen, dass auch hier viel mehr Aufmerksamkeit kommt.
Über den eigentlichen Auslöser des ICE Einsatzes in Minneapolis, der bandenmäßige Betrug von somalischen Banden mit gefakten und heruntergekommenen Kindertagesstätten in der Gegend findet kaum Aufmerksamkeit.
Und alles was Trump macht, wird bei uns viel härter kritisiert, als das, was Biden oder gar der ja fast heiliggesprochene Obama getan haben.
Versteht mich nicht falsch: Obama war für mich der besten US-Präsident der letzten 20 Jahre, aber der Sockel auf den er, auch bei uns, gehoben wurde, auch vollkommen übertrieben. Obama war außenpolitisch härter aktiv als Trump, hat mehr gezielte Tötungen im Ausland angeordnet als Trump (auch als in dessen ersten Amstzeit), hat stärker abgeschoben - und trotzdem den Friedensnobelpreis bekommen, ohne etwas dafür getan zu haben, quasi für seine Wahl alleine.
Er hat auch Assad rote Linien in Syrien gesetzt, sich nachdem der Giftgas eingesetzt hat, aber nicht mehr drum geschert. Bei Trump hoffe ich immer noch, dass er sich doch an sein "help is on the way" im Iran hält.
Aber bei uns wird alles was Trump negativ tut massiv stärker in den Fokus gerückt, während man Obama hat alles durchgehen lassen.
Und natürlich spielt da auch der in Deutschland bei vielen Medienschaffenden vorhandene, mehr oder wenige latente, Anit-Amerikanismus, der noch aus der traditionellen Linken entspringt, eine Rolle. Wenn ich mir Leute wie Georg Restle und Co anschaue, ist das auch weit meht als nur latent.
Das liegt aber natürlich auch an Trumps Auftreten, keine Frage. Das lädt natürlich auch viel mehr zur Empörung ein.
Ich versuche mich da an meinen eigenen Lieblingskanal bei Youtube zu halten (Militär und Geschichte von Torsten Heinrich).
Mein Namensvetter dort berichtet vor allem über die Ukraine (aber auch viele andere aktuelle Konflikte) und macht absolut keinen Hehl aus einer eindeutig pro-ukrainischen Position, organisiert regelmäßig Spendenkampagnen für die Ukraine die genauso regelmäßig in die Hundertausende gehen für Rettungsfahrzeuge, versucht aber in seiner Berichterstattung so sachlich und neutral wie möglich zu bleiben. Hyped weder Erfolge der Ukraine (von denen es leider zu wenige gibt), noch redet er russische klein, verschweigt weder (zum Glück seltene) Kriegsverbrechen ukrainischer Truppen, noch erfindet er russische (muss man auch gar nicht, es gibt eh genug) usw.
Und das versuche ich auch bei Trump - denn bei aller Lautsprecherei von Trump, die mich auch sehr nervt, muss man eben auch sagen, dass seine Gegner (und damit meine ich nicht die Demonstranten etc. die auch oft mit Gewalttaten übers Ziel hinausschießen) eben in das gleiche Horn blasen mit ihren Gegentönen zu seiner Lautsprecherei. Und das schließt leider sogar eigentlich seriöse Medien ein.
Ähnliches sehen wir ja beim Thema Iran, wo deutsche Medien immer noch gerne von Chamenei als "religiösem Oberhaupt" recht neutral sprechen, aber bei jedem, der im westlichen Raum als Staatschef konservativ bis rechtspopulistisch ist immer die entsprechenden Adjektive ergänzen ("erzkonservativ" bei Japan, "postfaschistisch" bei Italien usw.)
Oder besonders krasses Beispiel war vor wenigen Tagen das Interview, das Wellmer in der ARD mit Reza Pahlavi geführt hat. Da kam es einem ja vor, als würde Reza Pahlavi auf die Anklagebank gehören und nicht die Müllahs - dabei ist der, bei aller Kritik an seinem Vater - der Einzige, der Iranern (dort wie im Exil) - und ich folge da vielen -, als Identifikationsfigur ein wenig Hoffnung auf einen geordneten Übergang nach dem Fall der Müllahs gibt. Und die Rufe "Pahlavi will return" etc. nach ihm bei den Protesten sind eben die Rufe der massiven Mehrheit der mutigen Menschen dort. Es ist an denen, über ihre Zukunft zu entscheiden, nicht an den Lautsprechern der postkolonialen Linken im Westen.
Natürlich gelingt mir das auch nicht immer, beim Thema USA sicher auch deshalb nicht, weil ich das Land liebe, während ich den politischen Islam (nicht die Religion) der die VAE oder Katar prägt und der Hauptauslöser des Terrorismus ist, verachte. Und ich lasse es mir auch nicht nehmen die Mullahs im Iran eben als Müllahs zu bezeichnen.
Oder bei der Ukraine, weil ich es weniger schaffe die Distanz zu halten, als der oben erwähnte Torsten Heinrich.
Ich merke aber, ich schweife mit meiner "Generalabrechnung" hier gerade ab. Deshalb, um wieder die Kurve zum Thema zu kriegen, nur noch eine Antwort hierrauf:
Trump ist nicht Amerika, er ist zeitlich begrenzt. In den UAEs ist es einfach das ganze System. Aber das ist meine persönliche Meinung. Soll jeder dahinfahren der es toll findet.
Eben, das ist ein gravierender Unterschied.
Trump wurde mehrheitlich gewählt, er ist ein demokratisch gewählter Präsident der USA und die Verfassung der USA versieht den Präsidenten mit einer großen Machtbefugnis, die er auch nutzt. Das haben aber Bush oder Biden oder Obama und vor ihnen Bush Senior oder Clinton und eigentlich alle anderen selten weniger gemacht.
Es mag uns in den Taten und um Auftreten nicht gefallen, aber es ist auch so, dass die Gerichte in bisher regelmäßig wieder einholen, wenn es über das hinausgeht, was er darf. Und Repräsentantenhaus und Senat (auch aus den eigenen Reihen, siehe Grönland) genauso. Noch funktionieren checks & balances in den USA.
Und ich gehe davon aus, dass es 2028 wieder eine normale Wahl geben wird.
Witzig ist hierbei ja, dass man da nun schon versucht vorzubauen, indem man plötzlich das Ziel Voter-ID in den gesamten USA strenger zu handhaben (SAVE Act), schon bei den Midterms, als Versuch darlegt, die Wahlen undemokratisch zu machen. Für mich ist es aber das normalste der Welt (und auch in Deutschland vollkommen normal), dass man eben für Wahlen seine Identität und Berechtigung zu wählen nachweisen muss. Bei den USA soll das plötzlich ein Angriff auf die Demokratie sein?
Sollte es 2028 wider Erwarten keine demokratischen Wahlen in den USA geben, dann werde ich meine Position ändern.
Aber so lange es so ist, muss ich akzeptieren, dass Donald Trump demokratisch gewählter Präsident der USA ist (was es in den VAE oder China nicht gibt, noch nie gab und auf absehbare Zeit nie geben wird), ob ich ihn nun mag oder nicht, sonst wäre ich selbst antidemokratisch.