Hercules Weihnachten - a sentimental journey

herculespoirot64 Imagineer Azubi
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Hercules Weihnachten - a sentimental journey

An diesem Morgen beließ ich es bei einer Fahrt. Von Kleinparis begab ich mich zum Land von Woody und Buzz. Ging zu Slinky und fuhr einige Runden Raupenbahn nur immer vorwärts und ohne Verdeck kurz vor Schluss, einige ältere unter euch werden sich noch erinnern. Slinky ist eben einfach modern und damit ist der Fahrgast Wind und Wetter ausgesetzt. Doch wenn die Wartezeit überschaubar ist, kann man gerne einige Runden drehen.

Ich bedauerte die Magen der Mitfahrer des RC Racers, bewunderte die Landung der Fallschirmspringer, entschied mich aber gegen einen eigenen Versuch, da es schon am Boden kalt genug war. Also ging ich zur Studio Tram Tour. Der Zug wartete schon auf mich. Also eingestiegen und sich in die Traumwelt hinter den Kulissen fahren lassen. Früher war das immer eine meiner Lieblingsattraktionen. Aber inzwischen ist das leider nicht mehr so. Es gibt immer noch ein, zwei Highlights, aber der Charme ist dahin. Für mich schon seit der Entscheidung nicht mehr an der Kostümschneiderei vorbei zu fahren. Aber das ist längst Geschichte. Und jammern bringt nichts. Nur mir ist wieder einmal aufgefallen, dass in den Studios die Kapazitäten sehr begrenzt sind. Da fehlt es deutlich an Attraktionen.

Da ich nach der Fahrt an der neuen Show im Studiopark vorbei kam und es sich gerade füllte, entschied ich mich einzureihen. Während ich da so wartete, es wurde schnell sehr voll, verspeiste ich meine Rohkostration. Keine Ahnung was die anderen Wartenden wohl so dachten. Aber es muss ja nicht immer Süßkram oder Ähnliches sein.

SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++

Endlich gewährte man uns Einlass in die neuen, heiligen Gemächer der Eiskönigin. Dachte ich zumindest. Aber nein, wir befanden uns erst einmal in dem ehemaligen Empfangsraum der Art of Animation. Zum Glück gibt es ihn und die schönen historischen Ausstellungsstücke noch in Paris. Gleich wurde ich wieder sentimental. Bilder und Gerätschaften waren geblieben. Aber die Monitore zeigten nur den Titel der neuen Show. Wo waren die schönen alten Silly Symphonies? Die wurden doch hier gezeigt? Wo war die alte Mühle, die verliebten Bäume und die tanzende Skelette?

Seufz, so ist das mit dem zunehmenden Alter. Nicht nur die Zeit rennt deutlich schneller. Nein, man neigt auch dazu früher alles besser zu finden. Schlechte Angewohnheit.

Endlich bekamen die Anwesenden eine Erklärung. Ein Einwohner Arendelles erzählte warum wir da waren. Natürlich würden wir zur Arbeit in den Palast müssen. Anna wolle ihre Schwester Königin Elsa am Tag der offenen Tür im Eispalast überraschen. Natürlich, hatte sie wie immer nicht wirklich etwas richtig geplant. So ist das eben heute. Wir „Alten“ planen und planen und sind für alle Eventualitäten abgesichert und dann enttäuscht, wenn wir keinen der Notfallpläne brauchen. Die Jugend entscheidet spontan, rudert, improvisiert und wird dann gefeiert. War das früher auch schon so? Und bei Anna war das eben genauso. Erklärte uns der junge Mann auf dem Monitor.

Wir wurden in den nächsten Raum geleitet. Wer jetzt einen prachtvollen Rahmen erwartete, Pustekuchen. Irgendwie hatten wir uns wohl auf dem Weg zum Eispalast verlaufen. Das war ja wohl hoffentlich nicht einmal der Stall. Obwohl, es war ein Stall. Mit angeschlossenem Wohnraum. Hier wohnte Sven, ich schätze die meisten von euch erinnern sich noch an Sven? Sven ist das Hirn von Kristoff und Sven aus dem Film die Eiskönigin. Kristoff kam auch herein gestürzt und vertröstete seinen Mitbewohner, weil er mal wieder keine Lebensmittel besorgt hatte. Dafür tröstete er das arme Tier mit einem Lied. Ein Fall für den Tierschutz. Klarer Fall. Kein Essen und dann noch, von einer Klampfe begleitet, eine Art Gesang zum Trost. Ich bewunderte Svens Gleichmut. Dann tauchte Anna auf. Sie hatte zumindest etwas zum Essen für den armen Sven dabei. Wir Gäste wurden natürlich weder verpflegt, noch anderweitig hofiert. Nein, uns wurde gesagt, dass wir unbedingt bei der Überraschung mitmachen müssten. Klar, das nächste Mal lese ich auch das Kleingedruckte auf meiner Einladung. Stand da was von Arbeit? Stand da was, tut mir Leid ich habe keinen Plan ihr müsst die heißen Kartoffeln für mich aus dem Ofen holen? Aber nein, nichts dergleichen stand da. Aber all das Klagen und Jammern nützte natürlich nichts. Es reichte auch nicht, dass wir mitsingen, war ja bei der ersten Veranstaltung dieser Art vor einiger Zeit im Theater von Arendelle so gewesen. Da sollte es nur ein Ständchen für eine leicht erregbare, junge Königin sein. Nein, jetzt musste eine Choreographie her. Habe ich mich schon über die Unfähigkeit der Jugend zu planvollem Vorgehen beschwert? Also Choreographie einstudiert und dann zogen wir gemeinsam Richtung Palast. Ich hoffte es zumindest.

Nun dieser Raum hatte zumindest Atmosphäre. Und sah wirklich nach Eispalast aus. Offensichtlich waren Tiere nicht erlaubt, also erschien Kristoff etwas zu spät. Während Tiere keinen Zutritt in den Winterpalast hatten, durften aber anscheinend herrenlose Schneemänner dort ihr Unwesen treiben. Immerhin scheint Königin Elsa inzwischen ein wenig entspannter als früher zu sein. Sie störte sich nicht an diesem merkwürdigen Zeitgenossen. Denn als sie auftauchte, ließ sie es gekonnt los. Mit Hilfe der eingeladenen Gäste. Übrigens war mir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, dass ich ab dieser Station eine dritte Staatsbürgerschaft habe. Zur Not, wer weiß wie sich das alles so entwickelt. Dann brauche ich mich einfach nur noch in Arendelle niederlassen. Und das ohne Asylantrag. Gut Arendell kann vermutlich auch neue Einwohner brauchen, wenn die wenigen in der Gruppe schon die gesamte Bevölkerung darstellen sollten. Welcher Staatschef kann schon alle Bürger seines Reiches in sein Wohnzimmer einladen? Der Papst oder Fürst Albert von Monaco noch, vielleicht. Aber auch bei denen wird es schon sehr voll werden.

Zum Schluss gab es dann für alle Anwesenden ein Happyend. Die Königin bekam ihren Schneemann, Anna ihr Rentier und Kristoff Zeit gesanglich zu reifen. So verstand ich das zumindest. Kann aber auch am seltsamen Text und am Duett mit Sven gelegen haben. Es empfiehlt sich auch, außer das genaue Lesen der Einladung, sehr frühzeitig vor dem Beginn der Audienz da zu sein. Ansonsten. „Du kommst hier nicht rein!“

Ende des Spoilers.
 
herculespoirot64 Imagineer Azubi
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Hercules Weihnachten - a sentimental journey

Teil 6

Nach meiner Visite in Arendelle, war mir nach Musik, nach guter Musik. Nach Swing. Also ab zu Mickys Big Band im Animagique Theater.

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Mickys Big Band ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Selbst wenn man die Show in der letzten Saison schon gesehen haben sollte, wird man überrascht. Natürlich muss man Jazz mögen. Aber wer könnte sich schon einer Mischung aus Weihnachtshits und Rhythmus entziehen, wenn sie so gekonnt und auf musikalisch hohem Niveau von stimmlich ansprechenden Sängerinnen und Sängern, sowie gut gelaunten Tänzerinnen und Tänzern dargeboten wird. Auch für Besucher der letzten Saison, gab es wieder ein paar Neuerungen. So hat unter anderem auch Donald einen musikalischen Auftritt. Und die beste Ente der Welt schlägt sich durchaus achtbar neben den drei Herren des Gesanges. Als dann auch noch Daisy, seine Angebetete auftaucht, steht Donalds Weihnachtsglück natürlich nichts mehr im Weg. Ein weiteres Highlight des Tages.

Spoiler Ende.

Inzwischen war es früher Nachmittag geworden. Die Sonne strahlte mit mir und meiner guten Laune um die Wette. Der Höhepunkt des Urlaubes kam näher. Na ja, sagen wir besser einer der Höhepunkte. Doch dafür musste ich mich aus dem Studio ins Village begeben. Dort inspizierte ich die Weihnachtsbuden. Stöberte, eher schnüffelte ausgiebig an einem Stand mit diversen Seifen und ähnlichen Produkten. Ich konnte mich nicht entscheiden, was ich davon mitnehmen sollte. Aber zuerst wollte ich sowieso essen. Für meine heutige Visite hatte ich mir das Rainforest Café ausgesucht. Die haben gute Salate. Und der Stand heute auf meiner Liste. Denn viele Alternativen hatte ich ja nicht. Die Soßen auf den Nudeln erschienen mir zwar lecker, aber dann doch zu schwierig auseinander zu dividieren. Frittiertes kam ja nicht in Frage. Doch den Caesar Salat hatte ich schon öfter bei meinen Besuchen hier gegessen. Und der war ja durchaus empfehlenswert. Also bestellte ich mir ein großes Wasser und den Salat. Soße bitte extra. Der kam dann auch frisch, einem armen Kaninchen entwendet, auf den Tisch. Die Soße extra. Das hatte gut geklappt. Allerdings verblüffte mich die Menge an Soße. Ich konnte mich jetzt nicht mehr erinnern, ob es immer so viel Soße auf dem Salat gab. Aber mit der Menge hätte ich bestimmt sechs Salate essen können und hätte noch immer davon übrig gehabt. Ich vermute eher sie wollten sich nicht lumpen lassen. Auf alle Fälle werde ich jetzt im Restaurant immer die Soße extra bestellen. Einfach um den Salat nicht ertränkt zu bekommen und das kann ja nicht schaden. Einen Nachtisch lehnte ich danken ab. Machte mich auf den Weg. Ich konnte nicht mehr länger warten. Endlich sollte ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Und ich war schon gespannt, wie es mir danach gehen würde.
 
thatskk Stammgast in den Parks
wir haben uns auch gewundert wie manche doch angezogen waren und müssen sagen der Sprache her waren die kurze Hose und Tshirt Freunde denen wir begegnet sind entweder Engländer oder Niederländer ^^
wir waren dagegen echt dick und warm angezogen die drei Tage über.
Ich finde es echt interessant wie du auch mal mit einem anderen Blick das essen schilderst
 
herculespoirot64 Imagineer Azubi
Also da stellt Frau doch tatsächlich meine Glaubwürdigkeit in Frage, ts, ts, ts. Ich bin doch kein Münchhausen. :)

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Hercules Weihnachten - a sentimental journey

Zielstrebig steuerte ich meiner Erfüllung entgegen. Ich achtete schon gar nicht mehr auf meine Umgebung. Ich blickte weder nach rechts in die Schaufenster, noch auf die vielen Besucher, die mir entgegen strömten. Schließlich erreichte ich das Ziel meiner Begierde. Ich öffnete die Tür. Ein freundliches „Bonjour“ ertönte von rechts, eine wohlige Wärme umfing mich. Sollte ich es wirklich wagen? Ich überlegte schon wieder kehrt zu machen. Vielleicht sollte ich doch lieber... Aber nein, in Frankreich sollte es wieder passieren. Endlich. Nach über 17 Wochen. Warum nur dauerte es so lange bis ich an der Reihe bin, fragte ich mich. Der Duft vernebelte schon meine Sinne. Ich war endlich dran. Und ich konnte nur leise stottern. Einen Latte Macchiato, s`il vous plait. Groß, big, grande.

Kleine Erklärung. Zeitgleich zu meinem Ernährungsprogramm entschloss ich mich auch dem Kaffeekonsum einmal zu entsagen. Das lag daran, dass ich meinen Kaffee gerne mit Milch trinke. Milch aber gar nicht oder nur in geringen Mengen der 0,3% Variante erlaubt sind. Und das ist für mich keine Milch, sondern gefärbtes Wasser. Also schwenkte ich von Kaffee auf Pfefferminz-, Kamillen-, Fenchel-, Brennessel- oder Melissentee um. Das brachte mir zumindest das wärmende Gefühl am Morgen. Da ich zum Zeitpunkt meiner Reise bereits in der Umstellungsphase war und geringere Mengen Milch eingeplant werden konnten, nahm ich mir vor, dort einen Milchkaffee zu gönnen.

Also stand ich jetzt im Starbucks, zahlte und wartete. Immer noch irritiert, ob meiner Erwartungen und Gelüste, und der, wie immer, Irritation meinem Kaffee einen Namen geben zu müssen. Hinter dem Monster von Kaffeemaschine stand eine zwei Meter Version von Vin Diesel. Der verbreitete eine Aura des nicht Widersprechens und der Hinnahme dessen, was er einem Anbot. Dann ertönte militärisch mein Name und schüchtern ergriff ich erst meinen Kaffee und dann die Flucht. Er verfolgte mich nicht, also hatte ich alles richtig gemacht. Erleichtert setzte ich mich draußen an die Seite des Cafés. Mit dem Rücken zu den Besuchern. Ich wollte doch nicht, dass mich einer bei meinem ersten Mal beobachtet. Ich ergriff den heißen Becher. Schloss die Augen und benetzte meine Lippen mit dem köstlichen Nass. Warm, heiß ronnen die ersten Tropfen in meinen begierigen Schlund. Und dann wartete ich. Zehn Sekunden, zwanzig Sekunden, nichts, nochmals zehn Sekunden. Ich trank fast hektisch einen weiteren Schluck. Wieder nichts. Da musste doch etwas passieren. Da ist doch Koffein drin, dem hatte ich mich doch nicht verweigert, als ich gefragt wurde. Ich lehnte nur jegliche seltsamen extra Geschmäcker ab. Da war ich mir sicher. Wo war die Explosion, wo war die Ekstase? Nichts? Nada? Niente? Rien??? Kein Wunder ereignete sich. Der Kaffee schmeckte einfach gut. Ja, nicht mehr, schlicht und einfach gut. Ich drehte mich zur Promenade. Hoffentlich sah man mir meine Enttäuschung nicht an. Hatte ich zu große Erwartungen in einen einfachen Kaffee gesetzt? Wahrscheinlich. Erwartungen, denen das Getränk nicht standhalten konnte, weil ich ihm im Laufe der Wochen wohl magische Kräfte zugestanden hatte.
Ich genoss den Kaffee bis zur kühlen Neige und entschuldigte mich bei ihm. Denn er konnte ja nichts dafür, dass ich solch überhöhte Ansprüche an ihn hatte. Es kam mir vor, dass die Sonne wie zum Trost noch ein paar mehr Watt über meinem Kopf zu verstrahlen schien. Meine gedämpfte Stimmung heiterte sich auf. Der Becher war leer. Ich entsorgte ihn und entschloss mich meiner Enttäuschung mit ein wenig Einkaufen entgegen zu treten. Also erstand ich Lebkuchenrentiere und Lebkuchenmänner. Seife kam auch in meine Tasche, nachdem ich ja auf meinem Hinweg schon reichlich an den unterschiedlichen Sorten geschnuppert hatte. So machten zumindest die Leutchen ein kleines Geschäft.

Ich ging Richtung Park. Ein Blick und ein Foto vor dem blauen Himmel des Schlosses und alle Schmerzen und Enttäuschungen wären sicher dahin.
 

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