Hercules Reisen in den Winter... - Teil I

Weiter geht´s ...

Teil V

Drriiing, driiiiiiiing, driiiing. Monsieur, Monsieur. Ich schreckte auf. Das das ausgerechnet mir passieren muss. Ich mokiere und ärgere mich ja immer gerne über die Besucher, die bei Cinemagique oder Animagique es nicht schaffen sich von ihren Mobiltelefonen und Tabletts zu trennen bzw. sie anlassen, um zu filmen. Jetzt passiert das ausgerechnet mir. Mein Sitznachbar schaut mich an. In der Reihe vor mir drehten sich die Leute mit vorwurfsvollem Blick um. Ich springe erschreckt auf, als ich auch noch von einer Taschenlampe eines CM geblendet werde. Ich stolpere fast über die Treppen und breche mir fast die Haxen. Nicht zur Leinwand laufen, denke ich mir noch und schon stolpere ich in diese hinein, nein hindurch.
Wieder diese Klingeln, blödes Handy! Plötzlich wache ich auf. Ich schaue mich um. Mein Orientierungssinn war gefordert. Erleichterung macht sich bereit. Das war der Wecker von meinem Mobiltelefon, ich saß gar nicht im Kinosaal. Diese Peinlichkeit blieb mir erspart. Ich lag noch im Bett. Es war an der Zeit aufzustehen. Das war ja geradezu ein richtiger Alptraum, den ich da hatte. Aber mich erfüllte gleichzeitig auch Vorfreude. Denn den heutigen Tag wollte ich ja mit den EMH im Studiopark beginnen. Ich machte mich frisch und dann auf den Weg zum Frühstücksraum des Palastes. Mit ein wenig Verspätung, irgendein Mitglied des königlichen Küchenpersonals hatte die Rühreier anbrennen lassen oder die Würstchen, dies blieb im weiteren Verlauf des Frühstücks ungeklärt, ließ man uns in den Speisesaal.
Wie immer gehörte ich zu den ersten Gästen. Ich genieße einfach die Ruhe am Morgen. Keine lärmenden Jugendlichen. Keine weinenden Kinder. Keine grummeligen Erwachsenen. Nur freundliches Personal. Ein gefülltes Buffet und ein gutgelaunter Parkbesucher. Das Frühstück war überaus reichlich und gut sortiert. Übrigens, wir hatten neulich ja eine Nutella – Diskussion, hier gab es den Brotaufstrich in großen Mehrlitereimern. Also für den ganz großen Hunger. Das Mahl verging ereignislos und ich machte mich zeitig auf den Weg zur Hofeinfahrt, damit mich ein Kutscher zur Eröffnung des Parks brachte.
TIPP: Wenn man nicht in einem Disneyhotel residiert empfiehlt sich auf alle Fälle außerhalb der Stoßzeiten die Shuttlebusse zu nutzen. Morgens war das viel entspannter, als zu den Schließungszeiten des Parks. Das glich dann meist eher einem Transport in einer Sardinenbüchse.
Fröhlich ließ ich die Sicherheitskontrollen über mich ergehen und strömte mit den übrigen Unentwegten ins Studio eins. Mein erstes Ziel am Morgen sollte Remy sein. Dort schob sich auch der Großteil der übrigen Frühaufsteher hin. Dankbar nutzte ich den Singleridereingang, bei der zweiten und dritten von drei Fahrten. Ich hatte das große Glück, jeweils eine andere kleine Tour zu fahren. Aufgefallen ist mir, dass es zum Teil nicht mehr so warm unter dem Grill war. Ansonsten waren Remy und Co. vollzählig zum Dienst erschienen. Nachdem ich zum dritten Mal aus dem Ausgang heraustrat, fragte mich der CM lachend, ob ich nicht noch einmal fahren wollte. Das fand ich dann doch ein wenig zu übertrieben. Ich hatte ja noch zwei Tage vor mir. Da könnte ich es ruhiger angehen lassen, antwortete ich und wagte mich zurück ins Getümmel. Bei Remy und Crush standen sich bereits die Besucher in elendig langen Schlangen die Beine in den Bauch. Da es kühl und nass war, gönnte ich mir ein warmes Getränk und plante mein weiteres Vorgehen.
Animagique musste dringend sein, denn die nächste Reise war ja nicht in Sicht. Und eine meiner Lieblingsattraktionen sollte ja bald schließen. Cinemagique ist ebenfalls ein Muss. Danach schloss sich ein Besuch bei Lilo an und auch Art of Animation besuchte ich. Der Shop im Anschluss ist nicht zu verachten und wie erwartet gab es da einige Stücke, die gleich meine Aufmerksamkeit fesselten. Ich verspürte schon wieder dieses unsägliche Kribbeln.
Ich schaute noch einmal bei Marianne hinein und erschrak, dass bei Remy mittlerweile alle drei Schlangen sehr lang geworden waren. Also entschloss ich mich eine kleine Regenpause zu nutzen und meine Schritte gen Disneylandpark zu wenden.
 
MinnieMouse Imagineer
Teammitglied
Da fängt ein Freitag morgen doch gut an, eine Tasse Kaffee, dazu dein toller Bericht, was will man mehr. Ganz, ganz toll .......
 
dörthe Administrator
Teammitglied
Ah wie schön... weiter geht es.

Oh gut, wenn der Grill nciht mehr auf Knallhitze steht - mich als absoluter Feuerschisser hat diese Szene immer in Angst und Schrecken versetzt, auch wenn es nur eine Simulation ist. Etwas weniger Hitze ist da sehr von Vorteil, werde die Tage mal drauf achten.
 
Duchesse Besucht die Disney University
Vielen lieben Dank, für deinen tollen Reisebericht!
Es macht so viel Spaß ihn zu lesen :read:!
Ich bin schon gespannt wie es weiter geht! :juhuuu:

Lass uns bitte nicht zu lange warten :truce:, und uns an der
:magic: teilhaben :mock:!!!
 
Dann will ich mal meiner täglichen Berichterstattung nachkommen.

Teil VI

Es war so richtig voll. Da ich noch nichts seit dem Frühstück gegessen hatte, machte ich einen Abstecher ins Market Deli und versorgte mich mit einem Wrap und Wasser. Ich fand ein freies Plätzchen und sammelte meine Kräfte. Ein Blick auf die Wartezeiten machte deutlich, dass eine Fahrt bei Buzz sicher ewig dauern würde. Doch bei den Piraten sollte es nicht sehr lange dauern. Also auf in die Karibik. Auch dieses Mal bemerkte ich, dass der eine oder andere Pirat und Einwohner der schönen Stadt in der sonnigen Karibik im Streik waren. Da es schon Nachmittags war, speisten schon einige Gäste im Blue Lagoon und fütterten die Vorbeifahrenden. Für mich immer ein erhebender Anblick. Inzwischen kündigte man allenthalben die Parade an und ich entschloss mich diese dieses Mal in der Mainstreet zu besuchen. Und zum ersten Mal in diesem Winter schneite es passend. Die winterliche Parade, Schnee, gut gelaunte CM und Besucher. Herz was willst du mehr?
Da es den Tag über doch immer wieder mal nass gewesen war, entschiede ich auf Dreams und die zuvor stattfindende Weihnachtsbaumerhellung zu verzichten. Eine kluge Entscheidung, denn so war es in dem Restaurant meiner heutigen Wahl nicht allzu voll. Ich entschied mich für das Planet Hollywood. Eine unterhaltsame Wahl, wie sich herausstellen sollte. Wie immer dauerte es eine Weile bis ich mich entschloss, was ich zu essen haben wollte. Das war aber nicht schlimm, denn der Kellner brauchte eine Weile, bis er wieder zu meinem Tisch fand. Ich bestellte wie stets Wasser, der sprudelnden Art und die Kung Pao Nudeln mit Hähnchenfleisch. Der junge Mann wiederholte also die Nudeln mit Shrimps. Nein, widersprach ich. Mit Hähnchenfleisch. Ah ja gut, sagte er und verschwand. Während ich auf das Essen wartete, tat ich das was ich gerne tue, wenn ich allein irgendwo sitze. Ich höre zu, wie an anderen Tischen erzählt wird. An einem Tisch, saß eine große Gruppe, die erregt über die Qualität des Essens eines der Herren diskutierte. Man sagte aber nichts zu den Kellnern, während die Nachschub an Getränken und Nachtisch brachten. Ein Paar besprach die weiteren Pläne im Village.
Nach einer geraumen Weile kam mein Essen und es waren die bestellten Nudeln mit Shrimps. Ich erinnerte mich deutlich, dass ich weder Shrimps mag, noch welche bestellt hätte. Das sagte ich auch dem Kellner. Der schaute mich verstört an. Ich erklärte ihm, dass die Nudeln okay wären, aber ich doch Hähnchenfleisch dazu haben wollte. Er zog mit meinem Teller von dannen und kam nach einer Weile mit dem richtigen Essen zurück. Dann kam auch das Wasser. Ich hatte schon fast vergessen, dass bestellt zu haben. Ich genoss das verspätete Dinner und muss sagen, dass es gut war. Am Tisch mit der großen Gruppe ging es inzwischen hoch her. Denn die Rechnung kam und man wollte das zu beanstandende Essen nicht zahlen. Ich habe dafür Verständnis, kann aber nicht verstehen, warum man nicht gleich was gesagt hat. Ich konzentrierte mich sowieso lieber auf mein Essen, bezahlte später mit Trinkgeld. Wenn ich daran denke, wie sehr der arme Mann meinetwegen laufen musste, war das eher Kilometergeld. Den Abend beschloss ich dann in der Badewanne meiner Kemenate mit Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ in Französisch auf Arte. Angesichts meiner nur rudimentären Kenntnisse dieser schönen Sprache, kam es mir allerdings eher spanisch vor. Und so entschlummerte ich ohne die Lösung des Falles wachen Auges zu erleben.
 
Torinogirl Besucht die Disney University
Deine Berichterstattung ist wirklich sensationel! Es ist so als würde ich alles live miterleben. Vor allem das etwas "zwiespältige " Erlebnis IASW finde ich sehr gelungen! Nach jedem Besuch muss bei mir diesen Ohrwurm chirurgisch entfernen werden, aber trotzdem muss ich immer wieder mitfahren!
Ich freue mich schon sehr auf neue Berichte, also lass uns nicht ewig warten.:clap:
 
captainjack Besucht die Disney University
Der V Teil der Beschreibung von Hercules am Freitag hat uns richtig wehmütig werden lassen. Üblicherweise sind wir mindestens einmal im Monat "zu Hause". Da im Moment einiges geschlossen ist wollten wir warten bis wieder mehr Attraktionen geöffnet sind. Nachdem wir den Bericht gelesen haben wurde uns bewusst das uns in den letzten Monaten etwas gefehlt hat und wir beschlossen am Freitagnachmittag das wir am Samstag kurz ins DLRP fahren werden.
Unser Sohn fragte uns noch ob wir ihn veräppeln wollen.
6 Stunden fahrt hin, 6 Stunden DLRP, 6 Stunden wieder zurück.
Es hat sich gelohnt und die Bauzäune haben uns dann doch weniger gestört als ursprünglich vermutet.Das letzte Mal Star Tours, ganz schön traurig.:cry:

Nur eines war nicht so wie erwartet.
Salon Mickey.
Morgens um 9.30 Uhr nur noch Cockies, über die sich die Franzosen hermachten.
Als dann "Nachschub" kam, wurden die Cockies eiligst eingepackt und Muffins u.s.w. gehortet.
O-Saft war auch keiner mehr da.
Teilweise waren 6 Erwachsene und 4 Kinder zusammen da. Gekommen sind sie alle mit leeren Rücksäcken, gegangen sind sie alle mit vollen Rücksäcken auf dem Rücken.
Das kann auch den CM nicht entgangen sein und ich verstehe nicht das da keiner eingeschritten ist.
Auch Swing into Spring.
Einfach überwältigend.:juhuuu:
 
Vielleicht sollte ich mich beim Land der Maus als schreibender Animateur anstellen lassen. :lol: Es freut mich, wenn mein Geschreibe diese Reaktionen auslöst. Danke.
Weiter geht es also ...

Teil VII

In dieser Nacht wurde ich nicht von seltsamen Träumen heimgesucht. Mein Telefon kam seiner Aufgabe des Weckens nach. Ich meiner morgendlichen Routine. Die Halle um das Morgenmahl einzunehmen wurde auf die Minute pünktlich für Gäste geöffnet. Ich ging zielstrebig zu dem Platz, an dem ich gestern schon gespeist hatte. Der Mensch, besonders ich, ist ein Gewohnheitstier. Am Nachbartisch ließ sich eine vierköpfige Familie nieder. Und gleich ging es los. Mutter und Sohn beschäftigten sich mit ihren Smartphones und der Papa kümmerte sich um sein kleines Töchterchen, dass einen Heidenspaß daran hatte, alles am Buffet anzufassen, was Vater nicht rechtzeitig aus ihrer Reichweite entfernen konnte. Ich war ziemlich erleichtert, dass ich mich schon vorher mit allem eingedeckt hatte. Und an den Kaffeeautomaten kam das Mädel noch nicht ran.
Der Himmel schaute nicht sehr freundlich auf mich herab, als ich mich nach draußen begab um rechtzeitig zu den EMH wieder im Studio zu sein. Aber noch hielt er seine Tränen zurück. Später schaute gar die Sonne ab und an hinter den Wolken hervor. Als erstes stand wieder Ratatouille auf dem Programm. Dieses Mal begnügte ich mich mit zwei Runden bei Remy. Ich wollte den anderen Gäste auch mal dieses Fahrvergnügen überlassen. Dann machte ich mich zum Einkaufen auf den Weg. Denn es war ja Schluss verkauf. Ich begab mich gleich zur Öffnung des Shops im Eingangsbereich des Studios und es war voll, was so ziemlich die größte Untertreibung des Tages war. Immerhin weiß ich jetzt warum man von der Magie der Worte spricht. Banausen reden bei magischen Worten immer von dem Wort „Liebe“, manche von „Glück“ oder „Geld“. Aber Keines übt mehr Magie auf den Menschen aus, als das Wort „Sale“. Es enthemmt. Es bringt die Urinstinkte des Menschen an den Tag. Mutter kämpft gegen Tochter und die gegen die Konkurrentin am Grabbeltisch. Wie die Verrückten schleppten die Menschen Kartons voller Porzellan, Stofftiere, Klamotten und sonstiges an die Kassen. Ich ertappte mich dabei wie ich wahllos nach reduzierten Artikeln griff. Ein pinker Minnieschal mit passender Mütze, wanderten als erstes in das Einkaufsnetz. Dabei bin ich gar nicht der Typ für pink. Pink steht mir ganz und gar nicht. Ich griff nach einem stark reduzierten kleinen Schaf. Die Tassen mussten auch noch mit. Dann noch ein Stofftier, eine Dose …. Es war wie ein Rausch aus dem ich erst erwachte, als ich bei den Babysachen nach herabgesetzten Artikeln Ausschau hielt.
Ich schüttelte mich kurz und sah mich um. Alle Kassen waren nicht besetzt, die Schlangen gingen quer durch den Laden. Es schien egal, wo man sich anstellte, also suchte ich mir Eine aus. Natürlich die falsche Warteschlange. In all den Jahren und in all den Besuchen habe ich bei keiner Attraktion so lange warten müssen, bis ich an der Reihe war, wie an dieser Kasse. Die Dame mühte sich redlich, die Kunden abzufertigen, die zum Teil Aussteuern für zukünftige Generationen eingekauft zu haben schienen. Und jeder zahlte mit seinem guten Namen und sparte eifrig mit einem Jahrespass. Nach einer knappen Stunde war ich endlich dran. Und eine ziemlich erschöpfte Mitarbeiterin ließ mich sparen, sparen, sparen.
Voll bepackt verließ ich das Geschäft und das Studio. Denn ich wollte ja noch weiter sparen. Harringtons war mein Ziel. Denn dort wollte ich auf alle Fälle zuschlagen. Rechtzeitig zu dessen Öffnung war ich da. Ich bemerkte, dass ich nicht allein auf den Gedanken gekommen war. Eine Heuschreckenplage schien nichts dagegen. Die Tische mit den „Sale“-Schildern waren umlagert. Hände griffen und stellten wieder hin. Ich suchte mir was aus, stellte es vor mir ab, um nach weiteren Gegenständen zu suchen, die mich auch noch nach Hause begleiten sollten. Und schon waren meine ersten Sachen in den Fängen einer anderen Kundin gelandet, die voll bepackt mit meinen Einkäufen zur Kasse ging ….
 
MadameMim1969 Imagineer
HerculesPoirot64 schrieb:
Ich griff nach einem stark reduzierten kleinen Schaf. Die Tassen mussten auch noch mit. Dann noch ein Stofftier, eine Dose …. Es war wie ein Rausch aus dem ich erst erwachte, als ich bei den Babysachen nach herabgesetzten Artikeln Ausschau hielt.
Ich schüttelte mich kurz und sah mich um. Alle Kassen waren nicht besetzt, die Schlangen gingen quer durch den Laden. Es schien egal, wo man sich anstellte, also suchte ich mir Eine aus. Natürlich die falsche Warteschlange. In all den Jahren und in all den Besuchen habe ich bei keiner Attraktion so lange warten müssen, bis ich an der Reihe war, wie an dieser Kasse. Die Dame mühte sich redlich, die Kunden abzufertigen, die zum Teil Aussteuern für zukünftige Generationen eingekauft zu haben schienen. Und jeder zahlte mit seinem guten Namen und sparte eifrig mit einem Jahrespass. Nach einer knappen Stunde war ich endlich dran. Und eine ziemlich erschöpfte Mitarbeiterin ließ mich sparen, sparen, sparen.
Bist du sicher, dass es kein Alptraum war :rolleyes2: ? Der nächste Teil beginnt bestimmt mit: ... und dann weckte mich mein Handy :D

Grüße
 
Eiskönigin Stammgast in den Parks
Mir geht es heute nicht gut, hab Zahnschmerzen.:roll: Und nun muss ich warten, bis ich beim Zahnarzt dran komm...

Aaaaaber, jetzt geht es mir schon viel,viel besser. Deine Berichte bringen mich zum Lachen und diese Endorphine scheinen wirklich schmerzstillend zu sein. Ich bin jetzt so voller Vorfreude, könnt schon anfangen die Koffer zu packen. Danke lieber Hercules.:doubleup:
 
Und weiter geht es:

Teil VIII

Ich war perplex. Ich war fassungslos. Mir fehlten die Worte. Da hatte ich mir gerade einige hübsche Dinge ausgesucht und die verschwanden jetzt nach Spanien, anstatt ins wunderschöne Ruhrgebiet. Natürlich gab es das was ich mir ausgesucht hatte nicht mehr. Da ich aber auch nicht unbedingt Stress haben wollte, ich war ja im Urlaub, griff ich zu anderen Figuren und verließ Harringtons in einem eher verwirrten, als glücklichen Zustand. Normalerweise ruft so ein Schock nach einem Schnaps. Aber den gibt es ja im Park Gott sei Dank nicht. Es hatte also auch etwas Gutes, den Besuchern blieb meine Schnapsleiche erspart.
Aber dann musste ich mich zumindest anders belohnen oder besser trösten. Ich gönnte mir im Hakuna Matata, dass einmal nicht so voll wie üblich während dieser Tage war, ein Mahl. Und musste bei Hähnchen und Salat jetzt doch herzlich lachen über mein Verhalten beim Ausverkauf. Ich lachte offensichtlich sogar wirklich laut auf, so dass die Familie am Nebentisch denken musste, ich rede mit einem Unsichtbaren und bin total verrückt. Nun ja, letzterem kann ich nicht widersprechen. Nur rede ich ab und an mir mal selbst ins Gewissen, wenn es mir ratsam erscheint. Den Rest des Tages verbrachte ich mit weitaus entspannenderen Tätigkeiten. IASW, POTC, Fastpass für Buzz, ich war wieder erschreckend schwach. Parade und das Weihnachtsbaumspektakel. Der Tag verging wie im Flug. Abendessen sollte es heute im Hunters Grill geben. Das ist seit meinem letzten Besuch eine Empfehlung. Und ich genoss es sehr. Den Abend beschloss ein ausgiebige, lange Dusche und ein paar Minuten französisches Fernsehen. Das ist, erstaunlich genug, noch einschläfernder als das Deutsche.

Letzter Tag!
Nicht nur mich erfasste eine große Traurigkeit. Auch Paris und das Disneyland und der Himmel über Frankreich waren traurig. Es war nicht nur grau in grau, nein es war auch nass. Ehe es noch schlimmer werden würde, so versprach es der Wetterbericht, schaffte ich schon einmal vorsichtshalber mein Gepäck und Einkäufe vor dem Frühstück ins Auto, ehe der Regen noch heftiger werden würde. Äußerst gemütlich ließ ich das Frühstück angehen. Dieses Mal zelebrierte ich es förmlich und hielt mich deutlich länger als gewöhnlich dort auf. In der Hoffnung, dass der Regen eine Einsehen haben möge. Aber, ach als ich vor die Tore meiner Herberge trat, merkte ich, dass ich einer trügerischen Hoffnung aufgesessen war. Der Regen war noch heftiger geworden. Also entgegen meiner sonstigen Gewohnheit zurück aufs Zimmer. Ich erkundete zum ersten Mal richtig den Fernseher und stellte fest, dass es mehr als 150 Programme, sogar fast alle deutschen Sender gab. Und ich Depp, schleppte und schlief mich durch das französische Programm. Na gut, dass würde ich mir für den nächsten Aufenthalt merken. Denn trotz des holprigen Startes in diesen Urlaub, gefiel mir das Hotel außerordentlich gut. Die Nachrichten und vor allem der Wetterbericht des ARD - Morgenmagazin verhießen nichts Gutes. Von Westen her würde auf Deutschland Regen, Sturm und noch mehr Regen aufziehen. Da ich mich so ziemlich westlich von Deutschland befand, entschloss ich mich nicht mehr in den Park zu fahren. Am nächsten Tag würde ich ins Büro müssen und die Fahrt würde sicher nicht besonders lustig werden. Also sagte ich leise Lebewohl zum Zimmer und zum DLP. Ich versprach wiederzukommen und rannte zum Auto. Und war schon vor dem Einsteigen durch und durch nass.
 
MissMinnie Stammgast in den Parks
Danke für den tollen Reisebericht :cheesy:

Wirklich schade dass du am letzten Tag so Pech mit dem Wetter hattest :emp:
 
Im Oktober war es in sofern schlimmer, als das es da mehr oder weniger drei Tage am Stück geregnet hat. Ich muss dankbar sein, drei Tage verhältnismäßig ordentliches Wetter gehabt zu haben.
 
Teil IX

Rein ins Auto und starten. Da ich auf dem Rückweg immer in Schwierigkeiten mit meinem Orientierungssinn gerate - wer das mal nachlesen möchte, kann sich gerne ein Bild davon in meinem Reisebericht vom Oktober letzten Jahres machen - Also wer das gelesen hat, weiß ich brauche auf dem Rückweg das Navigationssystem. Die Dame mit dem eisernen Willen und der meine Nerven strapazierenden Attitüde. Aber Wetter und Befürchtungen waren größer, als der mögliche Ärger und so stellte ich die Dame auf Heimathafen ein.
Die Fahrt war weit entfernt davon vergnüglich zu sein. Es schien so als habe der Himmel alle Schleusen geöffnet. Wasser von oben, von links, von rechts und selbst aufgewirbelt von mir von unten. Unglaublich, wie viel es von der Flüssigkeit gibt. Auf der Autobahn ging es unendlich langsam voran. Überholte man einen LKW, war es als führe man durch einen Tunnel voller Wasser, weil der Überholte eine Fontäne erschuf, man selbst, und von links gab es ggf. das Gleiche. Es war die reinste Hölle, eine der nasseren Art. Lähmend langsam quälte ich mich bis zur Mautstelle. Für die ersten dreißig Kilometer brauchte ich schon fast 90 Minuten. Danach ging es nicht wirklich schneller voran. Aber alles Jammern nützte ja nichts. Also dachte ich an die schönen Tage und Erlebnisse, die hinter mir lagen. Die heiterten aber mein Gemüt auf, das Wetter war nicht zu beeindrucken. Doch besser als nichts.
Irgendwie gelangte ich nach Belgien. Ich entschloss mich den Wagen vollzutanken und eine Pause zu machen. Einen Kaffee zu probieren, denn so vier Tage ohne sind für einen Kaffeejunkie wie mich nicht einfach zu verkraften. Also Blinker gesetzt und Anfahrt auf die Raststätte. Ich suchte für mein Auto eine Zapfsäule und hielt an. Ich stieg aus und wurde gleich von zwei Polizisten in Empfang genommen. Mein Herz rutschte gleich drei Etagen tiefer. Irgendwas an einer Begegnung mit den Hütern von Recht und Ordnung schüchtert mich gleich immer ein wenig ein. Ich kramte in meinen Erinnerungen. Was hatte ich falsch gemacht? Ich war zu weit von der Grenze entfernt, um wegen Schmuggel belangt zu werden. Außerdem was ist schon schlimm daran, wenn man Tüten weise Souvenirs aus Paris mit sich schleppt? War ich zu schnell gefahren? Wohl kaum kann man maximal Tempo fünfzig als zu schnell bezeichnen, selbst bei durchgängig schlechtem Wetter und Regen nicht. Ansonsten fiel mir nichts ein. Der ältere der Beiden, fragte mich, ob ich ausreichend französisch spreche. Ich meinte, es käme darauf an wofür. Ansonsten wäre mir englisch lieber. Er wechselte ins Englische und wollte dann meinen Führerschein sehen und einen Alkoholtest machen! Ob ich damit einverstanden sei? Nun erstens lohnt sich weigern in solchen Situationen nicht und zweitens welchen Sinn macht ein Alkoholtest an einem Donnerstag, in der Mittagszeit an einer Autobahnraststätte? Eine Überprüfung aller Autofahrer, die dort anhalten würden? Ich zweifelte doch ein wenig an den Methoden der belgischen Ordnungshüter.
Also reichte ich dem guten Mann, meinen Führerschein. Wer alt genug ist erinnert sich sicher noch an dieses graue, wabbelige, unhandliche Ding, dass einst in Deutschland ausgestellt wurde. Er nahm ihn entgegen und schaute sich das Bild an, mit dem ich aber auch gar keine Ähnlichkeit mehr hatte. Entschuldigend meinte ich, dass 35 Jahre nicht an jedem spurlos vorübergingen. Der Polizist lachte nur. Ich bat ihn vorsichtig mit diesem antiken Dokument zu sein. Er erklärte mir, dass in Belgien, die Bilder immer relativ aktuell sein müssten. Aber, ich wäre heute der Fahrer mit dem bisher ältesten Führerschein, gratulierte er mir. Sein Kollege hatte inzwischen den Alkoholtest vorbereitet und zum ersten Mal seit ca. 20 Jahren durfte ich einem Alkoholtestgerät beweisen, was meine Lungen so drauf hatten. Ich gebe zu, auch das war früher besser und ging leichter. Zumindest erschien mir die Zeit für einmal kurz hinein blasen, ziemlich lang. Aber Lunge und ich überstanden den Test bravourös, wir durften nach dem Stopp unsere Fahrt fortsetzen. Mit vollem Tank und leider nur mit Wasser, setzte ich die Reis fort. Auch hier an der Raststätte gab es leider nur die unsäglichen Kaffeeautomaten.
Insgesamt brauchte ich für die Rückreise knapp doppelt so lange, wie für die Hinfahrt. Nämlich statt fünfeinhalb Stunden, fünf Stunden mehr. Gerädert, müde und traurig kam ich gegen 19 Uhr daheim an. Mein Abenteuer Dream Castle war vorbei. Wann ich das DLRP wiedersehen würde war nicht klar. Eine Stippvisite im Sommer war schon im Plan, denn mein Jahrespass muss verlängert werden. Sehr wahrscheinlich zumindest auch eine Kurzreise für die Weihnachtseinkäufe, aber sonst? Die Traurigkeit hielt sich. Die tägliche Routine stellte sich wieder ein und am Sonntag, schon drei Tage nach Verlassen meines Lieblingsurlaubsortes schien die Reise sehr lange zurückzuliegen und gar nicht mehr wahr. Da erreichte mich eine Email. „Hallo Bruderherz! Ich habe für Mitte Februar Karten für das DLRP, wie wäre es wenn wir dort hinfahren?“

Große Pause. Bitte ins Foyer und Popcorn und Getränke kaufen, damit das Kino auch was verdient. :lol:
 
Gaby23 Cast Member
:typing: Ein wirklich toller Bericht, ich habe jeden Tag gespannt auf den nächsten Bericht gewartet.
:sohappy:Das mit dem grauen Lappen kenn ich. Ich hatte sicherheitshalber vor unserem letzten Besuch im Dezember meinen Lappen gegen den neuen EU Führerschein eingetauscht. Das erschien mir einfach sicherer (leider).:party:
 
MadameMim1969 Imagineer
Danke, dass Du uns an deinen Erlebnissen hast teilhaben lassen. Nach dem Cliffhanger am Anfang habe ich jeden Morgen mit Freude weiter gelesen. Freue mich schon auf den Bericht der Februar Reise :party:

Grüße
Claudia
 
dörthe Administrator
Teammitglied
Oh... Vorbei... Schade, denn es war so schön!
Viel, vielen Dank für deinen tollen Reisebericht!
 
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