Minerva mit Jahreskarte

MinervaMouse Imagineer
Da die Erinnerung noch halbwegs frisch ist, habe ich mich dazu entschlossen, erst meinen Reisebericht von meinem ersten Halloween- und ersten Solo-Trip ins Disneyland Paris zu tippen, bevor es mit dem Bericht zum Familienurlaub weitergeht, der streng genommen ja mein erster Aufenthalt mit Jahreskarte war.
Während der Tage war ich mir gar nicht sicher, ob ich dieses Mal wirklich einen Bericht schreibe, aber ich glaube @Malakina hat den als Lektüre schon fest eingeplant 😅

Samstag, 05.11.2022
„The night before leaving for Disney: I slept great! I got a full 40 minutes!” – ungefähr wie dieses Meme fühlte ich mich am Tag meiner Abreise in mein erstes Solo-Disney-Adventure. Oder wie ich es später in eigene Worte fasste: „Ich: Ich nehme einen Mietwagen zum Flughafen, keine Lust vor 5 Uhr loszugehen. Auch ich: Seit 2:30 Uhr wach.“

Ein entsprechendes Carsharing-Auto war zum Glück nicht allzu fern und roch so, als wäre es erst kurz zuvor von Menschen abgestellt worden, die gerade erst vom Feiern kamen. Mein Zeitplan war knapp, aber ging auf. Kurz nach 6 Uhr durch die Sicherheitskontrolle und erstmal noch mit Snacks eingedeckt. Aufs Klo. Eingepackt wie ein Michelin-Männchen, mit allem, was nicht mehr ins Gepäck gepasst hatte, am Körper. Ich hatte mich so gefreut als ich feststellte, das der Kinderkoffer meines Sohnes tatsächlich den winzigen Handgepäcksabmessungen von easyJet entsprach. Nicht bedacht hatte ich, dass auch die Grifflänge für Kinder gedacht ist und so hatte ich schon ein Arm-Workout erledigt, bis ich schlussendlich auf die Idee kam, einfach meinen Schal um den Griff zu binden und als Verlängerung zu nutzen. Mit diesem Provisorium in der einen Hand und einer Windelverpackung in der anderen (ich hatte zu Hause auf die Schnelle nichts anderes mehr für ein paar Siebensachen wie Trinkflasche und Co gefunden; unsere Beutel und Taschen sind praktischerweise im Schlafzimmer gelagert und so blieb mir nur der Griff zu den Mülltüten, als welche wir die Windelverpackungen ebenfalls nutzen) sah ich gewiss etwas seltsam aus, aber ich trug es mit Würde.
Langer Weg zum Gate. Oh, da ist noch ein Klo. Lieber nochmal gehen und schon mal alles ins Handgepäck reinstopfen. Die sind doch immer so streng bei easyJet. Hui, langsam wird es zeitlich aber eng. Wo ist denn das Gate? Am hintersten Ende des Terminals war es, ich war eine der letzten beim Einstieg. Zum Glück wurde ich schnell durchgewunken, während einer der Flugabfertiger mit anderen Menschen über ihre Koffergröße diskutierte. Was ein Glück, dass dieser Kelch an mir vorüber ging. Für’s nächste Mal weiß ich Bescheid, dass ich vor Ort direkt zum Gate gehe und Verpflegung vorher parat habe.

Der Flug ging pünktlich und kam sogar überpünktlich an, sodass ich in CDG viel Luft hatte. Frühstückssandwich bei Paul quasi eingeatmet, dann entspannt auf den TGV gewartet. Auch der kam pünktlich (glaube unpünktliche Züge gibt es in Frankreich überhaupt gar nicht) und kurz darauf war ich auch schon am Vorplatz zum Disneyland.

„So surreal, dass du jetzt dort bist“, schrieb mein Mann mir. Ja, das fand ich allerdings auch. Um kurz nach 7 in Berlin losgeflogen und drei Stunden später auf einmal im Disneyland. So ganz plötzlich, ohne eigenen Anreisetag, ohne langes Packen, längere Reisezeit und somit auch die mentale Einstimmung…irgendwie unwirklich.

Nach einem kurzen Blick ging es aber erstmal mittels Navette ins Campanile zum einchecken und Koffer abstellen. Und dann zu Fuß in den Supermarkt, ich wollte mich hier wieder mit Wasser eindecken. Kurz darauf brachte ich mit 4 großen Wasserflaschen im Arm das zweite Workout des Tages hinter mich und verstaute auch die in meinem Gepäckfach.

Ich war ganz schön fertig und hätte am liebsten eine kleine Mittagsruhe eingelegt. Aber es war noch weit vor Zimmerbezugszeit, der Ruheraum des Hotels war abgeschlossen und offenbar ohnehin zum Seminarraum umfunktioniert worden und draußen spielten gerade laut Kinder, die ich leider auch nicht ausblenden konnte, da sie deutsch sprachen. Ich legte an einem der Picknicktische dennoch kurz den Kopf auf die Arme und entschied mich dann aber, den nächsten Bus in den Park zu nehmen und um kurz nach 12 war ich auch schon da.

Das Gefühl, nach so kurzer Zeit zurückzukehren, ist einfach ein ganz anderes als mit mindestens einem Jahr Pause. Es war alles auf eine andere Art vertraut – irgendwie schön. Und auch das Französisch war noch gar nicht wieder so eingerostet.

Mein erstes Ziel im Park: Die Halloweendekorationen am Town Square und auf der Main Street bestaunen. Ein kurzer Blick durch die offene Tür des Boardwalk Candy Palace ließ mein Blick auf Cupcakes fallen, von denen ich mir spontan einen holte.

Für die Halloween-Parade entschied ich mich für den Platz direkt an der „Ecke“ des Central Plaza, bei dem die Wagen genau auf einen zu kommen. Der perfekte Platz! Diese Parade 😍 Die Kostüme, vor allem der Performer, wie immer im DLP einfach nur grandios. Und die Musik! Ich singe immer noch „Vive la vie“ im Alltag vor mich hin. Diese Parade hatte mich sofort! ❤
Schade, dass die Charaktere hier nicht die Bühnen wechseln, aber mit Melanie und dem Phantom hat man an dieser Bühne ohnehin die besten Charaktere für die Saison – meiner Meinung. Was für ein grandioser Auftakt! Alleine dafür hatte es sich schon gelohnt.

Als nächstes hätte ich mir gerne den Kürbis-Mickey-Rice-Krispy-Treat geholt – leider überall längst ausverkauft. Stattdessen erkundete ich die bunten und vielfältigen Dekorationen zu Erntedank, Halloween und Dia de los muertos im Frontierland. Zum ersten Mal während eines Besuchs hatte außerdem der Pueblo Trading Post geöffnet, auch hier steckte ich kurz die Nase rein. Minnie und Mickey in ihren Mariachi-Outfits am Treffpunkt gegenüber konnte ich leider nur „von außen“ bestaunen, die Warteschlange war schon geschlossen.
Da sah ich von weitem gerade die Molly Brown anlegen, sputete mich ein wenig und konnte direkt eine Runde mitfahren. Anschließend ging es weiter ins Phantom Manor. Das hatte ich mir beim letzten Besuch ja extra für Halloween aufgehoben.

Wegen eines technischen Defekts (so wie ich es später mitbekommen hatte wohl ein Problem in der Versorgung einiger Server mit Ursache beim Stromnetzbetreiber) waren keine Wartezeiten angeschlagen und da mir alles recht voll erschien, streifte ich anschließend durch ein paar Restaurants, die ich vorher noch nicht von innen gesehen hatte: Toad Hall und Bella Notte. Übrigens war wegen des Serverausfalls auch das Reservierungssystem nicht intakt. Meine versichernden Nachfragen hier im Forum, wie das mit dem Scannen und der Reservierung des jeweils nächsten Tages funktioniert, hätte ich mir daher sparen können… Vor der Castle Stage gaben sich Cruella, die böse Königin und Dr. Facilier die Ehre und sah ihnen eine Weile bei ihren Audienzen zu. Weiter ging mein Streifzug ins Café Hyperion/Videopolis. Wow! Hier hatte ich ja bisher was verpasst! Mir war überhaupt nicht klar gewesen, dass die beiden miteinander verbunden sind. Ich dachte immer, das Hyperion wäre einfach „nur“ das Restaurant und eher klein und man würde ins Videopolis nur zu den dort stattfindenden Veranstaltungen kommen. So kann man sich irren!

Am Rocket Cafe holte ich mir einen Darth Waffel (nenne ihn ab sofort nur noch so) und schaute mir beim Verspeisen im Videopolis ein paar Filme an. Eigentlich hätte ich schon lange richtigen Hunger gehabt und fror vor allem wie Sau, aber bald war es ja endlich Zeit für meine Reservierung im Walt’s. Darauf hatte ich so lange hingefiebert!

An anderer Stelle im Forum wurde es kürzlich diskutiert: Als allein reisende Person hat man mitunter echt Nachteile. Wie hier, der Platz im Walt‘s. An einem der wenigen Zweiertische untergebracht saß ich gefühlt halb im Treppenhaus, im wahrscheinlich am unspektakulärsten gestalteten und am wenigsten gemütlichen Raum, und dann noch im Zug, was meinem Bedürfnis nach Wärme nur bedingt half. Auch zeigte sich hier mal wieder, wie sehr die ehemaligen AP-Vorteile doch je nach CM noch gewährt werden. Eine andere Kellnerin brachte bei meiner Ankunft gerade einen AP-Cocktail an einen Tisch. Mein Kellner schien noch recht neu zu sein und kannte das wahrscheinlich gar nicht mehr.
Ich entschied mich für die Maissuppe, die Mac and Cheese und den Pineapple Upside Down Cake. Vor- und Hauptspeise schmeckten mir sehr gut, wenngleich die Portionen beide für mich gerne doppelt so groß hätten sein dürfen. Nachdem ich mich den Tag über bisher eher durchgesnackt hatte, ging ich leider nicht wirklich satt aus dem Walt’s wieder raus.
Während meines Hauptgangs bekam ich einige Gespräche unter den Kellnern mit – ich saß ja quasi neben der Servicestation – und meinte gehört zu haben, dass keine Kartenzahlung mehr möglich sei. Da blieben mir meine Makkaroni beinahe im Hals stecken. Ich trug gerade mal 40€ bei mir, als Notgroschen passabel, aber keineswegs ausreichend, um Essen und Getränke im Walt’s zu bezahlen. Vielleicht hatte ich mich auch verhört? Hätte man mich da als Gast nicht zu Beginn drauf hinweisen müssen? Kurz darauf war es wirklich so weit, dass nicht weit entfernt jemand zahlen wollte und dieser Person versucht wurde zu erklären, man würde den Betrag auf ihren Magic Pass aufbuchen und sie sollten am Abend im Hotel zahlen. Oh je, mir schwante übles…
Das Dessert kam. Den Pineapple Upside Down Cake hatte ich in Erinnerung an seinen Namensvetter in WDW an der Aloha Isle bestellt. Geschmacklich sagte dieser mir weniger zu. Der Kuchen mit Karamell und Nüssen war lecker – die saure, warme Ananas passte für meinen Geschmack leider gar nicht. Während ich noch beim Essen war, stand plötzlich mein Kellner vor mir und fragte, ob ich mit Karte zahlen wolle. Wenn ja, müsste ich das direkt tun, denn es gäbe ein Problem mit der Kartenzahlung im gesamten Park und sie hätten gerade eine kurzzeitige Lösung mithilfe eines Managers und eines mobilen Geräts gefunden. Ich war heilfroh, dass ich in der Lage war, zu zahlen.
Der Kellner berichtete, dass es schon den ganzen Tag kaum möglich war, irgendwo im Park mit Karte zu zahlen. Auch das wohl aufgrund der Stromversorgungsprobleme. Da hatte ich bei meinen bisherigen Einkäufen im Boardwalk Candy Palace und Rocket Cafe wohl Glück gehabt!
Wäre es gemütlicher gewesen, hätte ich wohl noch etwas im Walt’s verweilt. Stattdessen streifte ich noch kurz durch die anderen Räume, so diskret es eben geht, ohne andere Gäste beim Essen zu stören. Hier würde ich ja gerne mal in Ruhe stöbern können!

Wieder auf der Main Street sah ich gerade den Zug in den Bahnhof einfahren und kurz darauf genoss ich auch schon die Fahrt um den Disneyland Park. (Abzüglich der Kälte, die wirklich unangenehm war und vom Fahrtwind natürlich auch nicht besser wurde. Zum Glück aber die einzige Kehrseite meines Besuchs.)

Da ich inzwischen wirklich erschöpft war, entschied ich mich, kurz ins Hotel zu fahren. Na gut, einen kleinen Abstecher gab es noch ins Village. Ich wollte bei Starbucks nach den Anniversary-Tassen schauen. Wie auch im September waren sie ausverkauft. Dafür entdeckte ich die neuen Tassen zum Avengers Campus. Im Hotel bezog ich mein Zimmer und legte mich kurz für ein Päuschen auf’s Bett. Zur Ruhe kam ich kaum, dazu stand ich den ganzen Tag viel zu sehr unter Strom, aber zum Aufwärmen war es prima, sich ein wenig unter die Decke zu kuscheln.

Kurz vor halb acht war ich zurück im Park und konnte die Halloweendekorationen jetzt bei Dunkelheit bestaunen. Große Gaslaternen-Liebe 😍 Einen weiteren erstmaligen Blick warf ich ins Markethouse Deli. Dann ging es durch Fort Comstock, was im Dunkeln durchaus Grusel-Faktor hat, gerade, wenn nicht viele Leute unterwegs sind und dann doch plötzlich jemand lautlos um die Ecke kommt 👻

Eine kurze Runde durch den Thunder Mesa Mercantile Store gedreht (hier war, wie zuvor auch im Bella Notte bereits, schon Weihnachten) und mir mal in Ruhe die Rustler Roundup Shootin' Gallery angeschaut. Und dann war Zeit für Rides! Ich fuhr einige Runden Indiana Jones hintereinander – hier kann ich ja nie nur einmal fahren. Und widmete mich im Anschluss den Reservierungen.

Ich hatte an der City Hall nachgefragt, wann ich die nächste Reservierung buchen könnte und erfahren, dass dies technisch gesehen ab ca. 1 Uhr nachts möglich wäre. Da ich nicht bis zu dieser Uhrzeit aufbleiben wollte und etwas Bammel hatte, mein letzter Aufenthaltstag könnte am nächsten Morgen aus irgendwelchen Gründen weg sein, hakte ich nochmal nach und die CM meinte, ich sollte einfach meine Reservierung für den aktuellen Tag stornieren und könnte dann neu buchen. Trotz der vielfältigen Warnungen im Onlinesystem hätte ein Storno dieser Art keinerlei Konsequenzen. Das Unterfangen nahm unerwartet viel Zeit in Anspruch, da ich mich nach jedem Klick (einmal sogar während eine Seite lud) neu mit Passwort einloggen musste. Aber dann hatte ich meine Reservierung für den vierten Tag.

Beschwingt folgte ich den Laternen ins Baumhaus der Familie Robinson und nachdem ich meinen Rundgang dort beendet hatte und mich sehr abenteuerlich fühlte, ging es auf die Hängebrücke. So ganz alleine im Dunkeln in den Felsen, das hatte doch auch einen gewissen Thrill-Faktor für mich und wurde mit reichlich Adrenalin belohnt. Genau die richtige Stimmung für eine Fahrt durch die Piratengebiete der Karibik!

Ich schloss die Abenteuer für heute ab und spazierte durch das erleuchtete Fantasyland zum Café Hyperion. Hier wollte ich zum Abschluss des Tages noch den Nicht-ganz-so-vergifteten-Apfel probieren. Leichter gedacht als getan. Noch immer war keine Kartenzahlung möglich und nun hatte der Ausfall wohl auch die Kassensysteme der Restaurants in Beschlag genommen. Die Schlangen waren elend lang, aber da ich ohnehin nichts anderes mehr vorhatte, hielt ich aus. Man fühlt sich ja oft, als würde man ausgerechnet an der falschen Schlange stehen – bei mir war es dieses Mal tatsächlich der Fall. Auch als die Kassen wieder liefen, zogen rechts und links reihenweise die Leute an mir vorbei. Eine größere Gruppe überlegte sich wohl erst beim Bestellen, was sie eigentlich essen wollte…nachdem die nach ungelogen 20 Minuten an der Kasse immer noch nicht zu Potte gekommen waren, wechselte ich die Schlange, nur um zu erfahren, dass das Halloween-Dessert ausverkauft war. Na dann gab es eben Pommes und Chicken Nuggets – ich hatte inzwischen mächtig Hunger.
Während des Wartens hörte ich ein Gespräch mit von Menschen, die zuvor mehr als anderthalb Stunden am Geldautomaten angestanden hatten. Mich tangierten die technischen Probleme ja glücklicherweise kaum, ich fand die Situation einfach nur absurd und die Stimmung im Park spannend, aber für viele andere Gäste wird der Tag echt mies gewesen sein.

Die Chicken Nuggets verdrückte ich auf dem Weg ins Frontierland, den ich mir erfreulich einfach quer über die Main Street bahnen konnte, und das während die Abendshows bereits liefen. Es war also deutlich leerer als im September. Dennoch hatte ich mich dafür entschieden, die Abendshows dieses Mal ausfallen zu lassen. Ich wollte zum Tagesabschluss lieber noch Big Thunder Mountain fahren. Vom unteren Ende der Main Street schaute ich danach doch kurz noch ein paar Feuerwerkssequenzen an, betrachtete in aller Ruhe die erleuchtete Variante der Halloweendekoration an der Bahnstation und verließ dann gegen 22:15 Uhr den Park in Richtung Hotel, bevor die Massen vom Feuerwerk kamen. Zurück im Hotel wurden noch die Pommes verdrückt und dann kuschelte ich mich nach diesem ereignisreichen und langen Tag ins warme Hotelbett.
 
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Malakina Imagineer Azubi
Ach, das ist ja lieb 🥰
Ich fühle mich geehrt, wollte aber hier jetzt nicht alles durcheinander bringen 😇 Aber gib's zu, Du schreibst und liest doch selber auch gerne Reiseberichte 😉

Für Dich war dieser Trip bestimmt ganz besonders, weil Du als Solo ja total nach Deiner Schnauze gehen kannst und nicht dauernd auf Mann und Kind achten musst. Alleine ist man dank der Menschenmassen ja trotzdem nie.
 
MinervaMouse Imagineer
Das stimmt, @Malakina 😉

Hier noch ein paar Fotos vom ersten Tag…oder besser gesagt ein paar viele 🙈 Aber hey, das ist schon die kleine Auswahl 😅
 

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MinervaMouse Imagineer
06.11.2022
Viel zu früh klingelte der Wecker. Ach, was schiebe ich ihm die Schuld zu – ich war ja eh einiges vor ihm wach gewesen und auch oft während der Nacht. Klassischer Fall von schlecht geschlafen. „Nicht dieses schon wieder!“ – protestierte mein Körper beim Aufstehen und fertig machen. Ja, ich gebe zu, schon nach einem Tag taten mir die Füße weh. Und der Kopf! Der dröhnte ganz furchtbar. Ich machte teilweise die Müdigkeit und die zahlreichen Eindrücke dafür verantwortlich Das Motto für diesen Trip war aber auch – und da zitiere ich mal den Sergeant beim Toy Soldier Parachute Drop – „Go, go, go, go, go!“.

Gegen 7:15 Uhr war ich beim Frühstück und stellte beim Blick auf den Busfahrplan fest, dass ich noch reichlich Zeit hatte. Das Campanile ist offenbar nicht so auf die ganz frühen Vögel ausgelegt; der erste Bus fährt um 8:14 Uhr.

Mit dem kam ich aber zum Glück direkt mit und war kurz nach halb neun im Park. Da er gerade herangefahren kam, fuhr ich direkt eine Runde mit dem Paddy Wagon über die Main Street. Auch die Fahrzeuge waren alle mit Herbstgirlanden geschmückt. Da Peter Pan offenbar noch nicht in Gang war, entschied ich mich für ein weiteres erstes Mal: Orbitron! Ich flog komplett alleine und war überrascht vom Ride, den ich ganz anders eingeschätzt hatte, nämlich exakt wie Dumbo, nur mit anderer Verpackung. Falsch gedacht! Damit bleibt mir nun auch kein Ride mehr, den ich noch gar nicht mitgemacht habe.

Inzwischen hatte Peter Pan geöffnet und ich setzte zum zweiten Flug des Tages an, dieses Mal über London ins Nimmerland. Und eine Runde mit Dumbo durfte es anschließend auch noch sein. Dann ließ ich mich von den Teetassen durchwirbeln. Und nahm anschließend auf einem Karussellpferd Platz, die mich mit ihren fratzenhaft verzerrten Gesichtsausdrücken immer sehr Leid tun. Könnte Lancy sich hier nicht mal gewerkschaftlich für bessere Tierhaltungsbedingungen einsetzen?
Schneewittchen und Pinocchio hatte ich beide vor einigen Jahren jeweils einmal gemacht und sie dann aber wirklich ganz nach unten auf meine Liste gesetzt. Aber da beide gerade geöffnet hatten und die Wartezeiten noch kurz waren, fuhr ich unerwartet doch bei beiden durch die Geschichte.

Eine erfolgreiche Extra Magic Hour! Da es auf 10 Uhr zuging, stellte ich mich an Mickeys Theater an, um den großen Zauberkünstler kurz darauf selbst zu treffen. Als ich wieder raus war, nahmen nebenan gerade die Herzkönigin, Diedeldum und Diedeldei ihren Treffpunkt ein. Ich fuhr eine Runde mit Casey Jr. und entdeckte dabei, dass man in der letzten Reihe des Zuges ja rückwärts fährt! Na sowas! Da stellte ich mich doch gleich nochmal an, fragte nach der letzten Reihe und konnte kurz darauf die Fahrt mal aus der anderen Perspektive genießen. Im Anschluss ging es auf dem Boot durchs Miniatur-Märchenland.

Im Fantasyland gab sich inzwischen Maleficent die Ehre und ich durfte eine wirklich tolle Charakterinteraktion beobachten mit einem Gast, der ihr ein toller Gegenpart war. Es machte so Spaß, da zuzuschauen! Ich schlenderte durch Sir Mickey’s, Cinderellas Hof und das Haus der sieben Zwerge – einen sehr gemütlich aussehenden Pullover aus der Kinderabteilung hätte ich ja gerne in Erwachsenengröße gehabt.

Das Wartezeitensystem funktionierte heute übrigens wieder! Auch so merkte man allerdings, dass es heute viel leerer war im Park als noch gestern. Die Wartezeiten waren wieder so, wie ich es von früher aus dem September kannte. Big Thunder Mountain 20 Minuten, Peter Pan ähnlich, sonst fast alles ein Walk On. Selbst bei den Prinzessinnen stand man „nur“ eine Stunde an.
Auch die Kartenzahlung war heute kein Problem mehr, nur der Reservierungsserver war noch nicht wieder aktiv.

Da schon das erste Hüngerchen wieder da war und gerade 11:30 Uhr, stattete ich der Toad Hall einen Besuch ab. Ich wählte die kleine Portion Fish’n’Chips – sehr lecker! Hätte ich doch die große Portion nehmen sollen? Hunger hatte ich schon noch. Aber nein, ich wollte ja noch so viel anderes essen heute. Eigentlich stand das Halloween-Menü vom Lucky Nugget nämlich auf meinem Plan. Aber während ich in die Richtung spazierte stellte ich fest, dass ich weder Lust auf Burger, noch auf Eis hatte. Außerdem fing die Halloween-Parade bald an, die wollte ich gerne nochmal sehen. Spontan holte ich mir bei Casey einen Baseball und stellte mich damit wieder auf einen ähnlichen Spot wie gestern. Kurz vor Beginn der Parade fing es an zu regnen und dadurch war ich dann mal wieder sehr durchgefroren, versuchte die Kälte aber wegzutanzen.

Die Parade und ihre Musik machen einfach glücklich! Ich sammelte meine letzte Kraft für den Weg durch’s Village und kehrte für eine Pause in die Bleecker Street Lounge im Hotel NY ein. Hier bestellte ich mir die Elixier-Limonade, die nicht nur gut schmeckte, sondern auch noch einen tollen optischen Effekt bietet. Außerdem wollte ich hier die Crab Cakes probieren. Lecker!

So viel wie ich in den Tagen erlebt habe, kann ich mich nicht mehr an alles haargenau erinnern, aber da mein nächstes Foto erst von 17:30 Uhr ist, nehme ich an, dass ich nach dem Lunch in der Lounge eine Mittagspause im Hotel eingelegt habe 😅

Etwas ausgeruht und vor allem aufgewärmt ging es zurück in den Disneyland Park und direkt zu Victoria’s. Hier genehmigte ich mir dieses Mal einen Tee (vom desaströsen koffeinfreien Kaffee berichte ich im Familien-Thread noch) und die fünf Halloween-Leckereien. Ich hatte darum gebeten, in einem anderen Raum als beim letzten Mal sitzen zu können und mein Kellner sprach sogar etwas deutsch, was ihm später noch ein großzügiges Trinkgeld einbrachte. Hier im Forum hatte es ja überwiegend schlechte Kritiken für das Halloween-Special gegeben. Mir schmeckte es bei weitem besser als die Variante vorher! Nur, alleine fünf süße Teilchen zu schaffen ist einfach schwierig…das Auge musste ich größtenteils übriglassen, das war mir einfach viel zu süß. Den Schokokuchen wickelte ich in eine Serviette und nahm ihn für später mit. „Später“ wurde dann übrigens zwei Tage später und da war er immer noch sehr saftig und lecker!

Zu Weihnachten wollte ich eigentlich nicht nochmal ins Victoria’s, aber Leute, was soll ich sagen…jetzt wo ich das Menü gesehen habe…ich werd wohl ne Tupperdose einstecken müssen 🙈

Mit leichtem Bauchweh ging es zu Star Tours. Dank der geringen Wartezeiten überall hängte ich noch zwei Runden Kampf gegen Zurg dran und wechselte dann den Park.

Gegen 19:20 Uhr betrat ich die Studios und hätte in den verbleibenden gut anderthalb Stunden locker alle Rides schaffen können, wenn ich denn gewollt und mich beeilt hätte. Stattdessen ließ ich bewusst einiges aus, fuhr dafür manches doppelt und blieb hier und da für Fotos stehen. Als erstes ging es nach Radiator Springs, eine Runde in den kleinen Autos fahren. Dann gab ich RC Racer die zweite Chance und ohne die plötzliche Nervosität des letzten Mals konnte ich den Ride einfach nur genießen. Danach Ratatouille, Slinky Dog und weil es so schön gewesen war noch eine zweite Runde RC Racer. Ebenfalls zweimal Parachute Drop und dann auf zu Spider Man. Flight Force im Anschluss hätte ich mir an diesem Tag lieber sparen sollen. Ihr kennt wahrscheinlich die Sicherheitsschilder zu Beginn der Rides, bei denen u.a. draufsteht, Menschen mit gewissen Problemen sollten die Fahrt nicht antreten. Ich sag mal so – die Schilder stehen da nicht ohne Grund 🤦‍♀️ Meine ohnehin schon den ganzen Tag hämmernden Kopfschmerzen wurden bei der Fahrt einfach nur unerträglich und machten die Achterbahn für mich zum Höllentrip. Ups. Ob ich dennoch eine Fahrt durch den OAS wagen sollte? Ja, entschied ich, denn die Kräfte dort sind ja ganz andere und tatsächlich war es vergleichsweise okay. Nur hatte ich mich leider in die falsche Schlange gestellt. Offenbar war – wie schon im September – die Wartezeit am Eingang nicht so ganz aktuell. Für die normale Schlange zeigte das Display 40 Minuten, Single Rider 15. Hätte ich mal in der App geschaut…statt der 40 Minuten können es maximal 10 gewesen sein in der normalen Schlange, eher noch weniger. Während ich ab 20:45 Uhr wartete fuhr ein Gäste-Paar, das mir aufgefallen war, nämlich direkt zweimal. Aber sei es drum. Nach der Fahrt hatten die Studios für heute geschlossen und ich wechselte nochmal zurück in den Disneyland Park.

Damit war es nun auch wieder Zeit für das Reservierungsmanöver mit Storno und Neubuchung. Heute erfreulicherweise mit nur einmaligem Anmelden. Dafür ein riesiger Schreck: Der Mittwoch meines Dezember-Besuchs war schon voll! 😨 Oh je. Ich beruhigte mich damit, dass bisher immer alle Tage nochmal irgendwie reservierbar geworden waren und sicherte mir zumindest erstmal den zweiten Tag der Reise.

Im Disneyland Park genoss ich vor allem noch ein wenig die Atmosphäre und stellte mich dann bei Autopia an. Das hatte ich im September nicht fahren können und im Jahr zuvor ja so für mich entdeckt. Leider war hier die Wartezeit wiederum deutlich länger als angeschlagen. Nach all dem Fastfood und Süßkram wollte ich heute Abend mal ein wenig gesünder essen und dachte ans Vapiano im Village. Aus der Schlange bei Autopia heraus bestellte ich mir dort einen großen Salat mit allerlei Rohkost vor. Wirklich sehr angenehm, dass man sich hierfür nicht irgendwie registrieren muss. Als ich an der Reihe war, bat ich darum, kurz zu warten und bei der nächsten Fahrt im vordersten Auto fahren zu können. Die CM war verwirrt. „Why?” “Because it’s my favorite!” “But you know that there are other cars behind you, right?” Ja sichi, aber halt keins vor mir, was ewig langsam zuckelt…or so I thought 🤡 Tatsächlich war das Familienauto aus der Runde vor mir SO langsam, dass ich es nach einem Drittel der Strecke eingeholt hatte. Wow. Ich verstehe, dass das für Kinder aufregend ist und sie ggf. vorsichtig fahren, denken, sie müssten wirklich lenken etc. Wie beim letzten Mal, als ich mich darüber aufregte, habe ich aber auch hier als Grund eher die begleitende und durchgängig Selfievideos filmende Mutter im Verdacht. Nun gut. Ich war ohnehin völlig durch nach dem Tag.

Ich verließ den Park und ging zu Vapiano, meine Salat abholen. Noch ein erstes Mal! In diesem Teil des Villages war ich noch nie gewesen und auch den entsprechenden Ein- und Ausgang hatte ich noch nie benutzt. Gegen 22:30 Uhr war ich zurück im Hotelzimmer und überforderte meinen Magen mit der plötzlichen Menge an rohem Gemüse und der sehr salzigen Salatsauce grandios 😅

Puh. Diese zwei Tage hatten mich wirklich geschafft. Mir tat alles weh und ich entschied, die EMH morgen ausfallen zu lassen und etwas später in einen ruhigen Morgen zu starten.
 
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dörthe Administrator
Teammitglied
Lancy hat alles versucht! Dann hat er hingeschmissen und seine Wirkungsstätte verlassen.

Und wow, ich war wirklich schon lange nicht mehr beim Vapiano im Village. Von der Bestellfunktion hatte ich keine Ahnung. Wieder was gelernt!
 
MinervaMouse Imagineer
Nachvollziehbar *seufz* 🎠

Auch von Tag zwei gibt es noch Fotos und damit einhergehend ein paar Ergänzungen zum Bericht:
- Die Mickey Shorts in der Schlange bei „Meet Mickey“ anzuschauen hat richtig viel Spaß gemacht und die Wartezeit im Nu verfliegen lassen.
- Ist es neu, dass die Ohren des „Château d’Eaureilles“ nachts beleuchtet sind? Vielleicht trügt mich meine Erinnerung, aber ich meine, das wäre zumindest im letzten Jahr nicht so gewesen.
- Wie cool ist bitte der Hidden Mickey aus der Schlange bei Buzz? Der Ordnung halber muss ich allerdings erwähnen, dass ich ihn (leider) nicht selbst entdeckt habe.
 

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dörthe Administrator
Teammitglied
Die Ohren sind meines Wissens schon immer mit Lichtern versehen.
Aber ganz sicher bin ich mir nicht.
 
MinervaMouse Imagineer
Danke für die Aufklärung, liebe Dörthe! Dann habe ich bisher wohl einfach nicht gut genug darauf geachtet. Im September (wo wir sonst gefahren sind) ist es ja auch einfach viel länger hell; ich weiß gar nicht, ob wir da überhaupt die Studios so richtig im Dunkeln gesehen haben 🤔
 
MinervaMouse Imagineer
07.11.2022
Gesagt, getan – heute war ausschlafen angesagt. Irgendwann zwischen 8 und halb 9 wachte ich ganz entspannt auf und das mit völlig neuen Lebensgeistern. Sowohl die Kopfschmerzen als auch mein enormes Frieren der letzten beiden Tage schienen größtenteils am Schlafmangel gelegen zu haben, in Kombination mit den vielen Eindrücken. Noch dazu war es heute ohnehin um einiges wärmer.

Für den Vormittag entschied ich mich nach dem Frühstück zu einer kleinen Resort-Tour, da ich Santa Fe und Cheyenne beide noch nie gesehen hatte. Ich startete an der Route 66. Schade, dass es hier wohl im Außenbereich nicht mehr alle „Exponate“ zu sehen gibt. Mein persönlicher Fall ist das Santa Fe so gar nicht, aber sehr cool gemacht! Irgendwann habe ich auch mal das Video von Dörthe und Torsten zur Anlage gesehen und weiß noch, dass ich die vielen Hintergrundinfos zum Ursprungszustand des Hotels beeindruckend fand. Der Himmel war heute grau verhangen – sicher hätte der Spaziergang im Rio Grande bei Sonnenschein auch nochmal strahlender gewirkt.

Über die Brücke ging es zum Cheyenne; thematisch deutlich mehr mein persönlicher Fall und mit vielen tollen Ausstattungsstücken am Eingang, in der Ankunftshalle, dem toll gestalteten Starbucks usw. Apropos Starbucks: Ich hatte in beide mal einen kurzen Blick geworfen, mit einem letzten kleinen Fünkchen Hoffnung auf einen Geburtstags-Becher – allerdings ohne Erfolg. Während ich im Santa Fe noch die Halloweendekoration vorgefunden hatte, war im Cheyenne schon Weihnachten eingezogen. Ich bestaunte die thematisch passenden Ornamente, warf einen Blick ins Chuck Wagon Cafe und sah dann kurz Woody bei seinen Meet & Greets zu. Weiter ging mein Spaziergang mit einem Rundgang einmal über die Hotelanlage. Hier konnte ich mir dann auch endlich mal den ominösen Waschraum ansehen 😅 Wie so oft in Berichten zu lesen ist, waren auch bei meiner Stippvisite nur jeweils eine Waschmaschine und Trockner in Betrieb.
So ganz ohne bei meiner geliebten Sequoia Lodge vorbeizuschauen ging es natürlich nicht, deshalb wechselte ich nochmal die Flussseite und war erstaunt, wie nah die Hotels doch aneinander liegen. Irgendwie war ich immer davon ausgegangen, Santa Fe und Cheyenne wären weiter weg und mit entsprechend längerem Fußmarsch verbunden. Mal wieder wurde ich eines Besseren belehrt!

In der Sequoia Lodge ruhte ich mich im Untergeschoss des Hautgebäudes kurz aus und hätte das auch liebe einfach für ein Viertelstündchen tun sollen. Hier war es ruhig und über die Hotelanlagen war ich nun fast anderthalb Stunden am Stück gelaufen. Aber ich war zu neugierig, ob es in der Lobby nicht vielleicht auch etwas saisonale Deko zu entdecken gäbe. Den Weg hätte ich mir sparen können, denn hier sah alles aus wie gewohnt und war auch wuselig und laut wie immer. Noch einmal kurz durchatmen auf der Terrasse und dann ging es auf in Richtung Park, denn hier war ich gleich verabredet. Unerwartet lange musste ich beim Security Check anstehen, da ereilte mich auch schon ein Anruf. Leider konnte ich diesen nicht annehmen und auch nachfolgende SMS wollten nicht rausflattern…oh je, was war denn da mit dem Netz los?

Ich hastete durch’s Village, durch die Fantasia Gardens, hielt mich ganz rechts und da lief ich auch schon auf @MadameMim1969 und ihre Freundin zu, die mich bereits erwarteten. Unsere Lieblingshexe erfüllte mir an diesem Tag einen ganz besonderen Wunsch und nahm mich als Begleitung mit in den Salon Mickey ❤ Wow! Wenn ich Ex-Aktionärin wäre und somit regelmäßig hier einkehren könnte, wäre das eindeutig mein Lieblingsort im Park. Die Ruhe war himmlisch! Dazu die Erinnerung an Walt, sein Leben, seine Vision und sein Werk in Kombination mit dem Einrichtungsstil. Bei Snacks tauschten wir uns über Disney-Parks-Erfahrungen und die Pläne für den heutigen Tag aus, bevor Madame Mim und ihre Begleitung weiterzogen. Ich blieb noch ein Weilchen, genoss die Ruhe und ließ die ganz besondere Atmosphäre auf mich wirken.

Beim Verlassen des Salon Mickey bog ich nach links in die Plaza East Boutique ab. Hatte ich beim letzten Mal ja schon ihre Schwester auf der anderen Seite erstmals besucht, wollte ich mir hier auch noch die Gestaltung ansehen und wurde nicht enttäuscht. An den Wänden hing hier außerdem schon die Winterkollektion und ich probierte einige Mützen an, von denen ich letztendlich aber doch keine kaufte. Um die Karussell-Ohren schlich ich auch sehr lange herum. Sie sehen einfach so toll aus! Aber würde ich sie wirklich tragen? Und auf welche würde ich stattdessen verzichten? Schon jetzt fällt es mir schwer, mich ggf. zu entscheiden, wenn ich weniger Besuchstage als Ohrenpaare habe…also blieben sie im Laden hängen. Genau wie die Marvel-Ohren, mit denen ich zwar thematisch nichts anfangen kann, die ich aber einfach schön finde mit ihrem rot-gold-blauem Design.

Unter der Bahnstation auf den Town Square zu laufend machte ich spontan kehrt und folgte meiner Eingebung, doch lieber die Studios zu besuchen. Heute war der Reservierungsserver wieder intakt, sodass ich nach Betreten des Parks direkt meine nächste Reservierung für Dezember vornehmen konnte. Vor Studio 1 gaben sich Mary Poppins und Bert die Ehre. Ich zog weiter in Richtung Animation Academy – die stand noch ganz oben auf meiner Bucket List. Es hatte gerade ein Kurs begonnen und so holte ich mir in der Zwischenzeit ein Simba-Eis beim Magnum Creations-Stand (in gewohnter Qualität, durch das Handtauchen allerdings mit mindestens doppelter Schoko-Wand, die mir in Summe etwas zu süß war), besuchte nochmal das Toy Story Zoetrope und schaute Olaf bei seinen Umarmungen zu.

Mit Cast Member Sarah ging es anschließend an den Zeichentisch für einen absoluten Disney-Klassiker: Wir zeichneten Donald! Malen und zeichnen gehört zu den Dingen, die mit absolut nicht liegen. Und auch bei diesen detaillierten „Wir beginnen mit einem Kreis und alles sind einfache Formen“-Anleitungen habe ich früher immer kläglich versagt. Nicht so heute! Wenngleich ich deutlich langsamer war als vorgesehen. Ich hätte noch mindestens weitere 5 Minuten gebraucht. Mein Donald ist vollständig, aber die Konturen sind noch nicht ganz sichtbar, die zu füllenden Felder noch nicht ausgemalt…aber nachdem ich zwischenzeitlich schon relativ enttäuscht war, war ich am Ende richtig stolz und begeistert von meinem Werk! 😀

Keine Minute später fragte ich mich allerdings, wie ich meine Zeichnung den ganzen restlichen Tag unbeschadet transportieren sollte. Ich hatte nur einen kleinen Rucksack dabei, daher rollte ich sie erstmal zusammen und behielt sie in der Hand. Allerdings nur für den Moment eine gute Idee. Kurz darauf fing es nämlich an zu regnen. Und bei Indiana Jones und Co konnte ich ja schlecht mit einer Papierrolle in der Hand mitfahren. Aber ich hatte meine weite Regenjacke an, zog den Gummizug unten fest und steckte die Rolle hinein – so vorsichtig, dass sie tatsächlich unbeschadet blieb, selbst bei mehreren Achterbahnfahrten später.

Ich flog eine Runde über Agrabah und legte mir dann eine temporäre Sucht zu – ich lud mir die Celebration Quest App runter. Bevor ich mit der Schnitzeljagd starten konnte, war es aber Zeit für Mickey and the Magician. Ich konnte mir meinen Wunsch von einem „richtig guten“ Platz erfüllen und nahm mittig direkt in der zweiten Reihe vom Hauptgang aus Platz, hinter einer VIP Tour mit ebenfalls reservierten (aber nicht belegten) Plätzen neben mir, sodass ich richtig viel Platz hatte. Dieses Mal konnte ich also das Bühnenbild richtig gut sehen und genoss die Show – bis sie plötzlich unterbrochen wurde. Mickey war die Wunderlampe aus der Hand gefallen und unter den Tisch gerutscht. Hier hatte er keine Möglichkeit mehr, sie zu erreichen, um mit seinem Staubtuch drüber zu wischen. „Oh no!“, rief unsere Maus und schlug sich 2x die Hände vor die Augen. Wie ich kurz darauf beim CM der VIP-Tour mithörte, ist das Mickeys offizielles Zeichen für die Technik, dass es ein Problem gibt und die Show unterbrochen werden muss. Auch wenn es natürlich die Geschichte störte (und ich etwas traurig war, dass die Dschinni-Nummer im Anschluss wegfiel), wurde die Panne extrem professionell kaschiert und bei aller Disney-Perfektion ist es ja auch immer ein wenig aufregend, mal sowas von „hinter den Kulissen“ mitzubekommen.
Und ich machte mir zum ersten Mal Gedanken darüber, ob es wohl für die Hauptrollen im Hintergrund immer eine Zweitbesetzung gibt, die notfalls einspringen kann.

Nach der Show wollte ich dann mit der Celebration Quest loslegen, brauchte aber ein bisschen Extra-Hilfe, um zu checken, wie sie funktioniert. Ich hatte fälschlicherweise gedacht, man müsse in den jeweiligen Bereichen irgendwo versteckt das 30er-Logo mit einer Art Tap-Point finden. Während ich im Monsters Inc. Bereich also direkt vor der Lösung des Rätsels stand, verstand ich nicht, was ich zu tun hatte und suchte wie blöde nach so einem Badge. Der Regen wurde stärker. Ich stellte mich kurz in Studio 1 unter und suchte bei YouTube nach einem Video zur Celebration Quest. Witzigerweise klickte ich zufällig auf eins, das genau an der gleichen Stelle gestartet war, wie ich. Nach dieser kleinen Starthilfe löste ich die Rätsel quer durch die Studios und hatte eine Menge Spaß.

Am Schluss meiner Schnitzeljagd konnte ich einen weiteren Punkt von meiner Bucket List abhaken und das Super Diner besuchen. Ich wurde am Tresen direkt gegenüber einem aufgeklappten Grill platziert – prima zum trocknen und aufwärmen nach dem Regen. Ich genoss die Atmosphäre und las mir beim Warten auf mein Essen direkt nochmal den dein-dlrp-Artikel zu diesem ganz besonderen Diner durch. Kurz darauf kam auch schon mein Reuben Sandwich – sehr lecker! Begleitet von einer wilden Musikmischung: Auf Frank Sinatras „It had to be you“ folgten die Ramones mit „Blitzkrieg Bob“. Ursprünglich hatte ich den Choco Blast hier auch auf meiner Liste, aber da stand ebenfalls noch der Thunder Cake aus der Stark Factory und so schlenderte ich dort hin. Unter dem Quinjet war gerade Iron Man anzutreffen. In die entgegengesetzte Richtung gab es aber auch etwas zu bestaunen – über der Stark Factory thronte ein Regenbogen am Himmel.

Über den unterhielt ich mich kurz darauf ganz begeistert mit der Kassiererin der Stark Factory; wir waren uns sehr sympathisch und inzwischen war mein Französisch so weit aufgetaut, dass ich auch keine Scheu mehr vor kleinen Pläuschchen hatte. Ich nahm gegenüber von Peggy Carters Schreibtisch Platz und dachte, wie schade es wiederum auch ist, dass ich nun wirklich keine Ahnung habe, wer sie eigentlich ist, denn hier gibt es sicher unzählige geniale Imagineering-Details zu entdecken. So genoss ich einfach nur mein Dessert, was völlig anders war, als ich laut der Beschreibung vermutet hatte, mir aber dennoch sehr gut schmeckte.

Meine Liste für die Studios war abgehakt und ich wechselte den Park. Neu auf meine Bucket-List schrieb ich, mich mal in den Parks schminken zu lassen. Das war bei den jährlichen Besuchen im Filmpark Babelsberg als Kind mit meiner Familie immer mein Highlight, da würde sicher eine wunderbar kindliche Freude bei mir aufkommen. Ich hätte es zu gern direkt gemacht, aber hatte auf diesen Trip gar keine Abschminksachen oder Gesichtspflege dabei und das wäre mir dann schon wichtig.

Die Regenwolken hatten sich verzogen und über dem Disneyland Hotel leuchtete der blaue Himmel. Im Park angekommen, setzte ich die Celebration Quest fort. Zwischendrin warf ich einen kurzen Blick in Dapper Dan’s Barber Shop. Viele der Infos aus der Schnitzeljagd waren für mich nichts neues, hier und da lernte ich aber doch noch etwas dazu; z.B. beim Hyperion, da war ich richtig begeistert, ohne jetzt spoilern zu wollen. Die einzige Aufgabe, die mir Kopfzerbrechen bereitete, war bei Star Tours. Hier brauchte ich am längsten, um den gesuchten Ort zu finden. Umso schöner war das Erfolgserlebnis! Etwas schade fand ich, dass die Foto-Filter beim Komplettieren eines Landes die Rückkamera benutzen und es keine Möglichkeit gibt, das umzuschalten. Als allein reisende Person brachte ich so nur annährend passable Bilder mit den Sensational Six zustande…
Main Street, Discoveryland, Fantasyland und Adventureland hatte ich komplett – einzig das Frontierland musste ich mir aufgrund der Zeit (und einer dringend benötigten Pause) für morgen übriglassen.

Es war 17:30 Uhr. In einer Stunde hatte ich meine Dinner-Reservierung im Downtown. Und in anderthalb Stunden begann Magic Over Disney in den Studios. Ich muss es ehrlich sagen, die Show hatte ich bis zum ersten Blick in die App heute Morgen völlig vergessen! Ich wollte versuchen, etwas früher beim Essen zu sein und es rechtzeitig zurück in den Park zu schaffen. Beim Betreten des New York bog ich allerdings spontan zum Concierge Desk ab und fragte, ob es möglich sei, die Reservierung zu verschieben. Online war nichts mehr frei, aber der CM bot mir 20 Uhr an. Hmm…dann könnte ich nicht nochmal in den Disneyland Park. Ich lehnte dankend ab und hielt an meinem Plan fest, mich schon früher auf den Weg ins Downtown zu machen. Wie schaffen Toilettengänge es eigentlich manchmal, Probleme für einen zu lösen? Naja, nachdem ich meine Blase kurz entleert hatte (die Kurzform von „ne Nacht drüber schlafen“) kehrte ich zum Concierge Desk zurück, um das Angebot doch anzunehmen 😂 Ich landete beim zweiten Cast Member, der offenbar höhergestellt war, und mir meinen eigentlichen Wunsch von ca. 21 Uhr Abendessen wohl gern erfüllen wollte. Er wies seinen Kollegen an, mich für 21:15 Uhr auf die Reservierungsliste der Empire State Lounge zu setzen und ich bekam eine schicke handschriftlich ausgefüllte Reservierungskarte. Ich konnte es kaum glauben! 😍 Beschwingt von so viel Pixie Dust genoss ich noch ein wenig die weihnachtliche Atmosphäre im Hotel und kehrte dann um in Richtung Park.

Auf dem Weg holte ich mir beim Earl of Sandwich noch einen Coleslaw. Vitamine kamen auch bei diesem Trip mal wieder echt zu kurz. Auch in den Studios hing schon die erste Weihnachtsdeko! Ich freute mich auf die Show und hätte zu gerne Popcorn gehabt. Der einzige Popcornstand der Studios hatte aber längst geschlossen. So wurden es ersatzweise Chips, die ich beim Warten vor mich hin mümmelte. „Magic Over Disney“ gefiel mir richtig gut! Es machte total Spaß, mitzusingen und zu tanzen und meine Gedanken gingen das erste Mal ernsthaft in Richtung Electroland… Nach 10 Minuten war der Spaß leider auch schon wieder vorbei.

Zurück im Disneyland Park genehmigte ich mir noch ein paar Runden Indiana Jones und zum Abschluss eine Runde Pirates. Ich bin ganz ehrlich: Abends komplett alleine durch den Wartebereich zu laufen, finde ich schon ein wenig gruselig und es kostet mich etwas Mut. Auch im Boot war ich komplett alleine – ich glaube das war meine allererste Fahrt Pirates, die verlief wie geplant ohne jeglichen Stau und angestoßen werden vom folgenden Boot. Verrückt!

Als ich wieder draußen war, war das Feuerwerk am Schloss in vollem Gange. Leute! Vergesst Frontierland, Adventureland it is! Ich setzte mich neben den Skull Rock und genoss einsam das Feuerwerk. Grandios! Aber wohl nicht so ganz erlaubt, die nächsten CM, die vorbeikamen, baten mich in Richtung Ausgang. Gute 10 Minuten hatte ich aber anschauen können und sah auf dem Weg sogar noch das Finale.
Ich ließ den größten Schwung der Masse vorbei und machte noch einige Fotos am Schloss und auf der Main Street. Von der Bahnstation winkte Mickey – die Uhr zeigte 20:45 an.

Pünktlich eine Viertelstunde später stand ich an der Empire State Lounge und durfte kurz darauf an einem tollen Tisch Platz nehmen. Wow! Von der Atmosphäre war das hier wirklich ein Upgrade zum Downtown nebenan. Ich saß auf einer Bank in einer etwas geschützten Ecke ganz am Rand und der weihnachtlich geschmückte Raum war einfach nur gemütlich. Ich ließ mir zunächst eine Suppe und dann diverse Vorspeisen schmecken.
Hat sich jemand im DLP schon mal über zu heißes Essen beschwert? Die Hauptgänge waren unter so krassen Wärmelampen, dass es kaum möglich war, sich aufzutun. Beim länger andauernden Versuch, das sehr heiße Vorlegebesteck eines Gerichts anzufassen, verbrannte mir die Grill-Lampe tatsächlich leicht den Handrücken. Es war wohl nicht möglich, die Einstellung zu ändern, aber der Koch an der Station bot daraufhin den Gästen an, das Auftun zu übernehmen bzw. wurden einige Gerichte auch etwas unter der Wärme weggezogen. So war aber wenigstens alles richtig schön warm und alles, was ich probierte, schmeckte ausgezeichnet. Nur die Burger waren etwas trocken, aber ich tat mir einfach noch etwas Coleslaw vom Vorspeisenbuffet mit drauf. Und dann das Dessertbuffet! So gerne hätte ich von allem probiert, aber als Einzelperson absolut unmöglich. Sehr, sehr schade. Beim Betrachten der Fotos läuft mir gerade schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Als Getränk hatte ich übrigens einen alkoholfreien Cocktail.

Ich bin sehr froh, dass ich mich zum erneuten Besuch des Downtown entschieden hatte (wir hatten es im letzten Jahr noch als Bedienvariante) und mit dem „Upgrade“ auf die Lounge war es wirklich ein perfekter Abend. Kellnerin Nina und ich hielten noch ein kurzes, sehr nettes Pläuschchen und dann war es Zeit, den Heimweg anzutreten.
 
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MinervaMouse Imagineer
Zum wohl längsten Bericht dieser Reise gibt es auch wieder eine Auswahl Fotos (Achtung, nicht hungrig anschauen 😉):
 

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MinervaMouse Imagineer
Dienstag, 08.11.2022
Der letzte Morgen 😭 Wobei ich sagen muss, bei all den tollen und vor allem zahlreichen Erlebnissen der letzten Tage, hatte sich bei mir dieses gewisse Gefühl der Sättigung eingestellt, das sagt, es ist an der Zeit, nach Hause zu fahren. Soweit es ging, hatte ich mein spärliches Gepäck schon am Vorabend sortiert und den letzten Tag begann ich noch einmal mit Wecker, denn ich wollte heute die Extra Magic Hour in den Studios nutzen.
Es fiel nicht schwer, aufzustehen, denn Magny-le-Hongre wurde durch einen wunderschönen Sonnenaufgang erleuchtet. Nach einem kurzen Frühstück und dem Check-Out nahm ich heute den Linienbus, um deutlich früher da sein zu können.

Als um 8 Uhr die Gepäckaufbewahrung am Park öffnete, stand ich bereits davor und erhielt Aufbewahrungsnummer 1 für mein kleines Köfferchen. Parkeingang und Disneyland Hotel erstrahlten in der prachtvollen Morgensonne. Ich warf hoffnungsvoll einen kurzen Blick auf die Einlasssituation, aber nein, es wurden wie inzwischen üblich um diese Uhrzeit erst die Gäste des Plaza Garden Restaurants hineingelassen.

Ich stellte mich am Studioeinlass an und erledigte schon mal meine letzte Reservierung für Dezember. Meine Hoffnung wurde erfüllt und der Anreisetag war wieder verfügbar!
Etwa zeitgleich trudelten zwei Nachrichten auf meinem Handy ein. Eine von der Chefin, ob ich ab morgen spontan die Frühschicht übernehmen könnte, der Kollege wäre krank. Die zweite von meinem Mann, das Kind sei seit gestern Nachmittag krank, hohes Fieber und sonst Symptome die für mich darauf hindeuteten, dass wir uns wohl nun das erste Mal Hand-Mund-Fuß eingefangen hatten...oh je. Der Chefin abgesagt, mit dem Mann die nächsten Schritte besprochen und für den Rest des Tages mit dem Herzen sehr sehnsuchtsvoll schon zu Hause, versuchte ich mich gedanklich wieder auf Disney einzustellen.
Pünktlich um 8:30 Uhr öffneten sich die Tore und wenige Minuten später wurde auch die Schlange für Crush’s Coaster geöffnet, in die ich mich direkt einreihte. Kurz darauf strudelte ich auch schon durch den OAS. Wie schön wäre hier eine zweite Fahrt gewesen, aber wie üblich war die Wartezeit inzwischen bereits auf 60 Minuten geklettert und so ging es für mich in den Tower of Terror. Anschließend konnte ich Spiderman zusehen, wie er die Gäste des Avengers Campus an dessen Eingang begrüßte. Kurz darauf öffnete Studio 2 und ich war eine der ersten, die an diesem Tag Minnie traf. Ein wenig hatte ich darauf gehofft, auch Daisy zu begegnen, aber als ich Minnie im Zusammenhang mit ihrem schicken Outfit auf Daisy ansprach erklärte diese mir, ihre Freundin würde noch im Backstage beim Frühstück sitzen. Nach einem kleinen Fashion Talk und Erinnerungsfotos (sowie einem kleinen Dance Off der Character Attendants) machte ich mich auf den Weg in Andy’s Backyard. Den RC Racer fuhr ich gleich zweimal und wagte noch einen Fallschirmsprung. Aus der Höhe konnte ich von meinem Platz heute sehr gut die Bauarbeiten die Frozen-Erweiterung sehen.
Mich zog es wieder in Richtung Avengers Campus, denn ich hier wollte ich noch ein wenig den Showcharakter des Areals erleben; am liebsten mit Spidermans Stuntshow. Und ich hatte Glück! Kurz darauf turnte Spidey auch schon über die Dächer.
Als Abschied von den Studios betrachtete ich (heute im Trocknen) noch in aller Ruhe die kleinen goldenen Statuen vor dem Animation Academy Gebäude und dann ging es gegen 11 Uhr rüber in den Disneyland Park.

Hier war über Nacht Weihnachten eingezogen! Von den Bahnstation leuchtete es bereits rot und grün, wo sich vorher Kürbisse drehten waren nun kleine Tannebäumchen zu sehen und auch der große Weihnachtsbaum am Town Square war errichtet worden. Auch saisonales Merch war in den Shops zu finden und mal wieder war ich völlig angefixt von einem Pullover, nur um festzustellen, dass es ihn nur in Kindergrößen gibt. Menno. Die Main Street Vehicles und das Frontierland hatten allerdings noch ihre Herbstdeko und vor Phantom Manor war Mickey im Halloween-Outfit anzutreffen – ein wilder Festtags-Mashup. Apropos Frontierland: Hier hatte ich ja noch einige Aufgaben der Celebration Quest zu erledigen. Spontan legte ich zwischendrin noch eine Runde mit der Molly Brown ein. Dieses Mal aus neuer Perspektive von der Bank, die nach hinten raus geht. Während die anderen Fahrgäste erstmal nach vorne und oben strömten, sicherte ich mir hier den besten Platz.

Danach gab es Mittagessen im Fuente del Oro. Im September hatten wir uns hier erstmalig etwas geholt und ich war positiv überrascht: Für Disneyland-Verhältnisse sind die Burritos wirklich gut! Die warmen Komponenten sind ausreichend warm, das Chili würziger als erwartet und sogar Guacamole ist mit dabei. Lecker! Nach der Mahlzeit betrachtete ich auch hier noch die Weihnachtsdeko mit allerlei thematisch passenden Ornamenten.
Am Cowboy Cookout BBQ waren Goofy und Pluto zu treffen und wenngleich ich mich nicht anstellte, winkte Goofy mir begeistert zu und poste für meine Fotos.

Kurz darauf war die Celebration Quest beendet und ich konnte am Central Plaza den finalen Fotofilter freischalten. Dass es dann ohne jegliche weitere Mitteilung oder Gratulation einfach zu Ende war, irritiert mich immer noch etwas. Auf das Gewinnspiel kann ich gut und gerne verzichten (nachdem ich mir inzwischen ja die genaue Preisauslobung in den AGB durchgelesen habe), aber ein kleiner Abschluss wäre schön gewesen. Sei es drum. Das hatte viel Spaß gemacht und ich kann die Schnitzeljagd nur empfehlen!

Im Discoveryland stellte ich mich beim Anblick der quasi nicht vorhandenen Warteschlange spontan bei Autopia an und bekam nicht nur den ersten Wagen, sondern auch noch meine absolute Lieblingsstrecke. Anschließend hüpfte ich noch eine Runde in Space Mountain. Absolut niemand in der Single Rider Line. Immer noch nicht mein Favorit, aber ich kann es inzwischen etwas besser ab als noch vor einigen Jahren. Wieso ich doch immer wieder mitfahre? Das frage ich mich auch…
Als nächstes wollte ich Philharmagic besuchen und dann als Abschluss nochmal zu Star Tours. Die Disney-Stromversorgung hatte offenbar wieder andere Pläne. Der gesamte Bereich war geschlossen. Philharmagic, der Starport, Star Tours…dafür schlenderte Darth Vader einfach so in der Gegend rum und stand für Interaktionen und Fotos bereit. Ich setzte mich an die Seite und beobachtete das Treiben, in der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung der Attraktionen. Darauf wartete ich leider vergeblich.

Hier und da machte ich noch kleine Abstecher in Restaurants oder Shops, fuhr noch eine Runde auf Sir Lancelots Karussell und entschied mich zum Abschied für Indiana Jones über die Single Rider Line. Noch ein letztes Selfie vor dem Schloss (in den Blumenrabatten war schon ein bisschen Weihnachtsglitzer eingezogen), noch einmal den Renovierungsarbeiten am Disneyland Hotel zusehen (macht das mal mit der Melodie von „Wir malen die Rosen rot“ im Kopf – wird gleich viel lustiger!), den Koffer abholen und zum Bahnhof.

Tschüssi Disneyland! Bis ganz bald.
 
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MinervaMouse Imagineer
Und auch vom letzten Tag gibt es noch Fotos. Ganz besonders gut gefällt mir dieses hier, was ein absoluter Schnappschuss war und gänzlich unbearbeitet ist:
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Edit: Hier sollten noch ein paar Impressionen des Tages folgen, aber meine Bilder werden gerade leider immer in komplett durcheinander gewürfelter Reihenfolge angezeigt nach dem Hochladen. Ich probiere es später noch mal.
 
MinervaMouse Imagineer
Jetzt hat es geklappt:
 

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Malakina Imagineer Azubi
Danke, liebe Minerva für den tollen Bericht und die Fotos. Ich finde das letzte am Besten. Das mit dem Arbeiter, der das Disneyland Hotel streicht. Man stelle sich mal vor, der eine würde alleine mit seiner kleinen Walze das ganze Hotel streichen müssen. Da dürfte klar sein, weshalb die Eröffnung erst 2024 ist. 🤣
 
Goofyfan Cast Member
Wirklich beeindruckende Bilder ,als wärst du tatsächlich allein im Park.Orbitron ist nicht zu unterschätzen.Die Autofahrt hab ich mich noch nicht getraut.Für dich eine gelungene Reise.
 
MinervaMouse Imagineer
Epilog
Sehr pünktlich traf ich am Flughafen ein, nahm noch einen kurzen Snack zu mir und vertrieb mir die Zeit am Gate mit Scrollen am Handy. Als ich nach längerer Zeit mal wieder aufblickte, war am Gate ein Lufthansa Flug angeschlagen. Würde vor meinem hier noch ein anderer Flug abgehen? Das kann doch zeitlich eigentlich gar nicht sein…huch! Schon 25 Minuten vor Abflug! Sollte da das Flugzeug nicht mal langsam da sein? Ich schaute in meine App, ob es eine Verspätung gab, von der ich nichts mitbekommen hatte.

Da zog sich alles in mir zusammen. Ich saß am falschen Gate! Statt an Nummer 58 wartete ich seelenruhig an der 54. Und mein Flug war laut App längst beim Boarding! Na dann mal schnell rüber zum richtigen Gate. 55, 56 – irgendwas mit 60! Was? Wo war mein Gate? Mir rutschte das Herz in die Hose und ich sah meinen Heimflug schon ohne mich starten. War das Gate jetzt womöglich in einem ganz anderen Teil des Flughafens? Ich blickte nach rechts und links. Keine 58 zu sehen. Panisch fragte ich mit zugeschnürter Kehle einen Verkäufer nach dem Weg. Ich musste versteckt hinter dem Shop die Treppe hinunter. Zum Glück nicht weit! Und die Abfertigung war gerade noch im Gange. Ich war eine der letzten drei Passagiere. Und hätte, als ich im Bus zum Flieger stand, am liebsten erstmal eine Runde geheult. Ich zitterte am ganzen Körper. Das war wirklich knapp gewesen. Mit diesem letzten Adrenalinkick ging es also auf dem Heimflug. Bei all der Aufregung beschloss ich, auch für das letzte Stück Rückweg wieder einen Mietwagen zu nehmen. Auf die lange Bahnfahrt zu verzichten war mir das Geld wert und so kam ich 3 Stunden nach dem Flughafen-Thrill dann doch wie geplant und gut zu Hause an.
 
MinervaMouse Imagineer
Eigentlich hätte ich letzte Woche in den Österreichischen Bergen in einem Wellnesshotel sitzen sollen und hatte mir schon überlegt, dort dann zwischen den Sauna- und Whirlpoolgängen an meinem nächsten Reisebericht zu tippen…nun melde ich mich stattdessen aus dem heimischen Bett, an das mich die vierte Runde Corona fesselt 😩, und erfreue mich in dieser Situation selbst umso mehr an den Erinnerungen an den wunderbaren Weihnachts-Disneybesuch vor zwei Wochen.

05.12.2022
Mein Reisebericht beginnt zwei Tage vor dem Abflug mit der Nachricht, dass mein TGV vom Flughafen nach Chessy wegen andauernder Streikauswirkungen entfallen würde. Nach erfolglosen Versuchen, die Hotline zu erreichen, und der Erfahrung, dass der SNCF-Chatbot nicht mehr drauf hat, als auf jede Nachricht automatisch einen Link zu den FAQ zu schicken, entschied ich, mich erst am Mittwoch vor Ort weiter mit dem Problem zu befassen. Im Hinterkopf hatte ich die enthusiastische Zugbegleiterin, die mir vor einigen Jahren mal am Mannheimer Hauptbahnhof eindrücklich erklärt hatte, es wäre mein europäisches Fahrgastrecht, bei einer erwarteten Verspätung von mehr als 20 Minuten am Zielort oder Zugausfall jeden beliebigen anderen Zug zu nehmen. "Europäisches Fahrgastrecht!1!11!!" Das würde ja dann wohl auch in Frankreich irgendwie gelten. Kurz ärgerte ich mich zwar, denn ich hatte die Züge erst wenige Tage vorher überhaupt gebucht und hatte noch lange überlegt, ob ich nicht doch den früheren Zug nehmen sollte…nun war meiner wohl der einzige, der an diesem Tag ausfallen sollte... Aber gut, wer wusste schon, wie pünktlich der Flug wäre. Allein schon daher erschien es mir am klügsten, das am Mittwoch vor Ort zu klären.

06.12.2022
„Wichtige Information zu Ihrem Flug“ hieß es prompt am Nikolausmorgen und mir rutschte das Herz in die Hose. Zum Glück nur eine Aufforderung, neu einzuchecken, da man wohl den Flugzeugtyp und damit auch die Sitzplätze geändert hatte. Nachdem das nicht funktionierte, behelligte ich den (zum Glück menschlichen) Chat der Fluggesellschaft. So ganz verstand die Person am anderen Ende mein Anliegen wohl nicht, aber die schriftliche Versicherung, ich wäre ordnungsgemäß eingecheckt und bräuchte nichts weiter tun, reichte mir aus. Bei der Gelegenheit fragte ich noch mal nach den Sitzplätzen – ich hatte nämlich unbedarft schon sehr lange im Voraus eingecheckt und dieses Mal zwei Fensterplätze abbekommen. Mist. Naiverweise hatte ich angenommen, ich könnte die Plätze im Nachhinein noch gegen Gebühr ändern, wenn sie mir nicht zusagten, und auf mein Glück gehofft. (Ich wollte gerne am Gang sitzen.) Auf App und Website ging das zwar nicht, aber mein Chatpartner konnte es für mich noch umbuchen. Fantastisch!

Mein Sohn war die letzten Tage krank gewesen und wir hatten ihn direkt zu Hause behalten. Das verlangte uns zwar einiges ab, aber wir hofften, dadurch schlimmeres und eine längere Erkrankung verhindern zu können. Mein Mann hatte ausgerechnet an meinem Abreisetag einen wichtigen beruflichen Termin, sich für die Kinderbetreuung aber einen Plan B organisiert. Also noch schnell den Koffer gepackt und dann konnte es am nächsten Morgen losgehen.

07.12.2022
Mal wieder klingelte der Wecker in aller Früh. Da ich zeitlich dieselben Flüge gebucht hatte, wie im November, war ich dieses Mal deutlich routinierter, was die Abläufe betraf. Auch den Koffer hatte ich weitestgehend ähnlich gepackt. Nur die Tüte, die meine Onboard Verpflegung beisammenhielt, war dieses Mal statt Windelverpackung stilecht eine kleine Disneyland-Paris-Tüte 😄 Einen entscheidenden Faktor hatte ich bei der Zeitplanung allerdings vergessen: Die Wegzeiten von Wohnung zum Carsharing-Auto und vom Parkplatz ins Flughafengebäude. Ups. So kam ich deutlich nach meinem gebuchten Zeitfenster an der Sicherheitskontrolle an, durfte aber noch passieren und es war ohnehin kaum etwas los. Dieses Mal marschierte ich ohne größere Umwege direkt zum Gate. Im Flugzeug erwartete mich eine schöne Überraschung: Der Flug war nicht komplett ausgebucht und so schnappte ich mir nach dem „Boarding Complete“-Signal eine Sitzreihe nur für mich alleine. Bis zum Abflug sollte es allerdings noch eine Weile dauern. Der Kapitän teilte mit, unser nächster verfügbarer Abflugslot würde erst eine Stunde nach der eigentlich angegebenen Zeit liegen. Es wurde dann allerdings doch „nur“ eine gute halbe Stunde später und ich war endlich in der Luft auf dem Weg ins Disneyland.
 
MinervaMouse Imagineer
Vielen lieben Dank! 😊
Für den Bruchteil einer Sekunde hatte ich tatsächlich überlegt, als Gag wieder eine mitzunehmen 😅

Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht, so kurz vor Weihnachten noch einen Reisebericht anzufangen? Bei der Gelegenheit ist mich eben eingefallen, dass ja auch der Bericht zur Familienreise im September noch auf Vervollständigung wartet 🙈 Aber vielleicht komme ich in den nächsten Tagen ja doch mal wieder zum Schreiben.
 
MinervaMouse Imagineer
Die Landung erfolgte erfreulicherweise nur 5 Minuten zu spät und ich beeilte mich, zum Bahnhof zu kommen, um den früheren Zug noch zu erwischten. Das Personal schickte mich ins Servicecenter, wo ich eine kostenlose Umbuchung erhalten sollte. Es waren noch knapp 10 Minuten bis zur Abfahrt, trotzdem ließ der Computer keine Buchung mehr zu. Ich könnte nur eine Fahrkarte für den Zug in 1,5 Stunden bekommen. Ob das auch okay wäre. Was blieb mir anderes übrig! Mit meinem „Kassenzettel“ in der Hand eilte ich zurück zum Bahnsteig und erklärte der Person von eben, die offenbar auch einen etwas höheren Posten bekleidete, dass laut System der Zug nicht mehr buchbar war, weil er schon abgefahren sei. Sie war ähnlich verwirrt wie ich und gab meiner Bitte nach, dennoch den unten am Bahnsteig stehenden Zug nehmen zu können. Nicht ohne deutlich zu machen, dass es sich dabei um eine große Ausnahme handelte und ich den Bahnsteig nur betreten dürfte, da sie mich autorisierte. Ich bedankte mich überschwänglich und war heilfroh, kurz darauf im Zug zu sitzen 😌

In Marne-la-vallée angekommen löste ich mir noch schnell ein paar Busfahrkarten und betrat den Bahnhofsvorplatz. Nach nur einem Monat schon wieder hier zu sein fühlte sich noch mal ganz anders an! So vertraut und dennoch nicht weniger magisch. Im Village war schon die Weihnachtsdeko zu entdecken und mein Herz machte einen Hüpfer in Vorfreude auf die Tage.

Mit dem Bus fuhr ich in den Supermarkt und deckte mich dort abermals mit Wasser und einigen Snacks ein. Gegen 11 Uhr war ich am Dream Castle Hotel angekommen. Der Weg von der Bushaltestelle zum Hotel war etwas weiter als gedacht, aber Wege, die man zum ersten Mal geht, noch dazu mit schwerem Gepäck, kommen einem ja oft sehr lang vor. Das Wetter war herrlich und ich machte erstmal eine kleine Essenspause auf einer Bank vor dem Eingang. Ein leckerer Linsensalat, dazu Snack-Möhren, die ich in Hummus dippte. Lecker! Und vor allem mehr Nährstoffe als mein Chips-Frühstück im Flugzeug.

Danach ging es in die Lobby. Wie schön es hier war! Meinen Geschmack traf die Einrichtung total und vor allem gab es hier jede Menge gemütliche Sitzgelegenheiten. Ich suchte mir ein Plätzchen hinter dem aufgebauten Winterwald. Der Tannenduft war himmlisch und auch wenn ich nicht schlafen konnte, legte ich etwas die Beine hoch und schirmte mich mit Ohrenstöpseln und Augenbinde mal kurz ab, um etwas zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Gegen 12 Uhr hatte ich mich dann wieder aufgerappelt, den Check-In erledigt und das Gepäck untergebracht. Und dann ging es mit dem nächsten Shuttle Bus in Richtung Disney Parks ✨
 
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MinervaMouse Imagineer
Hier noch einige Fotos aus dem Dream Castle – das zweite war mein Platz für die kleine Mittagsruhe.
Lasst euch übrigens von den Bildern nicht täuschen. Es sieht ja so aus, als wäre ich alleine dort gewesen. Das war mitnichten der Fall, ich habe nur versucht, Fotos ohne andere Menschen drauf zu machen.
 

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