Halloweenreise von Pooh und seiner Familie ins Königreich - oder: DLRP-Freude mit Hindernissen

Eiskönigin Stammgast in den Parks
Dankeschön für den tollen Reisebericht.

Kurz war ich irretiert, Kinder mit Tablett beschäftigen..., dann fiel der Groschen.:cheesy:
Ja, nicht nur das, sondern auch die ganzen Smartphone´s, die immer und überall dabei sein müssen.:crazy-gr:
Bei mir gibt´s das nicht und ich hoffe, dass mein Neffe den wir das nächste Mal mitnehmen, das auch akzeptiert.:victory:
 
BlackPearl Besucht die Disney University
Toller Reisebericht! Danke für's teilen! :clap:
Zum Glück hattet ihr dann ja doch noch eine schöne Zeit, trotz des schlechten Auftaktes!
Mit der Halloween-Party geb ich dir recht, ich erinner mich auch noch an den Geist, der das Schiff an der Kette hatte etc. Aber die Deko an sich fand ich diesmal trotzdem recht schön.
Bin gespannt auf den Rest. Euch sind nicht wirklich eure Einkäufe abhanden gekommen, oder?
Das wär ja echt ein katastrophaler Abschluss!:eek:
 
pooh74 Cast Member
Teil 6/Tag 4: „Stihilllle Naaaaacht“
Oder: Oh Mann, der letzte ganze Tag und das letzte Mal HP-Essen…

Ja der Tag vor der Heimreise beginnt für mich immer mit einer gewissen Schwermut. So lange gewartet, so schnell schon wieder auf der Zielgeraden… Es ist unser 24. Urlaub in DLRP, weit über 100 Tage durfte ich hier schon verbringen. Aber das heißt auch, dass ich schon 23 Mal den „nach-DLRP-Blues“ hatte und dass Nummer 24 schon mal anklopft.

Aber vorher geht’s mal wieder ins Cape Cod und da traue ich meinen Ohren nicht. „Stille Nacht“ höre ich im Hintergrund. Oh bitte nicht – wir wohnen nur 10 km von dem Ort weg, an dem dieses Lied „geboren“ wurde und deshalb ist es ein sehr wichtiges Lied für uns. Aber das ist ein Heilig-Abend-Lied, und daher bitte nicht am 03.11. spielen. Im Zimmer liegt noch mein ungenutzter Schattenmann-Hut und jetzt das. OK, das Frühstück schmeckt mir jetzt auch nicht schlechter deswegen.

Nachdem wir gestern abend durch die leeren Studios gelaufen sind, soll es diesmal gleich früh morgens wieder in den belebten Park gehen. Die EMH sind ohnehin schon wieder vorbei, aber ein paar Stunden Erholungsschlaf braucht man halt.

Im Park steuern wir nach dem erfolgreichen Anstehen um einen Ratatouille-FP eine der Lieblingsattraktionen unserer Kids an. Stitch Live – der kleine freche Alien. Und hier gibt es eine kleine Variation. Nicht großartig aber ein bisschen anders ist die Show die wir erleben. Ich verrate jetzt nicht zu viel, aber wir waren diesmal keine müden Löwen.
Die beiden Hörnchen, Donald und Pluto und Goofy bitten zum Foto – aber ich will mich jetzt nicht dafür eigens anstellen. Aber auch hier – kein Gedrängel oder Geschubse!

Von der Monster AG-Ecke tönt es wahhhhhhh oder iiiiiiihhhhhhhh oder booooaaaah. Unser Kleiner versucht es auch und brüllt den Pegel bis zum Anschlag. Hier bist Du teilweise echt nah am Hörsturz.

Da es an dem Tag wie gesagt übersichtlich hinsichtlich des Besucherandrangs ist können wir unsere Klassiker der Reihe nach besuchen:
- Slinky Dog, der mit 20 Minuten Anstelldauer gerade so an der Schmerzgrenze ist. Unser Kleinster liebt die Bahn, aber für die paar Sekunden so lange anstehen. Na gut, wenn’s dem Kleinen Spass macht, stellt man sich gerne mal an.
- Cars, bei denen man fast gar nicht anstehen muss. Auch hier dauert die Fahrt nicht lange, aber mir persönlich macht die so viel Spass und der Anstellweg ist so schön thematisiert und die Musik dazu ist so cool – ein Muss!!
- Animagique, das ich persönlich jeden Tag ansehen könnte. LalalalalalaAnimagique… Sollte es jemand geben, der diese Show noch nicht gesehen hat, dem kann ich nur empfehlen, sie sich schnellstmöglich anzusehen.
- Unser Mittlerer gönnt sich einen Flug mit den Fallschirmen. Als Single-Rider fährt man manchmal einfach besser.

Dann gab es fast Tränen – unser Kleinster läßt sich seit Wochen messen, ob er die erforderliche Größe für den RC Racer erreicht. Na ja und mit den wasserfesten Schuhen, ein bisschen Wachsunterstützung durch den Pariser Nieselregen, einem spontan einsetzenden Wachstumsschub… hätte es vielleicht auch was werden können. Hätte – hat es aber nicht. So musste die nächste Fahrt Slinky Dog (+ Anstellen ) diese Wunde heilen. Vor dem Rübergehen in den Disneyland Park kaufe ich noch schnell die Sachen für meinen Wichtel. Ist gar nicht so einfach; die von „ihm“ bevorzugten Charaktere sind – irgendwie von der Bildfläche verschwunden -. Wurst, ich finde etwas anderes und wir treten den Weg in den Disneyland Park an.

Ein Wunder, ein Wunder – nicht nur die Frühstücksmusik sondern ein dreiviertel des Parks hat sich der Weihnachtszeit verschrieben. Auf der Rückseite des Bahnhofs hängt die komplette Weihnachtsdeko, die Shops des Disneylandhotels haben nur noch Weihnachtsware im Freien. Na ja gut, sowas kann man über Nacht schon mal machen. Wir gehen also unter dem Bahnhof durch und da der Hammer: Der Weihnachtsbaum steht. Komplett! Zwar noch mit dem grünen Zaun drumrum aber es ist der komplette Baum. Es hängen auch schon die ersten Girlanden über der Main Street (die mit dem Mickey-Kopf aus Tannenzweigen) und sämtliche Halloween-Deko in der Main Street ist Geschichte. Wow, das Weihnachtswunder von Paris!

Wir schlendern die Main Street entlang und versuchen das innere Halloween loszuwerden. Gerade als es beginnt zu wirken und wir uns mit dem Weihnachtsthema anfreunden – ist ja schließlich auch die schönste Zeit im DLRP-Jahr – macht es wieder Bibbidi Bobbedi und es ist wieder Halloween. Ab Caseys Corner ist immer noch Halloween. Echt skurril aber es ist so. Hier kann man echt die Vergänglichkeit der Zeit spüren ;-)

Wir genießen den Tag, fahren endlich auch mit dem Karussell als uns der nächste Zauber ereilt. Meine Tüte mit den Wichtelgeschenken ist weg. Weg? Einfach weg! Vielleicht zum Hintergrund. Es ist unser 24 Urlaub und seit wir Kinder haben (also seit 1999) lassen wir unsere Einkäufe oder auch Klamotten am Kinderwagen auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen. Uns ist noch nie, noch nieeeemals irgendwas abhanden gekommen. Aber die Tüte ist weg. Nun gut, es waren jetzt keine wahnsinnig wertvollen Sachen, aber trotzdem. Diese Magie möchte ich nicht wieder spüren…
Auf den Schreck erst mal was essen. Da für heute unser Menü erst auf 20 Uhr angesetzt ist, wird uns ein wenig italienisches Flair in der Pizzeria Bella Notte sicherlich gut tun. Also ein bisschen Pizza und dazu die Gratis-Kaffeepausen-Donuts und der Tag wird doch noch super.

Nächster Halt Buzz Lightyear.
Unser Kleiner hat vom Mittleren ein Buzz Lightyear-Kostüm übernommen und das gilt ja als Fastpass bei der Bahn. Deshalb fahren wir da wirklich oft! Kann ich nur jedem mit Sohnemann empfehlen – diese Anschaffung hat sich echt gelohnt. Hat uns schon viele Tage des Schlange-Stehens erspart!

Vor den Bildschirmen mit Fotos aus der Bahn gilt leider immer noch: Krallen ausfahren oder halt das Foto nicht sehen. Hier wird gedrängelt als gäbe es kein Morgen.
Im Frontierland habe ich ein Erlebnis, das mich irgendwie positiv stimmt. Ich fand bei diesem DLRP-Urlaub, dass unfassbar viel geraucht wurde. Ich bin absoluter Nicht-Raucher und da wir in Bayern wohnen auch an ein sehr strenges Rauchverbot gewöhnt. Ich weiß dass ich mir jetzt wahrscheinlich einige Sympathien verscherze, aber ich finde in der Schlange vor einer Attraktion muss man nicht seinen Nebenmann zuqualmen. Auf alle Fälle vor der Toilette im Frontierland (neben dem Fuente del Oro) weist ein CM alle Raucher drauf hin, dass nur neben dem Mülleimer geraucht werden darf. Ob das nur an dieser Stelle oder generell so ist weiß ich nicht, aber ich fand das gut! Anders als die meisten belehrten Besucher.

Irgendwann ist dann auch mal wieder 19 Uhr und es steht mal wieder Dreams auf dem Plan.
Let it gooooooo und mir wird jetzt so richtig bewusst, dass es das letzte Mal während dieses Urlaubs sein wird, dass wir sie sehen. So ein Sch…öner Ausklang denke ich mir. Und ich weiß – morgen um diese Zeit hocken wir im Auto, mit schweren Beinen und noch viel schwererem Gemüt. Ich wünsche mir ein Zeitkontinuum und dass mir vom Weihnachtsgeld so viel übrig bleibt, dass ich schon bald wieder… Aber jetzt erst mal das Feuerwerk und die Musik genießen.
Da um 20 Uhr unser Tisch im Cafe Mickey reserviert ist können wir diesmal nicht wieder als letzter das Licht im Park ausmachen. Mit der Menschentraube gehen wir langsam Richtung Ausgang; anschl. ins Village.

Ich kaufe zum zweiten Mal die Wichtelgeschenke, denn jetzt lasse ich sie nicht mehr aus den Augen. Tja und dann passiert etwas, das ich bis heute nicht verstehe. Das Cafe Mickey dürfte ja nun wirklich auf Großbetrieb eingestellt sein. Aber hier gibt es nur 1 Anstellschlange – völlig egal, ob man reserviert hat oder nicht. Wir stehen und stehen; direkt neben uns erbricht sich ein kleines Kind auf den Boden. Unser Kleiner kann nicht mehr stehen und will getragen werden. Nun – so langsam wird mir kalt, meine Bandscheiben und Beine schmerzen jetzt in Richtung einer 8 und mir vergeht der Appetit. Eine CM geht die Schlange entlang und checkt, wer für wann oder auch nicht reserviert hat. Sie verspricht uns dann aus der Schlange zu holen. Tja, als sie am Ende der Schlange ist und sich dutzende Notizen gemacht hat, ist sie auf einmal weg und wir stehen weiter in der Kälte. Es ist schließlich fast 20:45 Uhr als wir dann die ersten in der Schlange sind und von einer sichtlich peinlich berührten CM sofort an unseren Tisch gebracht werden.

Wir sitzen im Obergeschoss mit herrlichem Blick auf den kompletten Lake Disney. Das entschädigt für Vieles! Die Vorspeise (gebratene Pilze) ist super und ab und zu kommt ein Charakter zu Besuch an den Tisch. Goofy, Minnie, Mickey, I-ah und Pluto wechseln sich ab. Schön dass hier mittels Tischaufsteller drauf hingewiesen wird, dass die Charakter an den Tisch kommen und man doch bitte sitzen bleiben möge.

Der Hauptspeise (Pasta mit Meeresfrüchten) fehlt ein wenig Salz aber es passt! Die Figuren kommen und gehen aber es bleiben im Grund die selben. Schade. Ich hätte gerne Pooh oder die Hörnchen umarmt. Aber dafür nimmt mich mein Kumpel I-ah in den Arm.
Nach dem Mickey-Cup-Cake (optisch besser als geschmacklich) bin ich vollends satt, es ist 22:30 Uhr und jetzt kommt sie endgültig. Die Heimreise-Depression. Wir müssen jetzt noch unsere 25 Koffer packen und wenn wir aufstehen heißt es fast schon wieder „Servus – bis zum nächsten Mal“.

Entsprechend unmotiviert wird nach dem Duschen gepackt; Timon und Pumba erklären mir das Händewaschen und ich verhandle mit meiner Frau schon wieder die eigentlich unumstößlich vereinbarte Heimfahrt-Uhrzeit. Morgen um die Uhrzeit werden wir fast schon wieder vor der eigenen Haustür stehen.
Das darf doch alles nicht Wahr sein…

Lest morgen den traurigen Abschied und warum nach dem Urlaub für mich immer sofort wieder vor dem Urlaub ist...:cry:
 
ChipundChap Besucht die Disney University
Vielen lieben Dank für den tollen Bericht :clap:

Ich finde das total klasse, denn in deinem Bericht spiegeln sich fast 1:1 unsere Erfahrungen :lol:
Wir waren fast zur gleichen Zeit dort, sind ebenfalls am Freitag gleich nach der Schule aus Bayern angereist und obwohl wir die andere AB hatten, hatten wir auch eine Baustelle nach der anderen... in Frankreich selbst kam dann nach kurzer Zeit auch wieder ein Baustellenschild, aber dort sind die Baustellen irgendwie ohne Stau - den hatten wir dafür an den Mautstellen! Obwohl wir an der Kreditkartenstelle waren und die Leute nur Karte rein, Karte raus und durch müssten es nicht auf die Reihe brachten und wir ungelogen 10 Minuten an der ersten Mautstelle standen (4 Autos vor uns!). Auch unsere Vorfreude wurde dadurch nicht gerade gesteigert... :bang:

Nur den Halloweenparty-Abend haben wir wesentlich entspannter erlebt... hoffe aber, ihr habt dennoch eine schöne Erinnerung dran!

Auch über "sicher und schlau" musste ich lachen... denn auch bei uns läuft das Programm abends und morgens rauf und runter... :cheesy:

Ich bin schon sehr gespannt, wie der letzte Tag :)cry:) weitergeht und wann ihr euren nächsten Besuch plant :party:

Ganz liebe Grüße :victory:
 
Duchesse Besucht die Disney University
Vielen Dank mein Bär, für die viele Arbeit (beim schreiben des Berichts) und die tollen Erinnerungen die du uns geschenkt hast :deri:

Danke, für unseren superschönen Urlaub :cheerleader:
im DLRP zu :pumpkin2: :witchbrew: :vampire: und :santa:

Deine Duchesse + Berlioz +Toulouse + Jack :deri:
 
jutta Cast Member
Das ist mies mit der Einkaufstasche. Als wir noch mit Buggy unterwegs waren haben wir auch immer alles dran hängen lassen oder unten im Korb. War nie was weg.

Danke für deinen tollen Bericht. Werde schon wehmütig wenn ich an euren Abschied denke.

Aber ich darf ja selbst bald losfahren. Bisher habe ich noch nie einen Reisebericht gemacht. Wie merkt ihr euch das immer alles?
 
pooh74 Cast Member
Ich schreibe gerade am letzten Teil und bin so zur Hälfte fertig.
Dieser Artikel geht mir sehr schwer von der Hand, weil es halt um den Abschied geht.
Tut auch beim Schreiben wieder weh...

Da jeder Urlaub große Wartezeit und Vorfreude bedeutet, versuche ich jeden Tag ganz intensiv zu erleben und drum kann ich mir das alles sehr gut merken. Und zur Not frage ich meine Familie.
 
pooh74 Cast Member
Teil 7/Tag 5: :cry:
Oder::cry::cry::cry:

Der Wecker, pardon – das Handy – klingelt an diesem Tag ein bisschen früher als sonst. Da ist er wieder: der schlimmste Tag jedes DLRP-Urlaubs. Lange ignoriert, zu früh schon gespürt und verhasst wie immer.

Ohne „sicher und schlau“ geht es auch an diesem Morgen nicht. Aber zum Lachen ist wirklich niemandem zumute. Auf dem Weg zum Frühstück nehmen wir die erste Tonne Gepäck mit – alles, was wir für die letzten Stunden im Park nicht mehr brauchen – und bringen sie schon missmutig ins Auto. Gerade erst haben wir die Unmengen Gepäck bei nächtlicher Dunkelheit ins Hotel geschafft. Kaputt vom ersten Tag aber mit riesiger Vorfreude auf die kommenden 4 Tage. Nun machen wir wieder klar Schiff, und in ein paar Stunden werden wir die fast 1000 km Heimreise mit schwerstem Herzen antreten.

Während wir zurück ins Hotel gehen, begleiten uns Familien mit Ihrem Gepäck, die voller Vorfreude und breitem Grinsen im Gesicht zum Einchecken gehen. Na wartet – auch Ihr habt bald den Heimfahrtag… In der Lobby stehen Gäste um Ihre Kuverts an. 

Die schöne Treppe hinunter zu den Frühstücksräumen laufen wir der netten Frühstücks-Lotsin entgegen, die uns wie ein Flugzeug in die Schlange zum Cape Cod einweist.
Jetzt wäre es schlau, sich nochmal so richtig den Bauch vollzuschlagen, denn einmal auf der Autobahn wollen wir nur zum Tanken und kurze Getränke-Rückgabe stehen bleiben. Aber wie soll man sich den Bauch vollschlagen, wenn man so traurig ist… Mit dem üblichen Pooh-Gedeck (Kaffee, Croissants, Schokocroisscant, Butter und Orangenmarmelade) sitze ich missmutig da und kaue in mich rein. Um uns herum spielen Kinder fangen, aber darüber mag ich mich jetzt gar nicht aufregen. Auch die Familie mit 3 kleinen Kindern, von denen jedes ein eigenes Entertainment-Tablet für den Tisch in der Hand hält, ist mir in dem Moment ziemlich egal.
Ich erzähle, dass ich mit meinen doppelt gekauften Wichtelgeschenken so richtig schön daneben liege. Ich hatte die falsche Positiv-/Negativliste im Kopf. Mein Wichtel mag den Hauptbestandteil meiner gekauften Artikel nicht. Also werde ich sie behalten. Ich schenke ohnehin nur Sachen, die mir auch selber gefallen würden. Ist auch kurios: zweimal dieselben Geschenke kaufen, um sie dann null Mal herzuschenken…

Mein Frau füllt noch den Bewertungsbogen des Hotels aus – haben wir noch nie gemacht, aber das mit dem Zimmer läßt uns irgendwie nicht ganz los.
Irgendwann macht das Frustessen dann keinen Spass mehr und noch weniger Sinn. Wir heben die Tafel auf, blicken noch einmal zurück in den schön renovierten Raum und verlassen ihn mit dem inneren Versprechen: „wir sehen uns bald wieder!“.

Nochmal hoch ins Zimmer, die letzten Sachen anziehen die rumliegen, den vollbepackten Buggy geschnappt und dann kommt der nächste Abschied. Unser schönes „wir wissen nicht ob es ein Familienzimmer war“-Zimmer hat uns zum letzten Mal gesehen. Wir versprechen innerlich dasselbe wie dem Frühstücksraum, schließen die Türe und gehen erhobenen Hauptes Richtung Rezeption.
Das Wetter ist heute mit Abstand am schlechtesten während des gesamten Aufenthalts. Ist ja auch klar – so traurig wie wir sind, da muss der Himmel einfach mitweinen. Ich habe seit gestern abend schon ziemliche Halsschmerzen. Das kann ja heiter werden heute… Schlechte körperliche Verfassung, Abschiedsschmerz, und jetzt auch noch Halsweh und eine leicht erwärmte Birne…

Da meine Familie nochmal ToT, Remy und Stitch besuchen wollen, starten wir in den Studios. Meine Frau, der Große und der Kleine eilen in den ToT; der Mittlere und ich bekommen den Spezialauftrag, einen FP für Remy zu holen. Grundsätzlich kein Problem, wenn das aufgerufene Zeitfenster nicht schon jenseits der von uns vereinbarten Abfahrtszeit 14 Uhr liegen würde… Also wieder gaaaanz laaaangsam zurück, nochmal durch die „Main Street“ im Park, kurz die Augen schließen um Musik, Geruch und Rede-Wirrwarr im Hirn zu konservieren und dann ab in meinen Lieblingsshop in den Studios. Der Gift Shop im ToT. Ich weiß auch nicht warum, aber der gefällt mir einfach. Ambiente toll, Musik toll, viele Jack Skellington-Artikel. Und man sieht die Leute, wenn sie aus der Attraktion kommen. Und vor allem ihre Reaktionen auf die Fahrt: Verwirrung, blankes Entsetzen, adrenalingeladenes Kichern, Tränen, Freude…Irgendwann kommen meine 3 Abenteurer dann wieder. Noch schnell das Foto angeschaut und dann geht es weiter zur englischen Stitch-Vorführung. Englisch? Ja, so steht es draußen an der Tafel angeschrieben, aber es ist die französische Ausgabe. Da würden wir nichts verstehe, also sofort rüber in den Disneyland Park.

Und über Nacht ist es wirklich noch weihnachtlicher geworden. Schon auf dem Weg zum Park sehen wir überall die neuen (bzw. alten) Plakate mit Elsa drauf, welche die Weihnachtssaison anzeigen. Der Eingang ist komplett mit Tannengrün und Kugeln verziert (Prinz Philipp hat Euch ja ein Foto eingestellt).
Langsam schlendern wir auch hier die richtige Main Street entlang, um nochmal dieses besondere Flair aufzusaugen. Und dann erst mal zur Anzeigentafel mit den Wartezeiten. Hier hatte gestern ein kurioses Erlebnis zum Thema „selfie-stick“, das hier schon oftmals diskutiert wurde. Ich sitze als im Außenbereich des Casey Corner um meinen Pausen-Kaffee und meinen Donut zu genießen, als eine Frau von einem CM, der an der Anzeigetafel die Programme verteilt – „verfolgt“ wird. Direkt neben mir auf dem Gehsteig diskutiert er mit der Frau, die sich sichtlich ahnungslos gibt. Freundlich fasst er in ihre Handtasche, holt einen Gegenstand heraus und erklärt der sichtlich ahnungslosen, dass dies eine Hilfe zum Erstellen von Selfies und somit verboten ist. Aber das nur nebenbei – war ein Einzelfall.

Heute wollen wir nochmal so viel wie möglich schaffen, denn die Heimfahrt ist für 14 Uhr angesetzt und das heißt wir haben gerade mal noch 3 Stunden Zeit. Da das Wetter schlecht ist, sind deutlich weniger Besucher als die Tage zuvor im Park und somit könnte unser Vorhaben glücken. Wir starten in der Tanière du dragon und besuchen unseren alten Kumpel den Drachen. Der ist heute nicht so gastfreundlich, also fotografiere ich ihn kurz und weiter geht’s. Eine Runde durch den Weihnachtsshop und rüber zu den Glasbläsern. Dann ab ins Fantasyland. Der Stein mit Excalibur, der bis vor Kurzem noch den riesigen Dornenstrauch in Form eines Drachen beherbergt hatte, ist komplett eingezäunt. Wir schaffen der Reihe nach Mad Hatters Tea cups, le pays de conte de fèes, Buzz Lightyear. Auch die süße Boutique bei Schneewittchen und das Sir Mickey’s können wir noch im Schnelldurchgang besuchen.

Die Zeit rast an diesem Tag noch viel schneller als an allen vorherigen. Meine Erfahrung ist: der erste Tag dauert, weil so viele Eindrücke und man ist so froh und KO von der Anreise. Ab dem zweiten verfliegt die Zeit und der letzte Tag ist sowieso…
Irgendwann ist es dann 14 Uhr – das Wetter ist aber gar nicht so schlecht und so neblig wird es nicht sein. Ich habe gestern abend im Hotelzimmer noch die Wetterberichte aller Städte an denen wir vorbeifahren müssen studiert. Da war nix mit Nebel vorhergesagt. Also hängen wir eine Stunde dran. Wird schon nicht schaden.

Wir schlendern noch ein wenig herum um dann unsere traditionell letzte Fahrt auf dem Karussell zu machen. Das ist zwar masochistisch, aber nirgends kann man schöner und gleichzeitig wehmütiger Abschied nehmen als auf dem Karussell. Vor allem wenn die Stimme zum Schluss ertönt „we hope you had a pleasant day in disneyland paris“. Und egal wie oft man die Abfahrt auch hinauszögert – er kommt; der Moment der wirklich schlimm ist. Der letzte Blick und das letzte „Servus“ Richtung Schloss. Wir stehen vor dem grünen Bretterzaun der den Weihnachtsbaum umgibt und schauen gemeinsam aufs Schloss. Meine Familie bedankt sich bei mir für einen schönen Urlaub. Alle sind traurig. Gibt es etwas Schöneres als zu wissen, dass man seinen Lieben eine Freude gemacht hat?

Langsam drehen wir uns das letzte „letzte Mal“ um und schleichen mit hängenden Köpfen und schmerzenden Füßen Richtung Ausgang. Auf einer Skala… bewerte ich meine Schmerzen nun schon mit einer 8,5. Ja, es kann auch wirklich teuer sein, sich körperlich schlecht zu fühlen ;-)

So praktisch wie der nicht mehr vorhandene Stempel am Ausgang für das Hin- und Herspringen ist, so sehr fehlt er mir jetzt. Das war früher das letzte live-Souvenir. So ein bisschen wie die Astronauten bei der Mondlandung zögere ich, meinen Fuss auf das Terrain außerhalb des Drehkreuzes zu setzen. Irgenwann muss es aber sein und wir sind wirklich raus aus dem Park. Traditionell werfen wir immer noch einen Glücks-Cent in eines der Gewässer. Normalerweise ist dies beim Eingang zum Discoveryland der Fall, aber das haben wir diesmal übersehen. Also nehmen wir den schönen großen Brunnen vor dem Eingang. Der Größe nach aufgestellt, 1, 2, 3 und hepp – die Münzen in den Brunnen. Jetzt kommen wir wieder hier her 

Das schlimmste ist überstanden – der Abschied aus dem Park. Jetzt noch schnell die letzten Souvenirs für daheim besorgen und dann rauf auf die Autobahn, damit wir wenigstens noch 2 Stunden Tageslicht haben. Im World of Disney ist es angenehm ruhig – nur wenige Menschen tummeln sich. Die vorgezogene Weihnachtszeit verfehlt ihre Wirkung keinesfalls. Ich kaufe mir eine Susi mit Schal und Nikolausmütze. Der Rest der Familie deckt sich mit Olaf-Tassen ein. Na ja und diverse andere Artikel wie z. B. Oswald der Hase den es jetzt auch gibt.

An der Kasse bildet sich eine Schlange, da sich ein Paar ihre gekaufte Christbaumkugel erst aus- und dann wieder einpacken läßt. So allmählich sitze ich auf Kohlen, denn es ist glücklicher Weise fast 16 Uhr. Also die 2 Stunden Tageslicht können wir wohl vergessen… Endlich sind wir dran und die Kassierin fragt mit breitem Grinsen „How do you feel? Did you have a pleasant day?“. Wir zahlen und dann heißt es auch von diesem wunderschönen Ort Abschied nehmen.
Den restlichen Weg zum Hotel nehmen wir nun sehr flotten Schritts, da die Abfahrtszeit um 2 statt 1 Stunde überzogen ist. Da das Wetter ohnehin nicht gut ist wird es wohl noch früher dunkel als gewöhnlich. Wir sind schon einmal 900 km bei Monsunregen heimgefahren. Das brauche ich nicht auch noch bei vollständiger Dunkelheit.

Zurück beim Auto leeren wir den Kofferraum erneut komplett, weil wie anfangs geplant die Beladung nicht erfolgen kann. Oh Mann, brauchen wir künftig wirklich noch einen Dachgepäckträger…?! Noch einmal geht der Blick zur eingerüsteten Fassade, dann passieren wir die Schranke und fahren nach links in Richtung Tankstelle beim. Santa Fe Natürlich ist das auch ein wenig masochistisch, hier nochmals auszusteigen und auf das Hotel zu blicken, aber es wird die letzte Gelegenheit für eine gewisse Zeit lang sein, nochmal DLRP-Luft zu atmen. Wie schon die anderen Male ärgert mich der Tankstutzen… aber dann gibt es keine Ausreden mehr, wir müssen fahren. Frau Navi berechnet die Route, verheißt unsere Ankunft für 1 Uhr morgens.
Wir sind kaum auf der Autobahn, als es schon zu regnen beginnt. Rings um uns herum sind dunkelste Wolken. Toll, nie wieder fahre… aber es hört auch zwischendrin immer wieder mal auf und irgendwann haben wir es tatsächlich geschafft, den Wolken davon zu fahren.
Die Heimfahrt verläuft extrem problemlos, bis auf die Tatsache dass mein Kopf glüht und ich nur dank unserer Reiseapotheke das Fieber senken kann um fahrtüchtig zu sein. Keine 9 Stunden brauchen wir für die Strecke und so kommen wir KO, immer noch ein bisschen traurig aber vor allem bettreif um kurz nach 1 Uhr daheim an. Haustüre auf, Postkasten leeren, Gepäck aus dem Auto, Koffer in den Waschkeller runter… Oh Mann wie erschreckend schnell das geht, bis der Urlaub aufgeräumt ist. Waschmaschine an, duschen und ab ins eigene Bett…

Lest im letzten Teil, wie unser Urlaubs-Fazit nach einer Nacht daheim ausfiel und wie tief die Vorbereitungen für Urlaub Nr. 25 schon laufen!
 
Bambi74 Cast Member
Vielen Dank für den tollen ausführlichen Bericht!

Das mit den geklauten Geschenken ist ja heftig. Wundert mich aber gar nicht, nachdem was wir die letzten Male erlebt haben. Schon traurig.

Eine Abfahrtszeit legen wir nicht mehr fest. Mein Mann sagt, mit ziemlicher Regelmäßigkeit, kurz hinter Paris immer, magst Du jetzt fahren, ich bin so müde. Deswegen habe ich mich dann beschwert, weil er ja schon den Heimweg antreten wollte und da ich bis deutschen Grenze dann fahre, gehts nun ohne Zeitplan.:cheesy:

Bin gespannt, was ihr plant.

LG Bambi
 

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