Walt Disney World im Schatten keiner Türme

torstendlp Administrator
Teammitglied
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🇺🇸 Der 11. September 2001 gehört zu jenen Tagen, die sich bei allen, die sie bewusst erlebt haben, tief ins Gedächtnis gegraben haben.
Kaum jemand, der den Tag erlebt hat, weiß nicht mehr, was er getan hat, als er erfuhr, dass um 14:46 deutscher Zeit das erste Flugzeug ins World Trade Center geflogen wurde. Die Welt stand für viele von uns einen Moment still.

Dieser Moment, dieser Tag, jährt sich heute zum 25. Mal.

Auch Walt Disney World stand an diesem Tag still. Wir werfen in unserem heutigen Artikel einen Blick auf die Abläufe in Walt Disney World am 11.9.2001 - mit eindrucksvollen, aber auch bedrückenden Augenzeugenberichten von Cast Membern und Gästen.

11. September 2001: Walt Disney World im Schatten keiner Türme

Mich würde interessieren, ob Ihr Euch noch erinnern kann, wie Ihr diesen Tag erlebt habt.
 
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Malakina Disney Legend
Teammitglied
Toller Bericht Torsten. Es treibt einem echt die Tränen in die Augen. Die Leute um mich rum gucken schon blöd.

Ich war Zuhause an jenem Tag. Ich saß an unserem PC und entweder chattete ich in ICQ oder ich spielte Kings Quest. Meine Mutter kam vom Einkaufen zurück und sagte, "mach mal den Fernseher an". Ab da gab es nur noch Kopfschütteln und Verzweiflung.

Ich bin der Meinung, dass man heute auf solche Katastrophen bzw. Bedrohungen abgestumpft ist. Aber damals war das eine Sache die so unbegreiflich war. Man konnte das gar nicht realisieren.
 
Käthe Imagineer
Ich kann mich auch noch ganz genau erinnern. Ich saß mit meiner Tochter auf der Couch und plötzlich kam die Meldung in das laufende Programm. Ich war gerade am Anfang der Schwangerschaft von unserem Mittleren. Mein Mann kam kurz darauf von der Arbeit nach Hause, aber anstatt weiter am Haus zu tüfteln, haben wir wie gebannt und völlig verstört vor dem Fernseher gesessen. Wir haben sofort unsere Eltern und Schwiegereltern angerufen. Ich sehe uns nich bildlich dort sitzen.
 
dörthe Administrator
Teammitglied
Ich habe damals gerade Praktikum im Stadtarchiv gemacht. Das Internet steckte ja noch relativ in den Kinderschuhen. Aber einer der Mitarbeiter dort hatte bei Yahoo oder AOL oder was es damals für Seiten gab, eine Meldung aufgeschnappt, hat dann das Radio eingeschaltet und alle Mitarbeiter und Besucher zusammengetrommelt.
Kurz darauf hat der Chef beschlossen, dass für heute Schluss ist und alle so schnell wie möglich nach Hause gehen sollen.
Ich musste dazu quer durch die Innenstadt laufen, um zum Busbahnhof zu kommen. Auf dem Weg hatten verschiedene Geschäfte und Fernseher in den Schaufenstern laufen und es sammelten sich Menschen davor.
Im Bus liefen Nachrichten statt Dudelmusik. Sehr komische Stimmung. Zuhause saß ich dann wie gebannt mit meinen Eltern und Schwestern vorm Fernseher und wir haben irgendwie zu begreifen versucht was da gerade passiert ist.
 
Celli1985 Imagineer
Lancys Gourmetausstatter
Ich war an dem Tag mit meinem Cousin im Jugendzentrum und wir haben Basketball gespielt. Auf einmal kam der Streetworker raus und meinte wir sollten alle reinkommen und unbedingt die Nachrichten mitgucken….Es wirkte super unwirklich und als 15 Jähriger war man damit überfordert. Ich bin dann nach Hause und habe noch bis in die Nacht weiter die Sondersendungen zu der Sache verfolgt.

Unsere Deutschlehrerin hat uns am nächsten Tag dann gebeten einen Aufsatz darüber zu schreiben wie wir den Terroranschlag erlebt und verarbeitet haben…das hat wirklich geholfen und bis auf die „Chaoten“ in der Klasse haben auch alle beim Vortragen geweint….
Es tut eigentlich gar nichts zur Sache aber es gab noch für alle eine 1, die vorgetragen haben. Die „Störer“ bekamen ne 5. Total unwichtig hatte es an dem Tag doch etwas versöhnliches für uns, ist das Zeugnis in der 9. Klasse doch sehr wichtig wenn man sich für eine Ausbildung bewirbt….
 
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Roger7520 Imagineer Azubi
Ein Tag, den man nicht vergessen wird, wenn man ihn bewusst miterlebt hat.

Ich hatte an dem Tag Urlaub, da ich mich auf meinen ersten Teil der Bilanzbuchhalter Prüfung vorbereitet hatte. Ich war also im Arbeitszimmer und lernte, als meine Frau aus dem Schlafzimmer zu mir kam und sagte, dass ein Flugzeug in New York abgestürzt sei. Ich sagte so etwas wie „Kann vorkommen“ und wollte eigentlich weiterlernen. Bin dann aber doch mit ins Schlafzimmer gegangen, wo der Fernseher lief und ich geschockt auf den Bildschirm schaute und nur schrie, dass ist doch das World Trade Center was brennt. Ich muss dazu sagen, ich war schon immer ein Fan von besonderen Gebäuden und das WTC war schon in meiner Kindheit sehr präsent als höchstes Gebäude zur damaligen Zeit. Spätestens durch den New York Besuch meiner Eltern im Jahre 1996 und dem tollen Bild was mein Vater von den Twin Towern gemacht hatte, was ab da im Wohnzimmer hing, war es ständig zugegen.
Ich schaute also wie in Schockstarre auf den Fernseher, setzte mich aufs Bett und konnte nicht begreifen was ich sah. In dem Moment stürzte auch der erste Turm ein. Für mich brach in diesem Moment auch was in mir zusammen. Ein Symbol was mich bis dato mein Leben lang begleitet hatte, war einfach weg. Kurze Zeit später auch der 2. Turm, ich war richtig sprachlos.
Trotzdem musste ich abends noch zu einem Kurs für den Bilanzbuchhalter. Hier gab es bei uns „Schülern“ natürlich nur ein Thema. Dann kam unser Dozent, der uns erzählte, dass sein Sohn momentan in New York sei und er ihn nicht erreichen konnte. Zum Glück stellte sich später raus, dass es ihm gut ging. Aber ihr könnt Euch vorstellen, wie die 3 Stunden „Unterricht“ verliefen.

Auch die letzten Tage waren im Internet schon die ganzen Videos von damals zu sehen und ich habe gerade die Dokumentation „September“ in der ARD gesehen. Es schockt mich immer noch die Bilder zusehen und bringt die ganzen Gefühle und Emotionen hoch. Man will sich gar nicht vorstellen, wie es den Menschen erging, die an den Fenstern standen und um Hilfe gewunken haben, oder so verzweifelt waren, dann in den Tod zu springen. Einfach bis heute ein schreckliches Ereignis.

Danke für Deinen Beitrag Torsten.
 
Oma Duck Fan Besucht die Disney University
Zur Stadt New York hatte ich schon immer eine gewisse Bindung. Bereits als junger Mensch war die Stadt das Ziel meiner Träume.

1994 war es soweit. Mit 21 Jahren durfte ich mit meinem Papa diesen aufregenden Ort besuchen.
4 Jahre später dann mit meinem jetzigen Mann. Beide Reisen haben sich in mein Gedächtnis gebrannt und selbstverständlich haben wir jeweils die Twin Towers besucht.

11. September 2001: mein Kleiner war knapp 1 Jahr alt und hat am Nachmittag die Fernbedienung des Fernsehers zu fassen bekommen und versehentlich eingeschaltet. Das Wetter bot sich nicht unbedingt für Spielplatz oder einen Spaziergang an, weshalb wir den Tag ausnahmsweise in der Wohnung verbrachten.

Nun, da der Fernseher jetzt ja ohnehin schon lief, wollte ich mal kurz durch zappen und habe auf die Taste 1 gedrückt. Ulrich Wickert war zu sehen, im Hintergrund eine Szene von New York im apokalyptischen Zustand.
Zuerst war ich genervt, weil ich an einen neuen Film aus Hollywood glaubte.

Als ich dann realisiert hatte, dass es sich wirklich um Nachrichten handelt, lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Das tut es bis heute, wenn ich daran denke. Und ich war wütend. Wütend und zugleich tiefst entsetzt!

Daraufhin habe ich meinen Papa angerufen und ihm gesagt, er soll den Fernseher einschalten. In New York ist etwas Fürchterliches passiert. Er konnte es genauso kaum glauben, wie ich. Vermutlich haben wir beide am Telefon geweint.

Danach rief ich bei meinem Mann im Büro an, was ich äußerst selten tat. Die wußten davon noch gar nichts.
Den restlichen Tag habe ich bis weit in die Nacht am TV verbracht, um keine Information zu verpassen und dieser Stadt und den Menschen nahe sein zu können. Grausam, was an diesem Tag passiert ist und die Erinnerung daran ist bei mir noch äußerst lebendig. Ich werde diesen Tag nie vergessen!!!

Zeitsprrung: meine Tochter äußerte mal irgendwann den Wunsch New York zu besuchen. Das war für mich fast schon eine Verpflichtung. Vor 4 Jahren konnte ich die Reise finanziell stemmen und es ging für uns im September in diese Stadt.
9/11 war unser letzter richtiger Tag. Ich habe extra einen Tag drangehängt, weil ich an diesem Datum keinen Flieger besteigen wollte. Um Ground Zero habe ich aber einen großen Bogen gemacht. In der Subway sind uns gegen Abend jedoch Menschen begegnet die eindeutig zum Gedenktag dort waren. Allein das hat mich emotional aufgewühlt.

Es ist jetzt ziemlich viel Text aber eines muss ich trotzdem noch loswerden.
In der Nähe der Twin Towers war 1994 eine Skulptur von einem sitzenden Mann, der in seinen Aktenkoffer schaut. Davon habe ich ein Foto, wie ich lässig neben ihm sitze.
Nach den Anschlägen habe ich mir ein Buch gekauft, worin diese Skulptur abgebildet ist vollkommen übersät von Asche und Schutt.
Als ich 2022 wieder in New York war habe ich mir zur Aufgabe gemacht, diese Skulptur wiederzufinden um ein Foto zu machen. Es ist mir gelungen und ich habe dabei eine Frau getroffen, die diesen Tag erlebt hat. Mittendrin, denn ihr Arbeitsplatz war an der Südspitze Manhattans.
Gänsehautmoment...
 
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