Mittlerweile war es hell geworden. Alles war grau und neblig. Ein Parkplatz nahe des Eingangs war schnell gefunden. Das Sicherheitssystem habe ich bis zum letzten Tag nicht verstanden. Ich ließ unaufgefordert unsere Koffer durchleuchten, die Rucksäcke wollten sie aber nicht haben. Ein andermal musste ich sogar meinen Stoffbeutel, den ich aus dem Auto geholt hatte, durchs Röntgen schieben. Und wieder ein anderes mal ging ich einfach vorbei...
Es war nicht viel los. Wir kamen direkt an eine sehr nette CM, die uns willkommen hieß, alles erklärte und uns die heiligen Magic Pässe und den Coupon für den PhotoPass aushändigte. Keine 5 Minuten später stand ich schon in der Bay Boutique und ließ mir den PhotoPass noch einmal erklären. Riesen Lob an den tollen Cast Member dort! Ich bat ihn, es mir auf Französisch zu erklären und er sprach so angenehm langsam und deutlich, dass ich super mitkam. Meine Mutter war schon im Shoppingfieber versunken. "Kuck' mal, das Sweatshirt da (lila Spiritjersey) und das T-Shirt (weißes 30er Shirt) und oooooh, kuck' mal, der ist ja toll! (Figur von Herrn von Unruh)". Wir hatten ja zum Glück noch reichlich Zeit zum Shoppen. Ich wollte jetzt erstmal los in die Parks. Endlich wirklich ankommen. Das Disneyland Hotel und die Main Station sehen. Und als erstes den absoluten Liebling meiner Mama treffen, Winnie Pooh.
Es war gerade erst ein paar Minuten nach 8. Wir würden wunderbar zur EMH am Park sein. Endlich ging es mit der Laune bergauf. Und im Hintergrund kicherte der Ischias leise vor sich hin...
Zum EMH im Park sein, schonmal ein paar Fotos machen und dann bei Winnie Pooh anstellen. So war der Plan. Ha haha hahaha!
Vom Ausgang vom Hotel am See bis zum Eingang des Disneyland Parks brauchten wir eine geschlagene Stunde! Meine Mutter lief wirklich ultralangsam (mein Vater hätte früher gesagt: "Wenn ich noch langsamer laufe, falle ich um!"). Sie musste immer wieder stehen bleiben und sich dehnen, weil der blöde Nerv einfach klemmte und das halbe Bein kribbelte. Meine trödelnden Kinder kann ich wenigstens scheuchen und zur Eile antreiben. Mit meiner Mutter ging das nicht. Ich also daneben, wie das Rennpferd in der Startbox. Schnaubend und scharrend, sah ich vor meinem geistigen Auge die Warteschlange am Eingang und bei Winnie Pooh immer länger werden; "vers l'infini et au-dela". Aber ich riss mich zusammen. Wir hatten ganze 5 Tage; genug Zeit für alles. Und die nächsten Tage würde es ja bestimmt auch besser werden mit Mamas Rücken.
Da meine Mutter ja im Winnie Pooh Bounding unterwegs war entschlossen wir uns, die Mäntel für das kurze Treffen und die Fotos auszuziehen. Es tat so gut den knuddeligen Bären wieder zu umarmen. Ich holte ein Autogramm für meine Kids, wir plauderten kurz mit Gesten und auch meine Mama hatte sichtlich Freude daran. Die CM filmte mit meinem Handy und machte gleichzeitig noch ein paar Fotos. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass mein Handy das kann. Wir ließen natürlich auch von der Fotografin Fotos machen und im Anschluss gab ich Winnie Pooh ein paar Gummibärchen als kleines Geschenk. Auch die beiden CM und die Fotografin bekamen welche und freuten sich riesig darüber (oder taten zumindest so; wahrscheinlich zählte hier die Geste mehr, als das eigentliche Geschenk).
Wir gingen kurz in die Liberty Arcade, um uns zu sortieren, die Jacken wieder anzuziehen usw. Dann war es Zeit für den ersten "offiziellen Gang". Wir gingen nochmal zurück zum Eingang und ich zeigte meiner Mutter die Deko an der Main Station, die "Blumen" (ich kann mir nicht merken, was für ein Kraut das ist), die große 30, die Weihnachtsbäumchen, die Buntglasfenster. Und meine Mutter setzte zu einem "Schwank aus ihrer Jugend" an; irgendwas über eine Klassenfahrt mit einer Dampfeisenbahn in Garmisch-Partenkirchen Anno upzig. Puh! Sie war eindeutig Null bei der Sache. Wir gingen unter der MainStation durch und begrüßten Mickey und Minnie die gerade in dem Moment aus dem Backstage auf den Balkon gelaufen kamen.
Das innere des Schlosses würden wir uns am Nachmittag ansehen, aber es blieb noch Zeit für einen Besuch beim Drachen. Nachdem meine Mutter fertig geschimpft hatte, wie dunkel es doch in der Höhle war (ja, Höhle halt!), zeigte sie sich doch sehr beeindruckt von dem fauchenden Tier. Endlich mal eine Reaktion von ihr. Wir nahmen einen anderen Ausgang und landeten bei Schneewittchens Brunnen, in den ich einen Wunsch hinein sang. Nun war es 11 Uhr und wir wollten uns die geballte Ladung Weihnachten geben. In etwas mehr als einer halben Stunde würde "Let's sing Christmas" im Videopolis Theater starten. Wir schlichen Richtung Discoveryland und reihten uns in die Schlange ein...
Nun hatten wir eine Weile gesessen, was den Ischias meiner Mutter zu neuen Höhen auflaufen ließ. Wir schlugen den kürzesten Weg am Plaza Gardens vorbei ein, wo Stitch gerade ein Kind entführte. Er, die Eltern und umstehenden Cast Member fanden es äußerst witzig, aber das kleine Mädchen blickte doch recht erschrocken drein, als Stitch es bei der Hand packte und davon lief. Als Mutter fand ich das leicht grenzwertig. Gegenüber bei Casey's Corner trieben Chip und Dale ihren Schabernack mit den Gästen. Die Warteschlange war auch hier noch sehr lang, obwohl sie schon geschlossen war.
Sofort, als der Wagen vorbei war, drehten wir uns um und betraten das Restaurant. Das war auch gut so, denn hinter uns kam sofort eine lange Schlange zusammen. Offenbar war allen nach der Calvacade eingefallen, dass sie Hunger hatten. Der Cast Member jonglierte mit Sitzplan und Telefon. Wir wurden direkt nach oben gebeten, wo uns Clement, unser Cast Member erwartete. Er dachte zuerst ich sei alleine, aber meine Mutter kam dann doch noch hinter mir die Treppe hoch. Der Raum unten war so vollgestopft gewesen, dass zum Aufzug kein Durchkommen gewesen war. Er gab uns einen schönen Platz; leider nicht am Fenster, aber immerhin mit "Fernblick" auf die MainStreet. Das Menü war schnell ausgewählt; wir nahmen dasselbe: Maissuppe, Chili con Carne und das Geburtstagsdessert in der Weihnachtsversion. Und ich lernte, dass ich unsere Getränke künftig nicht nur "sans sucre", sondern auch direkt "sans glace" bestellen sollte, brrrr.
Die Getränke kamen sehr schnell und auch die Suppe ließ kaum auf sich warten. Durch das Eingießen in den Teller war sie leider nur noch etwas weniger als lauwarm. Gerade in dieser Jahreszeit sehnte man sich ja doch nach was warmem im Bauch. Trotzdem schmeckte sie sehr sehr lecker und das geräucherte Popcorn und das Pastrami gab dem ganzen einen interessanten Touch. Wir hatten kaum ausgelöffelt, da verschwanden die Teller schon und das Hauptgericht wurde gebracht. Das Chili war alles, was die Suppe nicht gewesen war; heiß!!! Selbst mit Serviette war das dosenförmige Gefäß kaum anzufassen und wir hatten etwas Mühe das Chili auf unsere Teller zu bekommen. Aber auch hier war alles sehr sehr lecker, allerdings fast etwas zu scharf für meine Mami. Sie mischte das Chili mit der Creme fraîche und dann war es essbar, aber ihr Magen trug es ihr den Rest des Tages nach. Vor dem Fenster flogen Peter Pan und Maleficent Drachi vorbei. Stars on Parade war in vollem Gange. Wie gerne hätte ich einen Fensterplatz gehabt. So versuchte ich wenigstens ein wenig zu sehen, ohne die Leute am Fenster zu sehr mit meinen Blicken beim Essen zu stören. Die hoben nicht einmal den Blick vom Teller und achteten gar nicht auf die Parade; schon ungerecht.
Auch das Dessert war sehr lecker, fruchtig, nicht zu süß. Die Portionen waren für uns genau richtig gewesen. Wir waren angenehm satt, aber nicht komplett überfressen. Clement kam schnell mit der Rechnung und das ist der einzige Punkt, den ich ihm ankreiden könnte. Anders als die Vollzahler am Nebentisch fragte er uns nicht, ob wir einen Kaffee zum Dessert wünschten. Kommt bei Meal Plan wohl nicht oft vor, dass die Leute etwas on top bestellen. So sprach ich ihn nochmals an und bestellte meiner Mutter einen Milchkaffee. Sein Trinkgeld hatte er sich redlich verdient und er verabschiedete uns freudestrahlend. Wir traten hinaus auf die Main Street und es... regnete!
Aber was sollte es schon. Es regnete und ein Besuch beim Chef war ja wohl oberste Pflicht. Wir waren ganz froh im Trockenen und Windstillen zu sein; es pustete nämlich auch ganz fürchterlich draußen. Wir hatten ungefähr 20 Minuten gestanden und die Classic Cartoons angeschaut, da kam der Satz, den ich auch von meinen Kindern nicht anders erwartet hätte: "Ich muss mal aufs Kloohooo!" Wir erörterten kurz die Dringlichkeit und unsere Chancen, dass die Wartezeit wohl doch kürzer als veranschlagt sein könnte, dann traten wir den Rückzug an. Wir würden Mittwoch gleich in aller Frühe wiederkommen und somit hoffentlich eine noch größere Wartezeit umgehen. Wir suchten mein Lieblingsörtchen auf; direkt neben "Meet Mickey" und der Toad Hall. Hier war es irgendwie immer leer und sauber. Dagegen hatten die 2 Kabinen im Walt's ausgesehen wie das letzte Bahnhofsklo.
Was nun? Ich checkte die App und wir beschlossen gemeinsam ein paar Rides von der ToDo-Liste zu streichen. Als erstes sollte es das heimliche Gruselkabinett sein - Blanche Neige et le Sept Nains. Die Wartesituation war etwas unübersichtlich, da vor der Attraktion noch immer die Bauzäune standen und man so nicht ins Innere schauen konnte, aber wir brauchten nur ca. 5 Minuten draußen zu warten, dann kamen wir schon unters Dach und standen im Trockenen. Es zickte und zackte, bis uns ganz schwummrig war. Und plötzlich saßen wir auch schon in der Bahn, weil sie noch 2 Leute zum Füllen brauchten. Die Fahrt insgesamt, und da muss ich meiner Mami Recht geben, geht viel zu schnell. Man kommt gar nicht dazu sich wirklich umzusehen. Alles saust an einem vorbei. Im Finsterwald blieben wir aber plötzlich stecken und es ging nur immer wieder ein ganz kurzes Stückchen voran. Zumindest hier konnten wir uns dann in Ruhe einmal alles ansehen.
Als nächstes überredete ich Mama noch zu einer Runde auf Lancelots Karussell. Sie hatte zunächst Bedenken, also schauten wir ein paar Runden zu und als sie merkte, dass es sich wirklich nicht so schnell drehte und sie auch in einer der Kutschen Platz nehmen konnte, war sie einverstanden. Es war quasi ein Walk-on. Ich setzte mich auf ein Pferd ein Stück vor ihr und wir trabten von dannen. Es machte wirklich Spaß und auch sie meinte, solange die immer den Blick nach vorne gerichtet hielt, wäre es ganz gut gegangen. Noch einmal wollte sie aber lieber nicht fahren. Das Wetter gab noch immer alles um uns zu vergraulen. Regen, Windböen, pfui Teufel! Nichts wie ab ins Schloß.
Wir durchstöberten gemeinsam den Weihnachtsladen. In der Weihnachtssaison ist das natürlich nicht ganz so ulkig wie im Hochsommer. Auch fanden wir nichts, was uns besonders gut gefallen hätte. Einige Ornamente fand ich schon schön, aber da bräuchte man meiner Meinung nach schon mehrere davon und damit würde es wieder unverschämt teuer. Meiner Mutter gefiel der Türkranz besonders, aber für 50 Euro entschied sie, dass sie ihn sich auch für nächstes Jahr so oder so ähnlich gut selber nähen konnte. Wir erklommen noch die Galerie von Dornröschen und hörten den Wachen beim Schnarchen zu. Diesmal hatte ich genug Zeit mir in Ruhe die tollen Buntglasfenster anzusehen. Einfach wunderschön.
Langsam und gemütlich machten wir uns auf den Weg in Richtung Abendessen. Wir hatten im Manhattan Restaurant reserviert und ich wollte mir dort vorher noch in Ruhe das Hotel ein wenig ansehen. Nach dem langen Tag waren wir beide nicht mehr die allerbesten zu Fuß und so passte es zeitlich eigentlich ganz gut. Die erste Weihnachtsdeko war auch schon auf dem Platz vor dem Hotel gelandet; riesige Christbaumkugeln mit Iron Man und Groot. Insgesamt könnte ich mir schon vorstellen einmal im Hotel New York zu übernachten. Hat schon einen gewissen Cool-Faktor. Aber denselben heimeligen Wow-Effekt, wie das Newport Bay Club hatte es jetzt nicht. Mich störte schon nach wenigen Augenblicken die riesige LED-Wand hinter der Rezeption; die armen CM, die den ganzen Tag davor arbeiten müssen. Es war auch einfach alles zu clean, cool und eckig. Aber wir waren ja zum Essen da.
Wir bekamen einen schönen Tisch in einer Ecke, sodass wir nicht dauernd die Leute an uns vorbeilaufen hatten. Zunächst waren wir etwas irritiert; eine CM brachte uns zum Tisch, einer nahm die Bestellung auf, ein anderer brachte die Getränke, wieder ein anderer die Vorspeise und so ging das bis zum Hauptgericht. Diesmal waren wir uns so gar nicht einig gewesen bei der Auswahl der Gerichte. Meine Mutter probierte den Parmaschinken, während ich mir die Burata Pugliese schmecken ließ. Sehr sehr lecker, allerdings für diese Jahreszeit weniger geeignet.
Der Käse war dermaßen kalt, dass ich nach der Hälfte schon dachte meine Zunge würde mir bald am Gaumen festfrieren. Eine warme Suppe wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Als Hauptgang hatte ich die Lasagne und die ist ja bekanntlich immer ewig heiß. So wurde mir langsam wieder warm. Meine Mutter ließ sich den Fisch mit dem Zitronenkompott schmecken. Zum Nachtisch setzte ich auf den Cannolo Siciliano, der angenehm herb und dadurch nicht so süß war. Leider kam er mir durch die geringe Süße aber etwas trocken vor und wurde beim Kauen immer mehr im Mund. Meine Mami blieb beim Motto "sauer macht lustig" und bestellte sich den Baba al Limoncello und hatte damit nochmal eine ordentliche Portion vor sich...
Am See pfiff der kalte Wind ordentlich und ich vereinbarte mit meiner Mama, dass ich schon einmal zu unserem Hotel vorlaufen würde. So konnte sie gemütlich, in ihrem Tempo den Weg an der Lodge vorbei nehmen und ich konnte endlich meine Glieder mal etwas in Schwung bringen. Wenn man den ganzen Tag so langsam durch die Gegend tippelt, finde ich das fast noch anstrengender, als zügig irgendwohin zu laufen.
Ich ließ an der Rezeption also schonmal unsere Zimmernummer auf die Magicpässe laden, holte unsere Monopoly Spiele aus der Boutique ab und die Koffer aus der Gepäckaufbewahrung. Und da war meine Mami auch schon. Jetzt wurde es nochmal spannend. Wo lag unser Zimmer? Wieviele Kilometer mussten wir noch die endlosen Gänge entlang laufen; und das jetzt jeden Morgen und Abend? Gar keine. Wir liefen aus dem Aufzug im 5. Stock, zwei Mal rechts und standen direkt vor unserer Tür. Jackpot! Ich gebe zu, in der ersten Nacht hörte ich den Aufzug noch ab und zu, aber ab der 2. Nacht lag ich sowieso sofort im Koma, sobald mein Kopf das Kissen berührte. Wir hatten einen niedlichen kleinen Balkon, der hinaus auf den Haupteingang und Parkplatz ging; unter uns links war direkt die Gepäckaufbewahrung. Ob ich da am Freitag früh einfach unsere Sachen runterschmeißen könnte?
Wir hatten beide sehr gut geschlafen und kamen, wenn ich es mal mit den folgenden Tagen vergleiche, recht einfach aus dem Bett. Anders als zu Hause verfluchte ich meinen Wecker mal nicht; schließlich lag ein toller neuer Disney-Tag vor uns. Und dann kam meine Mutter aus dem Bad; bleich wie ein Gespenst und ließ sich auf die Bettkante fallen. Ihr sei gar nicht gut, ihr Herz rase und ihr sei übel. Ich packte sie wieder ins Bett und strich im Kopf schonmal die Pläne für diesen Tag. Ausgerechnet heute hatte ich vorgehabt ihr die Studios zu zeigen und mir den neuen Avengers Campus anzusehen. Gegen 8 Uhr weckte ich sie wieder, denn ich hatte langsam Hunger und wollte in die Gänge kommen. Es gehe ihr schon etwas besser, aber essen wolle sie nichts. Ich solle doch schonmal zum Frühstück gehen. Einen Wasserkocher hatten wir im Zimmer und so machte ich ihr noch schnell einen Kamillentee und fuhr dann alleine nach unten.
Da das Hotel sehr voll war, nutzten die Cast Member alle verfügbaren Räume und ich hatte das Glück im Yacht Club einen kleinen Tisch für mich zu bekommen. Rechts und links neben mir saßen Familien mit kleinen Kindern und so hatte ich zwischen Kindergeschrei und fliegenden Toastscheiben schon fast das "Zu Hause-Gefühl". Ich hatte mir gerade den Kaffee geholt, da kam die Durchsage, dass die Parks nun öffneten, man solle sich beeilen. Haahaa. Der Zug war sowieso schon abgefahren; Crush's Coaster konnte/wollte ich mit meinem Zahn sowieso nicht fahren und für alles andere hatten wir nach diesem ja noch weitere 3 volle Tage! Ich ließ es mir erstmal schmecken. Es war alles da, was das Herz begehrte, aber für 28 Euro (wenn man es extra bezahlt hätte) war es absolut nicht angemessen. Da spielt dann eben auch die Bequemlichkeit eine Rolle, man kann direkt am Hotel frühstücken und muss nicht im Village oder den Parks etwas suchen.
Als ich zurück aufs Zimmer kam war meine Mutter wach und es ging ihr noch etwas besser. Ich hatte ihr ein paar Scheiben Knäckebrot stibitzt. Wir besprachen, wie wir den Tag nun gestalten wollten. Sie meinte, ich solle doch ohne sie erstmal losziehen und die Sachen fahren, bei denen sie sowieso nicht mitmachen hätte können. Sie würde noch ein wenig liegen bleiben und später zum Mittagessen in die Studios kommen. Per WhatsApp könnten wir ja in Verbindung bleiben. So war es wohl am optimalsten für alle Beteiligten. Ich erklärte ihr noch einmal grob den Weg in die Studios, aber sie hatte ja auch die App auf dem Handy und die Parkpläne hatte ich ihr schon vor Monaten geschickt. Das würde schon klappen. Ich zog mich also an und zog los in Richtung Studios. Ich war noch keine 5 Schritte aus dem Hotel raus, da merkte ich, dass es regnete. Und nicht zu wenig, es stürmte auch noch ordentlich dazu.
Pfui bäh! Ich kramte erstmal die Regenüberjacke aus dem Rucksack und zog sie mit Hilfe einer vorbeilaufenden Frau über Jacke und auch Rucksack, damit alles so geschützt wie möglich war. Was sollte ich jetzt machen? Parachute Drop und RC Racer bei dem Wetter, iiiih nein! Es war 9:20 Uhr als ich durch's Tor der Studios ging. Immerhin die EMH noch angekratzt. Auf der linken Seite unter dem Vordach des Shops standen ein paar wenige Leute, die wohl in 10 Minuten Santa Goofy treffen wollten. Auja, das würde Spaß machen. Im Sommer war er ja schon so lustig gewesen und hatte ein wenig mein Herz gestohlen. Ich parkte mich mit unter das Dach in die Reihe, geschätzte 5 Gruppen vor mir, sollte das auch nicht allzulange dauern.
Ich konnte gerade noch meine Regenjacke abwerfen und dem Fotografen den PhotoPass geben, da rangelten Goofy und Pluto schon darum, wer mir als erstes um den Hals fallen dürfte. Goofy gewann und Pluto zog sich etwas zurück. Nach einem ultrafesten Knuddler entdeckte Goofy das Autogrammbuch in meiner Hand und wollte sich darin verewigen. Seine Unterschrift hatte ich aber im Sommer schon bekommen, also sagte ich ihm, dass diesmal nur Pluto unterschreiben durfte. Da wurde er beleidigt und als ich ihm seine Unterschrift zeigte, zog er den Kugelschreiber aus dem Buch und wollte verhindern, dass Pluto ihn bekommen sollte. Er schmiss ihn einmal quer über die Fotolocation, aber seine begleitende CM fing ihn in der Luft auf.
Pluto setzte sein Autogramm und Goofy verdrückte sich auf die Fensterbank des Shops, wo er sich hinsetzte und... ja, was eigentlich? Ich kann es auch auf dem Video nicht richtig deuten. Schaut es Euch später mal an und sagt mir, ob er weint oder eher Pluto auslacht...
Nun wollte ich ja nicht, dass er sauer mit mir oder traurig war. Die CM rief ihn gerade wieder zurück, also zückte ich ein Päckchen Gummibären als Versöhnungsangebot aus meiner Manteltasche. Er sah sie nicht sofort, aber als er es tat, ging die Rakete ab. Er rannte und hüpfte über die gesamte Location, riss mir das Päckchen aus der Hand und wollte es sich direkt mit Stumpf und Stil (Plastik) in den Mund stopfen. Die CM eilte herbei und versuchte ihn vor dem Zuckerschock zu bewahren. Sie nahm ihm das Päckchen ab und versprach ihm, es für später aufzubewahren. Pluto kam an und bekam natürlich auch ein Päckchen Haribos. Goofy wollte mir auch dieses aus der Hand reißen. Gerangel; ich, Goofy, Pluto und die CM, aber sie schaffte es beide Päckchen in Sicherheit zu bringen. Goofy drückte mich halb zu Brei und Pluto ließ sich die Schnauze kraulen.
Drinnen war es auch nicht gerade warm, aber zumindest der Wind war abgestellt. Ich sog die Stimmung in mich auf und blickte mich ein wenig um. Wie schade, dass das Theater im Moment nicht für Shows genutzt wird, aber evtl. wird dort ja die neue Show kommen, die für nächstes Jahr angekündigt ist. Auf der Bühne standen Minnie und Donald in tollen Outfits vor einer schönen, weihnachtlichen Kulisse. Während ich wartete gingen die beiden sich 2x frisch machen. Sie verließen gemeinsam die Bühne und traten wirklich nur Sekunden später wieder zusammen auf. So wollte man wohl verhindern, dass die Wartezeit noch länger wurde. Die erste Familie ging zu Donald und bis sie dort fertig war, hatte Minnie nichts zu tun. Also forderte sie ihren Fotografen zu einem Tänzchen auf und die beiden walzerten über die Bühne. Sehr süß!
Kurz bevor ich dran war, durfte die nächste Gruppe herein und ich sah das Pärchen wieder hinter mir. Dann war ich dran. Ich warf schnell meine Sachen hinter dem Fotograf auf den Boden, gab ihm den PhotoPass, da stand schon Donald neben mir und geleitete ich ganz galant zu seinem Platz. So ein Gentleman. Ich bestaunte sein Outfit und er schien mein Minnie Bounding zu erkennen. Ein paar Fotos, ein paar Umarmungen. Konnte ja nicht jeder so verrückt sein wie Goofy, hihi.
Plötzlich war ich nervös. The one and only Minnie Mouse, quasi die First Lady, ist ja dann doch irgendwie nochmal was ganz anderes. Außerdem hatte ich sie noch nie getroffen. Wir begrüßten uns und auch sie bemerkte mein Outfit. Wir "sprachen" kurz und ich überreichte ihr, nachträglich zum Geburtstag und als Vorschuss für Weihnachten, ein kleines Geschenk. Eine Tüte Wiebele, eine Besonderheit aus unserer Region, ähnlich dem Russisch Brot. Die CM und der Fotograf reagierten wie Minnie auch begeistert und ich schlug ihr vor, dass sie ja später mit ihnen teilen könnte. Oder eben am Abend mit Mickey bei einem schönen romantischen Film. Auch wir machten noch Fotos und umarmten uns zum Abschied. Das war schön gewesen...
Ja, also das dazu...
Ich lotste sie durch den Eingang der Studios, zeigte ihr den Fantasia Brunnen und wir gingen durch Studio1 weiter den verkürzten Hollywood Boulevard hoch, vorbei an Buzz Lightyear und auf den Place de Rémy zu, wo die Buden des Hiver Gourmand mit ihrem Duft noch mehr Hunger machten. Wir waren bereit und sogar ein paar Minuten zu früh Chez Rémy...Auf unserer Seite befinden sich Affiliate-Links. Diese sind mit * gekennzeichnet. Wenn Du über diese Links etwas buchst oder kaufst, bekommen wir eine Provision. Für Dich wird es dadurch nicht teurer. Vielen Dank für Deine Unterstützung.
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