Lucas Museum of Narrative Art eröffnet in LA (Disneyland Anaheim)

Andrej Imagineer
Nur noch wenige Tage sind es bis zur Eröffnung:

Opening September 22, 2026​

Über fast 20 Jahre will George Lucas sein eigenes Museum eröffnen. Nach Versuchen in Chicago und San Francisco ist er in Los Angeles schlussendlich erfolgreich. Neben Stücken aus dem "Star Wars"-Universum präsentiert der Sammler auch Kunst aus völlig anderen Bereichen.

George Lucas selbst erscheint zur Vorbesichtigung seines Museums in Los Angeles. Eine Überraschung, denn der legendäre "Star Wars"-Schöpfer spricht nur selten vor Publikum. Außer, wie es scheint, es geht um sein Lieblingsprojekt: Das "Lucas Museum of Narrative Art", das am 22. September im Exposition Park in Los Angeles eröffnet wird. Das Wort "finally", also "endlich", summte am Mittwoch durch die Ausstellungshallen des fünfstöckigen Gebäudes. "Nun, es war ein langer Weg", bestätigte Lucas bei seiner Ansprache in einem der Kinosäle des Museums.

"Mittlerweile sind es etwa 17 Jahre, in denen ich aus Städten vertrieben wurde und versucht habe, dieses Projekt zu verwirklichen", sagte Lucas. Ursprünglich wurde das Museum zwei Jahre lang für Chicago geplant, und auch San Francisco war als möglicher Standort im Gespräch. Schließlich landete Lucas' Raumschiff - wie könnte es passender sein: in der US-Filmmetropole Los Angeles. Die Grundsteinlegung war 2018. "Deshalb ist das für uns ein großes Fest, denn es hat so lange gedauert, bis wir hier angekommen sind."

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Er sei es gewohnt, das Unmögliche zu verwirklichen, sagte der legendäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. "Ein Teil des Problems ist, dass ich ein Freigeist bin." Das Projekt, das Lucas selbst finanziert, sollte am Ende genau nach seinen Vorstellungen umgesetzt werden, für mehr als eine Milliarde US-Dollar. Er gründete das Museum gemeinsam mit seiner Frau, Mellody Hobson.

Lucas wolle mit dem Museum die Illustratoren feiern, die für ihre Beiträge oft zu wenig Anerkennung erhalten haben, sagte Hobson. Wenn George gefragt werde, sage er, "das Lucas Museum ist der Kunst des Volkes gewidmet".

Mehr als 40.000 Werke​

Es gibt laut Lucas "wirklich nur sehr wenige Dinge auf dieser Welt, die man ganz allein bewältigen kann". Narrative Kunst schaffe eine Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Glaubenssystem, erklärte der "Indiana Jones"-Produzent. "Und dieses gemeinsame Glaubenssystem ermöglicht es ihnen, zusammenzuarbeiten, sich nicht gegenseitig umzubringen und Dinge zu tun, die man als Einzelperson nicht schaffen kann."

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Der Eingang des Museums "Lucas Museum of Narrative Art". (Foto: picture alliance/dpa)
Unter diesem Aspekt werden auf gut 9000 Quadratmetern mehr als 40.000 Werke aus der Gründungssammlung ausgestellt. Lucas sammelt seit mehr als fünf Jahrzehnten. Die verschiedenen Galerien im 4. und 5. Stock sind aufgeteilt in Sammelbegriffe wie "Abenteuer", "Kino", "Architektur", "Fotografie", und "Science-Fiction". Darunter sind Gemälde von Frida Kahlo, Diego Rivera, Maxfield Parrish und Norman Rockwell. Es finden sich außerdem Comics (unter anderem Asterix, Tim und Struppi, Garfield und Snoopy), Manga-Zeichnungen, Filmplakate und Wandmalerei.

Zu letzterem schlich sich Banksy vor wenigen Tagen ins Museum, um Werke zu hinterlassen. So erzählte es Museumsdirektorin Tracey Bates: "Er hat ein bisschen Unordnung hinterlassen, aber es ist eine Unordnung, die wir Ihnen mit Freude zeigen." Unter anderem wird eine Version von Banksys "Girl With Balloon", das ein Mädchen und einen Ballon zeigt, auf einer frei stehenden Mauer ausgestellt.

Kino, Café, Bibliotheken und vieles mehr​

George Lucas erwähnte sein weltberühmtes Franchise mit keinem Wort, trotzdem fehlt "Star Wars" in den Galerien nicht: Die Ausstellung "Star Wars in Motion" ist dem visuellen Geschichtenerzählen des Gründers gewidmet. Dort gezeigt werden mehrere Fahrzeuge aus dem Lucas-Archiv, die in den ersten sechs Star-Wars-Filmen zu sehen waren: von Podracing über Requisiten und Kostüme bis zu Anakins Airspeeder.

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Ein Naboo-N-1-Sternjäger aus dem Film "Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung" schwebt über dem Eingang. (Foto: picture alliance/dpa/Invision)
Doch das Museum besteht nicht nur aus Galerien: Auf insgesamt knapp 28.000 Quadratmetern gibt es zwei Kinosäle, eine Bibliothek, ein Café, Veranstaltungsräume, ein Restaurant ("Skywalker Grill"), eine Dachterrasse und einen Museumsshop. Es liegt eingebettet in einen viereinhalb Hektar großen Park, der eigens für das Museum angelegt worden ist.

Erdacht hat ihn Mia Lehrer vom Studio-MLA. Hier wachsen Hunderte einheimische Pflanzen und mehr als 200 Bäume. Es gibt einen hängenden Garten über einem Amphitheater und einen wasserfallartigen Springbrunnen, der nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern auch in Hinblick auf Nachhaltigkeit die Kühlung des Gebäudes mit übernimmt.

Futuristisches Museumsdesign​

Man kommt nicht umher, beim Anblick des Museums an ferne Galaxien zu denken: Aus der Parkgarage hinaus erhebt sich zu links ein begrünter Hügel, obendrauf liegt Jabba the Hutt, eine Star-Wars-Figur, und sonnt sich, während sich hinter ihm das Museum wie ein weißes Raumschiff erhebt und ruhig zu schweben scheint. Tatsächlich ragt das organisch geformte Gebäude über die mit dem Boden verbundenen Stützpunkte hinaus, und scheint den Boden nicht zu berühren. Im Falle eines Erdbebens kann sich das riesige Schiff gut einen Meter in jede Richtung bewegen.
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Der futuristische Entwurf des Museums ist von Architekt Ma Yansong. Seine Arbeit zeichnet sich besonders durch fließende und weiche Konturen aus. "In der Natur sieht man nie gerade Linien", erklärte der chinesische Architekt. "Wir möchten, dass die Menschen dieses Gebäude aus jedem Blickwinkel entdecken, und sie sich unterschiedliche Dinge vorstellen können."

Yansong hatte sich beispielsweise von einer Wolke inspirieren lassen, "weil ihre Form sich immer verändert". Das Gebäude lasse viel Raum für die Fantasie. Das sei auch der Grundgedanke, sagt Museumsdirektorin Bates: "Wenn dieses Museum auch nur in einem einzigen jungen Geist denselben Funken der Fantasie entzündet, den George vor 50 Jahren gespürt hat, dann wird es die Mühe wert gewesen sein."

Für Disneyfans ein "Must do" (wenn man das Disneyland Anaheim) besucht.
 
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