
Aktuell wird rund um Disneyland Paris und durch einige News- und Fanseiten ein großer Hype um das Projekt "New Magic" für Disneyland Paris gemacht.

Die Rückkehr von Space Mountain zur "De la Terre a la Lune" ist ein Teil davon, die neuen Szenen bei den Rivers of the Far West ebenso und auch viele andere Attraktionen sollen aufgefrischt werden, Klassiker wieder mehr Leben bekommen, vieles wieder besser instand gesetzt werden.

Disneyland Paris selbst sagt dazu: "„Dieses ehrgeizige Programm zielt darauf ab, das Besuchererlebnis zu verbessern und die klassischen Attraktionen aufzufrischen, um Gäste aller Altersgruppen zu überraschen und zu begeistern.“

Das hört sich doch alles erst einmal richtig toll an, oder?

Aber kommt uns das nicht alles auch irgendwie furchtbar bekannt vor? Erinnert das nicht alles eklatant an das Project Sparkle, das vor etwas mehr als 10 Jahren ausgerufen wurde, um das Resort für den 25. Geburtstag (und die Zeit danach) wieder so strahlen zu lassen, wie es das 1992 tat?

Was wurde damals nicht alles renoviert? Quasi die komplette Main Street, etliche Attraktionen wie Small World, Peter Pan, Pirates of the Caribbean, Big Thunder Mountain, die Geysire bei den Rivers of the Far West (die gerade neue Szenen bekommen haben), Fort Comstock (um das herum gerade auch wieder Bauzäune gestellt wurden) der komplette Newport Bay Club und vieles mehr.

Und das war bei Leibe nicht die erste Welle dieser Art, die dem Resort neuen oder alten Glanz (wieder)geben wollte. Andere mögen nicht so intensiv gewesen und nicht so plakativ beworben worden sein.

Wer sich heute aber den Newport Bay Club anschaut, der weiß, dass dieser schon bald nach der damaligen Renovierung wieder schlimm aussah, insbesondere von außen. Schaut mal auf die vermoste Fassade, auf zerrissene Markisen etc.

Und genauso gilt das für viele andere Stellen im Resort, die aufwändig renoviert werden und schon bald wieder voller Schäden sind. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Brücke zum Schloss.

Das zeigt den Kern des Problems und der ist nicht, dass es in Disneyland Paris nicht genug solche großen Renovierungen oder Auffrischungen geben würde. Der Kern des Problems ist, dass diese so umfassenden Renovierungen schon wieder nötig sind, eigentlich an vielen Stellen schon längst wieder überfällig sind, oftmals schon seit Jahren und schon seit nur wenigen Jahren nach den letzten Arbeiten, die viel mehr Sanierungen als nur Renovierungen waren.

Der Kern des Problems liegt darin, dass es einfach an kontinuierlicher Instandhaltung mangelt, dass man es immer wieder soweit kommen lässt, dass groß renoviert, statt normal instandgehalten werden muss, dass sogar eher saniert, statt renoviert werden muss.
Statt dauerhaft dran zu bleiben, wird immer so lange gewartet, bis es gar nicht mehr anders geht, als komplett zu sanieren - und das wird dann unter einem griffigen Namen als tolle Phase, die alles besser macht, vermarktet. Ob man sie nun Sparkle oder New Magic nennt. Aber kein Sparkle, kein New Magic dieser Welt macht etwas besser, wenn man nicht mal am Kern des Problems arbeitet.

Wer eine dicke rosa-rote Brille trägt, mag das schönreden oder Ausreden finden. Schuld seien die Gäste (die nur mit einem Bruchteil der problematischen Stelle überhaupt in Kontakt kommen), Schuld seien die klimatischen Bedingungen (die in anderen Disney Resorts ohne solche wiederkehrenden Probleme oftmals viel schlimmer für Materialien sind) oder sonst etwas.
Aber das ist einfach falsch: Grund ist die Politik des Vernachlässigens bis nichts mehr ohne Sanierung geht. Und so lange diese Politik sich nicht ändert, bringen auch nette Namen wie Sparkle, New Magic oder beim nächsten Mal vielleicht Relight the Fire oder was weiß ich was nichts.

Am Ende sind wiederholte große Sanierungen auch teurer in Summe, als kontinuierliche Instandhaltung es gewesen wäre - und auch viel störender für Gäste, denn sie bedeuten auch viel längere Phasen mit viel mehr Bauzäunen überall.