Heide Park Soltau | Arbeiten im Disneyland Paris

Es geht weiter! Damit also zurück in den EHEC-Frühling 2011, der jetzt eigentlich schon Sommer ist – und damit zu Teil 5 von:
Wie man sich besser NICHT bei Disney bewirbt – eine französische Tragödie in vielen Teilen
Ich werde mal versuchen, chronologisch und geordnet zu bleiben, damit es verständlich bleibt – denn ab hier wurde es etwas chaotisch…
Sicher auch weil mir bei dem ganzen Hin und Her die Orientierung ein wenig verloren gegangen ist…

Abstecher in den Heide Park

Um es kurz zu machen: Ich habe beim Heide Park zugesagt! Erstens, da ich aktuell keine weitere (interessante) Alternative hatte und zweitens, weil ich nun so langsam auch mal meinen Wohn- und Arbeitsort ab 1. September wissen wollte. Denn noch einmal zur Erinnerung: Unsere Wohnung in Berlin war ja bereits gekündigt. Selbst wenn wir also in Berlin bleiben würden, müssten wir uns so langsam nach etwas Neuem umsehen.

Ich konnte aber gleichzeitig mit Disney auch nicht ganz abschließen. Konnte es wirklich sein, dass es einfach nicht für uns möglich ist? Ist das wirklich „Disney“, dass man nicht einmal eine Antwort auf seine E-Mails erhält…? Ich war enttäuscht, traurig und konnte das alles gleichzeitig noch gar nicht richtig wahrhaben. Irgendwie denke ich auch, dass ich in Soltau zugesagt habe, weil mich das ein wenig über die Disney-Absage hinweggetröstet hat…

Nun hatte ich also zugesagt – war mir aber keinesfalls sicher, dass das wirklich das Richtige sei. Glücklicherweise verschickt die dortige Personalabteilung grundsätzlich keine Arbeitsverträge – ich musste also (auf meine eigenen Kosten!) noch einmal mit dem Zug (da wir kein Auto haben) von Berlin bis durch die Heide tuckeln, um meinen Arbeitsvertrag vor Ort unterschreiben zu können. Nochmal drüber schlafen? Fehlanzeige! Friss oder stirb… Ich möchte auf keinen Fall etwas Negatives über dieses Unternehmen in die Öffentlichkeit stellen… Selbstverständlich steht es aber jedem offen, sich seine Meinung hierzu zu bilden. An der Stelle werfe ich jetzt auch mal ein: Bitte habt Verständnis dafür, dass ich jetzt hier im Zusammenhang noch nicht meinen richtigen Namen hinschreibe. Alle Beiträge sind ja auch „von außen“ sichtbar und ich habe irgendwie immer noch Angst, dass die Kollegen aus Soltau mit ihren Anwälten (oder vielleicht auch mit ihren Live-Erschreckern!) vor unserer Tür stehen.

Da ich mir also sehr unsicher war und noch Zeit gewinnen wollte, versuchte ich, die nächste Reise in die Heide zur Vertragsunterzeichnung noch ein wenig herauszuzögern, um mir ein wenig klarer darüber zu werden – vor allem auch mit meiner Freundin – ob wir uns einen Umzug nach Soltau vorstellen könnten. Um uns einen besseren Eindruck zu verschaffen, sind wir dann einfach mal hingefahren. Wir hatten eine Kapitänskajüte im Port Royal gebucht und ich muss sagen – Respekt, das Hotel hat mich echt überzeugt! Toll auch, dass es abends an der Bar ohne Aufpreis immer eine richtige Variété-Show gibt, die man von der oberen Ebene aus dem Restaurant aus sogar beim Essen genießen kann, wenn man einen guten Platz erwischt…. Aber gut, ich erspare Euch jetzt einen Heide Park-Reisebericht, denn die Geschichte ist leider immer noch lang genug.

Unser Ausflug und unsere Erlebnisse dieses Wochenendes sprachen jedenfalls „pro“ Heide – die Qualität des Hotels und mancher Attraktionen hatte mich durchaus ansatzweise überzeugt. Dass hingegen so manch andere Attraktion oder gar die Parkgastronomie im Grunde genommen eine blanke Katastrophe sind (wenn man mit Disney-Niveau vergleicht) schreibe ich zur Korrektur aber auch gleich mal hinterher!
Ist natürlich nur meine Meinung… bitte nicht übelnehmen.

Ein Job bei Disney – ein Gedanke, der sich nicht verdrängen lässt

Aber auch mit Disney wollte ich es noch nicht auf sich beruhen lassen. Denn bei Stepstone hatte ich eine Stellenausschreibung von Disneyland Paris auf deutsch (!) gefunden, in der deutsch-französische, zweisprachige Mitarbeiter für die telefonische Reservierungszentrale gesucht wurden (An dieser Stelle: Hallo lieber Eddy… der meine Freundin natürlich schon im Park entdeckt hat!!! Eventuell wären wir also direkte Kollegen geworden – ich hoffe wir hören oder sehen uns irgendwann mal!). Objektiv war mein Französisch für einen Telefonjob zwar wahrscheinlich zu schlecht… aber einen Versuch war es doch immerhin wert (wenn man nur eine Absage in der Hand hat, hat man ja eigentlich nichts mehr zu verlieren, oder nicht?). Immerhin hatte ich – leider – mehr als ausreichend viel Call-Center Erfahrung, die mir für diesen Job sicherlich ein wenig hilfreich sein würde. Also noch einmal die Bewerbungsunterlagen fertig gemacht und auf der Online-Bewerbungsseite www.disneylandparis-casting.com auch noch für diesen Job beworben. Und einmal wieder die Standard-Mail erhalten, dass meine Unterlagen nun geprüft würden… und, dass wenn ich bis in 3 Wochen nichts gehört habe, ich davon ausgehen muss, dass ich leider abgelehnt worden bin.

3 Wochen später: Natürlich habe ich keine Nachricht und keinen Anruf mehr von Disneyland Paris zu diesem Job erhalten. Eine Mail-Nachfrage bei Stefan, der ja immerhin Teamleader in diesem Bereich war, blieb diesmal leider auch unbeantwortet… ich bin aber auch eine penetrante Nervensäge! Ein bisschen peinlich war es mir irgendwie auch, dass ich mich mit den ganzen NEINs von Disney nicht abgeben wollte.

Soltau, Paris – was denn nun?

Ein Wochenende später waren meine Freundin und ich einmal wieder in Soltau, um uns dort Wohnungen anzuschauen. Und ich kann wirklich aus vollster Überzeugung sagen: Es gibt nicht viele schöne Wohnungen in Soltau! Eine war dann aber trotzdem dabei, die uns richtig gut gefallen hatte. Komplett neu, am Stadtpark… in einer etwas gehobenen Residenz (und dennoch zum Soltau-Preis) mit Blick auf einen kleinen See… So langsam hatten wir uns auch beide schon mit einem Umzug Ende August nach Soltau angefreundet. „Irgendwie kann man es sich doch überall schön machen“ und so… Der einen Wohnung, die uns wirklich gefallen hatte, wollten wir deshalb auch sofort zusagen. Gesagt, getan: Direkt nach dem Wochenende rief ich den Vermieter an und bekräftigte unser Interesse. Dieser freute sich, meinte aber es gebe noch einen Interessenten, der sich als allererstes gemeldet habe, und diesem müsste er zumindest noch die Gelegenheit geben, die Wohnung noch anzuschauen… Er würde sich aber im Laufe der Woche noch einmal bei mir melden. Na gut, warten kannte ich nun ja schon.

Disney konnte ich natürlich trotzdem nicht ruhen lassen! In einem schwachen Moment an einem sehr ruhigen Tag im Büro griff ich einmal wieder zum Hörer und rief (mal wieder) Frau R. von der Arbeitsagentur an. Ich erzählte ihr, dass ich auf die von ihr empfohlene Mail an die Casting-Damen keinerlei Antwort erhalten hatte… und dass auch eine weitere Bewerbung im DLP auf einen anderen Job abermals vollkommen ohne Reaktion blieb. Ich musste ihr natürlich auch noch beichten, dass ich mich in meiner Mail an Nicole & Valérie eben leider keinesfalls an ihre Empfehlungen gehalten hatte. Zur Erinnerung – das wäre gewesen: Kurz, prägnant und ohne noch einmal auf meine Freundin einzugehen. Wir besprachen auch noch einmal die Option, wie es wäre, wenn vorerst nur ich in Disneyland arbeiten würde und meine Freundin, nach verbesserter Sprache – vielleicht auch noch durch einen Sprachkurs vor Ort – es ja später noch einmal mit einer neuen Bewerbung aus Frankreich versuchen könnte… Sichtlich voller Verständnis für die Situation merkte sie, wie ernst mir die ganze Sache nun geworden war. Frau R. versprach mir deshalb, sich noch einmal direkt telefonisch an Nicole zu wenden und ihr mitzuteilen, dass ich auch alleine kommen würde und jederzeit anfangen könnte. (Wie ich mich dann mit meiner Freundin tatsächlich organisieren und natürlich NICHT alleine anreisen würde, wäre dann ja unsere Sache.)

Zeitgleich machte mir die Personalabteilung in Soltau Druck: Da sie die Vielzahl der anderen – nicht weniger spannenden Bewerber, wie man mir mitteilte – nicht länger mit einer Antwort warten lassen wollte, müsste ich nun binnen 14 Tagen zur Vertragsunterzeichnung vorbeikommen, andernfalls könnten sie ihre Zusage mir gegenüber nicht weiter aufrecht erhalten. Nun gut… die Stelle ist zwar bis heute immer noch unbesetzt (kein Scherz!) – aber Druck aufbauen können sie dort. Ich zumindest habs geglaubt damals!

Kurz mal wieder zur zeitlichen Einordnung: Wir sind mittlerweile Mitte Juli. Und natürlich waren weiterhin alle Fragen offen.
Klappt es mit der Wohnung in Soltau? Unterschreibe ich den Vertrag? Kann Frau R. vielleicht doch noch etwas im DLP für mich reißen?

Zur weiteren eigenen Verunsicherung erhielt ich zudem ein sehr interessantes Jobangebot aus meinem Verlag, welches mir noch einmal auf eine ganze andere Art ermöglicht hätte, direkt an den Produkten mitzuarbeiten – und nicht nur ein fertiges Produkt zu verkaufen. Und dann gab es immer noch die Möglichkeit, zu einem wesentlich größeren Verlagshaus in Hamburg zu wechseln, in dem u.a. „Stern“ und „Gala“ erscheinen. Hätte ich auf die Meinung meiner Eltern gehört – und würde ich wirklich vernünftig sein, würde ich wohl heute dort arbeiten. Denn wenn man sich eine Zukunft in der Verlagswelt vorstellen kann, wäre das mit Sicherheit eine sehr gute Adresse für eine sichere und herausfordernde berufliche Zukunft gewesen. ABER ICH WOLLTE DOCH ETWAS ANDERES!!! Ihr merkt schon… so langsam wurde es mir alles ein wenig zu viel. Ich wusste auch nicht mehr wirklich wo mir der Kopf stand. Und ich wollte endlich mal Klarheit für die nächste Etappe – und nicht nur ich, sondern natürlich vor allem auch meine Freundin, die zwar jede Entscheidung mitgetragen hätte, aber nun – berechtigterweise – auch so langsam eine Aussage von mir einforderte, was ich denn nun eigentlich wolle… (Ich wollte natürlich nach Disneyland, aber das konnte irgendwie auch keiner mehr hören).

Na gut… schrittweise kam dann die ein oder andere Antwort. Ersteinmal: Unsere Wunschwohnung in Soltau haben wir nicht bekommen! Der Makler musste demjenigen Interessenten Vorrang geben, der sich zuerst auf die Anzeige gemeldet hatte – auch wenn er die Wohnung erst nach uns besichtigt hat. Das war doof, denn nun war fast nur noch ein Monat bis zum geplanten Umzug Zeit. Aber vielleicht war es ja auch Schicksal. Deshalb wollten wir nun umdisponieren. Ab sofort machten wir uns auf die Suche nach etwas Möbliertem, damit wir a) aus Zeitnot nicht halbherzig irgendeine Wohnung nehmen müssten und b) aufgrund meines nach wie vor unguten Gefühls gegenüber meinem künftigen Arbeitgeber nicht gleich unseren kompletten Lebensmittelpunkt in die Lüneburger Heide verlegen müssten, falls wir dann doch nach vielleicht 2 Monaten wieder wegwollten… Das war eigentlich ein ganz guter Plan, denn so konnte ich auch mit der Entscheidung für den Heide Park besser leben. Ich würde es mir einfach anschauen. Entweder es würde gut sein – dann könnten wir uns in Ruhe eine schöne Bleibe suchen. Oder es wäre ein Reinfall – und dann wären wir unproblematischer wieder weg. So langsam fand ich Gefallen an der Sache. Sooo schlimm war der Park ja auch nicht – immerhin hatten wir ein tolles Wochenende dort verbringen können!
Erstmals hatte ich das Gefühl, die ganze Geschichte bewege sich so langsam in die richtige Richtung!

Ich vereinbarte also für Ende Juli einen Termin zur Vertragsunterschrift. Damit würde mein Arbeitsantritt im September dort also offiziell werden!
Gleichzeitig machte ich einen weiteren Besichtigungstermin aus – in einem Haus mit gleich mehreren fertig möblierten Wohnungen unterschiedlicher Größe in einem Nachbardorf von Soltau (für Ortskundige – oder wen es sonst noch interessiert: das war in Schneverdingen).

Außerdem beflügelte mich ein wenig das Gefühl im Hinterkopf, in der Woche darauf noch einmal Frau R. von der ZAV anrufen zu können, die mir dann mitteilen wollte, wir ihr Kontakt mit Nicole verlaufen war.

Also doch Soltau, nicht Paris

An einem Freitag Ende Juli machte ich mich also einmal wieder auf den Weg nach Soltau – dieses Mal allerdings alleine, da meine Freundin arbeiten musste. Los ging es also (mal wieder) mit einem Zug nach Soltau… doch halt: Keine Angst, es fahren natürlich keine Züge von Berlin nach Soltau! Wäre ja noch schöner. Man fährt beispielsweise von Berlin nach Stendal, von Stendal über Salzwedel nach Uelzen von wo eine recht unangenehme Regionalbahn über die Dörfer bis nach Soltau tingelt. Ich fahre echt gern und viel mit der Deutschen Bahn. Aber ich habe wirklich noch keine Strecke gefunden, wo wirklich zur Mittagszeit grundsätzlich von mindestens einem Fahrgast im Umkreis von 4 Sitzreihen Bier getrunken und rumgepöbelt wird und – dem Geruch nach zu urteilen – schon vor dem Einstieg weitere Alkoholika konsumiert wurden. Na gut, ich schweife wieder ab…

Vom Bahnhof Soltau gönnte ich mir ein Taxi. Da der Taxifahrer sehr nett war, fragte ich ihn, ob er nicht am Heide Park auf mich warten und mich anschließend noch zu meiner Besichtigung weiterfahren könne. Da der Taxameter weiterlief, konnte es ihm nur recht sein. Aber er war auch wirklich ein sehr sehr netter Typ, der mir später auch noch den ein oder anderen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg gab. Beispielsweise auf meine Frage hin, ob man in seinem Taxi auch mit Karte zahlen könnte (da wir schon bei über 50 € waren und ich kein Geld mehr hatte… sonst würde ich diese Frage auch nicht stellen) bekam ich die Antwort: „Hier wird grundsätzlich bar bezahlt! Wer bei uns in Soltau im Restaurant mit Karte zahlen möchte, gilt schon mal von Vorneherein als Verbrecher!). Er hat es zwar lustig gesagt, aber ich befürchtete, dass es dennoch der Wahrheit entsprach. Letztenendes: Diese Taxifahrt war teuer, aber er, der Taxifahrer, war es auch, der mir am Ende einen privaten Kontakt vermittelte, bei dem wir letztlich Unterschlupf finden konnten. Aber eins nach dem anderen.

Zuerst gings also zur Vertragsunterschrift zum Heide Park. Gewohnt höflich-distanziert-freundlich wurde ich in der Personalabteilung begrüßt, nachdem ich noch geschätzte 10 Minuten laufen musste, weil das Taxi bereits an der ersten Schranke aufgehalten wurde. Na gut, dass die Fahrt günstig würde, hatte ich bereits eh abgehakt. Im richtigen Gebäude angekommen, wurde mir der Arbeitsvertrag vorgelegt und ich hatte Zeit, ihn kurz durchzulesen. Der Fairness halber muss ich dazu sagen, dass man mir auf mein Quängeln hin auch schon einen Entwurf per E-Mail zugeschickt hatte, nicht aber die Originalvariante. Ich möchte jetzt nicht näher auf den Vertrag eingehen, aber wichtig ist: Ich habe den Vertrag unterschrieben! Damit sollte es also ab 1.9.2011 in Soltau für mich losgehen. Zusätzlich wurde mir noch ein Mitarbeiterhandbuch mit dem Hinweis ausgehändigt, dass der Verlust des Selbigen mit 50€ zu Buche schlägt, die natürlich ich zu tragen hätte… Ja, das ist fair. Auch das akzeptiert, alle weiteren Unterschriften geleistet – und zurück zum Taxi an der Einlassschranke gehetzt.

Jetzt musste es auch schnell gehen, denn schon in knapp 45 min. ging mein Zug wieder. Nicht zurück nach Berlin sondern nach Süddeutschland, wo ich meine Familie übers Wochenende besuchen wollte. Davor aber also erst einmal Schneverdingen! Der Ort lag ca. 10 Autominuten von Soltau entfernt. Auf der Fahrt hatten wir weiterhin reichlich Gesprächsthemen, weil auch der Taxifahrer den Anlass meiner Fahrt irgendwie witzig fand. An der gesuchten Adresse angekommen (noch 35 min. zur Abfahrt meines Zuges) dann leider die Enttäuschung: Der eine Bewohner des Hauses, der mir die verfügbaren Apartments zeigen sollte (und nicht etwa die Besitzerin, mit der ich telefoniert hatte), war nicht da. Obwohl wir einen Termin gemacht hatten und er wusste, dass ich extra aus Berlin gekommen war. Zum Glück hatte ich seine Handynummer. Als ich anrief, fiel mir zunächst die laute Hintergrundmusik auf. Das störte mich nicht weiter, immerhin entschuldigte er sich und versprach mir, in einer halben Stunde da zu sein. Eine halbe Stunde? Na vielen Dank… ich erklärte ihm, dass ich dann schon wieder am Bahnhof in Soltau sein muss und dass ich folgerichtig jetzt noch genau 15 min. hätte… (Ihr habt natürlich vollkommen recht, wenn ihr jetzt denkt, dass das von Anfang an zu knapp geplant war! Ursprünglich sollte ich aber auch schon 1 Stunde früher in Soltau sein. Dass dem nicht so war, war aber ausnahmsweise nicht die Schuld der Deutschen Bahn, sondern einzig allein meine Eigene, da ich nicht von meinem Schreibtisch im Büro losgekommen war).

Nun gut. Ich erläuterte, dass die Sache damit für mich erledigt sei. Da es ihm dann wohl irgendwie unangenehm war, versprach er, (ebenfalls) mit einem Taxi in 5 min. da zu sein. Okay, dachten der Taxifahrer und ich – dann warten wir noch einen Moment. Tatsächlich bog 5 Minuten später ein Taxi um die Ecke. Heraus stiegen… pardon… stolperten (!) dann 3 Männer und eine Frau, die allesamt sturzbetrunken waren. Nachdem mein Ansprechpartner kurzzeitig auf der Straße hingefallen war, bot er mir unter schallendem Gelächter der anderen an, mir schnell die Wohnungen zu zeigen. Es war echt unglaublich… das totale Gefühl vom „im falschen Film sein“… Die Wohnungen waren dann leider auch, wie er als (Mit)bewohner es vermuten ließ: Eingerichtet mit Möbeln aus den 70ern und mit einem Geruch, als wären sie mindestens seit dieser Zeit auch nicht mehr geputzt worden. Der Besichtigungstermin war also ein voller Griff ins Klo. Da die Vier sehr kommunikativ und gesprächig waren, gelang es mir nur mit Hilfe des Taxifahrers, nach 10 min. tatsächlich wieder loszukommen. Er selbst meinte aber auch, dass er so eine Szene hier noch nie erlebt habe. Irgendwie war es ja auch ziemlich witzig, bis auf dass wir nun eben leider keine Unterkunft hatten.

Nachdem ich unsere Situation aber erklärt hatte und er mir merklich irgendwie gerne helfen wollte, gab mir der Fahrer allerdings ein paar Telefonnummern von befreundeten Privatzimmer-Vermietern… Er meinte, damit würde ich in jedem Fall besser fahren. Beim Aussteigen am Bahnhof überreichte er mir ebenfalls noch eine Karte von sich mit und wir vereinbarten, gemeinsam mal abends ein Bier trinken zu gehen, wenn ich dann tatsächlich in Soltau bin…

Vor meinem Umstieg in Hannover in den ICE nach Mannheim, telefonierte ich gleich die soeben erhaltenen Kontakte an. Und siehe da: Gleich der erste Anruf war ein Treffer! Ab 29. August hatten wir ein möbliertes Apartment mit Balkon in einer kleinen Pension im Stadtzentrum von Soltau reserviert – für 400 € pro Monat (warm)! Und das mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit. Da fiel mir wirklich ein Stein vom Herzen – nun konnte es also losgehen.

Nach einem entspannten Wochenende mit meiner Familie, in der ich sie über meinen neuen Job in Soltau informierte, ging es am Sonntag zurück nach Berlin.
Ich erwartete sehnlichst die neue Woche, denn – so war ich mit Frau R. von der ZAV verblieben – dann würden wir noch einmal telefonieren und sie würde mir das Ergebnis ihrer Nachfrage bei Nicole von Disneyland Paris mitteilen. Es war zwar mittlerweile irgendwie überflüssig und ich sah auch gleichzeitig ein, dass es ja auf eine gewisse Art erledigt war, trotzdem hatte ich Herzklopfen und erwartete voller Spannung unser Telefonat.

Im nächsten ruhigen Moment des nächsten Tages wählte ich (mittlerweile schon auswendig) die wohlbekannte Bonner Nummer und hoffte, sie direkt zu erreichen… Und einmal wieder hatte ich Glück: Sie war da und hatte auch Zeit, mit mir zu sprechen. Sie erzählte mir, dass sie tatsächlich mit Nicole gesprochen habe und dass sie darum gebeten habe, ich solle mich doch auf der Homepage auf eine Stelle im Marketing bewerben, weil ich dafür eher geeignet sei. Auf die Erklärung hin, dass ich dort ja schon wegen mangelnder Sprachkenntnisse abgelehnt worden sei und ich doch ausdrücklich DIESEN Einstieg möchte, kam letztlich von Nicole nur noch einmal die traurige Gewissheit per E-Mail, die mir Frau R. direkt am Telefon vorlas: „KönigderLöwen* nehmen wir nicht!“. Nicole kann nämlich ein bisschen deutsch – und es reichte offensichtlich dafür aus, noch einmal klipp und klar zu sagen, dass sie mich nicht einstellen wird.

ABER WARUM DENN NUR ???

Okay… ihr seht, die ganze Sache war ziemlich vertrackt. Wie sollte ich hier noch das Gegenteil erreichen können…?
Na gut, ich gebs endlich zu, ich schreibe Euch die ganze Zeit aus der Lüneburger Heide und nicht aus der Île-de-France…

Ich verspreche jetzt einfach mal, dass es bereits am SONNTAG einen Teil 6 zu lesen gibt. Da habe ich nämlich frei und werde mich gerne am Nachmittag wieder dransetzen…

Bis ganz bald!!!

*“KönigderLöwen“ hat sie natürlich nicht geschrieben – sondern meinen Vornamen. Bitte habt Verständnis, dass ich Euch diesen dann erst später hinschreibe.. Vielleicht mal in einem Artikel, in dem das Wort „Heide Park“ nicht vorkommt.

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