Erlösende Entscheidung | Arbeiten im Disneyland Paris

Hallo liebe Blog-Leser,

mit zwei leider einerseits sehr stressigen und andererseits von Verbindungsproblemen zum Internet durchkreuzten Monaten Unterbrechung, möchte ich Euch heute endlich einmal wieder mit einer Fortsetzung unserer kleinen Disneyland-Bewerbungsgeschichte versorgen.

Was bisher geschah

Was bisher geschah: Die Freundin von KönigderLöwen und dieser selbst hatten sich nach langem Hin und Her zu einer Bewerbung bei Disneyland Paris entschieden. Nachdem sich der Castingbesuch jedoch als glücklos erwiesen und eine Absage zur Folge hatte, ergab sich eine mögliche berufliche Zukunft in der schönen Lüneburger Heide. Aus berechtigter Unsicherheit zum dortigen wohnlichen wie beruflichen Umfeld aber, erfolgte die Vertrags-unterzeichnung für einen Marketing-Job mit einiger Verspätung sowie erheblichen Zweifeln. Auch deshalb hatten wir uns vorläufig für die Anmietung eines möblierten Zimmers entschieden, welches auch kurzfristig wieder kündbar wäre. Gleichzeitig konnte ich nicht davon ablassen, die für das Disneyland-Casting zuständigen Mitarbeiterinnen in Deutschland (Auslandsvermittlung der Arbeitsagentur) und Frankreich (direkt beim DLP) per Mail und Telefon weiter und weiter zu nerven. Mit dem Ergebnis, dass mir für einen erneuten Anruf im DLP am 25. August eventuell, vielleicht, überhaupt nicht sicher und natürlich ohne jedes Versprechen nun doch eine Möglichkeit zur Mitarbeit in Aussicht gestellt werden könnte. Alles in allem keine Erfolgsaussichten, auf die man eine Zukunftsplanung aufsetzen sollte. Deshalb also bis dato der Plan: Am 1. September geht es – mit einem lachenden und einem weinenden Auge – in Soltau los !

So weit so gut. Wir befinden uns immer noch im Sommer 2011 in Deutschland…
Anfang August, um genau zu sein.

August 2011 – Haushaltsauflösung, Urlaub im Disneyland Paris & mehr

Mein Problem war, dass ich Disneyland nicht abhaken konnte. Und, dass ich mir, durch den Anruf am 25. August, insgeheim natürlich immer noch Hoffnungen auf einen Job dort machte. Für meine Freundin war das Thema eigentlich schon abgehakt, weil sie einerseits die Absage als berechtigt akzeptiert hatte. Und sich ohnehin nicht soo sicher war, ob ein Job bei Disney für uns beide wirklich das Richtige gewesen wäre. Immerhin wäre unser ganzes bisheriges, aktuelles Leben, unser Alltag, unsere Wohnsituation, das soziale Umfeld, komplett auf den Kopf gestellt. Sie hätte es gerne gemacht, wenn es geklappt hätte. Aber genauso konnte sie sich nun, nach dem NEIN, auch auf alternative Pläne einstellen und das Thema abhaken. Ich aber nicht, was sie (nachvollziehbar) irgendwann auch genervt hat. Da sie aber auch merkte, dass ich nach wie vor mit der Situation unglücklich war, musste an einem langen Sommerabend einmal wieder ein rotweingeschwängertes Zukunftsplanungs-Gespräch einberufen werden.

Was kam dabei heraus? Eine wirklich erlösende Entscheidung!

Und das war unser neuer Plan: Wir lösen unseren Haushalt komplett auf. Wir verkaufen und verschenken einfach alles. Unser „non-Möbel“-Hab und Gut verpacken wir komplett in Kisten und lagern es bei unseren Familien zwischen. Mitte August fahren wir – das war ohnehin geplant – in unseren Sommerurlaub ins DLP. Von dort aus rufe ich am 25. August Valérie vom Casting noch einmal an. Sollte sie nicht ans Telefon gehen und / oder nichts für mich haben, würden wir dann zum 1. September in unser angemietetes Zimmer nach Soltau fahren und ich würde dann einfach mal in meinem Job starten, um mir ein eigenes Bild von der Lage zu machen. Würden wir dort bleiben wollen, könnten wir uns stressfrei und ohne Zeitdruck etwas „Richtiges“ zum Wohnen suchen, natürlich auch einen Job für meine Freundin, und dann alle unsere Sachen von unseren Familien zurückholen. Einrichten müssten wir uns zwar komplett neu – aber sowas macht doch immer Spaß. Das also, falls es mit Disneyland (wieder einmal) nichts würde. Falls Valérie mir aber wider Erwarten nun doch einen Job anbieten würde, was dann…? Ja dann…!!! Dann würden wir einfach aus unserem Urlaub nicht mehr zurückkommen! In diesem Fall würden wir direkt dort bleiben… traumhaft oder? Und Gleiches würde dann auch für dort gelten: sobald wir eine dauerhafte Bleibe gefunden haben, würden wir unser Hab & Gut von unseren Familien zurückholen.

Im Falle der Disney-Zusage würde ich dann also meinen Arbeitsvertrag in Soltau 1 Woche vor Arbeitsantritt noch kündigen. Das war das einzige, was mir irgendwie Bauchschmerzen bereitete, denn dort bräuchte ich mich natürlich anschließend nie wieder zu melden nach so einer Nummer… Andererseits hatte man mich dort bis hierhin auch immer spüren lassen, dass man auf mich nicht angewiesen sei, weil es noch genug andere, gleichwertig qualifizierte Bewerber gebe. Wenn dem also wirklich so sei, bräuchte ich mir also um die Besetzung der Position eigentlich keine Sorgen machen. Und um das Unternehmen ja sowieso nicht… dessen Wohl hängt ja nun nicht davon ab, ob irgend so ein kleiner Marketing-Fuzzi seinen Job antritt oder nicht. Wie dem auch sei, ein schlechtes Gewissen bereitete mir das alles trotzdem.

Jetzt, da wir nun endlich einen Plan hatten, mussten wir uns aber sehr sehr schnell um alles mögliche kümmern: die Verpackung und den Versand aller unserer privaten Dinge, die wir gerne „einlagern“ wollten. Den Verkauf bzw. die Abholung unserer Möbelstücke, die wir natürlich aufgeben mussten. Die Fertigstellung unserer Wohnung zur Übergabe an den Vermieter. Und natürlich auch noch um eine Unterkunft in Paris bzw. Disney-Nähe für die Zeit ab September. Immerhin sollte es, durch den Urlaub ab Mitte August, schon in ca. 2 Wochen losgehen!

Meine Freundin kümmerte sich in erster Linie um die Wohnung. Ich um alles, was mit der Organisation zu tun hatte. Plötzlich befand sich quasi unser kompletter Hausstand bei Ebay und die Koordination von Auktionen, Nachfragen potentieller Käufer, Abwarten der Zahlungseingänge bis hin zur Vereinbarung der Abholtermine nahm quasi meine komplette übrig gebliebene Freizeit ein.

Schwierig war es leider auch, ohne Arbeitsvertrag und irgendetwas in der Hand, eine Bleibe in der Nähe von Disney zu finden. Und dann natürlich in erster Linie auch etwas, das möbliert und kurzfristig verfügbar, aber auch ohne lange Fristen wieder kündbar ist.

Unseren Urlaub selbst, vom 18. bis 30. August 2011, wollten wir aus Gründen der Sparsamkeit dieses Jahr dann im Ibis Hotel Val d’Europe verbringen. Durch rechtzeitiges Buchen konnte ich hier noch einen Tarif für ca. 59 € pro Nacht finden, was für die teure Sommersaison bei Disney und die unschlagbare Lage des Hotels bei Shoppingcenter, RER-Station und der Nähe zu den Parks (2 min. Bahnfahrt oder 10 min. mit dem „Elysée“-Bus) ein in meinen Augen unschlagbares Angebot war. Da ich das Frühstücksbuffet dort sehr gut finde (kann absolut mit den Disney-Hotels mithalten) und man auch am Abend dort sehr „günstig“ (für das Umfeld) essen kann, sollte unserer diesjähriger Sommerurlaub nun also hier stattfinden. Anschließend würden wir für eine Familienfeier ohnehin noch einmal nach Deutschland fahren müssen. Wir fanden es aber „mental“ auch ganz angenehm, den Urlaub von einem eventuellen längeren anschließenden Aufenthalt ein wenig separieren zu können.

Nun brauchten wir also noch eine Unterkunft für unsere etwaige Rückkehr nach Paris Anfang September, ab dem 03.09.2011, um genau zu sein. Wie bereits erwähnt ist es nicht wirklich ein Leichtes, als Ausländer ohne irgendetwas in der Hand hier ein möbliertes Zimmer oder Apartment zu finden. Letztlich wurde ich dann aber in einem Hotel fündig, das auch einigen von Euch sicher nicht gänzlich unbekannt sein dürfte: Im Adagio Hotel Val d’Europe. Dieses bietet für Langzeitaufenthalte besondere Tarife an. Wenn man sich hier für mindestens 2 Monate verpflichtet, bekommt man das „Studio“ (nur 1 Wohn/Schlaf-raum mit Klappcouch) für 1000 € pro Monat, oder das größere 2-Zimmer-Apartment (mit separatem Schlafzimmer und für bis zu 4 Personen) zu 1300 € pro Monat. Das Ganze ist dann anschließend immer monatlich kündbar. Natürlich ist das immer noch ein stolzer Preis, aber verglichen mit allem, was man – ohne selbst vor Ort zu sein – sonst direkt buchbar finden kann, ist es ein absolut alternativloses Angebot. Denn das sind ja gerade mal 30 € pro Nacht für 2 Personen. Wer das Adagio kennt, weiß ja, was es sonst so dort kostet.

Nun erlebten wir zwar recht arbeitssame und stressige Tage, aber im Grunde genommen muss man sagen, dass all das sehr sehr sorglos und ohne größere Probleme geklappt hat. In Anbetracht der Tatsache, dass wir irgendwie in 2 1/2 Wochen alles über die Bühne bringen mussten, frage ich mich manchmal, wie das überhaupt so gehen konnte. Aber es ist alles viel zu schnell vorbeigegangen, als dass ich mich noch irgendwie an den ein oder anderen Tag genau erinnern könnte.

Unabhängig von all der Unsicherheit, wo es uns ab September nun letztendlich hin-verschlagen sollte, waren wir erst einmal voller Vorfreude auf unseren nunmehr 11. Disney-Urlaub, der hoffentlich ein bisschen wie immer, aber trotzdem ganz anders werden sollte.

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