Die Geschichte der Raddampfer in Disneyland Paris
Als Disneyland Paris am 12. April 1992 seine Tore öffnete, gehörten gleich zwei große Raddampfer zur Thunder Mesa Riverboat Landing: die Molly Brown und die Mark Twain. Beide Schiffe wurden eigens für den Park gebaut und sind den historischen Flussdampfern nachempfunden, die im 19. Jahrhundert auf dem Mississippi unterwegs waren. Dabei unterscheiden sie sich in einem auffälligen Detail: Während die Molly Brown zwei große Schaufelräder an den Seiten besitzt, befindet sich das Schaufelrad der Mark Twain am Heck.
Auch ihre Namen haben eine Geschichte. Die Molly Brown wurde nach Margaret Brown benannt, einer amerikanischen Frauenrechtlerin und Überlebenden des Titanic-Untergangs von 1912. Als „unsinkbare Molly Brown“ wurde sie weltbekannt. Die Mark Twain trägt dagegen den Namen des amerikanischen Schriftstellers Samuel Langhorne Clemens, dessen Romane über Tom Sawyer und Huckleberry Finn eng mit dem Leben am Mississippi verbunden sind.
Raddampfer gehören schon seit den Anfängen zu den Disney Parks. Walt Disney ließ bereits für das 1955 eröffnete Disneyland in Kalifornien einen solchen Flussdampfer bauen, der ebenfalls den Namen Mark Twain trägt. Später kamen weitere Schiffe in anderen Disney Parks hinzu. Die Molly Brown ist dabei eine Besonderheit, denn sie ist der einzige Raddampfer mit seitlichen Schaufelrädern, der für einen Disney Park gebaut wurde.
In Disneyland Paris waren ursprünglich beide Schiffe regelmäßig auf den Rivers of the Far West unterwegs. Seit 2011 liegt die Mark Twain allerdings im Wartungsdock und hat ihren Betrieb bislang nicht wieder aufgenommen. Die Molly Brown ist deshalb heute der einzige Raddampfer, mit dem Du eine Rundfahrt unternehmen kannst.
Früher gab es auf dem See übrigens noch weitere Boote. Mit den River Rogue Keelboats, kleinen, rustikalen Flussbooten, konnten Besucher eine eigene Rundfahrt unternehmen. Auch die Indian Canoes, große Kanus, die von den Passagieren selbst gepaddelt wurden, gehörten in den Anfangsjahren zum Angebot. Beide Attraktionen sind längst Geschichte, doch mit der Coyote am Ufer ist zumindest eines der ehemaligen Keelboats wieder zu sehen.