Die Geschichte des Carousel of Progress
Die Wurzeln des Carousel of Progress reichen bis in die 1950er Jahre zurück. Walt Disney plante damals mit Edison Square eine Erweiterung der Main Street, U.S.A. in Disneyland. Eine der vorgesehenen Attraktionen war „Harnessing the Lightning", eine begehbare Show darüber, wie Elektrizität und neue Technologien das Leben einer amerikanischen Familie veränderten. Edison Square wurde nie gebaut, die Grundidee entwickelte Walt aber gemeinsam mit seinen Imagineers weiter.
Die Gelegenheit zur Umsetzung bot die Weltausstellung in New York 1964/65. Für den von General Electric präsentierten Progressland Pavillon entstand das Carousel of Progress mit seinem damals neuartigen rotierenden Theatersystem und einigen Audio-Animatronics. Die Besucher verfolgten den technischen Fortschritt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in eine Zukunftsversion, die auf damaligen Vorstellungen basierte. Die Show gehörte zu den großen Erfolgen der Weltausstellung – und zu den Projekten, die Walt Disney besonders am Herzen lagen. Was 1964 in New York begann, entwickelte sich außerdem zu einem ungewöhnlichen Rekordhalter: Das Carousel of Progress gilt heute als meistgespielte Bühnenshow der amerikanischen Theatergeschichte.
Nach dem Ende der World's Fair zog die Attraktion nach Disneyland um und eröffnete dort am 2. Juli 1967. Für diese Fassung wurde unter anderem das Finale verändert und in Progress City angesiedelt, das Bezüge zu Walts damaligen Vorstellungen für EPCOT aufgriff. Am 9. September 1973 schloss das Carousel of Progress in Disneyland. Zwei Jahre später fand es im Magic Kingdom ein neues Zuhause und eröffnete dort am 15. Januar 1975.
Mit dem Umzug nach Florida änderte sich einiges. Die Show erhielt neue Texte, teilweise neue Szenen und mit „The Best Time of Your Life" sogar einen anderen Titelsong. General Electric blieb zunächst Sponsor der Attraktion, zog sich 1985 jedoch zurück.
Eine umfangreiche Überarbeitung Anfang der 1990er Jahre brachte die Attraktion wieder näher an seine Ursprünge. „There's a Great Big Beautiful Tomorrow" kehrte zurück und seit 1994 trug die Attraktion den Namen Walt Disney's Carousel of Progress. Die vier Szenen waren nun zugleich verschiedenen Feiertagen zugeordnet.
Diese Fassung prägte das Carousel of Progress mehr als drei Jahrzehnte lang. Der erste Akt spielte zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also um etwa 1900 und zeigte die Familie rund um den Valentinstag. Der zweite führte zum amerikanischen Unabhängigkeitstag in die 1920er Jahre. Durch eine Radioübertragung zur Überquerung des Atlantiks durch Charles Lindbergh ließ sich die Szene auf 1927 datieren. Im dritten Akt war Halloween in den 1940er Jahren angesagt, während das Finale die Familie an Weihnachten in einem modernen Haushalt des 21. Jahrhunderts zeigte. Vor allem diese letzte Szene wurde über die Jahre immer wieder leicht angepasst und präsentierte zuletzt unter anderem Virtual Reality und sprachgesteuerte Haushaltsgeräte.
Am 6. Juli 2026 schloss Walt Disney's Carousel of Progress für die bislang umfassendste Überarbeitung seit 1994. Dabei blieben die Familie und die Grundidee der Show erhalten, die bisherigen vier Zeitabschnitte machten jedoch vollständig neuen Epochen Platz.