Villains Land im Magic Kingdom: Größer, familienfreundlicher – und verschoben
27.02.26, 13:22 |

Als Disney im August 2024 auf der D23 Expo erstmals ein eigenes Villains Land für das Magic Kingdom ankündigte, schlug die Nachricht ein wie ein Blitz: Begeisterung lag in der Luft, doch ebenso viele Fragezeichen. Zwei spektakuläre Attraktionen, schräge Gastronomie und Shopping in verdrehtem Maßstab wurden versprochen. Doch konkrete Details? Fehlanzeige.
Seitdem herrscht offiziell eine fast unheimliche Stille. Keine neuen Konzeptzeichnungen, keine Bau-Updates von Disney. Doch im und hinter dem Frontierland hat sich schon viel getan: Die Rivers of America sind verschwunden, Tom Sawyer Island ist Geschichte – das Gelände verwandelt sich grundlegend.
Zudem laufen erste Vorbereitungsarbeiten zum Entfernen von Bäumen und Bewuchs, Anlage von Entwässerungssystemen und Infrastruktur im weniger einsehbaren Bereich.
Ein aktueller Bericht von Drew Taylor lüftet nun erstmals den Schleier: Die ursprünglichen Pläne für das Villains Land wurden offenbar über Bord geworfen. Statt düsterer, fast gruseliger Visionen wächst das Projekt nun zu etwas Größerem, Zugänglicherem und strategisch völlig Neuem heran.
D23-Ankündigung von Villains Land und danach Funkstille
Auf der D23 Expo im August 2024 überraschte Josh D’Amaro die Fans: Ein Villains Land im Magic Kingdom solle kommen, mit zwei großen Attraktionen, Gastronomie und Shops. D’Amaro sprach von einer furchtlosen neuen Vision für das Magic Kingdom.
Seitdem blieb das Projekt wie von Zauberhand verborgen – zumindest offiziell. Nur die gewaltigen Bauarbeiten verrieten, dass sich hinter Frontierland ein grundlegender Wandel anbahnt. Im Sommer 2025 verschwanden die Rivers of America, wenige später folgte Tom Sawyer Island.
Dafür wächst dort inzwischen das neue Cars-Land Piston Peak National Park heran. Um Villains Land selbst blieb es jedoch weiterhin gespenstisch ruhig.
Hintergrund: Rivers of America, Tom Sawyer Island und Piston Peak
Die Flüsse hinter Frontierland sind leider längst Vergangenheit. Schon im Spätsommer 2025 lag das Becken der Rivers of America trocken und verlassen. In den Monaten danach krempelte Disney die Landschaft um: Höhenunterschiede zwischen Flussbett und Big Thunder Mountain wurden eingeebnet.
Gleichzeitig verschwand Tom Sawyer Island spurlos. Heute türmen sich dort Erdhügel, während im Norden – hinter Big Thunder – bereits die Fundamente für Piston Peak wachsen.
Im Dezember 2025 wurde eine großflächige Gelände- und Entwässerungsgenehmigung erteilt. Seitdem werden Drainagen und Versorgungsleitungen verlegt, bevor konkrete Freizeitbauten folgen können.
TheWrap-Bericht: Kreativer Neuanfang bei Villains Land
Ende Februar 2026 veröffentlichte Drew Taylor neue Insider-Informationen zu den überarbeiteten Villains-Land-Plänen. Demnach wurden die ursprünglichen Entwürfe intern verworfen.
Von einem düsteren, fast schon “Dark-Universe”-artigen Konzept, ändert das neue Villains Land die Richtung hin zu einer immer noch immersiven, aber vor allem familienfreundlicheren Themenwelt. Damit ist aber auch die von den Fans beim Parks Panel der D23 Expo gefeierte Idee einer “verdrehten Welt” passé.
Hinter dieser Entscheidung steckt mehr als bloßer kreativer Wandel. Neue Großprojekte sollen Gäste länger ans Resort binden und die Ausgaben pro Kopf steigern. Villains Land ist also nicht nur eine thematische Erweiterung, sondern gleichzeitig auch ein strategisches Schwergewicht. Zudem gilt die neue Version als Prestigeprojekt des kommenden Disney CEO Josh D’Amaro. Schon vor längerer Zeit soll dieser das erste Konzept zum Villains Land als nicht spektakulär genug bezeichnet und die Imagineers angewiesen haben, an ihren Zeichentisch zurückzukehren. Das Land soll größer und spektakulärer werden. Während das Land, zum Unmut einiger Fans, nun vielleicht weniger düster wird, wird es, was wiederum Freude hervorruft, größer und mit spektakuläreren Attraktionen ausgestattet, als ursprünglich geplant.
Geplante Attraktionen im Villains Land
Familienachterbahn zu “Ein Königreich für ein Lama” (The Emperor’s New Groove)
Ursprünglich sollte eine große, düstere Maleficent-Achterbahn entstehen. Nun aber setzt Disney auf eine familienfreundliche Bahn, inspiriert von „Ein Königreich für ein Lama“ – ein frischer Wind für das Villains Land und eine Idee, die viele Fans des Films feiern – schon lange galt die entsprechende Sequenz aus dem Animationsfilm als perfekter Ideengeber für eine Achterbahn.
Der kultige „Hebel-zieh“-Moment aus dem Film soll die Fahrt zum Erlebnis machen.
Maleficent-Dark-Ride (Indoor-Wasserfahrt)
Das Herzstück des neuen Bereichs wird eine spektakuläre Indoor-Wasserbahn, die ganz im Zeichen von Maleficent steht.
Das geplante Fahrsystem verspricht technische Spitzenklasse und soll sich mit den größten E-Ticket-Attraktionen der Welt messen können. Insider sprechen hier von der Neuerfindung der Wasserbahn, so wie Rise of the Resistance das Konzept eines Trackless Dark Ride neu erfunden hat – und von einer ähnlichen Größenordnung.
Hades-Dinnershow
Anstelle eines gewöhnlichen Restaurants erwartet die Gäste eine mitreißende Show-Dining-Erfahrung, angeführt von Hades höchstpersönlich.
Pain & Panic sowie weitere Disney-Schurken sollen Teil der Inszenierung sein.
Ursula-Flat Ride
Als dritte Attraktion ist ein familienfreundlicher Flat Ride rund um Ursula im Gespräch – vermutlich ein Spinner-artiges Fahrgeschäft, das Spaß für alle bieten kann, aber auch nicht gerade innovativ ist.
Entwässerungspläne und Geländeanalysen
Die seit einiger Zeit öffentlich zugänglichen Pläne für das zukünftige Entwässerungssystem enthüllen einen rund 14 Hektar großen Projektbereich nordwestlich des Magic Kingdoms. In dem Bereich lassen sich mehrere große Baukörper erkennen – darunter ein Hauptgebäude mit über 7.500 m² sowie ein weiteres mit rund 5.200 m². Inwiefern diese Planungen aber noch Gültigkeit haben oder aus der Zeit von vor D’Amaros “think bigger”-Vorgabe stammen, ist bisher nicht klar.
Die Lage der Drainagen lässt vermuten, dass breite Wege entstehen, flankiert von imposanten Attraktionen. Noch ist vieles Spekulation, doch die Ausmaße deuten auf ein spektakulär dicht bebautes Areal hin. Baupläne für Entwässerungsrohre mögen zunächst wenig spannend klingen, aber bieten doch interessante Einblicke in die zukünftige Wegführung, da Disney gerne die Wege über den Rohrsystemen baut, um später den Zugang zu den Rohren zu erleichtern. Wir haben dazu hier im Mausblick berichtet.
Aktueller Baustatus: Piston Peak und Villains Land
Während Piston Peak mit sichtbaren Fortschritten und wachsenden Fundamenten aufwartet, finden im Bereich des zukünftigen Villains Landes hauptsächlich Vorbereitungsarbeiten statt.
Weite Flächen wurden bereits eingeebnet, die Infrastruktur wächst im Verborgenen. Von konkreten Hochbauten fehlt bislang jede Spur – wenig verwunderlich, denn in einer späteren Bauphase, wäre eine so große Umplanung wie die, an der aktuell gearbeitet wird, kaum mehr realistisch.
Zeitplan und wirtschaftlicher Kontext

Die Neuausrichtung der Pläne könnte das Projekt allerdings um rund ein Jahr nach hinten verschieben.
Wir gehen derzeit davon aus, dass Villains Land frühestens 2029 eröffnen wird, 2030 erscheint sogar noch wahrscheinlicher, 2031 ist nicht ausgeschlossen.
Für Disney ist dieses Projekt ein wirtschaftliches Schwergewicht. Die Parksparte ist ein Motor des Unternehmenserfolgs, mehr als 70% des Konzernergebnisses resultierten in den letzten Jahren aus ihr. Dennoch wurde in diesem Bereich in der Vergangenheit (zuviel) gespart und Projekte wurden weniger spektakulär umgesetzt, als es dem Erfolg der Sparte angemessen gewesen wäre. Josh D’Amaro scheint die eingeschlagene Richtung nun korrigieren zu wollen: Neue Großprojekte sollen zukünftig strategisch überzeugen, aber auch der tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutung der Parks gerecht werden, statt diese nur auszunutzen.
Ausblick auf das Villains Land
Villains Land wandelt sich von einer düsteren Vision zu einer groß angelegten, familienfreundlichen Erweiterung des Magic Kingdoms. Die, egal in welcher Form sie umgesetzt wird, auf jeden Fall, zu den ehrgeizigsten Projekten der jüngeren Parkgeschichte gehört.
Ob die finalen Pläne tatsächlich so aussehen wie aktuell berichtet, bleibt abzuwarten.