10 realistische Vorbilder für den World Showcase in Walt Disney Worlds Epcot

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Spaceship Earth - die geodätische Kugel ist das Wahrzeichen von Epcot
Es gibt die Menschen, die in ihrem Urlaub gerne die Welt sehen. Mit dem gepackten Rucksack neue Kulturen entdecken und Sehenswürdigkeiten bewundern. Dann gibt es die Menschen, die in ihrem Urlaub jedes kleine Fleckchen eines Disneyparks erkunden. In Walt Disney Worlds – Epcot Park treffen diese zwei Gruppen aufeinander. Elf „Länder“ und mehr als 4,000 Jahre Geschichte, Kultur und Essen locken die Besucher (bereits seit 35 Jahren!) in eine andere Welt.

Jeder einzelne Länder-Pavillon wurde auf besondere Art gestaltet und spiegelt die Architektur und die Landschaft, der einzelnen Länder wieder. Bei der Gestaltung dieser Bauwerke wurden auch realistische Vorbilder integriert. Mehr über einige Vorbilder, die man bei einem Spaziergang entlang der World Showcase Lagoon entdecken kann, erfahrt ihr in diesem Bericht.

1. Mexikanischer Pavilion: Pyramide des Kukulcan

Die imposante ca. 11 Meter hohe Pyramide begrüßt die Besucher im mexikanischen Pavillon. Als Vorlage hierfür diente die Pyramide des Kukulcan, die von den spanischen Invasoren auch El Castillo genannt wurde, erbaut von den Mayas zwischen 800 und 1100 v.Chr. Der Kukulcan Tempel ist Teil von Chichèn Itzá in Yucatan Mexiko. Auf jeder Seite führen 91 Stufen hinauf, bis zur Spitze der Pyramide sind es 365 Stufen insgesamt. Die Erbauer entwarfen die Pyramide mit einem speziellen Effekt. Zweimal im Jahr, jeweils zur Tag- und Nachtgleiche, fällt ein Schatten auf die Pyramide. Mit etwas Vorstellungskraft ergibt dieser eine Schlange die, sobald die Sonne untergeht, langsam von der Pyramide hinabsteigt. Die Verzierungen an der Pyramide in Ecpot stellen eben diese gefiederte Schlange dar. So, wie die Pyramide des Kukulcan in sich noch ihren Vorgängerbau aus toltekischer Zeit beinhaltet, so beschränkte sich Disney bei der Gestaltung der Pyramide des mexikanischen Pavillons nicht nur auf Elemente aus der Zeit des Mayas, sondern griff solche aus der gesamten Geschichte Mesomamerikas vom 3. Jahrhundert n. Chr. bis ins 15. Jahrhundert auf.
Mexikanische Pyramide in EpcotPyramide des Kukulcan in Chichen Itza, Vorbild für den mexikanischen Pavillon

 

2. Norwegischer Pavillon: Stabkirche

Im norwegischen Pavillon gibt es eine Ausstellung, in der man den besonderen Einfluss der reichen, norwegischen Kultur auf Spuren Walt Disneys – Die Eiskönigin völlig unverfroren, erkunden kann. Nachempfunden ist das Gebäude mit dieser Ausstellung einer Stabkirche, einem besonderen, komplett aus Holz gebauten, Kirchentyp, der vor allem im 12. und 13. Jahrhundert in Norwegen weit verbreitet war. Die Dächer dieser Kirchen wurden extra steil aufsteigend gebaut, damit der Schnee herunterfallen und sein Gewicht nicht das Gebäude zerstören konnte. Heute finden sich in Norwegen nur noch 28 Stabkirchen, die noch mittelalterliche Bausubstanz aufweisen.
Stabkirche im norwegischen Pavillon vpon EpcotStabkirche von Borgund in Norwegen

 

3. Chinesischer Pavillon: Halle des Erntegebetes im Himmelstempel

Direkt hinter dem Tor der goldenen Sonne des chinesischen Pavillons, erstrahlt ein Nachbau der Halle des Erntegebetes, eine der wichtigsten Anlagen in der riesigen Anlage des Himmelstempels in China. Dieses Gebäude beinhaltet den 14 minütigen 360-Grad-Film „Reflections of China“ und ist einem Tempel aus der Ming und Qing Dynastie nachempfunden. Anfang des 14. Jahrhunderts suchte der Kaiser jedes Jahr diese heilige Stätte auf, um für eine gute Ernte zu beten. Dieses chinesische Wahrzeichen symbolisiert die Beziehung zwischen Himmel und Erde. Während die rechteckige untere Hälfte für unsere Erde steht, repräsentiert die kreisförmige Spitze eher transzendente Sphären.
Rechts im Bild; Halle des Erntegebetes im chinesischen Pavillon in EpcotHalle des Erntegebets im Himmelstempel in China

 

4. Deutscher Pavillon: St. Georgs-Brunnen in Rothenburg ob der Tauber

Der deutsche Pavillon präsentiert sich als Kleinstadt im mittelfränkisch / bayrischen Stil, wobei im Hintergrund auch die Burgmauern der Burgen des Mittelrheintales aufgegriffen werden. In der Mitte dieses Platzes befindet sich eine Statue als fast authentische Nachbildung. Das Original der Statue des Heiligen St. Georg im Kampf mit dem Drachen, das Disney zum Vorbild diente steht in Rothenburg ob der Tauber. St. Georgs-Statuen finden sich aber auch in vielen anderen Städten in Süddeutschland.
Die Legende besagt, dsas Georg im 3. Jahrhundert lebte und in der Stadt Joppa (Heute: Jaffa) einen Drachen tötete, der die Bevölkerung terrorisierte. Der Drache forderte die jungfräuliche Prinzessin als Opfer, die ihm auch schließlich dargeboten wurde. Georg gelang es jedoch den Drachen zu töten und die Prinzessin zu retten. Mittlerweile gilt St. Georg als Schutzpatron Englands.
St. Georgs-Statue im deutschen Pavillon in EpcotSpitze des St. Georgs Brunnen in Rothenburg ob der Tauber

 

5. Italienischer Pavillon: Campanile San Marco / Markussturm Venedig

Das Wahrzeichen des italienischen Pavillons ist schon von weitem zu sehen und ist dem Campanile San Marco am Markusplatz in Venedig nachempfunden. Der Turm in Venedig wurde im 9. Jahrhundert erbaut und wurde ursprünglich als Wachturm und Leuchtturm genutzt. Der Markusturm, der von Disney detailgenau im Maßstab 1:5 nachgebaut wurde, war und ist Vorbild für diverse Türme überall auf der Welt, unter anderem dem Met Life Tower in New York City. Eigentlich ist auch der Markusturm in Venedig selbst nur noch eine Kopie, denn das Original stürzte 1902 ein, als ein Fahrstuhl eingebaut werden sollte. In der Folge wurde der Turm bis 1912 originalgetreu wieder aufgebaut.
Kopie des Markussturmes im italienischen Pavillon in EcpotMarkusturm in Venedig / Campanile San Marco

 

6. The American Adventure: Independence Hall

Der amerikanische Pavillon, „The American Adventure“, ist im georgianischen Kolonialstil erbaut worden, den man auch in Philadelphias Independence Hall oder Bostons Old State House wiederfinden kann. Charakteristisch für diese Gebäude ist der markante Glockenturm mit Uhr und die roten Steine, 110.000 Stück um genau zu sein. 5 Jahre lang arbeiteten die Disney Imagineers an der Verwirklichung des Gebäudes. Dafür wurde extra roter Ton aus Georgia herangeschafft um Steine zu formen, die dann über längere Zeit in aufwendigen Prozessen, gealtert wurden.
Hauptgebäude von The American Adventure in EpcotIndependence Hall Philadelphia

 

7. Japanischer Pavillion: Torii Gate

Das schwimmende Torii Tor im japanischen Pavillon hat als Vorbild das Torii Tor des bis ins 6. Jahrhundert zurückreichenden Itsukishima Schreins in Mayanijama, eines von Japans bekanntesten Wahrzeichen. Die typische Dachkonstruktion findet sich auch in dem Exemplar des japanischen Pavillons wieder. Torii Tore gelten als Eingang zu einem heiligen Raum und finden sich überall in Japan wieder, vor allem an Shinto-Schreinen.
Im linken Bildbereich des Bildes vom japanischen Pavillon in Epcot ist das Torii Tor zu sehenTorii Tor im Itsukushima Schrein bei Ebbe

 

8. Marokkanischer Pavillon: Minarett der Koutoubia-Moschee

Der marokkanische Pavillon ist der mit Abstand am aufwendigsten gebaute Pavilon von allen Pavillons am World Showcase. Von engen Straßen, zu kleinen intimen Ecken, bis zu handgelegten Fliesen wurden dort keine Mühen gescheut. Das hoch aufragende Gebäude ist eine Replik des Minaretts der Koutubia Moschee in Marrakesh. Als dieses Wahrzeichen im 12. Jahrhundert erbaut wurde, galt es als Sammelplatz für Buchhändler aus dem ganzen Land, die der Moschee auch schließlich ihren Namen gaben, abgeleitet von dem marokkanischen Wort für Buchhändler: kutubiyyin. Der Baustil des Minaretts diente in den folgenden Jahrhunderten als Vorbild für Minarette in allen Teilen des Maghreb.
Minarett im marokkanischen PavillonMinarett der Koutoubia-Moschee

 

9. Französicher Pavillon: Eiffelturm

Eines der weltweit bekanntesten Wahrzeichen ist Teil des französischen Pavillons.
Auch wenn der Eiffelturm hier nur 1/10 der Größe des originalen Exemplars in Paris entspricht, ist dieser trotzdem 34 Meter hoch. Allerdings zeigt der Nachbau im französischen Pavillon nur den oberen Teil des Eiffelturms, so wie dieser aus vielen Gassen der französischen Hauptstadt in der Ferne zu entdecken ist.
Auch wenn das Original heute viele Liebende anlockt, hat Gustave Eiffel den Turm ursprünglich nur für Radiowelle- Experimente erbaut. Der Turm sollte eigentlich nur 20 Jahre stehen. Doch auch 128 Jahre später, besuchen mehr als 7 Millionen Menschen pro Jahr das Pariser Wahrzeichen, meistens auf der Suche nach einem romantischen Augenblick.
Die Spitze des Eiffelturms im französischen Pavillon von EpcotEiffelturm und Marsfeld vom Tour Montparnasse aus gesehen

 

10. Kanadischer Pavillon: Chateau Laurier

Im kanadischen Pavillon springen einem zuerst die nachbauten des Rocky Mountain und der ca. 10 Meter hohe Wasserfall ins Auge. Doch auch auf die Bauwerke sollte man ein besonderes Augenmerk legen. Das „Hotel du Canada“ zum Beispiel, wurde durch das Chateau de Laurier in Ottawa inspiriert. Die Erbauung des Originals wurde vom Eisenbahn-Magnaten Charles Melville Hays in Auftrag gegeben. Er baute die West Route seiner Eisenbahnstrecke aus und wollte mehrere Hotels entlang der Strecke errichten. 105 Jahre nach der Eröffnung begrüßt das Hotel auch heute noch zahlreiche Gäste.
Hotel du Canada / Chateau Laurier im französischen PavillonChateau Laurier in Ottawa

 

Epcot ist einer der vier Parks des Walt Disney World in Orlando Florida. Wenn ihr Lust auf eine Weltreise ohne Rucksack und lange Flugzeiten habt, seid ihr hier gut aufgehoben.

© des Bildes der Pyramide des Kukulcan: Daniel Schwen unter CC BY-SA 4.0, Bearbeitung durch dein-dlrp: Wahl eines Ausschnittes.

© des Bildes der Stabkirche von Borgund: Arnstein Rønning unter CC BY 3.0

© des Bildes der Halle des Erntegebetes: Fioshoot unter CC BY 2.0

© des Bildes des St. Georgs-Brunnens in Rothenburg ob der Tauber: zug55 unter CC BY-NC-SA 2.0

© des Bildes des Markusturmes in Venedig (Campanile San Marco: Walterbenny1 unter CC BY-SA 4.0

© des Bildes der Indepenence Hall Philadelphia: Patrick Pelster unter CC BY 3.0

© des Bildes des Torii im Itsukushima Schrein: Bernard Gagnon unter CC BY-SA 3.0

© des Bildes des Minarettes der Koutoubia-Moschee: Rol1000 unter CC BY-SA 3.0

© des Bildes des Eiffelturms: Wladyslaw unter CC BY 3.0

© des Bildes des Chateau Laurier: Philip Tellis unter CC BY-SA 2.0

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