Walt kommt ins Magic Kingdom

Bühne frei für Walt: Neuer Animatronic im Carousel of Progress

| Carousel of ProgressDestination D23Walt DisneyWalt Disney Animatronic

Konzeptzeichnung die Walt Disney in einem Arbeitszimmer mit Entwürfen für Epcot, die Monorail und andere Attraktionen zeigt

Die Enthüllung auf der diesjährigen Destination D23 in Orlando sorgt für Gesprächsstoff – und zwar in unterschiedliche Richtungen.

Disney kündigte an, dass im Carousel of Progress im Magic Kingdom bald eine Audio-Animatronic von Walt Disney selbst zu sehen sein wird. Während viele Fans die Entscheidung als konsequente Würdigung seiner Rolle in der Entwicklung dieser Attraktion verstehen, gibt es auch kritische Stimmen:

Muss Walt Disney wirklich als Figur in der Show auftreten – und vor allem, wie überzeugend gelingt die Darstellung im Vergleich zur umstrittenen Version in Anaheim? Würde er das überhaupt wollen? Ein genauer Blick auf die Pläne, den Kontext und die Reaktionen zeigt, dass hinter dieser Entscheidung mehr steckt als nur ein technisches Upgrade.

Ein Stück Disney-Geschichte wird lebendig

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Destination D23 in Orlando – und überraschte das Publikum. Walt Disney Imagineer Chris Beatty stellte eine brandneue Audio-Animatronic-Figur vor, die schon bald das Carousel of Progress im Magic Kingdom erweitern wird. Diese neue Szene, die vor dem eigentlichen Start der Attraktion platziert werden soll, zeigt Walt Disney selbst – zum ersten Mal überhaupt als Audio-Animatronic in Walt Disney World.

Damit wird nicht nur eine der klassischen Attraktionen des Magic Kingdoms schlechthin verändert, sondern auch ein starkes Zeichen gesetzt: Der Mann, der den Fortschritt liebte und mit dem Carousel of Progress eine seiner persönlichsten Visionen realisierte, kehrt zurück – auf die Bühne seiner eigenen Idee.

Ein emotionaler Auftritt: Walt Disney als Animatronic

Die neue Walt-Disney-Figur reiht sich ein in die lange Tradition der Audio-Animatronics – und markiert dennoch einen besonderen Moment: Zum ersten Mal überhaupt wird Walt Disney selbst in Form einer Animatronic in einem Disney Park außerhalb Kaliforniens zu sehen sein. Im Carousel of Progress wird er künftig die Besucher persönlich begrüßen – mit einer neuen Szene, die der eigentlichen Show vorangestellt wird.

Für das Walt Disney Family Museum ist das mehr als ein technisches Update. Geschäftsführerin Kirsten Komoroske bringt es auf den Punkt:

„Die Einführung einer neuen Audio-Animatronic-Figur von Walt Disney im ‚Carousel of Progress‘ markiert einen bedeutenden Moment. Wir sind dankbar für die Sorgfalt, mit der Imagineering Walt’s Vermächtnis bewahrt.“

Die Szene ist dabei bewusst dezent gehalten. Walt tritt nicht als Star auf, sondern als Erzähler – jemand, der die Bühne bereitet für eine Geschichte über Fortschritt, Technik und Alltagsträume. Für Disney-Fans ist das ein stiller, aber wirkungsvoller Moment. Und für neue Besucher eine Einladung, sich auf eine besondere Reise einzulassen.

Warum gerade hier? Eine passende Bühne für Walt

Dass Walt Disney ausgerechnet im Carousel of Progress als Animatronic auftritt, ist mehr als nur symbolisch. Die Attraktion gilt als eines seiner Herzensprojekte – vom Konzept über die Inszenierung bis hin zum berühmten Titelsong war Walt persönlich involviert. Es war eine Show, die seine Überzeugung widerspiegelte: dass Fortschritt nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich etwas Positives ist.

Einige der zentralen Gedanken, die er damals mit dem Publikum teilen wollte, sind auch heute noch aktuell. Und genau deshalb ist das Carousel of Progress der richtige Ort, um Walt selbst das Wort zu geben – nicht in einer Rückschau, sondern als Teil eines Erlebnisses, das immer schon nach vorn geblickt hat.

Vorbild aus Kalifornien: Walt Disney – A Magical Life

Walt Disney Audio-Animatronic auf der Bühne, die wie Walt Disneys Büro gestaltet ist

Die neue Figur im Magic Kingdom hat ein klares Vorbild: Im Disneyland Park in Anaheim feierte am 17. Juli 2025 – zum 70. Jubiläum des Parks – die Show Walt Disney – A Magical Life Premiere. Im Main Street Opera House erleben Besucher eine Mischung aus Ausstellung und Filmpräsentation, die Walt Disneys Leben und Schaffen beleuchtet.

Höhepunkt und zugleich Anstoß massiver Kritik der Inszenierung ist ein Audio-Animatronic von Walt selbst. Im finalen Teil der Show hebt sich der Vorhang zu einem Nachbau seines Büros, in dem er in eigenen Worten von seiner Arbeit, seinen Ideen und seiner Sicht auf die Zukunft erzählt. Grundlage für diesen Auftritt sind Originaltonaufnahmen aus verschiedenen Jahrzehnten, die von den Imagineers behutsam zusammengeschnitten wurden.

Besonders viel Sorgfalt floss in die Gestaltung der Figur selbst: Augen, Hände, Gesicht – alles wurde so lebensecht wie möglich modelliert, um nicht nur das Aussehen, sondern auch die Ausstrahlung von Walt zu treffen. Die Rückmeldungen der Gäste fielen entsprechend positiv aus, was man allerdings angesichts der weitreichenden Kritik an der Figur getrost als Marketing-Aussage ansehen kann. Für viele Besucher wäre es mehr als eine Hommage – eher eine Begegnung mit jemandem, den sie bisher nur aus alten Filmen und Fotos kannten.

Allerdings überwiegen die kritischen Stimmen. Die Mimik und Gestik der Figur wurden zwar überzeugend umgesetzt, bei den Gesichtszügen herrscht jedoch nicht durchgehend Einigkeit: Manche Besucher tun sich schwer damit, in der Darstellung tatsächlich Walt Disney zu erkennen. Nicht selten wird kritisiert, dass das Gesicht von Walt aussähe, wie nach Eingriffen aus der ästhetischen Chirurgie. Auch Vergleich zu anderen Menschen, denen der Walt-Animatronic deutlich ähnlichen sehen soll, sind bei genauer Betrachtung nicht von der Hand zu weisen. Bleibt zu hoffen, dass die Imagineers für die Version in Florida noch einmal nachjustieren – und vielleicht einen noch überzeugenderen Auftritt ermöglichen.

Audio-Animatronics: Wenn Technik träumen lernt

Dass Walt Disney selbst einmal als Audio-Animatronic in einem seiner Parks auftaucht, ist ein symbolträchtiger, aber umstrittener Schritt – denn er war es, der diese Technik einst mit auf den Weg gebracht hat. Schon in den 1960er-Jahren arbeiteten Walt und sein Team an ersten beweglichen Figuren, die mit Ton synchronisiert agieren konnten. Der Meilenstein: die Abraham-Lincoln-Figur für die Weltausstellung 1964/65 in New York. Damals galt sie als technisches Wunder.

So sehr Walt Disney ein Pionier dieser Technik war, so fraglich ist es, ob er jemals selbst als Animatronic dargestellt werden wollte. Es gibt viele – durchaus überzeugende – Stimmen, dass Walt dies zu seinen Lebzeiten immer abgelehnt und auch für die Zukunft nicht realisiert haben wollte.

Seither hat sich viel getan. Audio-Animatronics gehören heute zum festen Bestandteil vieler Disney-Attraktionen. Von klassischen Figuren wie Jack Sparrow in Pirates of the Caribbean über die Na’vi-Schamanin in Na’vi River Journey bis zu Hondo Ohnaka in Star Wars: Rise of the Resistance – sie alle bauen auf einem Konzept auf, das Walt selbst ins Rollen brachte: Technik, die Geschichten erzählt.

Die neue Walt-Disney-Figur im Carousel of Progress knüpft genau hier an. Sie zeigt, wie weit sich die Technologie entwickelt hat – aber auch, wie sehr sie ihrem ursprünglichen Zweck treu geblieben ist. Es geht nicht um Realismus um jeden Preis, sondern darum, einen Moment zu schaffen, der berührt. Und der genau das tut, was Disney immer ausgemacht hat: Emotionen wecken – mithilfe von Technik, die man fast vergisst, sobald die Geschichte beginnt.

Ein Vermächtnis, das weiterlebt

Der neue Walt-Disney-Animatronic ist mehr als eine technische Spielerei oder ein weiteres Update für eine klassische Attraktion. Sie steht für eine Idee: dass Fortschritt und Erinnerung Hand in Hand gehen können. Und dass die Geschichten, die Disney erzählt, nicht in der Vergangenheit steckenbleiben bleiben müssen – sie dürfen wachsen, sich weiterentwickeln und neue Formen annehmen.

Wann genau die Szene im Carousel of Progress Premiere feiert, ist noch nicht bekannt. Aber schon jetzt ist klar: Die Imagineers arbeiten mit viel Fingerspitzengefühl daran, Walt nicht einfach als historische Figur darzustellen – sondern als jemanden, dessen Gedanken und Visionen auch heute noch ihren Platz haben.

Für langjährige Fans ist das eine stille Geste mit großer Wirkung – in die eine, wie die andere Richtung. Und für neue Besucher vielleicht der perfekte Einstieg in das, was Disney Parks so besonders macht: die Verbindung von Technik und Emotion, von Show und Seele.