Carolwood Pacific - Fenster der Main Street im Disneyland Paris
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Carolwood Pacific – Fenster der Main Street Teil 1

Wenn Du Deinen Blick am Gebäude des Market House Deli in der Main Street, USA nach oben schweifen lässt, fällt Dir ein Fenster auf, das die Aufschrift trägt:

Carolwood Pacific
Business Office
The Biggest Little Railroad In The World

Carolwood Pacific - Fenster benannt nach Walt Disneys Eisenbahn
Dieses Fenster spielt auf Walt Disneys Miniatur-Eisenbahn an, die er im Garten seines Anwesens in Los Angeles aufgebaut hatte. Walt Disney hegte seit seiner Kindheit eine Faszinationen für Eisenbahnen. In Marceline, Missouri, wo Walt einige Jahre seiner Kindheit verbrachte, entwickelte sich die Begeisterung für Eisenbahnen allmählich. Durch den Ort führte eine Strecke der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway. Walt verbrachte viel Zeit damit, die Züge zu beobachten und konnte sie bald an ihren Geräuschen voneinander unterscheiden. Als Jugendlicher arbeitete er als Limonaden und Süßwarenverkäufer im Santa Fé Express.
1950 verwirklichte er sich dann den Traum von einer eigenen Dampf-Eisenbahn in seinem Garten.
1949 war er mit seiner Familie nach LA, genauer in die Straße Carolwood Drive in Holmby Hills gezogen. Diese Adresse spiegelt sich dann auch im Namen wieder: Carolwood Pacific Railroad.

Walt Disneys Miniatureisenbahn

Die Miniatur-Dampfeisenbahn, die Walt Disney in seinem Garten hatte, hat nur wenig mit den uns heute bekannten Modellbahnen zu tun. Vielmehr handelte es sich um eine echt funktionierende Miniatur-Dampfeisenbahn im Maßstab 1:8. Die Entwürfe für diese Railroad hatte er selbst angefertigt und sich dabei von real existierenden Zügen wie der Central Pacific Railroad inspirieren lassen. Es handelte sich um eine Lokomotive und drei Waggons. Die Lok war eine „Central Pacific Nummer 173“ aus dem Jahr 1881, die Walt nach seiner Frau „Lilly Belle“ benannte. Aber nicht nur bei der äußeren Gestaltung der Railroad hielt sich Walt exakt an real existierende Vorbilder, auch das Innere der Waggons wurde detailreich gestaltet, auch wenn niemand in den Wagen sitzen konnte.
Es wurde auch eine kleiner Schuppen errichtet, in dem der Zug untergestellt wurde, wenn er nicht benutzt wurde, außerdem befand sich hier auch die Steuerung der Anlage. Für diesen Schuppen ließ sich Walt Disney von einem Gebäude seines Heimatortes Marceline in Missouri inspirieren.
Zur Carolwood Pacific Railroad gehörte eine knapp 800 Meter lange Gleisanlage, die über das Grundstück der Disneys in Los Angeles führte. Da Walts Frau Lillian sich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, dass ein Eisenbahngleis quer durch ihre Blumenbeete führen sollte, plante Walt sogar einen Tunnel ein, der unter den Beeten verlief. Es gab sogar einen kleinen Bahnhof, dessen Stationsschild „Holmby Hills“ von Walts Lieblingszeichner Ollie Johnston entworfen worden war.
Der Betrieb der Eisenbahn lief allerdings nicht immer ganz reibungslos ab, was in allererster Linie auf den etwas exzentrischen Lokführer Walt Disney zurückzuführen war, denn er plante mit zunehmender Betriebsdauer der Bahn immer mehr Unfälle in Form von Entgleisungen oder Zusammenstößen ein. Dabei ging es ihm in erster Linie darum, seine Railroad anschließend reparieren zu können, da er bei dieser Beschäftigung sehr gut entspannen konnte.

Mit seiner Dampfeisenbahn im Garten war Disney übrigens nicht allein, denn solche Züge waren zur damaligen Zeit gerade recht beliebt. So besaßen zum Beispiel Ward Kimball und Ollie Johnston, die als Trickfilm-Animatoren mit Walt Disney zusammenarbeiteten, ähnliche Anlagen.

Die Carolwood Pacific Railroad als Vorläufer für die Disney Themenparks

Diese Miniatur-Eisenbahn hat nicht viel mit den üblichen Modellbahnen zu tun, die wir aus den Hobbykellern unserer Väter kennen, sondern war um einiges größer angelegt. Die Bahn war so groß, dass Walt als Lokomotivführer mitfahren konnte und seine Familie auf den Waggons Platz nehmen konnte. Natürlich mussten sich vor allem die Erwachsenen bei der Fahrt etwas zusammenkrümmen und die Beine hochnehmen, aber die Kraft des Dampfzuges reichte aus, um die Familie durch den Garten zu kutschieren. Schnell wurde sie zu einer Attraktion in der Nachbarschaft, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeisterte, sodass sich am Wochenende oft Nachbarn und Freunde zu einer kleinen Zugfahrt im Garten der Disneys trafen.
Sogar Walts Freunde, wie zum Beispiel der berühmte Maler Salvador Dalí, bestanden bei einem Besuch auf eine Fahrt mit der Railroad durch den Garten.

Diese Begeisterung von Jung und Alt gilt als eine der Inspirationsquellen für Walts Idee, einen Freizeitpark zu erschaffen. So verwundert es nicht, dass bereits auf den ersten Plänen für das Disneyland eine Eisenbahn auftaucht, die den Park umrundet. Von diesen Plänen war es dann nur noch ein kleiner Schritt zur Umsetzung. Bei der Eröffnung des Disneyland California in Anaheim im Jahr 1955 gab es natürlich auch diesen Dampfzug. Seither ist eine dementsprechende Attraktion fester Bestandteil eines jeden Disney Resorts der Welt.

Die Carolwood Pacific Railroad heute

Lillian Disney lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 im Anwesen in Holmby Hills. Anschließend wurde es verkauft, doch Disneys Tochter entschied sich vor dem Verkauf dazu, Walt’s Barn, wie der Lokschuppen genannt wird, zu bewahren. Der Schuppen wurde abgetragen und an anderer Stelle, im Griffith Park in Los Angeles, wieder aufgebaut. Dort kann er seit Juli 1999 von der Öffentlichkeit besichtigt werden und mit ihm ein Nachbau von Walts Eisenbahn sowie diverse andere Ausstellungsstücke.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 09. Mai 2013 um 14:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Die Fenster der Main Street U.S.A., Serien abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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