Kraft der Sonne

Solarenergie in den Disney Parks: Wie Disney weltweit Sonnenstrom nutzt

| erneuerbare EnergienNachhaltigkeitSolaranlageSolarenergie

Solarpanele auf dem Hauptparkplatz von Disneyland Paris, davor das Disney Hotel New York- The Art of Marvel

Wenn abends die Lichter der Main Street, U.S.A. leuchten, das Schloss glitzert und funkelt und tausende Gäste durch die Parks schlendern, denken wohl die wenigsten daran, welche Infrastruktur dahinter steckt. Disney Parks sind keine gewöhnlichen Freizeitparks. Sie funktionieren eher wie kleine Städte – mit Hotels, Restaurants, Transportmitteln, Eventtechnik, Klimaanlagen und umfassender Beleuchtung.

Seit Jahren setzt Disney Experiences weltweit zunehmend auf erneuerbare Energien. Disney betreibt weltweit Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 250.000 Kilowatt. Das ist ausreichend, um eine kleine Stadt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Wo die Anlagen stehen und was dahintersteckt, zeigen wir Euch in diesem Artikel.

Warum Solarenergie für Disney Parks immer wichtiger wird

Disney Parks brauchen für ihren Betrieb enorm viel Strom – und das rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Warum Solarenergie dabei eine immer größere Rolle spielt, zeigen wir Euch am Beispiel einiger konkreter Projekte rund um den Globus.

Disney Parks als eigene kleine Städte

Um zu verstehen, warum Solarenergie für Disney so relevant ist, müssen wir uns über die Ausmaße und den Energiebedarf der Parks und Resorts klarwerden. Nehmen wir Walt Disney World in Florida. Das Freizeitparkresort in Orlando umfasst vier Themenparks, zwei Wasserparks, mehr als zwanzig Hotels und unzählige Restaurants und Shops – auf einem Gelände, das größer ist als das Stadtgebiet von San Francisco.

Das alles will rund um die Uhr versorgt werden. Klimaanlagen laufen nicht nur im Sommer auf Hochtouren, in den Küchen werden täglich Mahlzeiten für zehntausende Gäste zubereitet, Attraktionen verbrauchen enorme Mengen Strom, und die Parkbeleuchtung allein istschon ein eigenes Projekt. Dazu kommen die unzähligen Shows und auch die Hotels. Disney braucht nicht „ein bisschen Strom“. Genau deshalb geht es der The Walt Disney Company bei erneuerbaren Energien nicht nur um ein grünes Image, sondern auch um Versorgungssicherheit und planbare Energiequellen.

Walt Disney World: Solarenergie im großen Stil

Walt Disney World ist das größte Disney Resort der Welt und dementsprechend auch der größte Energiefresser. In Florida nutzt Disney inzwischen vier separate Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 212.000 Kilowatt und mehr als 600.000 Solarmodulen. An sonnigen Tagen können diese Anlagen zusammen rechnerisch bis zu 100 Prozent des Tagesstrombedarfs des gesamten Resorts abdecken. Zur Erinnerung: es handelt sich um vier Themenparks, zwei Wasserparks und mehr als zwanzig Hotels.

Die neueste Anlage ist eine 74.500-Kilowatt-Anlage auf einem 484 Hektar großen Gelände in Levy County. Sie wurde von Bronson Solar in Zusammenarbeit mit dem Central Florida Tourism Oversight District gebaut. Sie ergänzt die drei bestehenden Anlagen und sorgt dafür, dass Disney nicht von einem einzigen Standort abhängig ist.

Besonders bekannt ist bei Disney Fans die sogenannte Hidden Mickey Solar Farm – eine 5.000-Kilowatt-Anlage in der Nähe von Epcot, deren Paneele aus der Luft die Form einer Mickey Mouses Silhouette ergeben.
Das ist typisch Disney: Selbst bei technischer Infrastruktur steckt ein bisschen Disney Zauber.

Solaranlage in Form eines Hidden Mickey, im der Ferne ist Epcot zu erkennen

Insgesamt entspricht die jährlich erzeugte Energie etwa dem Strombedarf von 19.000 Haushalten in Florida.

Alle Zahlen und Details hat Disney auf dem offiziellen Disney Parks Blog veröffentlicht.

Disneyland Paris: Schatten und Strom vom Parkplatz

Das Projekt in Disneyland Paris haben viele von euch vermutlich schon gesehen oder sogar direkt genutzt.

Der Parkplatz von Disneyland Paris ist seit Ende 2023 mit einer Solarüberdachung ausgestattet – der größten Solarparkplatz-Überdachung ganz Europas. Über 80.000 Paneele verteilen sich auf einer Fläche von 20 Hektar und überdachen mehr als 11.200 Parkplätze. Die Anlage wurde in mehreren Bauabschnitten gemeinsam mit der Urbasolar Group realisiert.

Was für Gäste die beiden großen Vorteile mit direkter Auswirkung sind: der Schatten und die Möglichkeit, E-Autos direkt dort zu laden. Besonders an heißen Sommertagen ist ein überdachter Parkplatz ein echter Pluspunkt. Was dabei kaum jemandem wirklich bewusst ist: Direkt über den geparkten Autos arbeitet eine der leistungsstärksten Solaranlagen Europas, die jährlich 36 GWh Strom erzeugt – genug für eine Stadt mit rund 17.400 Einwohnern.

Die Technik, die Gäste nie sehen

Solarmodule sind nur der sichtbare Teil einer Photovoltaikanlage. Damit der erzeugte Strom genutzt werden kann, braucht es im Hintergrund weitere Technik: Verkabelung, Steuerung, Einspeisung und Wechselrichter für Solaranlagen, die den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umwandeln.

Besucher sehen davon nichts. Diese Technik aber entscheidend dafür, dass der erzeugte Strom zuverlässig genutzt werden kann.

Weitere Disney Parks setzen auf Solarenergie

Solarenergie ist bei Disney längst kein vereinzeltes Phänomen mehr, sondern gehört fest zur Infrastruktur der Resorts rund um den Globus. Ein Überblick über die weiteren Standorte:

  • Disneyland Resort in Anaheim zeigt, dass Solarenergie auch auf bestehenden Flächen innerhalb des Resortgeländes genutzt werden kann: Über 1.400 Paneele mit 400 Kilowatt Kapazität unterstützen unter anderem den Betrieb von Radiator Springs Racers im Disney California Adventure Park. Zusätzlich bezieht das Resort 60 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen über das Anaheim Public Utilities Green Power Program.
  • Hong Kong Disneyland betreibt das größte Dach-Solarprojekt der gesamten Stadt – über 7.500 Paneele auf Dächern im gesamten Park. Hongkong setzte damit auf die Strategie vorhandene Dachflächen zu nutzen statt neue Freiflächen mit Solarpanelen zu überziehen.
  • Shanghai Disney Resort hat inzwischen alle geeigneten Dach- und Fassadenflächen mit Solarmodulen ausgestattet. Zusammen erzeugen diese Anlagen rund 5,2 GWh grünen Strom pro Jahr.
  • Tokyo Disney Resort betreibt Solaranlagen auf zehn Dachstandorten mit einer Gesamtkapazität von über 1.500 Kilowatt – für die Zukunft sind weitere Installationen geplant.
  • Disney Cruise Line nutzt Solarenergie auf beiden Disney-Insel in den Bahamas: auf Disney Castaway Cay und auf Disney Lookout Cay at Lighthouse Point.

Nachhaltigkeit bleibt für Gäste oft unsichtbar

Für Gäste ändert sich dadurch nichts. Der Ablauf in den Resorts läuft wie gewohnt: Attraktionen, Restaurants und Hotels werden mit Energie versorgt, so wie es auch zuvor der Fall war. Nur ist der Usprung des Stroms inzwischen, zumindest teilweise ein anderer.
Genau in der Unsichtbarkeit liegt der Punkt auf den Disney viel Wert legt, um die Magie in den Parks und Resorts aufrechtzuerhalten. Gute Infrastruktur fällt im Idealfall nicht auf. Sie sorgt einfach dafür, dass alles funktioniert. Bei Disney gehört inzwischen auch Solarenergie dazu.