It’s a Small World – Geschichte der Attraktion

Die Geschichte von It's a Small WorldAm 10. April 2014 wurde der 50. Geburtstag der Attraktion „It’s a Small World“ in allen Disney Parks der Welt gefeiert, ein guter Grund, die Geschichte dieses Disney Klassikers einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Weltausstellung in New York

Concept Art für den Small World Pavillion zur Expo 1964

Concept Art für den Small World Pavillion zur Expo 1964

It’s a Small World ist zwar heute eine Attraktion, die in keinem Disney Themenpark fehlen darf, doch ihren Ursprung hat sie nicht in einem Disney Park, sondern auf der New Yorker Weltausstellung von 1964. Es handelte sich ursprünglich um einen von WED Enterprises, dem Vorgänger von Walt Disney Imagineering, entworfenen Pavillon für UNICEF/Pepsi Cola.
Damit ist „It’s a Small World“ allerdings kein Sonderfall, denn Disney war für die Weltausstellung in New York gleich mit der Gestaltung mehrerer Pavillons beauftragt worden: „Magic Skywalk“ (für Ford), „Great Moments with Mr. Lincoln“ (für den US-Staat Illinois), „The Carousel of Progress“ (für GE) und „Circle Vision“ (für Kodak). Das Projekt für Kodak wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig, sodass am Ende bei der Eröffnung der Weltausstellung vier Pavillons unter der Regie Disneys entstanden waren.
Pepsi hatte sich allerdings erst sehr spät entschlossen, ein entsprechendes Projekt in die Hände Disneys zu legen, dass weniger als ein Jahr Zeit blieb. Dies ist einer der Gründe, warum einige der Top-Imagineers mit dieser Aufgabe betraut wurden, allen voran Mary Blair, die bereits an einigen Disney Filmen wie Alice im Wunderland und Peter Pan, beteiligt war. Sie entwickelte die Optik der Attraktion und ihre Farbgestaltung. Auch Marc und Alice Davis waren beteiligt. Während Marc Davis viele Szenen entwarf, gestaltete seine Frau Alice die Kostüme für die Puppen. Blaine Gibson gestaltete die Puppen selbst, deren Gesichter bewusst comichaft gehalten wurden. Rolly Crump schließlich entwarf das Wahrzeichen des Pavillons den „Tower of the Four Winds“. Dieses Wahrzeichen, ein mehr als 25 Meter hohes Mobile, wurde allerdings nach Beendigung der Weltausstellung nicht ins Disneyland gebracht.

Der von Pepsi Cola gesponserte UNICEF-Pavillon war ein riesiger Erfolg, bereits im ersten Jahr der Weltausstellung wurden rund 10 Millionen Tickets verkauft. Während sich an anderen Pavillons häufig lange Warteschlangen bildeten, hielt sich die Wartezeit hier in Grenzen. Zu verdanken ist dieser Umstand dem „flume“, denn Disney erkannte, dass ein gewöhnlicher Walkthrough dazu führen würde, dass der Besucherandrang nicht bewältigt werden könnte, denn das Verhalten der Besucher und wie lange sie sich vor einer Szenerie aufhalten würden, wäre nicht zu kontrollieren. Die kleinen Boote, die in einer fest vorgegebenen Zeit ihre Runde durch den Pavillon drehen, waren die perfekte Lösung, der Besucherfluss blieb auf diese Weise immer in Bewegung und der Andrang konnte gut bewältigt werden. Übrigens ein System, das bis heute wesentlich dazu beiträgt, dass die Wartezeiten bei „It’s a Small World“ in der Regel sehr überschaubar sind.
Das Wasser spielte auch bei der Eröffnung von „It’s a Small World“ im Disneyland Anaheim eine ganz besondere Rolle – es wurde nicht einfach Wasser aus Kalifornien verwendet, sondern Wasser aus aller Welt zusammengetragen und dann von Kindern in den Kanal der Boote gefüllt.

Natürlich brauchte die fröhliche Bootsfahrt rund um die Welt auch eine passende musikalische Untermalung. Ursprünglich sollte der Song für den Pavillon der Weltausstellung „Children of the World“ heißen und Elemente zahlreicher Nationalhymnen enthalten, die alle gleichzeitig ertönen sollten. Dieses Vorhaben wurde allerdings schnell verworfen, ergab es doch eine Kakophonie sondergleichen. Jetzt kamen die Sherman Brothers ins Spiel, die bereits mehrfach für Walt Disney tätig gewesen waren. Innerhalb weniger Stunden komponierten sie den Song „It’s a Small World (after all)“, der schließlich sogar zum Namensgeber der Attraktion wurde.

Bilder aus der Geschichte von It’s a Small World

It’s a Small World in den Disney Parks

Auch wenn die Welt klein ist und die Attraktion „It’s a Small World“ in allen Disney Parks der Welt zu finden ist, gibt es doch einige Unterschiede. Zum einen wird dies schon an der Fassade deutlich, die jeweils an die Umgebung angepasst wird, zum anderen sind auch während der Bootsfahrt einige Abweichungen zu erkennen. Aber der Reihe nach.
Nachdem die Weltausstellung 1966 beendet war, wurde die Attraktion im Disneyland Anaheim nachgebaut. Die Fassade der Attraktion ist in Weiß und Gold gehalten und stellt Wahrzeichen aus aller Welt dar, genau wie es in Tokio, Paris und Hong Kong auch der Fall ist – wobei hier die Farbkonzepte abweichen und viele verschiedene Farben aufweisen. Deutliche Abweichungen gibt es im Magic Kingdom in Walt Disney World, denn hier wurde der Fassade ein mittelalterlicher Touch verliehen, um es an die Umgebung anzupassen.
Die Abweichungen im Inneren der Attraktion sind kulturellen Unterschieden in den Ländern, in denen der Ride errichtet wurde, geschuldet. So fällt die USA-Szene in der Attraktion im Disneyland Paris deutlich größer aus als in den USA selbst, da sich Europäer sehr für Amerika interessieren. In Amerika selbst liegt der Schwerpunkt eher bei Asien und Europa. In Hong Kong gibt es eine wesentliche Neuerung: Disney Charaktere sind in verschiedenen Szenen zu finden, unter anderem Cinderella und Pumba. Diese Neuerung ist darauf zurückzuführen, dass Chinesen sich laut Untersuchungen nur wenig für andere Kulturen interessieren und Disney aus diesem Grund weniger auf Trachten und Kostüme anderer Nationen und Völker zurückgreift, dafür eher auf Charaktere aus bekannten Filmen setzt.
Doch bei all diesen Unterschieden bleibt die Grundidee doch immer gleich.

Small World in aller Welt

Der Dauerbrenner unter den Attraktionen

Inzwischen haben in allen Disney Parks der Welt zusammengenommen mehr als 1 Milliarde Besucher die Attraktion „It’s a Small World“ besucht.
Zum einen liegt dies natürlich daran, dass „It’s a Small World“ in jedem Disney Park vorhanden ist, zum anderen am unnachahmlichen Charme der Attraktion. Sie verkörpert die Botschaft „Zieh los und erkunde die Welt“, die nach wie vor beeindruckt, zum anderen bietet sie etwas Ruhe in all dem Trubel, der rundherum herrscht. Nicht zuletzt besitzt natürlich auch der Song der Sherman Brothers Anziehungskraft und hat enormen Ohrwurmfaktor, der zum Wiederbesuch verleitet.

It’s a Small World als Teil der Popkultur

Die Attraktion, deren Geschichte als Pavillon bei der Weltausstellung in New York begann, ist inzwischen auch fester Bestandteil der Popkultur. In zahlreichen Filmen und Fernsehserien, nicht nur aus den Disney Studios, finden sich Anspielungen auf die Attraktion, so zum Beispiel in „Shrek“, „Family Guy“, „South Park“ und „The Simpsons“.
Seit Kurzem gibt es „It’s a Small World: the Animated Series“, in der es um Kinder unterschiedlicher Nationalität geht, die gemeinsam die Welt entdecken.
Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Puppen, die es längst nicht nur in den Shops der Resorts zu kaufen gibt. 1993 wurde beispielsweise eine Reihe Puppen von Mattel aufgelegt.

Der 50. Geburtstag


Neben diesem Spektakel, bei dem neben Mickey & Minnie auch die aktuelle Miss France und der Star-Tenor Vincent Niclo auftraten, gab es in Paris mehrere Podiumsdiskussion, den „It’s a Small World-Marathon“ und diverse weitere Attraktionen, über die wir bereits direkt am 10. April hier im Blog berichtet haben.
Ein würdiger Rahmen für dieses Jubiläum.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion zur Geschichte der Attraktion hatten wir die Gelegenheit, ein Interview mit den beiden Imagineers Tracy Eck und Laurent Cayuela zu führen, dass Ihr in Kürze hier im Blog lesen könnt.

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