Requisiteure sorgen für magische Momente in Disneyland Paris

Die Werkstatt magischer Requisiten

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Eine lustige Geisterfigur auf einem Gebäude an der Main Street U.S.A. in Disneyland Paris
Halloween-Requisiten auf der Main Street U.S.A.

Wart Ihr schon einmal zur Halloween-Saison oder anderen Events in einem der Disney Parks? Wenn ja, dann werdet Ihr über all die tollen Requisiten gestaunt haben, welche das Event ausmachen. Zu Halloween sind das zum Beispiel unzählige Kürbisse und Geister, Hexenhüte auf den Laternen oder herbstliches Laub an den Fassaden und Balustraden der Gebäude. Und auch die Shows und Paradewagen müssen jedes mal entsprechend ausgestattet werden. Richard Vallet ist Requisiteur in der hauseigenen Dekorations-Werkstatt des Disneyland Paris. Er erzählt Euch, warum sein Job so wichtig ist für das Gelingen einer guten Halloween-Deko.

Richard Vallet als kreativer Handwerker in Disneyland Paris

Richard Vallet hat bereits ab dem Alter von 17 Jahren als Bühnenarbeiter in mehreren Pariser Theatern gearbeitet. 1992 ist er zu Disney gekommen und hat dort ebenfalls als Bühnenarbeiter begonnen. In dieser Rolle hat er schon bald angefangen zwischen den Shows die Requisiten zu reparieren. Schnell erkannte man die Wichtigkeit dieser Tätigkeit und bildete eine neue Abteilung: Die Dekorations-Werkstatt, welche für die Gestaltung und Reparatur all der täglich genutzten Show-Requisiten und sonstiger Dekoration zuständig ist.

Die Angestellten in der Dekorations-Werkstatt sind dafür zuständig das darzustellen, was sich beispielsweise Show-Direktoren oder andere Verantwortliche für Events und Gestaltung der Parks ausdenken. Für Vallet und seine Kollegen eine tägliche Herausforderung, denn all die Accessoires und Requisiten müssen eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. Der Gegenstand muss leicht sein und dennoch haltbar. Er muss glaubhaft gestaltet werden, einfach zu bedienen sein und trotzdem aussehen wie aus einem Film entsprungen. Ist die Requisite erstmal fertig, endet es damit aber noch lange nicht. All die Dinge, welche Vallet und seine Kollegen erschaffen, müssen rund ums Jahr begutachtet und bei Bedarf repariert werden. Nur so sind sie für den nächsten Gebrauch wieder startklar.

Zu Halloween braucht es mehr Requisiteure

Das ganzjährig aktive Team von Richard Vallet besteht aus 20 Requisiteuren, welche sich um all die kleinen und großen Accessoires fürs Auge kümmern. Doch zu einer so umfangreichen Saison wie Halloween erweitert das Disneyland Paris dieses Team zeitweise noch einmal um bis zu zehn Mitarbeiter. Diese haben dabei die unterschiedlichsten Professionen: Polsterer, Näherinnen oder Puppenmacher. Jeder hat sich spezialisiert auf eine Fach, um die Perfektion in allen Bereichen zu erreichen. Richard Vallet hat in seiner Zeit dort bereits viele Bereiche abgedeckt und somit viele neue Fähigkeiten erworben wie beispielsweise das Modellieren, Lackieren, Bildhauern oder Bemalen. Diese Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln, ist das, was Vallet an seiner Arbeit in Disneyland Paris so sehr liebt.

Dank dieser Fähigkeiten hat er beispielsweise Requisiten für die Geistfiguren der Main Street U.S.A. oder für die Kürbisfiguren im Frontierland gestaltet. All die Hüte, Sonnenbrillen oder sonstige Accessoires stammen aus der Handarbeit von Richard Vallet. Besonders stolz ist er auf die Funkins, kleine Kürbisköpfe mit vielen kleinen Details, die Euch zu Halloween begeistern sollen. Zudem musste er mit seinem Team all die aufwendigen Girlanden gestalten, welche jeweils aus mehr als 300 verschiedenen Einzelteilen bestehen.

Übrigens: Wenn Ihr wissen wollt, was Euch an Dekoration zur Halloween Saison erwartet, schaut einmal hier nach.

Wie entstehen die einzelnen Requisiten eigentlich?

Die Ideen stammen meist von den Show-Direktoren und werden dann von den Stenographen detailgenau verbildlicht. Diese Vorlagen bekommen die kreativen Gestalter in der Dekorations-Werkstatt dann, um daraus die entsprechende Requisite zu fertigen. Wenn der Prozess der Herstellung erst einmal gestartet ist, kommen die Stenographen wieder hinzu. Das plastische Gebilde gibt ihnen so die Möglichkeit für weitere kreative Momente. Oft werden dann noch einmal Kleinigkeiten geändert, wie zum Beispiel der Farbton.

Zum Erstellen der Requisite nutzen Richard Vallet und seine Kollegen viele verschiedene Materialien, wie zum Beispiel Holz, Metall, Kunstharze oder Faserstoffe. Besonders beliebt sind Schaumstoffe in diverser Konsistenz. Diese sind oft leicht und gut formbar. Auch die Dichte ist unterschiedlich. So werden verschiedene Bestandteile der Requisite geformt, dann zusammen geklebt oder gesteckt und letztlich bemalt. Für die Kürbisfiguren im Frontierland nutze das Team beispielsweise auch Holzlatten, da diese unterschiedliche Maserungen haben und so viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten bieten, solange das Objekt nicht ins Wasser muss.

Jede Requisite benötigt Zeit und Arbeitskraft

Vallet und sein Team arbeiten ständig an neuen Requisiten. Manchmal benötigt die Fertigung eines Stückes nur wenige Tage und lässt sich von nur einem Requisiteur herstellen. Andere Dinge benötigen teils mehrere Wochen oder Monate und es sind auch schon einmal mehrere Cast Member daran beteiligt.

Beispielsweise der Kürbismann, der so echt wie möglich aussehen sollte und daher auch echte Kleidung bekommen hat. Gar nicht so einfach, immerhin wurde er aus einem Kunstharz geformt. Wenn dieses einmal trocken ist, lässt sich nicht mehr viel daran ändern. Daher mussten immer wieder einzelne Requisiteure die Kleidung entsprechend festhalten, bis das Material getrocknet war, damit alles bis ins Detail perfekt umgesetzt werden konnte.

Tick, Trick und Track sind bei der Halloweenparade in Disneyland Paris als Teufelchen verkleidet

Das Team muss die fertige Requisite aber nicht nur immer wieder reparieren. Während der Nutzung kommen oft auch neue Ideen auf, wie man die einzelnen Accessoires noch einmal verbessern oder verändern kann. Einzelne Stücke, die täglich genutzt werden, können zum Beispiel in ihrer ersten Form zu schwer oder unhandlich sein. So wurden beispielsweise die Forken von Tick, Trick und Track, benutzt während der Halloween Parade, in zweiten Jahr noch einmal verändert. Sie wurde mit Kunstharz neu und wesentlich leichter gestaltet, sodass die Charaktere sie besser einsetzen können.

Disney Filme als wichtige Vorlage für die Requisiten

Vallet nutzt gerne die Inspiration von Disney Filmen, um eine perfekte Requisite zu erstellen. Denn die Figuren oder Szenen in Aktion zu sehen gibt ihm viele Ideen, um die Dekoration möglichst greifbar zu gestalten.

So musste beispielsweise Jack Skellington’s Hund Zero aus The Nightmare before Christmas einerseits fast transparent und durchscheinend wirken. Dennoch brauchte diese Figur andererseits einen feste Gestalt. Hierfür musste Vallet mit vielen Draht- und Alu-Konstruktionen arbeiten. Hinzu kamen feine Schnitzarbeiten wie für die kürbisartige Nase.

Eine Saison wie Halloween fordert die Requisiteure besonders

Richard Vallet und sein Team arbeiten zwar das ganze Jahr an den Requisiten, doch besonders solch eine großartige Saison wie Halloween fordert die Cast Member in allen Bereichen heraus. So arbeiten die Requisiteure stark mit den Teams anderer Bereiche zusammen. In drei harten Wochen der Installation integrieren sie alle Dekorationen, beispielsweise auch in Verbindung mit den Lichtarrangements, in die Gestaltung des Parks. Dabei müssen die Cast Member oft nachts arbeiten, da während des Betriebes größere Aktionen schlecht umsetzbar sind.

Hinzu kommen intensive Reparaturen, auch während der Saison. Da viele Gegenstände beispielsweise aus Metall gefertigt sind und täglich den gerade im Herbst nicht immer seichten Witterungen ausgesetzt sind, muss oft nachgebessert werden. Denn trotz einer witterungsfesten Patina setzen Rost und Verschleiß den Requisiten immer wieder zu. Größere Reparaturen sind dabei mit Hauptaugenmerk versehen und werden wenn möglich schon im Vorfeld oder auch nachts getätigt. Diese Art des Arbeitens fordert den Requisiteuren viel Flexibilität ab. Kleinere Korrekturen werden dann im Nachhinein oder bei Tag getätigt.

Gerade in diesem Jahr, so betont Vallet, lege man besonders viel Wert auf eine üppige Dekoration. Also noch mehr Arbeit für die tüchtigen Menschen im Hintergrund.

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