Christoph Zbinden – Mayor der Main Street U.S.A., Teil 2 – Cast Member Interviews

Weiter geht es mit Teil unseres Interviews mit Christoph Zbinden – Teil 1 könnt Ihr hier finden

Torsten: „Du hast schon erwähnt, dass Du ursprünglich in einer Bank in der Schweiz gearbeitet hast, Du hast ja auch im Banksektor gelernt. Das ist doch ein ganz anderer Beruf, als das was Du heute machst. Wie hast Du den Weg gefunden von einer eher ernsten, ’seriösen‘ Arbeit in einer Bank zur Arbeit an einem lustigen, fröhlichen Ort wie dem Disneyland Paris?“

Christoph: „Ich habe nach der Schule die Ausbildung zum Bankkaufmann in der Schweiz gemacht, nach der Schule musste ich natürlich erst einmal was ‚richtiges‘ lernen. Und ich habe alles in allem dann 6 Jahre in dem Bereich gearbeitet. Aber dann hatte ich das Gefühl, dass ich einmal was anderes tun müsste, etwas anderes von der Welt sehen wollte, wo anders hingehen musste. Ich kam dann das erste Mal, als Besucher, im Sommer 2004 hierher, mit meinem Neffen. Und es war magisch, ich liebte es, aber ich habe mir zunächst keine Gedanken darüber gemacht, ob ich hier gerne arbeiten würde. Aber ein paar Wochen nachdem ich nach Hause zurückkam, sagte eine sehr gute Freundin von mir, direkt nachdem sie auch hier gewesen war: ‚Christoph, das wäre der perfekte Job für Dich!‘ Und als sie das sagte, dachte ich mir, das ich mir das doch einmal anschauen sollte. Und dann habe ich erst einmal im Internet recherchiert, wie das so ist, als Cast Member zu arbeiten.Das rosafarbene Kostüm der Gallery Mickey im Disneyland HotelKurze Zeit später wurde ich als Debütant für den Wiener Opernball ausgewählt – ich liebe das Tanzen, und es ist schon sehr schwer, es zu schaffen, als Debütant für den Opernball ausgewählt zu werden, vor allem als jemand, der nicht aus Österreich kommt. Und da habe ich mir dann gedacht: Wenn ich das schaffe, kann ich eigentlich alles schaffen und tun, wenn ich es nur genug möchte. Und dann habe ich mich bei Disney beworben und wurde im Frühjahr 2005 nach München zu einem Casting eingeladen und so fing ich dann im September 2005 an, hier zu arbeiten.
Meine Laufbahn hier habe ich dann, hier direkt um die Ecke, in der Gallery Mickey im Disneyland Hotel begonnen, in einem rosafarbenen, wunderbaren [lacht] Kostüm, als Verkaufsassistent. Ich habe dann ungefähr ein Jahr lang hier gearbeitet, bevor ich zu Guest Relations gewechselt bin, was von Anfang an der Job war, in dem ich arbeiten wollte und seitdem habe ich in dem Bereich in vielen verschiedenen Jobs gearbeitet.“

Aus einem Jahr werden 8 – und mehr

Torsten: „Als Du hier angefangen hast, ging es Dir also zunächst darum, wirklich mal etwas anderes zu machen – und nun bist Du seit 8 Jahren Cast Member. War das von Anfang an geplant, oder hattest Du zunächst geplant, nur eine Saison oder so zu bleiben?“

Christoph: „Zunächst war mir klar, dass ich für mindestens 12 Monate würde hier bleiben wollen, denn es wäre den Aufwand nicht wert gewesen, für weniger als 12 Monate aus der Schweiz umzuziehen, den Job dort aufzugeben, den ganzen bürokratischen Aufwand zu betreiben usw. Außerdem war ich in der Schweiz zu der Zeit noch in der Armee und ich musste entweder für mindestens 12 Monate ins Ausland gehen, oder, wenn ich kürzer gegangen wäre, hätte ich am jährlichen Armeedienst in der Schweiz teilnehmen müssen.
Und ich habe mir dann gesagt, wenn ich es mag, dann möchte ich zumindest 3 Jahre hier bleiben und dann weiter sehen. Wenn ich im Herbst 2008 immer noch Freude an der Arbeit hier haben würde, dann plante ich mir Gedanken zu machen, ob ich viel länger hier würde leben und arbeiten wollen oder ob ich zurück in die Schweiz gehen würde, denn 3 Jahre war der maximale Zeitraum, nach dem ich noch wieder den Einstieg in den Bankberuf hätte finden können, heute könnte ich nicht mehr als Bankangestellter arbeiten. Ich könnte höchstens noch eine Bank in der Main Street U.S.A. aufmachen und dort zusammen mit Mr. Banks aus Mary Poppins arbeiten“ [lacht].

Torsten: „Also planst Du jetzt, noch viel länger hier zu bleiben?“

Christoph: „Ja, in jedem Fall!“

Torsten: „Dann wirst Du irgendwann an Deinem Namensschild einen Pin für 20 Jahre oder 25 Jahre Arbeit im Disneyland Paris tragen?“

Christoph: „Das hoffe ich doch! Aktuell trage ich den 5-Jahre Pin und ganz sicher werde ich zumindest in 2 Jahren meinen 10-Jahre-Pin tragen. Und auch hoffentlich noch mehr. Die werden mich hier nicht mehr los.“ [lacht, Mathias lacht noch lauter]

Torsten: „In 8 Jahren erlebt man viele Veränderungen, so ging es Dir in Deiner Zeit hier sicher auch. Gibt es etwas, das verschwunden ist, das Du besonders vermisst? Oder auch zurückgehend bis ins Jahr 2004, als Du das Disneyland Paris zum ersten Mal besucht hast.“

Christoph: „Etwas, das ich vermisse? Ja! Das Visionarium. Als ein Fan muss ich einfach sagen: Das Visionarium. Klar, Buzz Lightyear ist eine großartige Attraktion, aber das Visionarium ist etwas, was ich als Attraktion vermisse, aber zum Erbe Walt Disneys gehört es auch, dass wir uns weiterentwickeln müssen, mit neuen Technologien – das gehört dazu. Und dann kamen natürlich auch andere neue Attraktionen und Shows.“

Torsten: „Das Visionarium wird ja wirklich von vielen Fans vermisst.“

Christoph: „Ja, klar, aber Captain EO kam ja auch wieder, für eine andere Gruppe von Fans.“

Mathias: „Vielleicht eines Tages [lacht], wenn wir die Daumen drücken.“

Christoph: „Ja, wir sollten die Daumen drücken!“

Vom Opernball über das Schauspiel zum Onstage im DLP

Torsten: „Du hast ja gerade schon erwähnt, dass Du Debütant beim Wiener Opernball warst. Außerdem hast Du in der Schweiz ja auch in einer Laien-Schauspielgruppe mitgespielt. Wenn Du in Deinem Job im Disneyland ‚On Stage‘ bist, gibt es ja eine gewisse Verbindung zum Schauspiel, allerdings weniger zum Tanz. Aber es gibt ja ein paar Bereiche im Disneyland Paris, in denen Du einen Bezug zu beidem hättest, wie Paraden, Shows etc. Hast Du Dir schon mal überlegt, eine Zeit lang in diesen Bereich zu wechseln oder zumindest mal an einer Parade oder Show teilzunehmen?“

Christoph: „Also, nicht ernsthaft über eine Karriere in dem Bereich, aber ich würde mir das sehr gerne mal für eine kurze Zeit ansehen, ich war auch schon mal einen Tag oder so in der Abteilung und habe es mir angesehen, aber konnte natürlich nicht wirklich mitmachen, weil ich natürlich kein professioneller Tänzer bin, aber ich kann immer noch privat als Hobby tanzen – und Wien ist auch nicht so weit von hier – ich fahre da fast jedes Jahr hin.“

Torsten: „Und ab und an Square Dance im Billy Bob’s?“

Christoph: „Na ja, Square Dance ist nicht wirklich Teil meines Repertoires [lacht]. Da liegen meine Interessen dann doch eher im klassischen Bereich.“

Torsten: „Ein anderes Hobby von Dir ist das Reisen – und Du bist ein Disney-Fan. Ich denke, da liegt die Frage auf der Hand, ob Du es auch schon in die anderen Disney Parks weltweit geschafft hast.“

Christoph: „Ja. Ich hatte das Glück, Walt Disney World bereits 1997 zu besuchen, also deutlich, bevor ich überhaupt im Disneyland Paris war. Und seit ich hier arbeite war ich schon einige weitere Male in Florida. Ich habe auch Disneyland in Kalifornien besucht, was für mich ein ganz besonderer Moment war, weil es das Original ist. Letztes Jahr habe ich auch eine Kreuzfahrt mit der Disney Cruise Line in der Karibik gemacht. Aber leider war ich noch nie in Asien, in Tokyo oder Hongkong. Aber das steht auf meiner To-Do-Liste“

Christophs Wunsch an die Fee

Torsten: „Wir sitzen hier ja im Café Fantasia in das von seiner Atmosphäre her sicher auch die elegante blaue Fee aus Pinocchio gut passen würde – jetzt lass‘ mal Deine Fantasie spielen und stell Dir vor, diese Fee würde in diesem Moment auf Dich zukommen und Dir sagen: ‚Christoph, ich gewähre Dir einen Wunsch. Mit einem Wink meines Zauberstabes kann ich direkt eine Attraktion aus einem Disney-Park Deiner Wahl hier ins Disneyland Paris bringen. Welche möchtest Du haben?'“

Christoph: „Hmm, also, das würde das Carrousel of Progress sein. Das ist meine liebste Attraktion. Einerseits, weil es eine von Walts Attraktionen ist, es geht auch um Geschichte, ich finde Geschichte zum Anfassen toll, das ist auch ein Grund, warum ich die Main Street so liebe. Deshalb würde ich diese Attraktion aussuchen auch wenn ich viele andere Attraktionen auch toll finde. Zum Beispiel soll ja auch das Cars Land großartig sein, aber ja, es wäre das Carrousel of Progress. Und dazu kommt, die Cast Member dort tragen dasselbe Kostüm wie wir in der City Hall, also nicht das Tour Guide Kostüm, aber das grau-gelbe Kostüm ist fast identisch mit dem, das man in der allerersten Szene des Carrousel of Progress, der Szene aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert, sieht.“

Torsten: „Du könntest Dich also jederzeit in die Szene einschmuggeln“

Christoph: „Ja, ich könnte die Szene fortsetzen.“ [lacht]

Was macht es so besonders, ein Cast Member zu sein?

Torsten: „Man sieht Dir wirklich an, dass es für Dich die richtige Entscheidung war, Cast Member zu werden, wenn Du darüber sprichst, hast Du richtig ein Leuchten in Deinen Augen, und Du bist fröhlich, wenn Du davon erzählst, Du scheinst den Beruf zu lieben. Was macht es denn so besonders im Vergleich zu anderen Berufen?“

Christoph: „Nun, auch als ich noch am Bankschalter gearbeitet habe, hatte ich Freude an der Arbeit mit den Kunden. Ich habe meinen Kollegen immer gesagt: ‚The Show must go on‘, auch wenn man mal einen schlechten Tag hatte – dennoch muss man versuchen immer zu lächeln und freundlich zu sein, so wie auch hier. Aber das was es hier so besonders macht, bei der Walt Disney Company, ist, wie wir unsere Geschichte leben und weiterleben. Wir sind nicht irgendetwas, das vor ein paar Jahren gegründet wurde nur um damit Geld zu verdienen, wir sind ein Unternehmen, dass 1923 gegründet wurde, ein Unternehmens das Teil von so vielen wichtigen Dingen in den letzten fast 100 Jahren war, deshalb ist es auch die Ehre, der Stolz, ein Teil davon zu sein.“

Im 3. und abschließenden Teil des Interviews, den Ihr demnächst in unserem Blog lesen werdet, erfahrt Ihr mehr über das Leben als Cast Member, die Freizeitgestaltung als Cast Member und vieles mehr!

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