Bob Iger ist zurück! – Doch für wie lange?

| Bob ChapekRobert IgerWalt Disney Company

Eigentlich war es bereits beschlossene Sache: Robert A. Iger übergab Anfang dieses Jahres seinen Posten als CEO bei Disney an Bob Chapek. Fortan sollte Iger bis Ende seines Vertrages im Jahr 2021 in beratender Funktion für den neuen CEO einen reibungslosen Übergang gewährleisten. Die neue Situation durch Covid-19 mit Einbrüchen für den Konzern in allen Bereichen veranlasst ihn jedoch zu einer Rückkehr in alte Aufgabenbereiche.

Ruhestand in Sicht

Bob Iger leitete das Unternehmen über mehr als 15 Jahre und plante in dieser Zeit mehrmals seinen wohl verdienten Ruhestand. Diesen verschob er zuletzt bei der Übernahme und Integration der Inhalte von 21Century Fox, da er diese Aufgabe nicht einem neu ins Amt startenden CEO vorsetzen wollte. Als nun dieser Deal unter Dach und Fach war und auch Disney Plus erfolgreich in den USA an den Start gegangen war, sah Iger den richtigen Zeitpunkt, dieses große Amt abzugeben. Der bereits seit langem als Favorit für die Nachfolge geltende Bob Chapek übernahm am 25. Februar 2020 offiziell die Nachfolge von Iger. Mit Chapek trat ein erfahrener Disney Veteran ins Amt, der mit der Leitung des Bereiches Parks, Experiences and Products bereits einen wichtigen und verantwortungsvollen Bereich des Unternehmens leitete.

Für Iger war mit Ende seines im Dezember 2021 auslaufenden Vertrages der Ruhestand endlich in greifbare Nähe gerückt . Doch veränderte Situationen erfordern verantwortungsbewusste Entscheidungen!

Corona wirft alles um

Wie nahezu jedes Unternehmen auf der Welt hat auch Disney mit der Corona-Krise zu kämpfen. Seit dem Auftreten des Virus schloss in den vergangenen Monaten ein Park nach dem anderen, bis am 14. März dieses Jahrs auch die letzten Themenparks betroffen waren. Auch die Kreuzfahrtlinie Disney Cruise stellte den Betrieb vorläufig ein. Zudem mussten die Kinostarts vieler Filme verschoben werden, da weltweit auch die Kinos ihre Pforten schließen mussten. So wurden beispielsweise der im April geplante Start von Mulan und der im Sommer geplante Start von Jungle Cruise (letzterer sogar um ein ganzes Jahr) verschoben. All das ist für Disney natürlich verbunden mit finanziellen Einbußen. Eine enorme herausfordernde Situation für einen neuen CEO. Ein guter Grund für Iger, wieder in die Bresche zu springen und Chapek mit dieser Mammut-Aufgabe nicht alleine zu lassen.

Iger als Feuerwehrmann

Im Sport kennt man diese Situationen, in denen ein neuer Trainer ins Amt kommt, um den Verein wieder nach vorne zu bringen, als Feuerwehreinsatz. So läuft es gewissermaßen jetzt auch bei Disney, wo man sicherlich davon profitiert, dass Iger noch nicht ganz weg war und seinen Posten erst vor Kurzem geräumt hat. Bob Iger selbst berichtet in einem Interview mit der New York Times, dass er in dieser schweren Zeit wieder mehr Aufgaben übernimmt, nämlich die des eigentlichen CEOs. Hier geht es in erster Linie darum, den finanziellen Schaden so gering wie möglich zu halten. Eine Devise, mit der sich nicht zuletzt Chapek bei vielen Disney Fans weniger beliebt gemacht hat. Immerhin wurde dieser aufgrund von zahlreichen Sparmaßnahmen auch als Bob Cheapek bezeichnet.

Iger hingegen bringt eben das mit, was in solch einer Situation sicherlich von großer Wichtigkeit und strategischer Wirksamkeit ist: Den Überblick und das detaillierte Wissen über alle Unternehmensbereiche, wie sie nur ein erfahrener CEO haben kann. Auch deshalb ist es jetzt an ihm, das Unternehmen durch diese Krise zu bringen und mit Blick in die Zukunft für mögliche weitere Pandemien zu rüsten. Disney soll auch in solchen Zeiten die Menschen unterhalten und zusammenführen. Mit Disney Plus gibt es da ein wichtiges Puzzelteil.

Sicherlich werden Iger und Chapek eng zusammenarbeiten. Doch ist es an Iger, bevorstehende Personalkürzungen in den sinnvollen Bereichen durchzuführen. Auch wird vermutet, dass er überlegt, veraltete aber kostenintensive Produktionsformate, wie Pilotfilme an den Nagel zu hängen. Mit seiner Kreativität wird Iger hier sicherlich noch einmal einen wichtigen Dienst für das Unternehmen leisten.

Rückkehr bleibt eine Ausnahme

Die Rückkehr von Bob Iger in die Aufgabenbereiche des CEOs bleibt eine zeitlich begrenzte Ausnahme. Immerhin behält Bob Chapek den Titel und wird letzten Endes in dieser Phase lediglich von Iger in sinnvoller Weise in seinem Amt unterstützt. In Anbetracht dessen, dass Igers Vertrag noch bis Ende 2021 läuft und auch die Pandemie irgendwann ein Ende haben wird, bleibt beiden genügend Zeit, den ursprünglich geplanten Weg, aber eben mit Verzögerung, zu gehen.

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