Die Buffalo Bill’s Wild West Show – Die Geschichte des Disney Village Teil 4

Die Buffalo Bill’s Show – Highlight und Kernstück vom Festival Disney und Disney Village

Die Geschichte von Buffalo Bill’s Wild West

So wie von der generellen Notwendigkeit eines Unterhaltungskomplexes als Kernbestandteil des Resorts, war Michael Eisner auch davon überzeugt, dass es eine große Abendshow geben sollte – die „Buffalo Bill’s Wild West Show“.

Ein Original-Plakat der ursprünglichen Buffalo Bil's Wild West Show, die in Paris aufgeführt wurde

Ein Original-Plakat der ursprünglichen Buffalo Bil’s Wild West Show, die in Paris aufgeführt wurde

Werbeplakat für die Buffalo Bill's Show, das die Kunstschützin Annie Oakley zeigt

Werbeplakat für die Buffalo Bill’s Show, das die Kunstschützin Annie Oakley zeigt, die wichtiger Bestandteil ist

Die Buffalo Bill’s Wild West Show basiert auf der real existierenden Show von William Cody, der unter dem Namen Buffalo Bill bekannt geworden ist.
Cody tourte bereits ab 1872 als Darsteller in der Show „The Scouts of the Prairie“ durch die USA und gehört 10 Jahre zu deren Ensemble, bevor er 1883 seine eigene Show „Buffalo Bill’s Wild West“ gründete – die Premiere wurde in North Platte, Nebraska gespielt.
Zunächst reiste Cody mit der Show durch die USA, kurze Zeit darauf gab es auch den ersten Abstecher nach Europa, zunächst 1887 nach Großbritannien zu den Feierlichkeiten zum Thronjubiläum von Königin Victoria und danach auch auf den europäischen Kontinent.
Nach Paris kam die Show erstmals 1889 anlässlich der Weltausstellung, von wo aus sie weiter nach Südfrankreich, später nach Spanien, Italien und abschließend nach Deutschland und Österreich-Ungarn zog.

Weitere Tourneen nach Europa folgten 1891, 1892, 1902, 1904, 1905 und 1906. Auf diesen Tourneen stattete die Show 1905 Paris einen weiteren Besuch ab.
Die Tourneen nach Europa glichen logistischen Mammutaufgaben: 700 Männer & Frauen sowie 500 Pferde, von der ganzen Ausstattung an Kostümen, Schmuck, Requisiten, Wagen etc. ganz zu schweigen wurden auf 16 Schiffen nach Europa verfrachtet. Die Show besuchte bei ihrer Tournee im Jahr 1905 140 Städte und reiste in den ca. 20 Jahren ihres Bestehens nahezu 500.000 Kilometer umher.
Neben William F. Cody waren die bekanntesten unter den weiteren Darstellern Annie Oakley und, als größte Sensation, der Indianer-Häuptling Sitting Bull, der allerdings nur in der Saison 1885 auftrat und damit zu keinem Zeitpunkt mit der Show nach Europa reiste.
Das Gastspiel 1905 in Paris, unter dem Eiffelturm, diente schließlich als Inspiration für die Neuauflage der Show im Festival Disney.

Die Buffalo Bill’s Show im Festival Disney

Michael Eisner als Initiator der Show

Michael D. Eisner wollte inmitten von Disneyland Paris ein Zeichen setzen und das größte Schauspiel aller Zeiten in einem durch seine Modernität provozierenden Ort, der vom postmodernen Architekten Frank O. Gehry entworfen wurde, neu inszenieren.
Buffalo Bill, Annie Oakley mit ihren Pferden und Bisons sind nun zum vierten Mal in Paris und erzählen die Kultur des Westens, des Sports, der Rodeos […]
Alle Schauspieler sind echte Cowboys, echte amerikanische Indianer, die in ein und demselben Schauspiel vereint sind. Die Wiederaufführung zeigt so auch das multikulturelle Amerika von heute. Diese Show stellt uns das Amerika vor, von dem alle Europäer träumen. (Jean Luc Choplin, künstlerischer Leiter)

Die Buffalo Bill’s Wild West Show im Disney Village findet in einer großen Arena statt, die Platz für 1000 Zuschauer bietet.
Schon beim Betreten des Pre-Show-Bereichs mit Bar, kleiner Bühne, Fotolocations etc. wird man mit Erhalt der Platzkarte einer von 4, farblich getrennten Ranches, zugeteilt, die man später bei den Rodeo Games der Show unterstützt.

Ablauf der Show

Concept Art zur Buffalo Bills Show, die den Eingangsbereich der Pre-Show-Area zeigt

Concept Art zur Buffalo Bills Show, die den Eingangsbereich der Pre-Show-Area zeigt

Die Show selbst beginnt wie die Original-Show mit einer Einführung durch einen Darsteller, der die Rolle von Auguste Durand-Druel verkörpert, einem berühmten Impressario des Paris der 1890-er Jahre, der die Reiter & Darsteller der Show vorstellt und begrüßt und dann natürlich zum großen ersten Auftritt von Buffalo Bill überleitet.
Die folgende Show bietet alles, was man vom Wilden Westen erwartet.
Nach der Vorstellung des großen Bufallo Bill betritt auch die Meisterschützing Annie Oakley (die später auch eine Schießwettbewerb veranstaltet) die Arena und danach der berühmte Sioux-Häuptling Sitting Bull, Sieger über General Custer in der Schlacht vom Little Big Horn.
Dann sieht man Cowboys mit ihrer Viehherde durchs Land ziehen. Ab und an brechen davon welche aus. Kaum hat es einer der echten Kerle mit seinen Lasso wieder eingefangen bricht die Nacht herein, und die Cowboys am Lagerfeuer schlafen ein, während danach die Indianer aktiv werden und ihre Art des Lebens mit den Bisons präsentieren.
Sie bereiteten sich mit einem rituellen Tanz ums Feuer auf die Jagd vor. Kurz darauf stürmt eine Herde wilder Bisons in die Arena und wird von den Indianern verfolgt.
Als es wieder Tag wird, kommt eine Postkutsche daher. Doch was ist das? Banditen überfallen die Postkutsche. Eine wilde Schießerei beginnt und erst die anrückende Kavallerie kann die Gäste der Kutsche retten.

Titelblatt des offiziellen Programmheftes der Show

Titelblatt des offiziellen Programmheftes der Show

Auch Rodeo-Spiele dürfen nicht fehlen, wie oben beschrieben, werden hier die Zuschauer aktiv – nicht nur durch motivierendes Jubeln für die eigene Ranch, sondern auch beim Medizinball-Spiel sowie durch aktive Beteiligung an einem der Wettbewerbe, der am Ende über den Gewinn des Spiels entscheidet.

Während der Show wird eine typische Cowboy-Mahlzeit serviert. Es gibt Chili con Carne, gegrilltes Barbecue Hühnchen, Spare Ribs und Würstchen. Als Beilage Kartoffel, Maisbrot, Nachos und einen Maiskolben. Zum Nachtisch gibt es heißen Apple-Crumble mit Vanilleeis. Dazu Cola und Bier sowie Kaffee – außer Cola und Bier alles in stilechtem Blech-Geschirr serviert.

Seit 2009 weicht die Show allerdings von ihrer ursprünglichen Ausrichtung, nahe an der Original-Show gehalten zu sein deutlich ab, da nun „Mickey and Friends“ an der Show beteiligt sind. Das sorgt für einige humoristische Einlagen und natürlich freuen sich die Fans der Charaktere, aber es bleibt natürlich Geschmackssache, ob man diese Version oder eher die originalgetreue Variante bevorzugt.

Impressionen aus der Show

(c) einiger Bilder aus dieser Artikelserie: Disney / Euro Disney SCA

Literaturauswahl zum Thema:
Connaisance des Arts. (Hors Serie) Euro Disney Special Issue. Paris 1992.
Eisner, Michael: Work in Progress. New York 1998.
Lainsbury, Andrew: Once upon an American dream. The Story of Euro Disneyland. Lawrence, Kansas 2000.
McNenly, Linda: Native Performers in the Wild West Shows: From Buffalo Bill to Euro Disney. Oklahoma City 2012.

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