Verschiebt Disney den Start von Disney+ zum Schutz der Internet-Infrastruktur?

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Für viele von uns ist die Vorfreude auf den Start von Disney+ groß, verspricht der neue Streamingdienst doch Disney Magie für zu Hause, in Zeiten von bereits bestehenden oder drohenden Ausgangssperren und dringend einzuhaltenden Empfehlungen, möglichst alle Sozialkontakte zu Menschen, die nicht im eigenen Haushalt wohnen, einzustellen.

Französische Regierung fordert Verschiebung von Disney+

Die französische Regierung hat Disney nun allerdings aufgefordert, den in Frankreich ebenfalls für den 24.3.20 geplanten Start seines Streamingdienstes zu verschieben, um das französische Netz zu entlasten, gerade in Zeiten, in denen mehr Kapazitäten als üblich dringend für Home Office, Videokonferenzen etc. benötigt werden.

Noch keine Stellungnahme von Disney

Von Disney lag zu dieser Forderung zum Zeitpunkt dieses Artikels noch keine Stellungnahme vor.

Während die französische Regierung die Verschiebung des Startes fordert, hatten viele Vorbesteller Disney bereits um einen früheren Start gebeten, um sich die Zeit besser vertreiben zu können. Hier hatte Disney bereits verlauten lassen, dass man diese Wünsche zwar verstehen könne, aber keine Möglichkeit dazu habe.

In den USA hat Disney allerdings zum Beispiel die Veröffentlichung von Frozen 2 vom 26. Juni auf den vergangenen Donnerstag vorverlegt und auch der gerade erst in den Kinos angelaufene Film Onward wird dort in Kürze bei Disney+ zur Verfügung stehen. Ob das auch in Deutschland der Fall sein wird, gab Disney+ bisher nicht bekannt.

Disney+ stellt seine deutsche Oberfläche vor

Oberfläche von Disney+ in der deutschen Version

Gerade gestern hatte Disney die Oberfläche von Disney+ in der deutschen Version vorgestellt. Außerdem wurden Details zum Ausstrahlungsrhythmus der Disney+ Originals Serien bekanntgegeben.

Austrahlungsrhytmus für The Mandalorian & The Clone Wars

So sollen zum Start des Senders direkt die beiden ersten Folgen der langerwarteten Star Wars Serie „The Mandalorian“ vefügbar sein, die dritte Folge soll bereits am 27. März folgen und ab dann jeden Freitag eine weitere Episode.

Die finale Staffel von „Star Wars: The Clone Wars“, die exklusiv auf Disney+ zu sehen sein wird, soll nach aktuellem Stand mit zwei Folgen starten, ab 27. März sollen weitere zwei Folgen pro Freitag folgen, bevor die Serie dann simultan zur US-Ausstrahlung ab dem 17. April eine weitere Folge bekommt.

Disney verfolgt also, wie man an diesen Veröffentlichungen erkennen kann, seinen Plan konsequent und zum aktuellen Zeitpunkt deutet nichts auf eine Verschiebung hin. Mehr Details zu Disney+ könnt Ihr in diesem Artikel finden.

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Weitere Eindrücke von der Disney+ Oberfläche

Netflix, Amazon Prime Video & Youtube reduzieren Bitraten und Qualität

Bereits gestern hatte sich Netflix nach Beratungen mit der EU-Kommission bereit erklärt, die Bitrate seines Streamings zu verringern, um so 25% seines Traffics einzusparen. Eine zumindest „gute“ Videoqualität solle dennoch weiterhin erreicht werden.
Ebenso hat Youtube nun angekündigt, seine Videos bis auf unbestimmte Zeit, nur noch in max. Standardqualität auszuliefern, um die Internet-Infrastruktur in der EU zu entlasten.
Zuletzt hatte auch Amazon Prime Video bekanntgegeben, seine Streaming-Qualität zu reduzieren.

Während YouTube die Auflösung flächendeckend reduzieren wird, gehe man bei Netflix selektiver vor, so Unternehmenskreise. Netflix werde den Datendurchsatz vom Endgerät, auf dem gestreamt wird, abhängig machen, um jedem Gerät eine angemessene Qualität zu gewährleisten. Wie genau Amazon Prime Video verfahren wird, war zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht klar.

Der Entscheidung vorausgegangen waren mehrere Beratungen zwischen dem zuständigen EU-Kommisar Thierry Breton und Netflix-Chef Reed Hastings.

Druck von EU-Staaten auf die Betreiber

Das geschieht auch unter massivem Druck einiger EU-Staaten. Spanische Regierungsvertreter hatten in den vergangenen Tagen bereits damit gedroht, Streamingdienste, Videoplattformen und Online-Gaming-Anbieter in Spanien zu sperren, wenn die Stabilität der Infrastruktur in Spanien gefährdet ist und, entgegen der Prämisse der Netzneutralität, ggf. für Sicherheit, Behörden und Wirtschaft notwendige Dienste zu priorisieren.

Auch Vertreter der Schweizer Politik hatten schon Abschaltungen der Streamingdienste in der Schweiz öffentlich zur Sprache gebracht.

Ähnliche Diskussionen findet man aktuell auch in Österreich.

Stehen mögliche Einschränkungen in Gegensatz zum Gebot der Netzneutralität?

Die Aufhebung der Netzneutralität, die grundsätzlich die Gleichbehandlung von Daten im Internet vorsieht und es untersagt, Priorisierungen vorzunehmen, darf dann vorübergehend eingeschränkt werden, wenn die Überlastung des Netzes nach objektiv messbaren Kriterien droht und auch kritische Dienste gefährdet wären. Auf diesem Weg könnten nicht-versorgungsrelevante Dienste beschränkt werden.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland ist die Situation nach Aussagen des weltweit größten Internetknotens, DE-CIX in Frankfurt, bisher nicht kritisch. Zwar habe der Datenverkehr in den letzten Tagen um etwa 10% zugenommen, insbesondere bei Videokonferenzen sei ein Anstieg um 50% zu verzeichnen, bei Online- und Cloud-Gaming ein Anstieg um 25%, man sei allerdings gut für weitere Anstiege gerüstet, so DE-CIX.

Mit einem Datendurchsatz von 9,1 Terabit pro Sekunde beim DE-CIX Knoten in Frankfurt wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt.

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