Frollo – Character Safari Teil 13

Frollo aus "Der Glöckner von Notre Dame"Claude Frollo ist eine der Hauptfiguren des Disney Zeichentrickfilms „Der Glöckner von Notre Dame“ und zählt aufgrund seines finsteren Charakters zu den Disney Villains.

Frollo tritt bereits in den ersten Szenen des Films auf, als eine Gruppe Zigeuner nach Paris kommt und von den Stadtwachen vertrieben wird. Eine Zigeunerin flieht mit einem Bündel unter dem Arm. Auf den Stufen der Kirche Notre Dame stellt Frollo die Zigeunerin und entreißt ihr das Bündel, in dem er Diebesgut vermutet. Die Frau stürzt dabei unglücklich und stirbt. Bei genauerer Betrachtung des Bündels bemerkt Frollo, dass es sich nicht um Diebesgut, sondern ein Kleinkind handelt. Er entschließt sich, das missgestaltete Kind im nahegelegenen Brunnen zu ertränken, doch der Erzdiakon bemerkt ihn und hält ihn auf. Um die Tat zu sühnen, erlegt der Geistliche Frollo auf, das Kind wie sein eigenes aufzuziehen. Frollo lässt es daraufhin im Glockenturm von Notre Dame wohnen und gibt ihm den Namen Quasimodo, was auf lateinisch „unvollendet“ bedeutet.
Im Laufe der Jahre konfrontiert Frollo Quasimodo immer wieder mit seinem missgestalteten Aussehen und sperrt ihn mehr oder weniger im Glockenturm ein, weil sein Anblick für die Pariser Bevölkerung unerträglich wäre. Als sein Zögling sich beim Fest der Narren schließlich hinausschleicht und am Ende des Tages am Pranger endet, schreitet Frollo nicht ein, um ihn zu retten, sondern schaut teilnahmslos zu, schließlich hat Quasimodo sich über seine Vorgaben hinweggesetzt und muss nun mit den Konsequenzen leben. Die Zigeunerin Esmeralda hat Mitleid mit dem Angeprangerten und befreit ihn, obwohl Frollo wilde Drohungen gegen sie ausstößt, da es immer noch sein erklärtes Ziel ist, die Zigeuner ein für allemal aus Paris zu vertreiben. Er lässt sie verfolgen, doch Esmeralda kann sich in die Kirche flüchten, wo sie Asyl genießt bis Quasimodo ihr zur Flucht verhilft. Als Frollo davon erfährt, ist er außer sich vor Wut. Diese Wut wird noch dadurch verstärkt, dass er Gefühle für die Zigeunerin entwickelt hat, die ihn in einen tiefen Gewissenskonflikt stürzen. Dieser innere Konflikt wird im Lied „Hellfire“ eindrucksvoll dargestellt.

Hellfire, beeindruckter Song Frollos in Disney’s Glöckner von Notre Dame


Mit Hilfe einer List möchte Frollo schließlich den „Hof der Wunder“, den geheimen Zufluchtsort der Zigeuner in Paris, finden. Er erzählt Quasimodo, dass es seinen Wachen gelungen wäre, den „Hof der Wunder“ zu finden und ihn am nächsten Tag angreifen würde. Quasimodo fällt auf die List herein und führt bei seiner Suche unbewusst Frollos Wachen zum Zufluchtsort der Zigeuner, sodass das fahrende Volk verhaftet wird. Quasimodo gelingt es sich zu befreien und Esmeralda zu retten, die er ihn sein Quartier im Glockenturm bringt. Frollo verschafft sich Zugang zur Kirche und auf dem Dach kommt es zu einem erbitterten Streit zwischen Vater und Sohn, bei dem die beiden Kontrahenten schließlich vom Dach herabstürzen. Während Quasimodo das Glück hat, von Phoebus, der ein paar Stockwerke tiefer steht, aufgefangen zu werden, stürzt Frollo in den Tod.

Der Disney Film „Der Glöckner von Notre Dame“

„Der Glöckner von Notre Dame“ ist der 34. abendfüllende Zeichentrickfilm aus den Walt Disney Studios. Erschienen ist dieser Film, der auf Victor Hugos gleichnamigem Roman basiert, im Jahr 1996.
Der Film, der im Original „The Hunchback of Notre Dame“ heißt, spielte an den Kinokassen in den USA 100 Millionen Dollar ein, was eine Überraschung war, da dieser Film, im Unterschied zu den meisten anderen Disney Filmen, nicht als kindgerecht zu bezeichnen ist. Dennoch hat er in Deutschland die Altersfreigabe FSK 6 bekommen.
Die von Alan Menken komponierte Musik wurde 1997 für den Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert, konnte sich dort allerdings nicht durchsetzen.

Es handelt sich um einen der düstersten Filme aus dem Hause Disney, was auf der einen Seite sicherlich seinen Erfolg begründet, auf der anderen Seite aber ein ziemliches Wagnis darstellte, gilt Disney doch im Allgemeinen als Produzent familientauglicher Unterhaltung. Die Szenen rund um Frollo sind sicherlich nicht für Kinder geeignet und werden ganz sicher nicht von ihnen verstanden.

Frollo im Disneyland Paris treffen

Im Disneyland Paris kannst Du Frollo bevorzugt während der Halloween Saison treffen, da treibt er gemeinsam mit den anderen Disney Villains sein Unwesen im Castle Courtyard.
Mit etwas Glück läuft er Dir aber auch außerhalb des Oktobers über den Weg. Halte einfach die Augen offen.

Das Vorbild: Victor Hugos „Der Glöckner von Notre-Dame“

Disneys Zeichentrickfilm basiert auf dem im Jahr 1831 erschienen Roman „Notre-Dame de Paris“ aus der Feder Victor Hugos. Mit diesem historischen Roman hat Victor Hugo sicherlich eines der bedeutendsten Werke der französischen Literatur geschaffen. Seit seinem Erscheinen hat dieses Werk zahlreiche Adaptionen erfahren. Mitte der 1990er nahm sich dann die Disney Company dieses Stoffes an und machte daraus einen abendfüllenden Zeichentrickfilm.
Der deutsche Titel des Romans „Der Glöckner von Notre-Dame“ ist etwas irreführend, dreht sich doch nur einer der Handlungsstränge des Romans um den Glöckner Quasimodo. Nach und nach werden die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben und geben ein lebendiges Bild der Stadt Paris im Spätmittelalter ab. Das Ende des Romans ist tragisch: alle Charaktere kommen zu Tode. Esmeralda wird hingerichtet, Quaismodo stürzt Frollo vom Dach der Kathedrale und stirbt schließlich am Grab seiner geliebten Esmeralda. Disney hat diese Szenerie entscheidend abgewandelt und dem Film ein deutlich harmonischeres Ende verpasst: lediglich Frollo sirbt, während Quasimodo und Esmeralda glücklich weiterleben.

Kritik an Disney’s Version im Vergleich zum Original Hugos

An der Version, die die Disney Company im Jahr 1996 geschaffen hat, wird vornehmlich kritisiert, dass die Figuren zu deutlich in gute und böse Charaktere unterteilt sind, was sich so aus der Vorlage Hugos nicht ergibt.
Zwar ist „der Glöckner von Notre-Dame“ sicherlich der düsterste aller bisherigen Disneyfilme, in dem durchaus Themen wie Schuld, Begierde, Lust und Verdammnis thematisiert werden. Allerdings läuft es am Ende doch wieder auf die für Disney typische Moral heraus, bei der das Gute am Ende triumphiert und Esmeralda und Quasimodo überleben.
Natürlich ist die Veränderung der Charaktere aus Disneys Sicht notwendig, um die Moral „Beurteile niemanden allein nach seinem Äußeren“ deutlich zu transportieren, vielen Kritikern geht diese Darstellung aber zu weit, insbesondere gilt dies für Quasimodo. Aber auch Frollo weicht bei Disney deutlich vom Original ab. Zum einen bekommt er eine andere Rolle als im Original zugewiesen, denn während er in Hugos Roman als Erzbischof in Erscheinung tritt, hat ihm Disney die Rolle als Richter zugewiesen, der allerdings ebenfalls sehr religiös ist. In Victor Hugos Version ist Claude Frollo eine deutlich vielschichtigere, tragischere Figur, die keinesfalls durch und durch schlecht oder böse ist. Als Erzdiakon von Notre-Dame hat er Quasimodo aufgenommen, als dieser von seiner Mutter verstoßen wurde, während er in der Disney Version als Mörder von Quasimodos Mutter in Erscheinung tritt. Auch behandelt er seinen Schützling im Original deutlich besser, bringt ihm sogar eine Zeichensprache bei, mit der er sich verständigen kann. Dennoch sieht Frollo Quasimodo auch in Hugos Version nicht als gleichwertig, sondern eher als willenloses Werkzeug an, das ihm zu gehorchen hat. Gleichzeitig versucht er ihn jedoch vor dem bösartigen Spott der Bevölkerung von Paris zu schützen. Zudem hat er im Roman einen jüngeren Bruder, um den er sich nach dem Tod der Eltern, aufopferungsvoll kümmert. Dieser Aspekt kommt im Film überhaupt nicht vor.
Im Original Hugos hegt Claude Frollo tiefe Gefühle für Esmeralda, die durchaus als krankhaft bezeichnet werden können. Als sie schließlich gefoltert wird, um ihr ein Geständnis ihrer Hexerei abzupressen, kommt Frollo, der heimlich zuschaut, beinahe vor Schmerz um. Hier geht es Victor Hugo darum, Kritik am brutalen Rechtssystem des Mittelalters zu üben. In der Disneyversion fehlt dieser Aspekt, denn Frollo selbst tritt als Richter auf und legt sogar die Stadt Paris in Brand, um die flüchtige Zigeunerin ausfindig zu machen.
Die Unterschieden sind sehr deutlich, haben aber – wie oben bereits erwähnt – in Hinsicht auf die Moral des Disneyfilms durchaus ihre Berechtigung, außerdem handelt es schließlich um eine Adaption des Romans und nicht um eine möglichst originalgetreue Nacherzählung.

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