Ben Spalding – Production Manager Dreams of Christmas – Teil 3 – Cast Member Interviews

Hier geht es zu Teil 1 unserers Interviews und hier findet Ihr Teil 2.

Torsten: „Nach der Show ist vor der Show.
Sie haben zunächst mit der ursprünglichen Variante von Dreams begonnen, dann kamen neue Szenen hinzu bzw. wurden ausgetauscht, und jetzt bekommen wir mit Dreams of Christmas eine komplett neue Show. Können Sie uns einen kleine Hinweis geben, was wir in Zukunft erwarten dürfen?“

Ben: „Im Moment arbeiten wir immer noch daran, Dreams of Christmas zu vervollständigen und dann werden wir uns erst einmal einige Zeit nehmen, um ein bisschen zu entspannen und uns zu sammeln und dann geht es sicherlich weiter. Lassen Sie sich überraschen, was noch kommen wird.“

Im Zwiespalt zwischen Kosten und Perfektion

Torsten: „Fast jeder, der Dreams gesehen hat, sagt, es ist eine wunderbare Show – allerdings gibt es auch kritische Meinungen, die sagen, dass die Kosten, die aus Dreams resultieren zu hoch sind. Andere Shows mussten gestrichen werden. Die Tarzan-Show gibt es nicht mehr, in dieser Wintersaison gibt es kein Mickey Winter Wonderland, gerade während der Geburtstagsfeierlichtkeiten wurde die Streetmosphere deutlich zurückgefahren. Denken Sie, Dreams ist diesen Preis wert?“

Ben: „Ich denke grundsätzlich sollte Disneyland Paris sehr stolz sein, Disney Dreams zu haben. Es ist eine Show, die sich weltweit auf dem höchsten Niveau befindet, die den Preis für die beste Show der Welt gewonnen hat. Darauf dürfen wir wirklich stolz sein.
Ich kann über die anderen Shows nicht viel sagen, da ich mich auf Dreams konzentriert habe. Aber der Vorteil von Dreams ist eben, dass die Show nicht nur von ein paar hundert Besuchern am Tag gesehen werden kann, sondern für alle Besucher ohne Einschränkung zugänglich ist und so jeder etwas davon haben kann – so viele Menschen können dann den Park verlassen und die Show genossen haben und sagen: „Nirgendwo sonst habe ich so etwas schon einmal gesehen“.
Aber ich hoffe auch, dass Tarzan im nächsten Jahr wieder kommt. Ich finde, es ist eine großartige Show, die ich sehr liebe.“

Torsten: „Haben Sie daran auch mitgearbeitet?“

Ben: „Ja, habe ich in der Tat. Aber auch an vielen anderen Shows. Ich bin jetzt ja seit 21 Jahren hier und habe schon so einiges miterlebt.“

Highlights in Ben Spaldings Disney-Karriere

Torsten: „Was waren denn in diesen vielen Jahren Ihre Highlights?“

Ben: „Aktuell natürlich Dreams.
Aber besonders gut fand ich auch die Arbeit an Mulan, die Show hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Ich war auch an der Produktion der Moteurs, Action Stunt Show beteiligt, was auch eine sehr interessante Erfahrung war. Aber generell bin ich ein besonderer Freund der Weihnachtssaison. Die Arbeit daran ist für mich immer besonders magisch. Ich liebe Weihnachten und das Gefühl, dass uns in der Weihnachtszeit ergreift.
Ich habe auch an Paraden mitgearbeitet, an vielen anderen Dingen, aber Dreams ist schon eine besonders große Sache. Im Blick auf das Große und Ganze ist es nur eine weitere Show – aber es ist eine, die besonders beeindruckend ist. Sie ist in besonderem Maße an den Gästen orientiert und das Wichtigste dabei ist, den Gästen ein besonderes Gefühl zu vermitteln. Das ist für mich ein besonderes Highlight.“

Von der Freude an der Freude der Besucher

Torsten: „Was fühlen Sie denn selbst, wenn Sie erleben, wie die Besucher vor dem Schloss stehen, Dreams schauen und davon begeistert sind? Wenn Sie miterleben, dass die Gäste berührt sind, eine Gänsehaut bekommen, dass ihnen die Show nahe geht, dass Sie vielleicht Tränen in den Augen haben?
Wie empfinden Sie ganz persönlich dabei?“

Ben: „Das macht mich sehr sehr glücklich, es ist ein sehr emotionaler Moment. Generell ist es sehr emotional, wenn man sieht, das jemand weint, nicht nur in einem Disney Park, aber es ist schon etwas Besonderes, wenn man sieht, welche Emotionen etwas auslöst, an dem man selbst beteiligt war.
Die Emotionen der Gäste übertragen sich dann auch. Das ist sehr bewegend.
Man zieht daraus auch selbst viel Energie, wenn man diese Reaktionen sieht.
Das ist eine der Sachen, die ich besonders liebe, die Menschen zu beobachten, den Ausdruck in ihren Gesichtern, gerade bei Gästen, die die Show zum ersten Mal sehen oder zum ersten Mal im Disneyland Paris sind. Gerade wenn sie nicht wissen, was sie erwartet und ihre Gesichter diesen „Wow“-Effekt haben, wie sie sich fragen „wie haben die das gemacht“. Das ist absolut großartig.“

Torsten: „Für viele Fans sind oft Gerüchte besonders interessant, „things that never were“, für viele ist es besonders interessant, welche Ideen es gab, die aber nie den Weg zum endgültigen Produkt gefunden haben.
Gibt es bei Dreams oder Dreams of Christmas Szenen, die angedacht waren, aber nie umgesetzt wurden?“

Ben: „Nein, nicht wirklich, weil wir schon ganz früh im Prozess darauf geachtet haben, Dinge einzusetzen, die zum Park und seinen Besuchern passen. Wir haben auch darauf geachtet, Szenen drin zu haben, die zu Frankreich passen, wie den Glöckner von Notre Dame, oder auch Ratatouille.
Es gab natürlich Szenen, die ersetzt wurden, wie zum Beispiel Mary Poppins. Die Szene wurde auf Basis einer Online-Umfrage unter Gästen gestrichen, weil sie am wenigsten gut ankam. Da haben also die Gäste entschieden, was herausfallen soll.
Wir haben aber von Anfang an darauf geachtet, Szenen so einzusetzen, dass sie gut zur Geschichte passten und Peter Pan eingebunden werden konnte, so dass wir einen gut Erzählfluss erreichen konnten.“

Daten und Fakten zu Dreams of Christmas

Torsten: „Zum Abschluss: Können Sie uns ein paar Daten und Fakten nennen, zum Umfang von Dreams? Wie viele Laser kommen zum Einsatz etc.?“

Ben: „Wir haben 4 Laser die vom „zweiten Stern“ kommen, etliche aus Richtung der Main Street, 2 auf den beiden Seiten des Schlosses.
Wir haben 37 Fontänen, die das Wasser bis zu 40m in die Höhe schießen können, dazu kommen 6 Fontänen, die von Seite zu Seite bewegliche Wasserfontänen erzeugen können, die auch dazu dienen, die „Bildschirme“ für die Projektionen zu erzeugen und auch bis zu 40m in die Höhe erreichen können. Wir haben außerdem die 15 Flammenwerfer.
Wir strahlen das Video aus einer Entfernung von 117m aus, was der doppelten Entfernung dessen entspricht, was der Hersteller der Projektoren für möglich gehalten hat. Deshalb haben wir auch alle Projektoren doppelt, um sicherzustellen, dass die Show auch dann läuft, wenn eine Projektion auf diese Entfernung versagt. Wir haben 16 Videoprojektoren.
Wir mussten 70km an Glasfaserkabeln verlegen und das konnte ausschließlich nachts passieren, Schritt für Schritt. Wir haben jede Nacht Teile des Belages der Paradenroute entfernt, Stein für Stein, darunter die Gräben gegraben, die Kabel hineingelegt, die Gräben wieder verschlossen und das Kopfsteinpflaster wieder verlegt, sodass die Besucher, wenn sie am Tag in den Park kamen gar nicht gemerkt haben, dass gerade noch der Boden aufgerissen war. Und am nächsten Abend haben wir dann an der Stelle weitergemacht, wieder Steine entfernt, wieder Gräben ausgehoben und so weiter, sodass wir zu keinem Zeitpunkt Teile der Paraderoute am Tag offen liegen hatten und die Parade nie ausfallen musste. Das alles hat 7 Monate gedauert, fast gänzlich im Winter – das war der anstrengendste Winter, den wir seit langer langer Zeit hatten. 7 Monate, die wir Tag und Nacht arbeiten mussten. Tag und Nacht .“

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