Disneyland Paris in Zeiten von Corona oder Hercules mal wieder

Teil 26 - Ich habe Hunger, Hunger, Hunger ...

Nach den Erfahrungen des Tages, zog ich es nun vor, im Village zu dinieren. Da weiß man wenigstens, dass die meisten Restaurants offen sind. Und etwas AnstĂ€ndiges findet man da auch. Da ein MenĂŒ ĂŒber drei GĂ€nge nicht zu bewĂ€ltigen war, entschied ich mich dieses Mal fĂŒr das "Planet Hollywood". Dort genoss ich bei, deutlich zu lauter, Musik einen Caesars Salat. Das Dressing bestellte ich mir extra. Nun, war das "Rainforest CafĂ©" im letzten Jahr mehr als verschwenderisch, was das Dressing anging, so war man hier, höflich gesagt sehr sparsam. Manch einem wĂŒrde das Wort geizig einfallen. In dem SchĂ€lchen werden ansonsten wohl Senf fĂŒr kleine Portionen Pommes oder andere Soßen serviert und da wĂ€re es schon knapp geworden. Aber gut, ich hatte es so gewollt. Also war das Essen in dieser Hinsicht auch eine Herausforderung. Der reichlich, große Blattsalat wurde von mir Ă€ußerst sparsam mit Dressing bedacht. DafĂŒr war die HĂ€hnchenbrust auf dem Salat eine gewaltig große. Damit wĂ€ren auch zwei satt geworden. Aber ich gestehe, am Ende hatte ich das Fleisch dann doch komplett vertilgt.
Die Luft war angenehm und draußen war die Sonne in Höchstform. Also nichts wie rein in den einen oder anderen Laden. Sonne gibt es auch noch morgen und einkaufen, wann kann ich das schon wieder, ĂŒberlegte ich mir. Also schnell noch ein paar SchnĂ€ppchen oder grĂ¶ĂŸere Schnapper gemacht. Meist findet sich eine Gelegenheit einen lieben Mitmenschen mit etwas aus dem Land der Maus zu ĂŒberraschen und eine Freude zu machen. Und aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass die EinkĂ€ufe sich durchaus gelohnt haben. Ich schlich mich zum Shuttlebus und nach ziemlich langer Wartezeit, ich werde einfach nicht schlau aus den Maßnahmen was das angeht, quetschte ich mich mĂŒde und abgespannt in einen völlig ĂŒberfĂŒllten Bus. Der brachte mich erfreulich genug, direkt in mein Hotel.
Das Zimmer hatte, ich glaube ich jedenfalls, schon gelobt. Aber einen kleinen Nachteil hatte es. Es ging zur Terrasse vor der Bar hinaus. Und im Sommer ist das eine Herausforderung, wenn man nicht gut einschlafen kann. Allerdings plagten mich solche Probleme nicht. Wenn ich mich hinlege, dann mĂŒsste ich zur Not nur den Fernseher einschalten und dann schlafe ich gleich ein. Aber der blieb natĂŒrlich wĂ€hrend des ganzen Aufenthalts aus. So konnte die Fernbedienung auch hĂŒbsch in der Folie eingepackt bleiben. Allerdings ist es von Vorteil, wenn die Besucher unten Englisch reden, habe ich bemerkt. Das schlĂ€fert mich sofort ein. Bei Französisch, ist das etwas anders. Da bin ich nicht so bewandert. Muss mich also konzentrieren alles zu verstehen. Und das ist anstrengend und fordert Konzentration. Das ist ja schon im wachen Zustand eine Herausforderung. Im Halbschlaf, hĂ€lt es einem vom Einschlafen dann doch ein wenig ab. Aber man kann eben nicht alles haben.
 
Ich entschuldige mich in aller Form, Messieurs Dames. Leider stecke ich zu allem Überfluss im Bewerbungsstress. Meine GĂŒte, so viele Termine. Das hĂ€tte ich nicht wirklich erwartet. Doch jetzt werde ich weiter erzĂ€hlen.

Teil 27 - der letzte Tag, der Anfang

Letzter Tag! Mittwoch, es ist frĂŒh und der Wecker klingelt. Nicht, dass ich ihn besonders brĂ€uchte. Man bekommt den Rhythmus einfach nicht aus dem alten Ackergaul heraus geprĂŒgelt. Seufz! Um mal eine berĂŒhmte Comicente zu zitieren. Ich riss die VorhĂ€nge weg und das Fenster auf. Genoss die Stille und die frische Luft. Ekelig, gleich ziemlich wach zu sein und die Gedanken ohne Kaffee oder FrĂŒhstĂŒck auf Hochtouren laufen zu lassen. Warum nur, kann ich nicht ein ganz normaler Morgenmuffel sein? Das Leben wĂ€re so viel angenehmer. Nein, das wĂ€re ja wirklich zu viel verlangt. Schon nach den ersten AtemzĂŒgen, war mir bewusst, dass es heute nach Hause gehen wird. Die Tage waren schon so gut wie vorbei. Ist es nicht furchtbar, wie die Zeit rast, wenn man alles um einen herum so genießt, wie ich meinen Aufenthalt hier?
Vielleicht sollte ich mich noch einmal auf das Bett legen? Oder besser unter die Bettdecke? Da war es sicher noch kuschelig warm? Aber, ach. Nein. Ich war ja schon aufgestanden. Und so wollte ich gleich schon einmal mein GepĂ€ck und meine Sachen ĂŒberprĂŒfen. Nicht, dass ich das schon gestern Abend vor dem Schlafen gehen zweimal getan hatte. Das wird auch schon zwanghaft, stellte ich fest. Dann lieber gleich ins Bad. Das könnte mich einige Minuten ablenken. Oder besser, ich wĂŒrde dann auf andere Gedanken kommen. Melancholie und Freude und ein aufgeregtes Kribbeln wechselten sich ab und verlangten jede Menge Konzentration bei der morgendlichen Routine. Unverletzt ĂŒberstand ich die an diesem Morgen. Alle Sachen zusammenraffend, ließ ich mein Zeug im Koffer verschwinden. Noch einmal ein Gang durch das Zimmer, das Bad. Alle SchrĂ€nke aufmachend, auch die, die ich nie geöffnet hatte. Man weiß ja nie. Was kann sich dahinter versteckt haben? Nichts. Gut so. Ich schaute auf die Uhr. Viel zu frĂŒh fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck. Also schnappte ich meine Sachen und bugsierte Koffer und Taschen zum Auto. Dann blieb mir noch genĂŒgend Zeit fĂŒr einen grĂ¶ĂŸeren Streifzug um das Hotel. Ich stattete auch noch der Farm und den dort lebenden Tieren einen Besuch ab. Sie waren im Gegensatz zu mir keine Morgenmenschen. Ein Bewohner, eine Eseldame hielt mich sicher fĂŒr bekloppt, als ich sie schon am frĂŒhen Morgen zutextete. Aber, sie widersprach nicht und schĂŒttelte nur passend an zwei Stellen den Kopf. Tja, ich bin echt leicht zu durchschauen. LĂ€chelnd verabschiedete ich mich von ihr, wĂŒnschte ihr bis zum nĂ€chsten Mal ein gesundes und friedvolles Leben. Man weiß ja nie, wann man sich wiedersehen wird. In der heutigen Zeit ist das Leben alles, nur nicht vorhersehbar.
 
dörthe Administrator
Teammitglied
FrĂŒh aufzustehen und sich dabei nicht halb tot zu fĂŒhlen, kann auch ganz vorteilhaft sein 😀

FĂŒr die Bewerbungen drĂŒcke ich fest die Daumen und entschuldige mich fĂŒr mein DrĂ€ngeln.
 
Teil 28 - Sag zum Abschied leise "Servus"

Das FrĂŒhstĂŒck ĂŒberstand ich dieses Mal ohne Umzug. Ein gutes Omen. Dann hieß es ein erstes Mal Abschied zu nehmen. Ich checkte aus, fuhr los und stoppte erst einmal, inzwischen schon traditionell, am Santa FĂ©. Dort wurde zur Sicherheit vollgetankt. Ich hatte ja noch gut, die mehr als abenteuerliche Anreise im GedĂ€chtnis. Dann ging es auf den Parkplatz. Mit Nummer bewaffnet, durfte ich bei "Yzma 8" oder war es doch "Ariel 8" parken. Es war noch nicht sehr voll auf dem GelĂ€nde. Die TransportbĂ€nder, taten keinen Dienst. Aber die Musik bespaßte schon meine Ohren. Also nutzte ich die mir von meinem Schöpfer geschenkten Fortbewegungsmittel und trabte summend gen Sicherheitscheck. Wie immer ging es recht zĂŒgig voran. Das haben sie hier wirklich sehr gut im Griff. Noch zwei Scans und ich wurde in den Studios willkommen geheißen.
Ich ging zĂŒgig Richtung "Crush". Als ich aus dem Studio eins heraustrat, versuchten mich einige Mitarbeiter eines Hotels zu ĂŒberzeugen, bei ihnen einzuchecken. Sie gaben sich sehr viel MĂŒhe und priesen das Hotel in den höchsten Tönen. Irgendetwas ließ mich aber zögern und stutzig werden. MĂŒsste so ein Hotel nicht von Touristen ĂŒberquellen? Warum lag ihnen so sehr daran Besucher gleich hier abzufangen? Ehe sie sich ĂŒberhaupt haben umschauen können? Dies alles bekrĂ€ftigte mich, nicht den Mitarbeitern zu folgen. Ich griff zu einer NotlĂŒge und erzĂ€hlte, dass ich einen wichtigen Termin mit einer Maus und einem Mann hĂ€tte. Fotoshooting, sagte ich. Und ich könnte die Beiden unter keinen UmstĂ€nden warten lassen. Ich wĂŒrde vielleicht spĂ€ter im Hotel einchecken. Ich erwog zeitweilig wirklich diesen Gedanken. Allerdings kam ich im Verlaufe des Vormittags an besagtem Hotel vorbei. Und was soll ich sagen? Ich hörte laute, spitze Schreie. Irgendwie hatte sich damit jegliches Interesse meinerseits an einer nĂ€heren Bekanntschaft mit diesem Etablissement schlagartig erledigt.
Ich ließ mich also ablichten mit Mann und Maus. Immerhin war nicht alles gelogen, was ich den Mitarbeitern des Hotels erzĂ€hlt hatte. Ich hatte nur keinen Termin. Aber das wussten die ja nicht. Dann ging es weiter Richtung "Crush". Die Wartezeiten waren ertrĂ€glich. Es hatte sich schon eine kleine Warteschlange gebildet. Dann mal viel VergnĂŒgen murmelte ich den Wartenden zu. Ließ Crush rechts liegen. Niemals, nie nicht. Never ever wĂŒrde ich mich wieder einer verrĂŒckten Schildkröte anvertrauen. WĂŒrde sie mich auch noch so oft "Dude" nennen. Und mein Magen atmete erleichtert auf.
 

Impressum | DatenschutzerklÀrung

© dein-dlrp.de / Torsten Schneider | Einige Elemente ©Disney. dein-dlrp.de ist ein ReisefĂŒhrer fĂŒr Disneyland Paris & Walt Disney World und ist unabhĂ€ngig von "The Walt Disney Company", "EuroDisney S.C.A." oder deren Tochter- sowie Partnerunternehmen.

Oben