Hercules fährt ins Land der Maus.

Teil I – Ja ist denn schon Halloween?

Sonntag früh war es endlich soweit. Nach 11 Monaten wollte ich mal wieder länger als nur einen Tag dort bleiben. Außerdem nähert sich ja bald das Fest der Geschenke, andere nennen es das Fest der Liebe und wieder andere nennen es nur Weihnachten. Schon seit Jahren mache ich das so, dass ich meine Weihnachtsgeschenke dort kaufe, um nicht nur dem Weihnachtsstress zu entgehen, sondern auch um immer etwas Besonderes zu verschenken. Also nahm ich meinen Koffer, packte einen Vorrat an Devisen in eines meiner letztjährigen Wichtelgeschenke (Danke noch einmal für das tolle Portemonnaie.) und begann meine Reise ins Land der Maus.

Da ich auf dem Weg dorthin bisher nie Probleme mit dem Weg hatte, verzichtete ich auf die Navi, auch wenn der Anfang der Reise ein wenig anders war als sonst, da ich über die A1 und A4 nach Aachen wollte und nicht wie bisher über die A46. Gut gelaunt lauschte ich der Musik, ehe ein Unfall in einer Baustelle kurz vor Leverkusen mich ein wenig aufhielt. Aber es gab nur wenig Verkehr und darum auch genau genommen, kaum Verzögerung. Die Baustelle näherte sich dem Ende und ich konnte schon das Schild mit der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung sehen. Ich gab Gas und es gab einen Blitz. Mist, dachte ich gleich. Du hast die Hände nicht hoch genommen, wie blöd sieht das denn auf dem Foto aus. Dann dachte ich Mist, du bist ja noch gar nicht auf BTM oder bei den Piraten. Das gibt ein Knöllchen. Im Geiste kürzte ich aus Sicherheitsgründen einmal das Budget bei den Geschenken um ein Paar Euro pro Person, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.
Ich fuhr ein wenig missgelaunter weiter. Dachte noch eine Weile über eigene Dummheiten, stockdüstere Nächte und geldgierige Städte nach, aber ich wollte mir nicht meine Laune verderben lassen. Die Nacht war ruhig, die Musik angenehm und die Straßen ansonsten frei. Nach guter Fahrt, kam ich schon bald an die deutsch-belgische Grenze. Dort hielt ich einen kurzen Moment inne. Hier halten auch stets in der Nacht die Busse, wenn ich eine Stippvisite nach Paris mache. Hier stiegen bei meiner ersten Fahrt ins Land der Maus zu Halloween 2001 meine Mutter und mein damals noch sehr junger Bruder in den Bus hinzu, um am 31. Oktober mich mit dem Virus zu infizieren.

Weiter ging es nach dieser Gedenkminute. Die belgischen Straßen sind zum Teil gut beleuchtet und das Fahren ging mir leicht von der Hand. Oder besser dem Auto. Es rumpelte zwar ab und an, weil der Zustand auch nicht viel besser als auf manchen deutschen Landstraßen ist, aber man kann nicht alles haben. Kurz nach Lüttich, verließ dem WDR die Strahlkraft und ich suchte mir einen neuen Sender. Ich fand einen, er nannte sich Nostalgia. Dort lief ein französischer Chanson der mir gefiel und ich blieb bei ihm dran. Das Lied war zu Ende und dann kam mein erster richtiger Disneymoment des Tages (Das Blitzen zählt nicht ;) finde ich.) Im Radio lief tatsächlich „Hakuna Matata“ und ich fand spätestens jetzt, so richtig in die wahre Disney – Urlaubsstimmung.

Auch dank der Musik und wenig Verkehr ließ ich Belgien ziemlich rasch hinter mir. Jetzt hieß mich Frankreich Willkommen. Es war noch dunkel, aber ich wusste, ich muss nur noch zählen. Mautstelle, Hinweisschild Park Asterix, Mautstelle zahlen, Park Asterix, Charles de Gaulles Flughafen, Abfahrt Richtung Marne-la-Valley und dann nur noch wenige Kilometer bis zur Ausfahrt. Hotel Sequoia Lodge ich komme. Aber ich hatte die Rechnung wohl ohne den Wettergott gemacht. Kurz nach der Mautstelle zog es plötzlich zu. Nebel soweit man nicht mehr sehen konnte. Man entdeckte kaum noch den Randstreifen oder den Mittelstreifen, geschweige denn einen Vordermann. Wenn denn überhaupt einer unterwegs war. Ich war im richtigen Halloween Wetter gelandet und erwartete jederzeit das Auftauchen von Geistern und Hexen oder fliegender Kürbisse. Also ging es deutlich langsamer weiter. Aber was sollte es „Hakuna Matata“ ich war auf dem Weg ins Disneyland, hatte Urlaub und wollte oder konnte mich nicht wirklich ärgern.

Und ich lernte doch tatsächlich noch etwas. Der Wettergott ist Franzose. Woher ich das weiß? Nun, genau zum ersten Hinweisschild für den Park Asterix 20km vor der Ausfahrt, war der Nebel so plötzlich weg, wie er da gewesen ist. Und keine 100 Meter weiter war die Suppe wieder so dick, wie eine gute Milchsuppe. Die hielt sich dann bis zur Mautstelle. Der Franzose zahlt wohl auch nicht gern, bzw. er tut das nur widerwillig und will es erst sehen wenn es unvermeidlich ist? Denn auch die Mautstelle sah man nicht kommen, ehe man nicht fast schon an den Schaltern war Das war natürlich besonders beschwerlich, da ich bar bezahlen wollte und man nicht einmal die Leitzeichen erkennen konnte. Aber auch diese Hürde überwand ich im alles umhüllenden Nebel. Der entschied sich dann erst zum Rückzug als es noch zehn Kilometer bis zum Park Asterix waren. Dann war alles gut sichtbar. Die letzten Kilometer genoss ich die Musik des inzwischen französischen Radiosenders und kam ohne weitere Probleme bis zum Flughafen und darüber hinaus.

Ich stand schließlich vor der Schranke des Hotels und der nette Mitarbeiter schaute sich meine Buchung an. Er wünschte mir einen angenehmen Aufenthalt und sagte ich sollte a droite fahren und ich fuhr natürlich sofort a gauche. Oh man, war das peinlich. Er gestikulierte noch wild und rief mir hinterher. Und mir war sofort klar, dass ich einem Rechts-Links Irrtum verfallen war. Also gewendet, Parkplatz gesucht und auf ins Abenteuer Disney-Urlaub 2016.
 
jutta Cast Member
Toller Bericht bisher. Aber sorry, die Stelle mit dem Blitz ist einfach zu witzig! You made my day! Ich drücke die Daumen, dass das Knöllchen nicht zu hoch ausfällt!

...und warte mal ganz ungeduldig, wann es mit dem Bericht weitergeht :clap:
 
MinnieMouse Imagineer
Teammitglied
Der Bericht fängt ja schon gut an. Ich stelle mir das schrecklich vor im Nebel fahren zu müssen ......

Wie in der Fahrschule: Wir meinen das andere links *haha* :cheesy::cheesy::cheesy::cheesy:
 
dörthe Administrator
Teammitglied
Super! Der Start in den Tag ist für mich gelungen :-D Für Dich schien er ja ein paar Hindernisse bereitzuhalten, aber "Hakuna Matata"!
Freue mich schon auf die Fortsetzung.
 
whiskas Cast Member
Bei diesem Nostalgie-Sender bin ich auf der Hinfahrt auch mal gelandet. Aber ich habe sowieso ständig in Frankreich und Belgien die Sender gewechselt.

Ja. Die Leverkusener-Brücke ist schon doof. Hoffentlich mußt du nicht zu viel zahlen.
 
Duchesse Besucht die Disney University
Ich bin schon ganz gespannt wie es weitergeht :preved:
Danke, dass du uns an deinem Urlaub bei der Maus :magic: teilhaben lässt :vampire::pumpkin2: Wir warten selbst schon sehnlichst auf unseren Urlaub :play:
 
Bambi74 Cast Member
Die Brücke kenne ich auch...:emp::witch:
Aber das Foto ist ganz schön geworden. Kommt auch mit ins Fotoalbum:sarc:.
War zwar etwas teurer und kleiner als die Bilder in Paris, hätte ich wenigstens meine Minnie-Ohren aufgesetzt.

Freue mich auf die Fortsetzung. :goodpost:
 
Teil II – Alles wie immer?

Wo war ich noch einmal stehen geblieben? Ach ja, auf dem Parkplatz der Lodge, den ich nach einer gewagten Links-Rechts Kombination doch noch gefunden habe. Es war noch ziemlich ruhig im Land der Maus und also schnappte ich mir den Koffer und ging zur Rezeption. Kein Mensch stand an und ich zückte meine Buchung. Nur um zu hören, dass ich doch im Golden Forest Club gebucht hätte und dann lieber zur ruhigeren Anmeldung dorthin am Eingang müsste. Tja, da war ich schon etliche Male in dem Hotel abgestiegen, aber wenn man hereinkommt links hatte ich noch nie geblickt. Irgendwie ist anscheinend immer das erste Mal. An fünf Koffern, drei rotierenden Kindern zwischen 4 und 10, gelang es mir durch den Eingang zu kommen. Da saßen allerdings schon die stolzen spanischen Eltern der Nachkommenschaft und diskutierten mit dem Castmember. So viel zur Ruhe dachte ich und verzog mich wieder nach draußen. Die Herrschaften wälzten entweder etliche Probleme oder tratschten über das spanische Königshaus. Egal, es zog sich. Nicht schlimm ich hatte ja Zeit. Irgendwann schienen dann doch alle Probleme, inklusive die Anzahl der Anhänger an den diversen Gepäckstücken, gelöst zu sein und die Familie verschwand.
Frohgemut trat ich ein. Der nette Herr bat mich Platz zu nehmen und ich zog meine Buchung hervor. Er fragte, ob ich französisch spräche. Ich antwortete, ich zöge englisch vor. Deutsch wollte ich mal nicht versuchen. Er sah meinen Namen begrüßte mich auf griechisch. Ich antwortete höflich, ob er das auch könne. Doch er meinte, damit erübrige sich sein Wortschatz. Woher ich den käme. Als ich Deutschland sagte, grüßte er auch noch auf Deutsch. Aber ich beließ es dann doch auf sicherem Terrain und wir unterhielten uns in Englisch. Er wollte mir das Hotel erklären und ich meinte, ich wäre schon mal da gewesen. Allerdings nicht im GFC. Dann suchte er die Eintrittskarten, aber ich erklärte, dass ich einen Jahrespass habe. Dann bräuchte ich die ja nicht, stellte er clever fest und holte mir meinen Hotelpass auf. Als er sah, dass die Rückseite auf holländisch bedruckt war, wollte er mir das neu ausdrucken. Ich beruhigte ihn aber und sagte, die Sachen würden sich ja von selbst erklären. Und dass man morgens um 7 kein Dinner serviert bekäme, wäre auch so klar. Er war ziemlich erleichtert, ich auch, ich wollte doch so gerne los. Gab mir meine Unterlagen, parkte meinen Koffer, wünschte mir viel Spaß und meinte noch, dass das Zimmer um drei bezugsfertig sei. Ich dankte ihm und konnte mich endlich ins Vergnügen stürzen.
Da es inzwischen halb zehn war, dachte ich, es wäre am besten heute erst einmal die Studios in Angriff zu nehmen. Also meine Liste, der zu Beschenkenden geschnappt und los Richtung Park. Da ich den ganzen Morgen im Auto gesessen habe und gefahren bin, entschloss ich mich kurzer Hand …. Den Bus zu nehmen und mich mal fahren zu lassen. Sagt nicht, einer wäre auf die Idee gekommen und hätte gedacht ich würde in den Park laufen? Pünktlich zur Eröffnung des Studios stand ich vor dessen Toren. Die Türen öffneten sich und die Meute stürzte von dannen, als ob Godzilla, die Steuerfahndung und alle Geister von Halloween hinter ihnen her wären.
Ich schlenderte gemächlich Richtung Ratatouille. Als ich ankam, ich ging sehr gemächlich standen die Leute schon bis auf den Hauptweg Richtung Crush in Schlangen. Ich wollte schon fast aufgeben, als mir einfiel, dass ich ja sowohl den Extra Fastpass vom Hotel hatte und es auch die Singlerider Möglichkeit gab. Dort schlich ich mich hin. Und während am „normalen“ Eingang 120 Minuten Wartezeit angezeigt waren, sagte man mir nur fünf Minuten Wartezeit voraus. Das war doch einmal eine Ansage. Neugierig näherte ich mich dem Fahrgeschäft. Besonders spannend erschien mir die Frage, wie die vierköpfige Familie wohl einzeln durchkommen wollte. Und auch die Mutter mit ihrer kleinen Tochter direkt vor mir erschienen mir Diskussionen hervor rufen zu können. Aber ich irrte mich. Die Kleine vor mir machte gar keine Anstalten. Die vierköpfige Familie davor allerdings doch. Darum die Wartezeit dachte ich noch. Und es dauerte auch etliche Minuten, bis sich die nervende Familie gegen die Mitarbeiter durchgesetzt hatte. Aber Schuld waren meiner Meinung nach sowieso die drei Mitarbeiter am Eingang, die hätten klar machen müssen, dass das so eben nicht funktioniert.
Ich genoss die Fahrt und zwei gleich noch einmal hinten dran, da es noch sehr früh und sehr leer bei dem Eingang war. Danach stattete ich Chez Marianne einen Besuch ab. Ich wollte schon mal erkunden, was so alles als Einkäufe in Frage kommt. Dann hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Ich schlich mich also durch die Warteschlangen von Remy und Crush hin zum Studio eins. Ich hatte noch keinen Kaffee gehabt. Also orderte ich erst einmal Frühstück. Ohne den Kaffee, denn das ist m. E. Ein Manko im Land der Maus. Es gibt kaum einen tollen Kaffee zu trinken. Ich studierte bei heißer Schokolade, Milch und Orangensaft den Plan bis ca. 15:00 Uhr. Zu meiner Freude war Animagique noch eröffnet. Das sollte also auf alle Fälle mit hinein. Cinemagique gab es erst nach 15:00 Uhr, das war blöd. Vorher gab es andere Shows, na gut, gucken kann man immer mal. Stitch finde ich auch immer lustig und zur Art of Animation wollte ich auch mal wieder, denn ich liebe den kleinen Shop im Anschluss. Also frisch geplant und alles in einem Rutsch erledigt.
Wie immer begeistert mich die Musik in Animagique, ich hoffe man findet einen adäquaten Ersatz. Im Cinemagique versuchte sich eine Musicalschule aus Großbritannien u. a. am Phantom der Oper und das war vor allem stimmlich erstaunlich gut. Froh war ich nicht den bösen Buben bei Stitch spielen zu dürfen und Mushu war mir immer noch zu laut auf deutsch. Aber mir gefielen die Ausschnitte aus „Alles steht Kopf“. Ich plädiere dafür sich den dringendst anzuschauen. Im angeschlossenen Shop holte ich mir weitere Inspirationen für den Einkaufsmarathon. Ich ließ mir bei Armageddon einheizen und schon war es an der Zeit das Hotelzimmer zu beziehen. Also zurück ins Hotel. Das Zimmer war noch nicht fertig, aber Miguels Kollegin hatte keine Schwierigkeiten mir ein passendes anderes Zimmer zu buchen. Dankend lehnte ich den Kofferservice ab. Es wäre mir peinlich gewesen, da hinter einem Angestellten her zu dackeln und das bisschen Gepäck tragen zu lassen. Also bezog ich den Raum allein. Der Ausblick auf den See war hübsch und klar. Das Zimmer sehr geräumig und den Tresor hatte ich nach einigen Versuchen, knapp unter 20, auch im Griff. Wenn man mal alleine unterwegs ist... Aber genug Zeit vertrödelt und endlich ab in den Park.
Ich war überrascht, dass es nicht super voll war. Es war ein normales Sonntagnachmittag Gewusel. Die Dekoration zu Halloween war wie in den letzten Jahren. Kürbisse und Geister. Schick anzuschauen, auch wenn ich mich gerne an die malenden Kürbisse und Hexen von meinem ersten Besuch vor Jahren im Park erinnere. Die gefiel mir deutlich besser. Positiv fiel auch gleich auf, dass etliche Disney – Charaktere ihr Unwesen trieben. Das sorgt bei mir gleich für eine gute Stimmung. Ich hatte Zeit noch zur Schlossbühne zu gehen, um mir die Show und die anschließende Begegnung mit den Bösewichten anzuschauen. Gefiel mir gut, wie die mit dem Publikum spielten. Nach einem Nachmittagsdrink, wollte ich meinen Hotelpass für BTM nutzen, doch die war in dem Moment außer Betrieb. War ja klar. Also entschloss ich mich eine Runde bis zur Unendlichkeit zu drehen und mal wieder total zu versagen. Ich brauche dringend Zielwasser oder eine bessere Optik. Oder einfach mehr Glück. Wenn ich daran denke, dass mein Bruder mal knapp an der Millionengrenze gescheitert ist ….
Bis zur Parade erkundete ich noch die diversen Shops auf der Mainstreet. Harringtons ist mein absoluter Lieblingsladen und dort finde ich immer die passenden Geschenke. Also einmal einen Rundgang durch die Läden, um in Gedanken meine Liste abzuarbeiten. Dann suchte ich mir ein nettes Plätzchen für die Parade, die mir immer wieder gut gefällt. Obwohl ich auch da bedaure, dass die Parade der Bösewichte nicht mehr zu Halloween im Programm ist. It´s Halloween oder ein anderes Lied, dass einfach Halloween hieß und zur Parade erklang, brachten immer eine tolle, gruselige Stimmung in den Park. Außerdem vermisste ich „This is Halloween...“, das erklang früher meine ich auch öfter? Nach der Parade stattete ich noch dem Frontierland einen Besuch ab. BTM fuhr wieder und Phantom Manor lockte auch. Vorher gönnte ich mir noch einen Happen Essen und nachdem mich das Land der Maus stimmungsmäßig inzwischen völlig gefangen genommen hatte, wartete ich auf Dreams und das lohnte sich wie immer. Den Abend ließ ich in Anette´s Dinner ausklingen. Es war selbstverständlich überfüllt. Aber damit hatte ich gerechnet. Ein letzter Besuch der Geschäfte im Village und ein Fußmarsch nach Hause in die Lodge und schon war der erste Tag vorbei.
 
MrsAnne Besucht die Disney University
Sehr schöner Bericht :)
Harringtons ist auch mein Lieblingsladen. Könnte den immer leer kaufen :D Ich steh vorallendingen auf die Jim Shore Disney Traditions :)
120 Minuten bei Ratatouille. Holla die Waldfee :eek:

Freue mich auf den nächsten Tag :)
 
Teil III – It´s raining mice and ducks

Da ich gerne zu den frühen Vögeln gehöre, auch wenn ich Würmer nicht mag, war ich deshalb Montag ohne Wecker trotzdem zeitig wach. Ich trödelte gemütlich, zum ARD – Morgenmagazin, bis es Zeit für das Frühstück war. Da ich zum ersten Mal hier im GFC abgestiegen war, beschlich mich eine Neugier, was die Lounge anging. Wie erwartet, war ich um 7 Uhr der erste und noch einzige Gast. Man führte mich an meinen Platz, erklärte mir das Buffet, entschuldigte sich dafür, dass die warmen Gerichte noch nicht bereit standen und überließ mich, meinem Schicksal. Wie üblich bei mir, je mehr Möglichkeiten, desto schwieriger die Entscheidung. Anderswo war schon zu lesen, was es alles gab, also erspare ich dem, hoffentlich, noch wohl geneigten Leser die Details. Als ich mich entschlossen hatte, kamen die warmen Gerichte und ich war wieder da, wo ich angefangen hatte. Ich war wankelmütig. Wenn Frühstück, dann süß. Nein, doch lieber Müsli. Aber wo es doch Rühreier gibt. Nur keine Würstchen und Speck. Immerhin da, war ich mir einig. Also eine kleine Mischung von mehreren Dingen zusammengestellt. Und nachdem ich mich erfolgreich am Toaster verbrannt hatte, gab es zum Rührei auch Toast. Dazu heiße Schokolade, ein Glas Orangensaft und schon war das Frühstück gerettet.
Reichlich gestärkt, ich hatte mir noch einen Kakao gegönnt, brach ich zu den EMH in den Park auf und war gerade rechtzeitig dort und genoss den fast unverstellten Blick auf den Eingangsbereich, da noch nicht so viele Menschenkinder unterwegs waren um den Bauzaun zu verdecken. Gleich vor dem Pavillon zwischen Geistern und Fans, stand mein persönlicher Favorit Donald. Aber auch zahlreiche seiner Kolleginnen und Kollegen waren schon früh unterwegs und brachten selbst Morgenmuffel in die richtige Disneystimmung. Wie üblich führte mich bei solchen Gelegenheiten mein erster Weg durchs Schloss ins Fantasyland und dort zum Karussell des Lancelots. Da sonst niemand so schnell war oder die Idee hatte konnte ich gleich durchlaufen und ergatterte mir einen gemütlichen Platz in einer der Kutschen. Die Pferde sind mir zu schnell, lol. Runde um Runde drehte ich alleine auf dem Gefährt zu der Musik aus „Aladdin“ und „Die Schöne und das Biest“. Ich glaube gut neunmal fuhren wir den gleichen Rundkurs, ehe die Dame am Steuer dann verlangsamte, weil sich nun auch andere Gäste vergnügen wollten. Gut gelaunt, über den schönen Einstand in den Tag, ging ich zu Peter Pan herüber und flog zweimal über London durch das Schlafzimmer ehrenwerter Briten ins Nimmerland und wieder zurück. Für mich immer wieder ein schönes Erlebnis. Auch wenn es ruckelt. Die Gondeln schienen auf jeden Fall einen neuen Anstrich verpasst bekommen zu haben. Sie glänzten und strahlten. Das kann aber auch an der Freude gelegen haben, mich zu sehen ;) . Dann entdeckte ich eine Teeparty und entschloss mich spontan zur Teilnahme. Es wurde weder Tee noch Gebäck serviert. Seltsame Party, aber später im Laufe des Tages, lief mir der Gastgeber über den Weg und ich ahnte, warum die Party morgens anders als erwartet verlief. Ein verrückter Kerl, wir verstanden uns auf Anhieb, und ich bewunderte vor allem seinen Hut, dessen Preis exakt meinem Geburtstag entsprach. So etwas verbindet.
Nachdem weder Pinocchio noch Schneewittchen ihren Dienst angetreten hatten. Gut ich weiß, Kinderarbeit ist nur in bestimmten Grenzen zulässig, aber warum die Bergarbeitergewerkschaft keinen Dienst vor 10 erlaubt ist mir ein Rätsel, begab ich mich Richtung Weltraum. Ich wich der Feuerwehr, dem Gefängniswagen und einer rasanten Pferdebahn geschickt aus, ehe ich endlich meinen Dienst bei den Spacerangern antreten konnte. Wiederum gewann ich den Titel Flasche der Stunde. Ich kann halt entweder nur schießen oder lenken. Beides geht nicht. Multitasking ist nicht mein Ding, habe ich mal wieder feststellen müssen. Also gestand ich meine Niederlage ein und ging einmal schnell durch den Shop, ehe ich mich zur offiziellen Parkeröffnung ins Abenteuerland begeben wollte.
An der Grenze, wartete schon eine ungeduldige Meute, die von einem Seil und einem um Ruhe bemühten Castmember bewacht wurde. Kaum gab sie die Grenze frei, schon schossen die Besucher, wie vor 25 Jahren die Bürger der ehemaligen DDR aus Ungarn ins freie Österreich, oder so ähnlich. Nur um von zwei mutigen Piraten noch am weiteren Fortkommen gehindert zu werden. Denn erst musste von einem mutigen Kind noch eine Schatztruhe versteckt werden. Nach getaner Arbeit, durfte dann auch der Pöbel ins Land der Piraten. Für mich gehört das immer zu den emotionalen Höhepunkten meiner Besuche in Paris. Und ich gestehe, dass ich da wirklich sehr sentimental bin. Gut, dass weder die Mitfahrer noch die Piraten, die in voller Aktion waren und versuchten Port Royal einzunehmen. Den Hagel der Kanonenkugeln entkamen wir genau so glücklich, wie den Menschenhändlern und den Sirenen. Ich ließ den Schatz lieber rechts liegen und stieg aus, ehe ich doch noch in den Fängen der Piraten hängen blieb. Denn es standen kaum geshanghaite Freiwillige am Einstieg bereit, als ich den Booten entfleuchte.
Nun wollte ich mich aber meiner Mission widmen. Einkaufen! Denn Weihnachten kommt schneller als man denkt. Bewaffnet mit Liste, Stift und Donald Duck der auf mein Moos aufpasste ging es daran Inspirationen in Taten umzusetzen. Erster Halt, Lillys Boutique. Dort fanden die ersten Geschenke ihren Abnehmer. Dann arbeitete ich mich von Shop zu Shop voran. Bis es Zeit war dem Harringtons meine Aufwartung zu machen. Hier kann man gut und gerne ein Vermögen in Figuren, Glaskunst und allen möglichen anderen Dinge investieren, die kein Mensch wirklich braucht, aber kein Sammler missen möchte. Dort schlug ich heftig zu. Donald war missmutig und wollte sich nicht von den sauer verdienten Talern trennen, ich erinnerte ihn daran, dass ich sie verdient hatte und konnte so wenigstens ans Geld heran, weil ich ihm versprach einen Teil in eine Figur des Helden aus Entenhausen anzulegen. Die Häkchen hinter meiner Liste wurden mehr und mehr. So dass am Ende nur noch übrig blieb, meine 6-jährige Nichte zu beschenken. Das sollte nicht allzu schwierig werden. Doch irren ist männlich und ich hatte den Wettergott nicht mit eingerechnet. Die erste Halloweenparade fand noch bei strahlendem Sonnenschein statt. Mir gefiel vor allem das tolle Lied vor dem eigentlichen Anfang und am Ende der Parade ausgesprochen gut. Dann zur zweiten Parade war das Wetter schon schlechter und als man sich zur dritten Ausgabe bereitstellen musste, zog ich es vor dem strömendem lieber anderweitig aus dem Weg zu gehen.
Ich hatte alle Einkäufe vor 15 Uhr beendet und mir die Sachen ins Hotel schicken lassen. Es regnete wirklich Mäuse und Enten und ich war durchgeweicht. Also zurück ins Hotel, umgezogen und frisch geföhnt in die Lounge zum Nachmittagssnack. Das kannte ich ja noch nicht und genoss es umso mehr einfach mal die Seele baumeln zu lassen. In solchen Situationen genieße ich dann besonders, wenn an anderen Tischen deutschsprachige Gäste sitzen. Das ist doch immer wieder erheiternd, was man da so unfreiwillig zu hören bekommt. Nach meinem zweiten heißen Kakao, ging ich aufs Zimmer, genehmigte mir ein heißes Bad und entschloss mich kurzer Hand auf Dreams zu verzichten und ging zum Abendessen ins Hotelrestaurant. Den Tag ließ ich dafür ganz unspektakulär gegen 21:00 Uhr mit einem frühen Schlaf ausklingen.
 
Eiskönigin Stammgast in den Parks
Oh, wie meine Vorfreude steigt, wenn ich deinem Bericht lausche. :lol:

Du schreibst wunderbar und i. M. sind deine Berichte mein Disneymoment des Tages!! :shine:

Vielen, lieben Dank.
 
rapunzel7 Cast Member
Hallo Herkules,

ein wirklich toller Bericht bisher. Da wir zur gleichen Zeit wie Du dawaren, weiß ich nur zu gut,
was am Montag an Wasser in den Park gelaufen ist. Wir waren auch total durchgeweicht und mußten auf die Dreams verzichten.
Gottseidank wurde das Wetter ja ab Dienstag Mittag wieder besser!
 
MadameMim Stammgast in den Parks
:capwink: Hut ab, Hercules! Klasse Bericht! Habe total viel Spaß beim Lesen :laugh:
Und auch bei Deinem Bericht muss ich feststellen, dass wir wohl zeitgleich am Montagnachmittag dem Regen in der Lounge entflohen sind.
 
So weiter geht es mit mir durchs Land der Maus:

Teil IV – Ein leiser, regennasser Abschied

Am nächsten Morgen schüttete es immer noch wie aus Eimern. Na, wie passend dachte ich, angesichts der zahlreichen Tüten und Taschen und des Koffers. Die wollte ich eigentlich vor dem Frühstück noch ins Auto bringen. Da der Regen nicht nachließ, ging ich erst einmal ins Bad und siehe da, es hellte sich zwar noch nicht auf, aber der Regen ließ zumindest nach. Also rasch in ein paar Klamotten geworfen, den Rest in den offenen Koffer und bepackt wie ein Scherpa bei einer Mount Everest Besteigung schnell zu Auto. Die Eile war auch angebracht, weil, kaum das Auto näher an den Ausgang geparkt und wieder unter dem schützenden Hoteldach, goss es wieder. Das waren schon trübe Aussichten. Ich ließ mich vom Frühstück wieder aufmuntern und verweilte dort länger als gewohnt. Es war angenehm ruhig, aber wie üblich viel zu warm. Meines Erachtens könnte man da ruhig ein, bis zwei Grad weniger heizen. Das spart vermutlich ein paar Euros im Jahr.
Ich ging anschließend wieder auf das Zimmer und überlegte mir was zu tun war. Ich informierte mich ein wenig über das aktuelle Tagesgeschehen und überlegte, ob ich ohne Parkbesuch schon abreisen sollte. Aber da war ja noch das Problem, meine Nichte. Hatte ich montags noch gedacht, dass es ein Leichtes sein wird für sie Weihnachtsgeschenke zu kaufen, war ich am Nachmittag ernüchtert. Entweder sie gefielen mir nicht. Oder sie waren völlig überteuert. Warum sollte ich ihr für 140,- Euro ein drittes, exklusives Elsa oder Annakleid kaufen aus dem sie herausgewachsen ist, ehe sie dreimal Weihnachten gesagt hat? Und von dem sie schon zwei in ihrem Kleiderschrank hatte, was ich an ihrem Geburtstag bestaunen durfte. Spielzeug hat ein Mädchen in dem Alter eher zu viel als zu wenig. Vor allem wenn man das einzige Enkelkind und noch dazu ein Mädchen ist. Und auch noch Paten und Onkel hat, die sie verwöhnen. Aber lange Rede, ohne Sinn. Ich hatte noch nichts für sie eingekauft. Einiges gefiel mir auch selbst nicht und ich muss zumindest grundsätzlich hinter dem Geschenk stehen und es verantworten können. Draußen regnete es weiter, meine Gedanken kreisten und kreisten und es wurde später.
Dann hatte zumindest der Wettergott ein einsehen. Es hörte tatsächlich auf zu regnen. Ich ließ mich also dieses Mal in den Park fahren. Und suchte und suchte und suchte und fand. Ich verabschiedete mich vom Karussell und den Piraten. Ließ mich noch einmal bei Pinocchio erschrecken, ratterte durch die Mine der Zwerge. Vermisste „It´s a small world“ und sogar das Lied und setzte mich gegen frühen Nachmittag in den Hotelbus, um dann ganz gemütlich die Heimreise anzutreten.

Nach Hause nehme ich euch später noch mit.
 
Und nun zum Schluss. Dann habt ihr es überstanden:

Teil V – Wem die Navi schlägt ...

Wer kennt das nicht? Man sitzt im Auto und hat einen Beifahrer. Manche sind lieb und nett und ruhig. Andere bremsen mit, halten sich mit verzogenem Gesicht am Handgriff über der Tür fest. (Nicht, dass ich solche kenne, obwohl ich selbst auf dem Beifahrersitz schon so gesessen habe.) Und dann gibt es die Beifahrer mit Worten, Widerworten und Besserworten. Meist in der Gestalt von besseren Hälften, Freunden, Kindern oder anderen Verwandten.
Und dann gibt es die Navi.

Ich bin nicht mit der befreundet, aber ich weiß zumindest manchmal die Dienste jener Dame zu schätzen. Es muss nicht ganz einfach sein, tagein, tagaus hinter einem Monitor zu sitzen und alle Jubeljahre mal zum Dienst gerufen zu werden, um dann langweilige Sätze, wie Route neu berechnen, sie nähern sich einem Stau, wenn man gerade auf eine rote Ampel zufährt, oder in 3km nehmen sie die Ausfahrt auf die 20, abzulesen.)
Dieses Mal wollte ich die Navi und somit die Dame so richtig fordern. Ich dachte, es sei eine gute Idee, mich von Frankreich aus nach Hause lotsen zu lassen. Da das technisch, selbst für mich, unkompliziert ist, es gibt eine Zuhausetaste, konnte ja nicht viel schief gehen. Ich Ahnungsloser! Auch das Wetter war besser als zuvor. Deshalb saß ich nachmittags gut gelaunt, den Kofferraum voller Geschenke, auch für meine zu bewichtelnde Person, im Auto und los sollte es gehen.

Da fing es schon an. Die Navi hielt es für eine interessante Idee mich erst einmal nicht zur nächsten Autobahnausfahrt zu lotsen, sondern plante ein wenig Sightseeing ein. Schließlich hatte ich ja bisher nur die wundervollen Länder im Disneypark und das Studio gesehen. Also warum nicht. Es ging durchs wundervolle Pariser Umland langsam Richtung Autobahn. Ich hatte nach einem Veto erst überlegt, den Schildern zu folgen. Doch die Autobahnschilder wurden immer weniger. Also was blieb mir schon übrig? Ich folgte der nervigen Stimme und irgendwie landeten wir dann doch auf der Autobahn. Die war nicht mal voll und die Dame sagte mir etliche Kilometer freie Fahrt voraus.

Schließlich empfahl sie mit nach ein paar Minuten die nächste Ausfahrt zu nehmen. Ich stutzte zwar, ich kann ja lesen und die Strecke Richtung Heimat ging eigentlich weiter gerade aus, aber ich war ein folgsames Kind, manchmal höre ich nicht nur zu. Nein ich gehorche auch und fuhr ab. Sie sagte ich sollte in den vor mir liegenden Kreisverkehr fahren und die vierte Ausfahrt nehmen. Ich tat wie mir geheißen. Und - ich kam wieder an der selben Ausfahrt an, nur etwa 250m weiter zur Auffahrt hin. Ich war also tatsächlich eine Schleife gefahren und wieder mehr oder weniger an der gleichen Stelle und Strecke. Sightseeing ist ja wohl anders, dachte ich. Sah man doch nur ein paar einsame Büsche, Straße und Autos. Doch es ging zunächst erst einmal weiter und es ging ca. 15 Minuten gut.
Dann standen plötzlich alle. Stau! Sonst warnte mich die Lady ja vor jedem Pupser, aber dieses Mal hielt sie sich sehr vornehm zurück. Langsam nur ging es voran. Es hatte einen Unfall gegeben. Und von drei Spuren auf eine, ist halt auch in Frankreich keine leichte Übung. Aber anscheinend waren keine Menschen zu Schaden gekommen. Nichts Schlimmes. Doch man kennt ja die menschliche Natur. Etliche nutzten das wohl zum Public Viewing und hofften doch noch auf ein paar Tropfen Blut und Tränen, deshalb ging es auch nicht richtig voran. Meiner Meinung nach mal wieder ein Beweis für die Dummheit der Menschen. Doch als ich endlich am Geschehen vorbei war, gab es freie Fahrt für den Geschenketransporter. Ich gab Gas. Aber nur bis zur Höchstgrenze. Denn ein Knöllchen pro Urlaub sollte ja reichen.
Aber wer kennt das nicht. Die Sonne lacht, man ist guter Dinge, ahnt nichts Böses, bis …. Ja bis das Schicksal unerbittlich zuschlägt. Vollsperrung der Autobahn. Nicht, dass die Navi mich davor gewarnt hätte. Rote Ampeln, ja, „Neuberechnung der Route“. Drei Autos an einer Kreuzung, „sie nähern sich einem Stau.“ Aber was ist schon ein richtiger Stau oder eine Vollsperrung der Autobahn? Was nun? Erst mal reihte ich mich hinter den anderen Autofahrern ein, die waren auch mehr oder weniger überrascht und fuhr von der Autobahn die Ausfahrt hinunter. In Deutschland hilft ja manchmal die Polizei. Hat die Umleitungen, hier sah man von allem nichts. Und hier war ich im fremden Lande. Die Polizei war mit Winken beschäftigt um alle von der Autobahn zu verscheuchen. Und ich war auf mich allein gestellt.
Allein auf mich gestellt? Nein, ich hatte doch meine Navi. Sie empfahl mir links abzubiegen, als ich von der Autobahn gefahren war. Da aber sonst niemand links fuhr war ich skeptisch und blieb im Tross. Sie forderte mich auf zu wenden. Was nicht ging. Sie wurde energischer. Im Kreisverkehr nehmen sie die sechste Ausfahrt und fahren in Richtung, was weiß ich noch. Ich war allein und ich hatte Angst, dass mir meine Pfefferminzbonbons ausgehen könnten, wenn ich noch länger durch Frankreich kurvte. Also die Ausfahrt genommen und im Kreisverkehr die dubiose sechste Ausfahrt genommen. Wo gibt es so etwas in Deutschland 6(!) Ausfahrten in einem Kreisverkehr. Ich fuhr zurück und siehe da, ich kam wieder zur Autobahn. Allerdings sah ich das schon von der Ferne, es war die gesperrte Ausfahrt. Die wollte ich natürlich nicht nehmen. Was erlauben Navi, dachte ich in Anlehnung an einen gewissen Herrn Trappatoni. Also nahm ich mein Herz in die Hand, ignorierte die Dame hinter der Konsole und fuhr im nächsten Kreisverkehr einfach eine andere Ausfahrt heraus und brachte die Dame zum Kochen. Sie hielt sich mit drastischen Kommentaren zurück, aber man konnte deutlich hören, was sie von meinem Geisteszustand hielt. Ich zweifelte inzwischen am Verstand der französischen Verkehrsplaner. Fuhr aber grob parallel zur Autobahn. Das konnte ja nicht ganz falsch sein.

Ich folgte einem größeren Strom Autofahrer. Darunter einem aus Lübeck. Dabei dachte ich, dem geht es so wie mir und folgte ihm einfach. Und siehe da. Nach 10 Minuten fahren, in die offenbar richtige Richtung, schien auch die Navi zufrieden zu sein und klinkte sich wieder mit Kommentaren ein, die der Straßenführung und Zielrichtung entsprachen. Ich landete sogar wieder an der Autobahn, und noch besser an einer Auffahrt, auf die man auffahren konnte. So konnte die Fahrt einigermaßen normal fortgesetzt werden.
Aber, ich entschuldige mich schon mal für den Chauvispruch, wie Frauen manchmal so sind, war sie sichtlich beleidigt. Als ich zum Tanken an einer Tankstelle anhielt, meckerte sie wieder, sie müsse die Route neu berechnen. Ich war doch tatsächlich ca. 50 Meter von der ursprünglichen Strecke abgewichen, ich böser Bube. Und als ich ihr den Saft abdrehte und später wieder startete, gab sie aus Trotz in Belgien kurz vor Lüttich den Geist ganz auf. Sie verweigerte sich der Arbeit.
Da ich mal wieder in einer Art Stau stand, ich dachte bisher immer, dass nur auf deutschen Autobahnen Dinge wie Fahrbahnengpässe, Winter und sonstige Unbillen für die Autofahrer aus heiterem Himmel kämen. Doch ich irrte mich. Auch in Belgien ist das so. In Belgien weist man zwar schon 2 Km vorher daraufhin, aber keiner fühlt sich gewarnt oder berufen sich darauf einzustellen. Es klappte nicht, ergo staute es sich. Also Motor aus, Navi neugestartet und schon war das Mädel wieder redselig. Sie hatte das Bedürfnis mich über Maastricht nach Hause zu lotsen, offensichtlich hat sie eine Schwäche für die Stadt in den Niederlanden, nachdem wir Lüttich links und rechts hätten liegen lassen.
Die Sache kannte ich noch vom letzten Jahr. Da habe ich mich an diesen Rat gehalten. Ergebnis, schöne Strecke, schönes Knöllchen in einer Nebenstraße in Lüttich und keine Autobahn im Stadtzentrum von Maastricht. Meine Navi hatte es wohl unterlassen, die Verkehrsplaner in den Niederlanden davon zu informieren, dass dort eine Autobahn sein sollte. Die gab es nicht. Um dem zuvorzukommen, verzichtete ich auf Maastricht.
Das war natürlich wieder Wasser auf ihre Mühlen, dass ich Aachen vorzog. Sie rächte sich dafür mit der Empfehlung dieses Mal über die A46 zurückzufahren. Dort gab es nur 6km Stau in einer Baustelle, nach einem Unfall. Immerhin hatte ich inzwischen einen deutschen Sender mit Verkehrshinweisen eingestellt. Ich revanchierte mich deshalb mit der A40 und nur ein bisschen viel Verkehr und Regen aber immerhin keine Staus. Das zerschnitt nun vollständig das Tischtuch zwischen jener Dame und mir. Endlich erreichte ich doch noch das Ziel, meinen Heimathafen, wie sie schnaubend feststellte. Ich drehte ihr dafür endgültig den Saft ab. Vorläufig werde ich die Dienste dieser Dame wohl nicht mehr annehmen. Meine Nerven sollten doch geschont werden. Sowohl im Urlaub, vor allem aber nach dem Urlaub.
 
jutta Cast Member
:laugh::laugh::laugh:

Danke, danke, danke. Du solltest Schriftsteller werden, falls du es nicht schon bist. Ich würde jedes deiner Werke kaufen und auch lesen!

Zum Glück bleiben mir auf meinem Weg ins Disneyland wenig Wahlmöglichkeiten fürs Navi, deswegen sind mir solche schlimmen Irrwege noch nicht passiert.
 
MinnieMouse Imagineer
Teammitglied
OMG was für eine Rückfahrt, ich weiß schon warum ich immer fliege :)

Ansonsten, toller Bericht, gut geschrieben, ich habe sehr gelacht :victory::victory::victory::victory:
 
Papa2006 Stammgast in den Parks
Vielen herzlichen Dank für Deine tollen Berichte. Ich könnte hier unendlich weiterlesen. Hoffentlich fährst Du bald wieder, so dass wir was neues von Dir bekommen :yourock:
 
Danke, danke. Ich schreibe halt nur das, was passiert ist. Allerdings gebe ich zu, dass ich mir das zumindest vorher noch mal laut vorlese. Ob es so einigermaßen lesbar und verständlich ist. Unterhaltend sollte es sowieso sein. Das scheint ja geklappt zu haben. ;)

Heute kam übrigens die Post aus Leverkusen. Und jetzt habe ich auch ein Urlaubsfoto. :lol: Fotographiere ja sonst nicht so. Immerhin günstiger als der Photopass+ für Jahreskarteninhaber.
 

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