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Ungewöhnliche Urlaubstage | Arbeiten im Disneyland Paris

So, liebe Leser… einmal wieder geht es also weiter mit unserem kleinen Aufbruch nach Paris wider aller Vernunft und mit nichts im Gepäck als ein wenig Taschengeld und zwei Absagen von unserem Wunsch-Arbeitgeber Disneyland Paris !

Auf nach Paris

Nachdem am 17. August 2011 unsere Mietwohnung von der Hausverwaltung erfolgreich abgenommen wurde – ein Glück, denn so konnten wir einige Monate später mit der vollen Kaution kalkulieren – trennten uns nur noch 24 Stunden von unserem nächsten Disney-Urlaub, der erwartungsgemäß so ganz anders werden sollte als alle bisherigen Reisen ins Königreich der Maus.

Nach einer Zwischenübernachtung in Saarbrücken kamen wir also am 19.8. mittags bei bestem Sommerwetter – also nicht zu vergleichen mit diesem Jahr – im Ibis Val d’Europe an. Wir hatten gehofft, dort Zimmer 403 bekommen zu können (und dieses als Buchungswunsch vorher angegeben)… und zumindest hierbei erst einmal Glück gehabt. Bis 30.8. war Zimmer 403 nun also unser. Anschließend würden wir noch einmal für 4 Tage aus familiären Gründen nach Deutschland zurückkehren, um dann ab 3. September für mindestens 2 Monate im Adagio Aparthotel Val d’Europe einzuchecken, welches ebenfalls zur Accor-Hotelkette gehört. Warum also Zimmer 403? Es liegt in der obersten Etage und ganz am Ende des Gebäudes (Richtung RER-Station). Dadurch ist der Blick auf das Val d’Europe-Gebiet nicht durch das gegenüberliegende Residhome Prestige Hotel versperrt und man hat am Abend einen wunderbaren Blick über die ganze Gegend. Hinzu kommt noch, dass das Zimmer etwas größer ist, als die anderen, da es zusätzlich über einen verglasten Balkon bzw. Erker verfügt, in dem man es sich hervorragend am Abend mit einem Glas Wein gemütlich machen kann… die Ecke ist extra mit einer Sitzbank ausgestattet… echt schön, ich kann es nur empfehlen. Aber ich bin ja bekanntermaßen nicht der einzige Fan dieses ibis-Hotels, das zu Hochsaison-Zeiten eine wirklich günstige Alternative zu den von Disney vermarkteten Hotels ist. Die Qualität ist für ein ibis einfach überraschend. Und das Essen… man kann dort tatsächlich abends essen gehen – und das zu einem Bruchteil der üblichen Restaurants in der Gegend! Sogar das Frühstück kam mir üppiger, vor allem aber sehr viel ruhiger, vor, als es direkt bei Disney oder in den Selected/Associated-Hotels der Fall ist… aber das ist sicher Geschmackssache. Und außerdem war es doch gar nicht das Thema… sorry !!!

25. August – Tag der Entscheidung?

Viel interessanter ist doch also, was eigentlich am 25. August geschah… Für die Tage vorher kann ich schon einmal sagen, dass es kein sonderlich entspannter Urlaub war. Es war trotzdem irgendwie schön… aber nicht wie sonst. Viel zu oft haben wir uns angeschaut und gefragt „kannst Du Dir vorstellen, dass wir dieses Mal vielleicht nicht mehr nach Hause fahren?“. Und diese Vorstellung war zwar toll, aber andererseits auch immer noch viel zu risikobehaftet und fern, als dass wir uns wirklich darüber hätten freuen können. Es war einfach alles so unklar in diesem Moment. Und dann kreisen die Gedanken natürlich immer und immer wieder um diese Sache – Urlaubsfeeling gerät da ganz selbstverständlich einfach in den Hintergrund. Und es gibt natürlich auch Momente der absoluten Hoffnungslosigkeit. Ich bin eigentlich schon immer davon ausgegangen, dass Valérie am 25. August einfach nicht ans Telefon gehen würde und ich mich irgendwie vor Ort noch einmal neu bewerben müsste. Aber selbst wenn das klappen würde: Wir hatten immer noch das Problem, dass meine Freundin noch nicht ausreichend französisch sprach und sie aber natürlich auch eine Perspektive in Frankreich benötigte. Ohne Arbeitsvertrag ist es jedoch schier unmöglich, einen Mietvertrag bekommen zu können. Und bei den horrenden Mietpreisen in der Paris-Region wären in erster Linie die Disney-Residenzen eine bezahlbare Alternative für uns gewesen… aber da kämen wir natürlich nur rein, wenn wir auch wirklich BEIDE einen Arbeitsvertrag bei Disney hätten… Baustellen über Baustellen, über die man sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen durfte, denn sonst hätten wir gleich heulend wieder nach Hause fahren müssen… also einen kühlen Kopf bewahren, abwarten, hoffen und irgendwie das Beste draus machen.

Aber weiter im Text. Ich will Euch nicht unnötig auf die Folter spannen. Am 25. August rief ich stündlich ca. 3 Mal bei Valérie an. Ab ungefähr 10 Uhr. Ja, das ist reichlich unverschämt und penetrant, aber wer die schwierige Kommunikation mit dem Casting kennt, weiß, dass man anders keine Chance hat… Bis 17 Uhr war ich damit auch noch erfolglos und hatte meine Hoffnung schon fast aufgegeben. Um ungefähr halb sechs hatte ich dann auf einmal doch Glück – Valérie nahm ab! Ich konnte es kaum glauben! Kein Anrufbeantworter nach zwei Mal klingeln, sondern die Stimme live am Telefon. Wie immer viel zu langsam und verdutzt grüßte ich sie zurück und nach kurzer Vorstellung wusste sie auch tatsächlich noch, warum ich mich melde. Sie fragte, ob ich noch in Deutschland sei und ich verneinte stolz und erklärte, dass ich tatsächlich trotzdem nach Frankreich gekommen sei und sie aus dem ibis-Hotel um die Ecke anrufe…

Ich merkte, dass sie mich allerdings schon wieder in die Warteschlange der Bewerber setzen wollte, weil sie mir erklärte, dass sie für meinen Bereich Marketing aktuell keine Termine für Recruiting-Sessions habe… An dieser Stelle habe ich glücklicherweise direkt widersprochen: Ich möchte mich nicht in meinem Beruf bewerben, betonte ich noch einmal, sondern ausschließlich für die ganz normalen Jobs in den Park Operations. Am Liebsten in Food-Bereich und dort in der „restauration service à table“ (also z.B. Walt’s, Blue Lagoon etc…), das war nämlich tatsächlich mein Wunschziel für den Anfang. Ich erklärte, dass ich erst einmal in diesem Land und bei Disney „ankommen“ möchte, mich eingewöhnen, die Sprache(n) verbessern… um mich dann vielleicht später intern weiterzubewerben. Aber für den Moment wollte ich nichts anderes, als einen ganz normalen, einfachen Job im Park. Sie verstand meine Erklärungen und meinte, sie müsse einmal nachschauen, ob sie etwas habe…. nach ca. 3 min. war sie wieder da und erzählte mir, dass sie im Augenblick nichts habe, weil im September der Bedarf auch nicht so groß ist, aber die Angebote wöchentlich hereinkämen. Ich solle mich nicht sorgen. Sie würde mir hiermit versprechen, mich am kommenden Montag (denn dann habe sie die neuen Stellenangebote der nächsten Woche) oder am Montag darauf noch einmal zurückzurufen. Sie sagte mir noch einmal, ich solle mir bitte keine Sorgen machen – wir würden mich schon irgendwie unterbringen. Sie glich noch einmal die Telefonnummer ab und anschließend verabschiedeten wir uns.

Ich konnte es nicht fassen. Und war überglücklich!!! Sollte nun doch noch endlich alles gut werden? Könnte ich schon bald in einem der schönen Disney-Restaurants zu arbeiten anfangen? Das wäre soo wunderbar…!

Und dann war der Urlaub auf einmal doch ganz toll. Die Ängste waren verflogen, denn das war einmal ein Anfang. Jetzt ging es endlich einmal weiter.

Das bange Warten auf einen Anruf aus dem Disneyland

Der kommende Montag war der 29. August und damit unser letzter regulärer „Urlaubstag“. Danach ging es von Dienstag bis Freitag noch einmal nach Deutschland und am Samstag, den 3.9. wollten wir wieder zurück sein. Der darauffolgende Montag, 5. September, war also die zweite Anrufmöglichkeit für Valérie.

Der „erste Montag“, also der 29. August, verlief recht unspektakulär, denn sie rief nicht an. Damit hatte ich aber auch nicht wirklich gerechnet, denn wir hatten ja gerade vor 4 Tagen telefoniert und ich glaubte nicht wirklich daran, dass sie nun schon ein Angebot für mich gefunden hatte. Das war aber auch nicht weiter schlimm.

Meine Motivation und mein Glaube an eine Zukunft bei Disney war zurückgekehrt und endlich konnte ich das Leben wieder genießen. Auch unserer Zwischenaufenthalt in Deutschland war noch einmal sehr schön geworden.

Am Samstag, den 3.9. kamen wir also zurück ins Val d’Europe, um dort ins Adagio Aparthotel einzuchecken. Leider war unsere Reservierung zum Langzeittarif verloren gegangen, so dass wir kurzzeitig Zweifel hatten, ob wir in diesem Hotel nun überhaupt Unterschlupf finden könnten. Denn mit dem Langzeittarif war unsere zuständige Rezeptionistin augenscheinlich überfordert und hatte von diesem doch sehr sehr günstigen Tarif anscheinend auch noch nichts gehört. Glück im Unglück: Da unser gebuchtes Studio (1 Zimmer) für 1000 € im Monat nicht mehr verfügbar war, bekamen wir zum gleichen Preis nun vorläufig ein 2-Zimmer Apartment für 4 Personen, welches normalerweise 300 € mehr pro Monat kostet. Am Montag sei der Hotelmanager wieder vor Ort, mit dem wir die Angelegenheit dann klären sollten. Na super… nun bezogen wir also unser Apartment, von dem wir leider nicht wussten, ob wir es behalten dürften, da es ja eigentlich zu groß war für den bestellten Tarif. Und im Grunde genommen wussten wir noch nicht einmal, ob wir überhaupt unseren Langzeittarif bekommen könnten, oder ob sich an die telefonische Auskunft von vor über einem Monat (zu der ich nicht einmal einen Namen der Angerufenen hatte) im Nachhinein keiner mehr wird erinnern können…

Aber das war aktuell nur das zweitrangige Problem. Viel erwartungsvoller war ich natürlich gegenüber dem erneuten Anruf von Valérie an eben diesem Montag, der ja nun an diesem Tag erfolgen musste.

Am Montag, den 5. September ging ich direkt früh morgens duschen und versuchte auch sonst alle Erledigungen am Morgen zu schaffen, so dass ich den ganzen restlichen Tag für den Anruf bereitstehen konnte. Der ganze übrige Tag bestand für mich somit also aus warten…warten….warten. Auch um 5 Uhr nachmittags hatte sie noch nicht angerufen. Langsam hatte ich einmal wieder erste Zweifel an der Verlässlichkeit der Franzosen. Aber gut, sie hatte es ja versprochen. Ich wartete also weiter ab. Um 19 Uhr klingelte endlich mein Handy!!! Ich sprang auf, aber es war nicht Valérie, sondern nur meine Mutter. Ich war noch bis ungefähr 20 Uhr in hoffnungsvoller Erwartung dieses wichtigen Anrufes, bevor ich natürlich anschließend in ein kleines Tief fallen musste… was sollte das alles??? Warum konnte denn jetzt nicht einfach mal etwas so klappen, wie es abgemacht war? Hält man denn hier in Frankreich gar nichts von Absprachen???

Ein kleiner Trost war wenigstens, dass sich unser Hotelproblem klärte – und das auch noch zu unserem Vorteil: Wir durften – als kostenfreies Upgrade – nun in dem größeren Apartment bleiben. So lange wir möchten. Und das zu unserem vorher abgesprochenen Tarif zu 1000€ je Monat. Das war schön, weil wir uns nun in dem Apartment ein wenig einrichten konnten. Nach Wochen von Wohnungsauflösung, Übernachtungen in den Familien und dem Urlaub war es sehr entspannend, wieder einmal für mehr als ein paar Nächte an einem Ort bleiben zu dürfen.

Was Valérie betraf, so hoffte ich einfach, dass sie sich vielleicht einfach in den nächsten Tagen noch bei mir melden würde. Immerhin hatte sie es versprochen – und evtl. hatte sie ja einfach noch nichts für mich gefunden. Jedenfalls war ich total enttäuscht.

Am 15. September, also 10 Tage nach dem versprochenen Rückruf von Valérie, gab ich die Hoffnung auf, dass sie mich noch anrufen würde. Ich fand mich mit dem Gedanken ab, dass ich mir wohl einmal wieder etwas Neues würde ausdenken müssen…

Der Beitrag wurde am Samstag, den 14. Juli 2012 um 13:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeiten im Disneyland Paris abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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