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Transpirierende Telefonate | Arbeiten im Disneyland Paris

Guten Abend – beziehungsweise: Gute Nacht, liebe Disneyfreunde!

Mit einer weiteren Fortsetzung möchte ich mich zu meinem Weg nach Disneyland heute Nacht noch einmal zu Wort melden…

Mein im letzten Teil angesprochenes Telefonat mit Frau R. von der ZAV war nämlich dieses Mal ein Längeres… und sehr aufschlussreich. Nachdem sie mir vom definitiven „Nein“ durch Nicole erzählt hatte, erläuterte ich ihr noch einmal, warum ich so unbedingt bei Disney arbeiten wollte. Sie sprach mir abermals Mut zu und meinte außerdem, sie sei sich ganz sicher, dass ich es – früher oder später – mit meinem Willen und meiner Disney-Leidenschaft auch dorthin schaffen würde. Und, dass es doch nicht jetzt sofort sein müsse. Ich solle doch einfach mal ein bisschen abwarten; irgendwann würde sich schon noch etwas ergeben. Außerdem fasste sie mit mir gemeinsam noch einmal alle Möglichkeiten, die ich jetzt und in Zukunft für einen Einstieg bei Disney im Auge behalten solle, zusammen:

Alle Wege führen nach Paris

Als da wären:

  • weitere Bewerbungen auf qualifizierte Jobs im DLP
  • eine Bewerbung auf das Austauschprogramm in Disney World / EPCOT (Hello, Chiyo!)
  • eine Bewerbung bei Disney in Deutschland (München)
  • oder nicht zuletzt ein erneuter Castingbesuch vor Ort, z.B. während eines Urlaubes

Möglichkeit 1 fiel für mich flach, da ich mich sprachlich nicht in der Lage dazu fühlte und es ja auch bereits schon versucht hatte. WDW im EPCOT (deutscher Bereich) kam für mich nicht in Frage, da ich definitiv bleiben möchte – fiel also auch raus. Bei Disney in München hatte ich mich ebenfalls schon mehrfach (erfolglos) beworben. Das würde ich aber auch weiterhin versuchen.

Ein neuer Casting-Besuch vor Ort war in meinen Augen gar keine so schlechte Idee, da laut Frau R. schon andere Bewerber, die eine Absage erhalten hatten, vor Ort plötzlich doch genommen wurden. Die Castings in Marne-la-Vallée fänden angeblich jede Woche statt. Außerdem bot mir Frau R. noch an, dass ich zum nächsten Deutschland-Casting gerne ohne erneute Bewerbung kommen dürfte – ich solle ihr einfach Bescheid geben.

Außerdem sagte sie mir, ich solle kein schlechtes Gewissen haben, es auch nochmal telefonisch bei Nicole und Valérie zu versuchen. Sie stimmte mir zu, dass die beiden sich zumindest mit einer kurzen, netten Antwort auf meine Mail – trotz deren Länge – keinen Zacken aus der Krone gebrochen hätten… und wenn es nur mit der Information ist, dass sie eben aktuell nichts für mich tun können. Sie meinte zwar, sie bräuchte auch immer ungefähr 3 Tage, bis sie dort jemand erreichen könne. Aber falls ich meine Situation noch einmal persönlich mit ihnen besprechen wolle, solle ich es doch einfach mal probieren…

Telefon – ein moderners Kommunikationsmittel und meine Angst davor

Einerseits hatte ich davor Angst – andererseits fand ich die Idee eigentlich ganz gut. Wieso hatte ich nicht schon früher einmal darüber nachgedacht? So peinlich penetrant wie man nur sein kann, war ich nun ohnehin schon gewesen. Warum nicht also noch ein finales Telefonat? Ich hatte ja sowieso nichts zu verlieren :-)…

In meiner Mittagspause dachte ich nicht lange darüber nach. Jeder Gedanke daran würde meine Angst davor nur noch größer machen. Wie es wäre, wenn wirklich jemand dranginge…? Unvorstellbar. Ich hatte mir ja nicht einmal einen Text bereit gelegt. Und auf französisch telefonieren ist wirklich noch schwerer, als im Interview zu sprechen, weil man sein Gegenüber nicht sieht und durch die fehlende Gestik irgendwie noch weniger versteht. Bevor ich es also aus Angst lassen konnte, rief ich lieber einfach an. Und zwar Valérie – a) weil ich deren Nummer im Handy hatte und b) weil sie mein Interview geführt hat und ich deshalb einen persönlichen Bezug zu ihr hatte. Außerdem war ich ja nach dem Casting der Meinung gewesen, sie habe mich gemocht.

Ich konnte nicht fassen, was ich da tat. Aber ich rief an. Tuuuuut…tuuuuut…tuuuuut… 3 mal klingeln – und dann der AB. Puuh, Glück gehabt. Aber wie idiotisch andersrum – ich wollte doch nochmal mit ihr sprechen! Alle paar Minuten rief ich, bis zum Ende meiner Mittagspause, immer wieder an. Da ich mich immer mehr in der Sicherheit wog, sie nicht zu erreichen, fiel auch jeder weitere Anruf leichter. Plötzlich konnte ich ohne Bedenken die Nummer wählen. Es ging ja eh immer der Anrufbeantworter dran.

Gleichzeitig wurde mir nach der Pause aber auch wieder klar, wie unrealistisch und auch unnütz es ja auch war, noch einmal mit ihr telefonieren zu wollen. Was würde das ändern…?

Ich arbeitete weiter, konnte aber trotzdem an nichts anderes mehr denken. Es machte mich verrückt – ich wollte es noch einmal mit einem Anruf versuchen. Zwei Stunden später hielt es mich nicht mehr an meinem Schreibtisch. Ich ging raus und spazierte ein wenig an der Spree entlang, die direkt an unser Bürogebäude grenzte.

Das entscheidende Telefonat mit dem Disneyland Paris?!

Ich holte noch einmal mein Handy raus und wählte erneut die französische Nummer… Tuut… Und beim ersten Klingeln war Valérie am Telefon !!! „Valérie G…, Disneyland Paris, Bonjour…!?“ Waasss…??? Die gehen doch angeblich NIE ans Telefon. Was sage ich jetzt…? Ich hatte absolut keinen Plan. Trotzdem versuche ich, das Gespräch mal als Dialog wiederzugeben, soweit ich mich erinnern kann. Der Einfachheit halber natürlich auf deutsch und nur noch sinngemäß, denn den genauen Wortlaut kenne ich leider nicht mehr:

„Hallo, Valérie… hier ist … vom Casting in Dresden. Ich war der Letzte und hatte mich mit meiner Freundin zusammen beworben“

„Hallo… Ja, ich erinnere mich an Dich. Du wolltest gerne im Restaurant arbeiten – und Deine Freundin in der Propreté“

„Genau. Und jetzt bin ich natürlich sehr traurig, weil ich eine Absage bekommen habe.“

„Hör zu… wir hatten den Eindruck, dass Du an die Sache höhere Erwartungen knüpfst, als es realistisch wäre… Du bist ein gut ausgebildeter junger Mann mit allen Möglichkeiten und einem tollen Job – gib das nicht her für einen Restaurant-Job in Disneyland.“

„Aber ich habe meinen Job schon gekündigt…“

„Wie kannst Du Deinen Job schon kündigen, wenn Du noch gar keine Zusage von uns hast?“

„Weil ich auf jeden Fall von hier weg gehen möchte. Ich habe auch bereits einen anderen Job ab September angenommen. Ich würde aber lieber zu Euch kommen. Ich habe keine zu hohen Erwartungen an Disney. Ich möchte auch jetzt keinen qualifizierten Job. Ich möchte einfach erst einmal anfangen, Frankreich kennenlernen, die Sprache besser lernen und mich eingewöhnen können. Ich will einfach nur einen ganz normalen Cast Member-Job. Und wenn sich daraus nichts anderes entwickelt, ist das auch nicht schlimm“

„Hmm… und wann wolltest Du nach Frankreich kommen?“

„Am 1. September. Ich bin aber ab 15. August auch im Urlaub dort und könnte dann auch nochmal zum Casting kommen!“

„Ich kann die verfügbaren Jobs ab 1. September leider noch überhaupt nicht sehen… ich biete Dir Folgendes an: Ruf mich am 25. August noch einmal an. Vielleicht kann ich Dir bis dahin ein neues Interview mit einem Manager organisieren, oder aber wir schauen nach den normalen Jobs, wenn Du das dann immer noch so willst. Aber ich kann Dir überhaupt nichts versprechen, okay?“

„Ja, okay. Ich rufe Dich am 25. August wieder an. Ich habe mich aber auch schon auf andere Stellen beworben und…“

(an der Stelle unterbrach sie mich – und sie war auch überhaupt nicht so freundlich wie beim Casting, sondern eher gehetzt und anscheinend ein wenig genervt von meinem Anruf…)

„…hör zu – ruf mich am 25. August an, okay? Ich kann leider jetzt nichts für Dich tun und habe auch keine Zeit mehr.“

„In Ordnung… ich melde mich am 25. August wieder – auf Wiederhören“

Das wars… das ganze Gespräch dauerte ungefähr 5 Minuten.

Was sollte ich davon nun halten…?

Trotzdem war ich irgendwie total happy. Ich hatte sie erreicht. Sie hatte ihre Absage nicht bekräftigt, sondern angeboten, dass ich wieder anrufen kann. Aber gleichzeitig betonte sie deutlich, dass sie mir nichts verspreche. Sollte ich dafür nun meine Pläne ändern…? Es könnte ja auch nur ein Hinhalten gewesen sein. Oder es war ihr einfach unangenehm, mir die Wahrheit zu sagen…? Hatte sie wirklich verstanden, dass ich gerade keinen qualifizierten Job suche? Warum wollte sie dann versuchen, mir ein Vorstellungsgespräch mit einem Manager zu vermitteln…?

Fragen über Fragen, auf deren Antworten ich mindestens bis 25. August würde warten müssen. Immerhin: Die Geschichte bekam eine neue Wendung. Aus dem mehrfachen „NEIN“ wurde – wenn man es sehr optimistisch betrachtet – vielleicht ein kleines „jein“ ???

Der Beitrag wurde am Montag, den 19. März 2012 um 13:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeiten im Disneyland Paris abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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