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Nicole | Arbeiten im Disneyland Paris

Dresden, am 24. Mai 2011:
Wir begaben uns also vollkommen verängstigt in die Räumlichkeiten des BIZ (Berufsinformationszentrum) der Arbeitsagentur Dresden, wo schon viele, viele andere (scheinbar unaufgeregtere) Kandidaten auf den Beginn des Castings warteten. Hier wurden wir nun auch kurz von Frau R. der ZAV begrüßt und hielten noch ein kurzes Schwätzchen mit ihr.

Dann wurden wir aber auch schon in eine Art Tagungsraum geführt, wo zwei „echte“ Cast Member auf uns warteten – Nicole und Valérie aus Disneyland Paris. Ich kann es gar nicht genau beschreiben… aber schon allein dadurch, dass die Beiden da waren (mit ihren Disney-Namensschildern) und durch die DLP-Videos, die anschließend per Beamer an die Wand geworfen wurden, herrschte irgendwie eine typische Disney-Atmosphäre… verrückt. Man hat gar nicht mehr gemerkt, dass man in einer der weniger schönen Gegenden von Dresden im Arbeitsamt sitzt! Durch einige extra fürs Casting produzierte Filme, die immer wieder durch Quiz-Fragen von Nicole und Valérie unterbrochen wurden, war die Stimmung auch, trotz Aufregung, tatsächlich angenehm und eben ein bisschen so, als wäre man direkt vor Ort…

Das Casting für einen Job im Disneyland Paris

Da ich grundsätzlichen Ablauf der Casting-Session schon HIER beschrieben hatte, möchte ich Euch damit nicht noch einmal belästigen.

Bevor es also zu den Interviews ging, die man immer jeweils zu zweit mit je einer der beiden Casting-Damen geführt hat, entstand erst einmal noch eine lange, lange Pause. Soweit ich mich erinnern kann, waren wir gegen 13 Uhr an der Reihe – die Präsentationsveranstaltung endete aber schon gegen 10:30 h. Was aber gar nicht so schlecht war, weil man sich so noch stundenlang weiterhin mit seinen Hundertschaften an Notizen und Zettelchen verrückt machen konnte. Immerhin: Rund eine halbe Stunde, bevor es für mich losging, fühlte ich mich wirklich gut vorbereitet und hatte den Eindruck, ich könne wirklich gut auf alle möglichen Fragen antworten.

Außerdem durfte ich zwischen Präsentation und Interview auch noch mit Chiyo Bekanntschaft machen. (Glückwunsch an der Stelle auch nochmal zu Deinem WDW-Engagement!! Auch wenn ich mich natürlich mehr gefreut hätte, wenn Du weiter aufs Französisch-Lernen setzen würdest und wir bald hier in Paris Kollegen werden würden… vor allem, weil das ja etwas Dauerhaftes wäre… Aber gut, ich wünsche Dir jedenfalls alles alles Gute und hoffe, dass Du uns hier über Deine Pläne auf dem Laufenden hältst!)

Zurück zum Casting:
Kurz bevor es losging, warteten wir dann gespannt im Vorraum des Casting-Raumes auf unser Interview, das nun in wenigen Minuten stattfinden sollte. Aufregung und Angst waren mittlerweile eher einem „es wird Zeit, dass es jetzt erledigt ist“-Gefühl gewichen. Da wir auch die Letzten waren, standen wir nur noch zu viert im „Wartegang“. Eine andere Teilnehmerin aus dem Schwarzwald, mit der ich gemeinsam mein Interview haben würde, meine Freundin und auch Frau R., die sich beim Casting neben sie setzen würde, damit sie nicht allein wäre. Wie gesagt: Da wir die letzten waren, hatte meine Freundin keinen Casting-Partner mehr. Also sprang Frau R. als Begleitung zum „Händchenhalten“ ein, wie sie selbst sagte, am Vortag habe das nämlich auch schon Glück gebracht (wir waren ja am zweiten Tag der Casting-Session da). Dass wir nicht gemeinsam das Interview haben, hatten wir uns vorher selbst ausdrücklich gewünscht, weil wir sonst wahrscheinlich noch aufgeregter gewesen wären.

Im eigentlichen Casting-Raum standen dann in zwei Zimmerecken je ein schräggestellter Schreibtisch, hinter denen jeweils Valérie und Nicole saßen.

An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Worte zu den beiden Damen: Nicole ist Niederländerin und das hört man ihrem Französisch auch an. Ich weiß nicht, wie es Franzosen geht, aber als Deutscher, der die Sprache „nur“ gelernt hat, ist es teilweise sehr schwierig, sie zu verstehen. Sie spricht aber auch Deutsch (auch wenn sie das beim Casting tunlichst vermieden hat) und ist im Recruiting auch die Verantwortliche für Deutschland bzw. für das Recruiting von deutschen Mitarbeitern. Beim Casting in Deutschland ist sie also in jedem Fall dabei, wird aber von einer (wechselnden) zweiten Kollegin begleitet. Im Fall von Dresden war das eben Valérie, die gebürtige Französin ist – dieses Jahr (im Januar) in Berlin, war Daniela (die sogar Deutsche ist) mit dabei.

Es ist soweit, mein Casting steht an

Und wieder zurück zum Casting (ich gleite aber auch immer ab…)
Nun war es also soweit: Die beiden Mädchen, die vor uns dran waren, wurden gerade verabschiedet – und so steuerten nun also meine Leidensgenossin und ich den Schreibtisch von Valérie an. Denn Nicole führte gerade noch ein anderes Interview. Da ich Valérie schon während der Präsentation sympathisch fand, freute ich mich auch darüber, von ihr interviewt zu werden. Am Anfang sollten wir uns zunächst auf Englisch selbst präsentieren und kurz unseren bisherigen Lebensweg skizzieren. Dann wurden wir gefragt, welche Jobs wir in DLP gerne machen würden (und warum) und wie unsere Verfügbarkeit wäre. Meine Begleiterin wurde außerdem gefragt, wie ihre Familie sie beschreiben würde – und ich sollte erklären, wie mein aktueller Chef mich wohl am Treffendsten in meinen Charaktereigenschaften erläutern würde. Anschließend sollten wir noch die typische Bewerber-Frage nach eigenen Stärken und Schwächen beantworten. Im Großen und Ganzen fiel mir auf, dass in den Interviews wenig auf das DLP direkt eingegangen wurde, ganz anders, als ich es aus den Erfahrungsberichten aus England und Frankreich aufgenommen hatte – womöglich hat es aber damit zu tun, dass Disneyland hier einfach nicht so populär ist und deshalb mehr Elemente eines „klassischen“ Vorstellungsgespräches verwendet wurden. Tatsächlich hatte auch rund die Hälfte derer, mit denen ich mich an dem Tag unterhalten hatte, Disneyland noch gar nicht besucht. Der „typische“ Casting-Teilnehmer ist eben – zumindest in Deutschland – eher die Abiturientin (ja, 80% der Teilnehmer waren weiblich), die vor dem Start in Ausbildung, Beruf oder Studium gerne einige Monate im Ausland verbringen möchte und/oder für den weiteren Weg eine erste berufliche Auslandserfahrung vorweisen können will. Was ja auch gut und richtig ist. Deshalb wollten die meisten dort auch nur einen Vertrag für die Sommermonate (CDD été). Das war so mein Eindruck: Disneyland als Äquivalent zu Aupair-Programm, Weltreise oder sonstigem „Übergangsprogramm“. Wir fielen so gesehen natürlich also eher aus dem Rahmen.

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass mein Gespräch gut gelaufen war. Ich hatte mich für den „service restauration à table“ beworben und im Interview ergänzt, dass meine Favoriten hier die Restaurants im Park wie z.B. Walts, Blue Lagoon oder Silver Spur wären. Da Valérie aber auch mehrere Male auf meinen aktuellen Job eingegangen war und mehrmals wissen wollte, warum ich „dafür“ meinen „guten“ Job aufgeben würde, habe ich auch noch einige Fragen nach der beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten aus den Einstiegs/Service-Jobs heraus gestellt. Sie erklärte mir, dass Euro Disney natürlich ein sehr sehr großes Unternehmen sei… dass 70% der qualifizierten Jobs und Führungskräfte aus den eigenen Reihen kommen und dass es natürlich auch Teil einer amerikanischen Firmenkultur sei, jeden nach seinem Können und seinen Fähigkeiten zu fördern. Gleichwohl könne sie dazu natürlich keine Voraussagen treffen oder Versprechungen machen… aber das wollte ich ja auch gar nicht.

Dadurch, dass wir uns hierüber noch ein wenig unterhalten hatten, waren die 15-20 min., die jedes „Doppel-Interview“ dauert, mittlerweile auch schon ein wenig überzogen. Aber es war schön, dass wir uns abseits der vorgefertigten Fragen ein wenig unterhalten haben. Ich bin auch mit sehr gutem Gefühl aus dem Gespräch herausgegangen. Ich hatte den Eindruck, dass Valérie mich mochte – und, dass sie fand, dass ich von meiner Art zu Disney passen könnte.

Vor der Verabschiedung sagte ich ihr noch, dass ich mich mit meiner Freundin gemeinsam beworben hatte. Und, dass dies ein Abenteuer sei, welches wir wohl nur gemeinsam angehen würden. Sie notierte sich dann den Namen meiner Freundin und meinte, dass es gut sei, dass ich ihr das jetzt gesagt habe – das würden sie dann im weiteren Auswahlverfahren, aber natürlich auch für die Unterkunft in den Disney-Residenzen (wo sonst immer Männlein und Weiblein getrennt verteilt werden) berücksichtigen. Sie wollte dann noch wissen, wie gut meine Freundin französisch spreche… ich habe dann gesagt, dass es noch nicht so gut sei und dass sie noch am Lernen sei.

Das Casting meiner Freundin

Das Lustige war, dass meine Freundin nun gerade hereinkam und am anderen Ende des Raumes ihr Gespräch mit Nicole begann (was mir ein wenig Leid tat, weil ich Valérie als herzlicher empfunden habe und ich Nicole auf französisch auch schlechter verstanden hatte…). Auf jeden Fall: Exakt in dem Moment, als mich Valérie nach ihren Französisch-Sprachkenntnissen fragte, wurde meine Freundin von Nicole nach ihrer bevorzugten Sprache für das Interview gefragt: Und sie wählte Französisch! (Weil ihr englisch auch nicht perfekt ist und sie Fragen und Antworten ja besonders auf Französisch vorbereitet hatte). Valérie hörte das und fragte mich ganz entgeistert, warum sie denn dann nun Französisch gewählt hatte… Ich sagte nur „elle est folle“ (sie ist verrückt) und alle im Raum fingen wir irgendwie an zu lachen…

Es war witzig… vor allem, weil ich auch den Eindruck hatte, dass das Eis ein wenig gebrochen war. Da mein Interview vorbei war, musste ich jetzt natürlich auch den Raum verlassen. Als ich draußen war, war ich natürlich in erster Linie total erleichtert, dass es erstmal geschafft war. Aber ich hatte auch das gute Gefühl, dass es wirklich gut gelaufen war. Vor allem, weil das Gespräch – gerade zum Ende hin – sogar ein wenig persönlich geworden war. Alles in allem: Ich war glücklich.

Wenige Minuten später kam meine Freundin mit Frau R. ebenfalls aus dem Casting-Raum. Frau R. sagte – ebenfalls erleichtert, wohl auch, weil nun alle Kandidaten durch waren – „es war gut… aber Sie waren sehr aufgeregt…“. Na gut, dachte ich, wenn die Dame von der ZAV schon sagt, dass es gut war, muss es ja wirklich ganz gut gewesen sein. Meine Freundin war nicht ganz zufrieden damit. Sie meinte, sie konnte leider nur wenige ihrer vorbereiteten Antworten geben, weil Nicole auch viele ganz untypische Fragen gestellt hatte… und sie sie auch wirklich nicht gut verstehen konnte und deshalb oft nachfragen musste, bis sie die Fragen beantworten konnte. Trotzdem war auch sie guter Dinge und froh, dass es nun vorbei war. Außerdem fand sie, dass es natürlich wesentlich schlechter hätte laufen können. Und was kann man schon erwarten, wenn man die Sprache eigentlich noch gar nicht spricht, sondern erst vor 3 Wochen seinen Kurs begonnen hat. Ich jedenfalls war der Meinung, dass wir echt das Beste draus gemacht hatten. Und aufgefallen waren wir irgendwie auch. Alles in allem war es trotz der Aufregung ein total schöner Tag, weil er eben so ereignisreich war.

Nach dem Casting

Nach dem Casting, gingen wir in dem Brauhaus essen, das genau zwischen unserem Hotel und der Arbeitsagentur lag. Es war unglaublich sommerlich heiß und ich erinnere mich, dass ich wegen EHEC keinen Salat gegessen habe. Einige Tische weiter setzten sich plötzlich ebenfalls zum Mittagessen: Frau R. und ihre Kollegin von der Arbeitsagentur, Nicole und Valérie. Da sie an unserem Tisch vorbeikamen, wünschten sie uns noch einmal einen schönen Tag und „bon appétit“.

Nach dem Essen holten wir unser Gepäck im Hotel ab und machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Da wir noch auf unseren Zug warten mussten, setzten wir uns noch eine Weile in die DB.Lounge und genossen einige Gratisgetränke. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, wie erleichtert und entspannt ich an diesem Nachmittag war. ES WAR ENDLICH GESCHAFFT. Und es ist gut gelaufen. Es war irgendwie eine total schöne Stimmung. Kurze Zeit später ging es mit dem Zug zurück nach Berlin und der Alltag hatte uns (vorläufig) wieder.

Nicole und Valérie hatten uns noch während der Präsentation mitgeteilt, dass sie uns das Ergebnis der Bewerbung nach ca. 10 Tagen mitteilen würden, weshalb ich noch nicht darauf wartete.

Gleichzeitig entdeckte ich im Internet ein Stellenangebot eines durchaus guten Jobs in einem anderen großen deutschen Freizeitpark in der Lüneburger Heide. Da ich ja von Disney noch keine Antwort hatte und diese Alternative mir die Möglichkeit bieten würde, auf einem etwas höheren beruflichen Niveau in die Parkbranche schnuppern zu können (aber dafür natürlich in einem wesentlich unattraktiveren Park), sandte ich auch hier einfach mal meine Bewerbung ein. Man kann ja nie wissen. Außerdem wusste ich ja schon, dass ich zum September so oder so einen beruflichen Wechsel wollte.

Als auch das erledigt war, war ich erstmals spürbar zufriedener mit meiner ganzen Situation. Endlich waren gleich mehrere Dinge angestoßen, um meine bzw. unsere berufliche Entwicklung in die Wunsch-Richtung zu führen. Außerdem waren wir auch einfach schon stolz, was wir in den vergangenen Wochen geschafft und geleistet hatten… das war schön!

Am frühen Abend des 30. Mai, also eine knappe Woche nach dem Casting, bekamen wir dann eine E-Mail von Nicole aus Disneyland Paris: Wir haben beide eine Absage erhalten.

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 14. März 2012 um 13:18 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeiten im Disneyland Paris abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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