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Kompliziert ist einfacher | Arbeiten im Disneyland Paris

Damit also willkommen zurück zu Teil 4 von „Wie man sich möglichst kompliziert bei Disney bewirbt“: In der Tat war der Abschluss meines letzten Berichtsteils kein Scherz und auch kein Schreibfehler: Wir sind wirklich nicht genommen worden. „Warum denn nur…?“ Darüber haben wir natürlich – sichtlich geschockt – auch lange und breit philosophiert. Und nicht nur zu zweit, sondern auch im ganzen Kollegen- und Familienkreis… denn jeder wusste natürlich schon über unsere Pläne Bescheid und wollte nun wissen, wie es ausgegangen war. Juhuu – das macht Spaß, jedem von der Absage erzählen zu müssen. Mich persönlich hatte das Ergebnis sehr getroffen; meine Freundin hatte es wesentlich gelassener genommen, weil sie sich ja auch noch gar nicht so sicher war, ob der gemeinsame Job bei Disney wirklich das Richtige für uns wäre. Denn klar war natürlich von Anfang an: Im Vergleich zu dem, wie wir bis dahin unseren Alltag und unsere Freizeit verbracht hatten, wäre das ein komplett anderes Leben.

Kalt erwischt: die Absage

Trotzdem war sie natürlich auch traurig. Klar, wir wussten noch nicht, ob wir es im Falle eine Zusage wirklich gemacht hätten. Aber es ist natürlich schöner, wenn man die Entscheidung selbst treffen kann. Dadurch, dass uns diese Option nun genommen war, waren für mich alle alternativen Möglichkeiten irgendwie nichts mehr wert. Es zeigte mir in erster Linie, wie wichtig mir die ganze Geschichte doch mittlerweile geworden war. Toll war vor allem auch, dass wir pünktlich zwei Tage vorher, in gutem Glauben an eine Zusage, bereits unsere Berliner Mietwohnung gekündigt hatten, damit wir sie am 31. August verlassen können würden… Direkt am nächsten Tag wollte ich deshalb Frau R. von der zentralen Auslandsvermittlung der Arbeitsagentur anrufen, in der Hoffnung, sie könne mir etwas mehr zu unserem Bewerbungsausgang berichten… Am Mittwoch schloss ich mich also im ersten ruhigen Moment in einen Tagungsraum ein und rief bei der ZAV in Bonn durch… Ich hatte Glück und hatte direkt beim ersten Versuch Frau R. am Apparat. Als sie meine Stimme hörte, wusste sie wohl direkt was los war. Nachdem ich ihr vom Ergebnis der Bewerbungen berichtet hatte, stellte sie mir gleich eine Frage, die mir zeigte, dass sie sich wohl noch nach dem Casting mit Nicole und Valérie unterhalten haben musste: „Herr…, kann es sein, dass Sie im Casting gesagt haben, dass Sie in jedem Fall nur zusammen mit ihrer Freundin nach Paris gehen würden…?“ „Ja“, sagte ich, denn so ungefähr hatte ich es gegenüber Valérie ja angegeben. Sie erklärte mir, dass das der Grund für meine Absage gewesen wäre. Denn bei meiner Freundin sei es leider „überhaupt nicht ausreichend“ gewesen. Sie habe wohl zu viele Fragen gar nicht erst verstanden, unpassend geantwortet, sei viiiel zu nervös gewesen… nicht selbstbewusst und lächelnd, sondern eher verängstigt und unsicher… alles in allem: Für Disneyland vollkommen ungeeignet. Und JA, ich hatte zwar bei Valérie einen sehr guten Eindruck hinterlassen (und sie hätten mich deshalb auch eingestellt) aber das würde eben auch nicht ausreichen, um eine zweite Person „mitzunehmen“, die die Verantwortlichen als für den Job vollkommen ungeeignet erachteten…

Das war natürlich ein Schock… Andererseits war es wohl auf irgendeine Art auch besser so. Wäre meine Freundin als „notwendiges Übel“ mit reingenommen worden, wäre das sicherlich keine tolle Ausgangsbasis für uns dort gewesen. Und so wollte ich es auch nicht. Und sie natürlich auch nicht.

Frau R. gab mir aber auf den Weg, dass, wenn ich mir vorstellen könnte, erst einmal alleine nach Paris zu gehen, ich Valérie & Nicole doch schnellstens eine E-Mail schreiben solle. Aber: Kurz, eindeutig, und vor allem (!) ohne erneute Nachfrage für meine Freundin. Im Endeffekt würde das bedeuten: „Ist okay, ich mache es auch alleine – wann soll ich anfangen?“. Wenn die Mail zu lang wäre, würden sie sie nämlich angeblich gar nicht erst lesen. Nicht, weil sie unhöflich wären, nein. Sondern einfach, weil bei diesen ganzen vielen Castings und Bewerbern Tausende solcher Wehklagen in den Postfächern der Castingdamen landeten – und es deshalb für sie unmöglich wäre, lange persönliche Schicksalserklärungen angemessen zu studieren – erfahrungsgemäß.

Einfach alleine nach Paris zu gehen, konnte ich mir wiederum selbstverständlich nicht vorstellen. Dann würde es auch nichts bringen. Wir haben Disneyland, und alle damit verbundenen postiven Erfahrungen, gemeinsam kennengelernt. Damit war das ganze Thema untrennbar auch mit unserer Beziehung verbunden – alleine hätte es mir definitiv keinen Spaß gemacht. Aber gut, ich denke, das ist klar und irgendwie auch eine Selbstverständlichkeit. Wir wollten ja zusammen einen neuen Schritt gehen.

Wenn, dann wäre es höchstens eine Möglichkeit gewesen, dass wir einfach trotzdem zusammen hingehen, und sie es dort noch einmal bei Disney – oder aber auch mit einem anderen Job – vor Ort versucht. Nachdem wir aber das mögliche Gehalt und die nötigen Ausgaben für Miete, Lebensunterhalt etc. einmal abgezogen hatten, war schnell klar: Das ist leider keine Möglichkeit für uns. Zu teuer, zu riskant, leider nicht machbar.

Trotzdem wollte ich das Ergebnis des Castings nicht einfach so ungeschehen lassen. Also schrieb ich einen Tag später, es war nun Donnerstag, der 2. Juni, dennoch eine E-Mail an Nicole & Valérie: Überlang, persönlich, mit Bezug auf meine Freundin und ohne klare Ansage. Alles richtig gemacht also.

Im Endeffekt stand drin, dass ich traurig über das Ergebnis bin. Dass ich gerne bei Disney arbeiten würde. Ob es stimme, dass ich alleine genommen werden würde. Ob es evtl. möglich wäre, dennoch über Disney an eine Wohnung zu kommen, wenn ich erstmal alleine anfangen würde. Und überhaupt, dass ich mich nicht so schnell mit dem Ergebnis zufrieden geben möchte.

Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass ich auch einen Monat später – wir sind jetzt also Anfang Juli – noch keine Antwort von Valérie und/oder Nicole hatte.

Ein alternativer Weg?

Was aber sonst noch in der Zwischenzeit passiert ist: Unabhängig von meiner Mail an Nicole/Valérie hatte ich noch meinen zweiten Kontakt im DLP angeschrieben: Stefan, der Teamleader im CRO (Reservierungszentrale) ist (und hier im Forum anscheinend auch nicht ganz unbekannt ist). Mit ihm hatte ich u.a. schon aus dem Verlag heraus beruflich zu tun. Er sicherte mir zu, Nicole, die er ebenfalls kannte, auch nochmal eine Mail zu schreiben und bekundete ebenfalls seinen Respekt für unseren Plan. Er sprach uns ein wenig Mut zu und war sich sicher, dass es irgendwann mit uns beiden und Disneyland klappen würde, wenn wir es wirklich wollen würden…

Gleichzeitig war ich Mitte Juni noch nach Soltau gefahren. Dort gibt es ebenfalls einen Freizeitpark – und dessen Personalabteilung hatte mich überraschend spontan tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier ging es, wie gesagt, um einen „richtigen“ Job, der auch nicht wirklich uninteressant war. 3 Tage später erhielt ich telefonisch eine Zusage. Ich sagte zwar nicht direkt zu, war aber durchaus angetan. Endlich klappte mal wieder etwas und das Feedback der Personalerin zu meinem Vorstellungsgespräch schmeichelte mir irgendwie.

Zudem war auch mein Job in Berlin bereits per Ende August gekündigt… und ich wollte doch unbedingt in die Themenpark- und Tourismus-Branche. Da ich im Vorfeld (und über Jahre hinweg) mangels Erfahrung in diesem Bereich schon einige Absagen kassiert hatte, war der Job in der Heide natürlich eine Chance, die ich vielleicht ergreifen sollte. Das wäre nun also nicht „Fuß in der Tür bei Disney“ (aber dafür auf dem niedrigst denkbarem Niveau), aber dafür „Fuß in der Tür in der Parkbranche“ – und das nicht im schlechtesten Job. Könnte Disney vielleicht einfach später kommen? Und dann wäre es vielleicht gleich als Wechsel in „meinem“ Beruf möglich…? Klar war mir jedenfalls, dass ich baldmöglichst für einen Job ab 1. September unterschreiben wollte, denn ich wollte einen direkten Übergang ohne „arbeitslose“ Phase. Und sooo viel Zeit war nun auch nicht mehr. Dazu kam, dass sich alle meine anderen Optionen weiter im Verlagsumfeld abspielten, welches ich aber definitiv verlassen wollte…

Eine Entscheidung „pro Heide“ rückte also greifbar näher – und das war sicher auch nicht unvernünftig.

Dennoch war da dieser Kloß im Hals… Die Situation hatte irgendwie auch etwas unfreiwillig Komisches.

Wir wollten nach Paris und kamen… nach Soltau !!!

Sollte uns das Schicksal wirklich so übel mitspielen…?

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 15. März 2012 um 13:24 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeiten im Disneyland Paris abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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