Interview mit Theme Park Design-Experte David Younger - Teil 4
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Interview mit Theme Park Design-Experte David Younger – Teil 4

4. und letzer Teil des David Younger Interviews - das Bild zeigt Flat Ride TypenHeute präsentieren wir Euch den Abschluss unsere Interviews mit dem Theme-Park-Design-Experten David Younger.
Die vorherigen Teile des Interviews findet Ihr hier:
Teil 1, Teil 2, Teil 3

Torsten: Wir kommen jetzt dem Ende dieses Interviews nah und da ich Dich zu Beginn zu drei unterschiedlichen „Anfängen“ befragt habe, würde ich nun gerne mit Dir über drei unterschiedliche „Abschlüsse“ sprechen. Dein Buch ist veröffentlicht, wie hat es sich angefühlt, es nach so einer langen Arbeitszeit endlich beendet zu haben, zum ersten Mal den Druck in Händen zu halten?
David: Das Lustige ist, dass sich das Buchprojekt über so einen langen Zeitraum zog (ich habe fast jeden einzelnen Aspekt selbst erarbeitet!), dass es bis jetzt noch zu gar keinem richtigen „Abschluss“ gekommen ist. Auf dem Weg habe ich viele Meilensteine erreicht, aber selbst jetzt arbeite ich immer noch hart, um Menschen auf mein Buch aufmerksam zu machen. Ich arbeite zum Beispiel mit Universitäten zusammen, die planen es als Lehrbuch für die zukünftige Generation von Themenparkdesignern einzusetzen und wir planen zusammen, was als nächstes kommen wird. Das vorrausgeschickt, empfinde ich es als unheimlich befriedigend, mein eigenes Buch im Regal neben all den anderen Büchern über Themenparks, die mich inspiriert und unterhalten haben, zu sehen. Ich bin sehr froh wie alles gelaufen ist und noch glücklicher über die netten Worte, die die Leser (ob Themenparkdesigner oder Themenparkfans) mir gemailt haben.

Kann man Theme Park Design an deutschen Universitäten studieren?

Torsten: Ich glaube, für einige unserer Leser, da die meisten aus Deutschland kommen, könnte das sehr interessant sein: Weißt du von irgendwelchen deutschen Universitäten, die zukünftig mit deinem Buch unterrichten wollen und bist Du mit deutschen Universitäten in Kontakt, in denen Studenten bereits das Fach Themenparkdesign studieren können?
David: Ich wüsste jetzt von keiner Universität in Deutschland, aber in den Vereinigten Staaten werden schon viele Kurse angeboten und diese Kurse beginnen sich auch in Europa zu verbreiten. Auch wenn es keine Kurse gibt, die sich dem Themenparkdesign direkt widmen, so gibt es doch viele Disziplinen, die zu dem Thema beitragen – Design, Illustration, Filmemachen, Schreiben, Ingenieurswesen, Bühnenbild, Wirtschaft – es ist schwierig eine Disziplin zu finden, die nicht auch auf Themenparkdesign angewandt werden könnte!

David Youngers Vision für den dritten Park im Disneyland Paris

Torsten: Der zweite „Abschluss“ über den ich mit Dir sprechen möchte, ist eine fiktive Frage, nämlich das „Ende von Disneyland Paris„. Das mag jetzt etwas seltsam klingen und ich meine auch nicht die Schließung, sondern das Ende seines Hauptbauprozesses. Wir wissen alle, dass, als die Walt Disney Company ursprünglich die Verträge mit der französischen Regierung 1987 unterschrieb, ihr nur ein Zeitrahmen von 30 Jahren gewährt wurde, bis 2017, in denen sie das Recht hatte, die Fläche, die wir als das Resort des Disneyland Paris kennen, zu nutzen. Seitdem wurden die Verträge neu verhandelt und die Laufzeit wurde bis 2030 verlängert. Irgendwann aber wird Disney verpflichtet sein, die letze Entwicklungsphase zu bauen, deren Kern der 3. Themenpark des Disneyland Paris sein wird.
Stell Dir also mal Folgendes vor: 2018 arbeitest Du wieder für Walt Disney Imagineering. Aufgrund Deines großen Bucherfolges erklimmst Du die Karriereleiter mühelos und im Jahr 2022, wenn die Planung für den 3. Themenpark startet, der am 12. April 2027 eröffnen soll, 40 Jahre nach Vertragsunterzeichnung und zum 35. Jubiläum des Resorts, wirst Du zum Entwicklungschef ernannt und Du hast die komplette Entscheidungsfreiheit über das Hauptthema und die Unterthemen des 3. Parks. Was würdest Du für den 3. Park des Disneyland Paris bauen?
David: Das ist eine Frage, mit der ich mich Jahre lang beschäftigen könnte! Während ich viele Ideen für Themen-Länder hätte, die ich selbst gerne mal sehen würde und Archetypen, die mit Disneyland Paris und Walt Disney Studios gut funktionieren würden, ist es wichtig solch ein Projekt mit einer starken, kreativen Recherche und viel ideation anzugehen. In meinem Buch gibt es ein Kapitel über die Auswahl von Themen („Selecting Themes“, S.55), das einen guten Leitfaden liefert. Aber wahrscheinlich würde es damit beginnen, dass ich mir überlege, in welche Disney Welten ich selbst gerne mal eintauchen möchte (TRON? Pirates of the Caribbean? Frozen?) und welche Welten eine Geschichte beherbergen oder neben einer Geschichte funktionieren könnten (ein Horror-Land? Ein Superhero-Land? Ein Age of Sail-Land?). Dann würde ich schauen, dass es keine Wiederholungen oder Überschneidungen mit den zwei schon vorhanden Parks gäbe und einen Weg suchen die verschiedenen Geschichtskonzepte zu einem zu vereinen. Die Möglichkeiten sind riesig.
Torsten: Ein Age of Sail Park hört sich interessant an, weil es mich an Tokyo DisneySea denken lässt, das viele Fans liebend gern in Paris sehen würden, das aber gleichzeitig, da es in einem festen historischen Zeitrahmen, dem Zeitalter der Entdecker, positioniert wäre, Tokyo DisneySea nicht zu ähnlich wäre, sondern einzigartig. Fällt Dir dazu was ein, zum Beispiel in welche Länder es unterteilt werden könnte? Vielleicht ein Land für jede Seefahrernation und ihren speziellen Helden? Oder strukturiert nach den exotischen und gefährlichen Zielen, die sie ansteuerten? Welche Attraktionen könnte es dort geben?
David:
Scrooge McDuck / Dagobert findet die sieben goldenden Städte  in Südamerika

Dagobert, Donald und die Neffen bei der Entdeckung der sieben goldenen Städte von Cibola – wäre die Legende von Cibola eine interessante Idee für einen Themenbereich?

Obwohl ich es als Land toll fänd (spanische Schatzgaleonen sind vor legendären Seemonstern auf der Hut; ein lebendiger Handelshafen um eine Zitadelle herum; Legenden von goldenen Städten auf der anderen Seite des Ozeans), bin mir nicht sicher, ob ich einen Park ganz im Stil des Zeitalters der Entdecker und Seefahrer konzipieren würde. Ein Vorteil von Excursion Parks ist, dass sie so viele unterschiedliche Themen abdecken und diese so arrangieren, dass sie zusammen funktionieren, so dass es wahrscheinlich einschränkend wäre, einen gesamten Park nur einer Zeitspanne zu unterwerfen. Würde ein Park zu Geschichte funktionieren? Könnte es Weltgeschichte oder die europäische Geschichte sein? Wäre ein Epcot des 21. Jahrhunderts gut? Darüber hinaus lohnt es sich auch darüber nachzudenken, welche Flaggschiff-Disneyattraktion es auf der Welt gibt, die ins Disneyland Paris gebracht werden könnte. Könnten ganze Länder um dieses Kernstück herum angesiedelt werden (so wie American Waterfront um den Tower of Terror angeordnet ist) auch wenn diese Hauptattraktion erst in der zweiten Bauphase entstehen würde? Vielleicht merkst Du, dass ich mich nicht auf ein bestimmtes Konzept festlege. Das liegt daran, dass der Prozess der ideation mehr Ideen verlangt, bevor man sich entscheidet, mit welcher man weiterarbeiten will.
Wie Walt Disney einmal sagte: „Es ist schwer die beste Idee auszusuchen, wenn es nur eine zum auswählen gibt“.

Was kommt nach dem Buch?

Torsten: Ok, meine Frage bezüglich des zweiten „Abschlusses“ war fiktiv (ober vielleicht auch nicht 😉 ). Jetzt möchte ich gerne über den dritten „Abschluss“ sprechen, einem wirklichen Abschluss. Dein Buch ist geschrieben und veröffentlicht, diese Phase ist für Dich beendet – was können wir in naher und in ferner Zukunft als nächstes von Dir erwarten?
David: Momentan ist es mein Plan zum Design zurückzukehren, aber ich habe das Schreiben so sehr genossen, dass ich nicht glaube, dass dieses mein letztes Buch gewesen sein wird. Trotz der 600 Seiten Platz, gab es Material, das ich herausstreichen musste und so würde ich dieses gerne zusammenfügen, Neues hinzufügen und dann schauen, ob sich daraus ein würdiges Nachfolgebuch ergeben könnte. Hoffentlich dauert das nicht so lange, wie das erste Buch!
Torsten: Gibt es ganze Kapitel oder einzelne Themen, die du aus dem Buch herausnehmen musstest, die vielleicht den Kern eines neuen Buches ergeben könnten? Oder wäre ein detaillierterer Blick auf einige Themen, die Du schon im aktuellen Buch behandelt hast, denkbar?
David: Da es schon ziemlich lange Kapitel und insgesamt nur neun an der Zahl sind (Medium, Business, Process, Theme, Story, Design, Theme Parks, Lands, und Attractions) war die Gliederung schon früh erstellt und so sind auch keine ganzen Kapitel gestrichen worden. Aber die vielen Abschnitte, Unterabschnitte (und Unterunterabschitte!) die manche Kapitel ausmachen, sind doch durch viele Veränderungsprozesse gegangen. Ich glaube nicht, dass ein Nachfolgebuch von den gleichen Themen handeln würde, aber es gäbe definitiv Wege Informationen zu ergänzen, denn da die Themenparkindustrie sich ständig verändert, würden immer neue Dinge zu ergänzen bzw. zu aktualisieren sein. Es haben mich schon einige Leute angesprochen, ob ich auch ein Buch über Themenpark-Konstruktionen oder die wirtschaftlichen Aspekte des Themenpark-Geschäftes schreiben würde, aber auch wenn ich nicht die Person sein werde, die diese Bücher selbst schreibt, würde ich sie eines Tages gerne lesen.

Ich danke David für das sehr ausführliche Interview, an dem ich selbst auch viel Spaß hatte. Wenn es Euch auch gefallen hat, dann kommentiert doch dazu hier, bei Facebook oder in unserem Forum.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 10. Juli 2016 um 13:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Cast Member Interviews, Imagineering & Architektur abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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