Das Abenteuer beginnt – tatsächlich! | Arbeiten im Disneyland Paris • dein-dlrp.de Disney Parks Blog
Du bist hier: Startseite / Disney Parks Blog / Serien / Arbeiten im Disneyland Paris / Das Abenteuer beginnt – tatsächlich! | Arbeiten im Disneyland Paris

Das Abenteuer beginnt – tatsächlich! | Arbeiten im Disneyland Paris

Hallo, liebe Blog-Leser,

um Euch nicht weiter unnötig lange auf die Folter zu spannen (und um gerne Nalas Wunsch nachzukommen, den Spannungsbogen nicht zu überdehnen), möchte ich Euch hiermit das große Finale unseres kleinen Disneyland-Bewerbungsdramas liefern und gleichzeitig das (ohnehin nicht mehr allzu gut gehütete) Geheimnis lüften, wo es mich nun beruflich im DLP hinverschlagen hat.

Geschafft! Ein Job im Dsneyland Paris

Wie Ihr wisst, wollte Valérie vom Casting mich eigentlich an zwei vereinbarten Terminen mit Vorschlägen für Jobs in einem der Disney-Restaurants zurückrufen… was sie letztlich aber nicht getan hat. Ich war also irgendwie wieder so schlau wie vorher bzw. wieder ganz am Anfang. Was war nun also der Plan? Aufgeben wollte ich noch nicht. Immerhin hatten wir uns das Geld beiseite gelegt, um es 4 bis 5 Monate hier aushalten zu können. Also standen wir erst am Anfang – und an aufgeben war noch nicht zu denken. Noch nicht.

Ich machte mich nun auf die Suche nach weiteren Job-Angeboten, sowohl bei Disney, als auch um Disney herum (Selected Hotels, Val d’Europe, etc.). Gleichzeitig wollte ich aber auch Valérie nicht einfach so davonkommen lassen. Immerhin hatte sie mir ihren Rückruf versprochen. Ein bisschen Hoffnung hatte ich ja auch noch, dass sie mich einfach etwas später noch kontaktieren wird. Nachdem sie aber auch bis eine Woche nach dem ursprünglich zweiten Rückruftermin nicht angerufen hatte, drehte ich den Spieß noch einmal um und wollte einfach selbst noch einmal probieren, sie zu erreichen – mit mäßigem Erfolg, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Auch eine E-Mail-Nachfrage, die ich ihr bereits einige Tage zuvor gesendet hatte, blieb selbstverständlich unbeantwortet.

Meine Freundin erinnert sich noch lebhaft daran, wie ich ab dann jeden Abend zwischen 6 und 8 Uhr abends (weil ich mir hier die höchsten Chancen der Erreichbarkeit ausmalte) durch die Straßen des Val d’Europe gelaufen bin und mir die Finger wund gewählt habe. Und leider irgendwie vollkommen ignoriert hatte, dass auch für jedes Mal, wo ich auf dem AB von Valérie landete, die üblichen 41 Cent für die erste Minute im EU-Tarif meines Handyvertrags fällig wurden… Aber was sind schon 41 Cent für einen möglichen Job bei Disney?

Jedenfalls – unglaublich aber wahr: Eines Abends erhöhte ich vollkommen verzweifelt meine Anruffrequenz auf ca. alle 10 Minuten. Und irgendwann muss Valérie das ständige Klingeln ihres Telefons satt gehabt haben – sie ging dran! Sie wusste natürlich sofort, wer sie da anrief. Und es war eine Mischung aus Mitleid und „Genervtsein“, die da am anderen Ende der Leitung durchdrang… Sie erklärte mir, dass sie überhaupt keine Zeit habe, dass sie mittlerweile eigentlich für die Praktika („relations écoles“) zuständig sei und nicht fürs normale Casting, dass sie total gestress sei und aktuell auch keinen Job für mich suchen könne… Außerdem sei es jetzt sehr schwierig; viele der befristeten Saisonverträge aus dem Sommer (bis Anfang September, also Ferienende) seien verlängert worden, weil da sehr, sehr viele gute Leute dabei gewesen seien.

Ich fragte anschließend nur – und wahrscheinlich extrem verunsichert: „Also gibt es keine Arbeit für mich in Disneyland ?“ „Doch“, sagte sie, „aber ich kann Dir momentan nicht helfen“. „Warte mal einen Augenblick“, sagte sie dann und stellte mich einen Moment in die Warteschlange. Als sie zurückkam fragte sie, ob ich am darauffolgenden Montag Zeit hätte. Natürlich hatte ich die! Sie bot mir an, für ein erneutes Vorstellungsgespräch im Fantasia-Gebäude im Val d’Europe vorbei zu kommen und ich sagte selbstverständlich sofort zu. Ich sollte Ihr noch einmal meinen Lebenslauf senden – und sie würde mir anschließend noch einmal den Termin per E-Mail bestätigen… nach diesem Gespräch war ich einmal wieder überglücklich :-). Einerseits begann ich wieder komplett bei Null. In Dresden beim Casting quasi. Andererseits gab es jetzt – anscheinend – endlich mal etwas Konkretes, an das ich mich halten konnte. Außerdem würde ich vielleicht dadurch noch einen neuen Kontakt im Fantasia haben, an den ich mich anschließend wieder wenden könnte.

Erneutes Vorstellungsgespräch

In der darauffolgenden Woche, wie sind mittlerweile in der zweiten Septemberhälfte 2011, ging ich aufgeregt, aber glücklich zu meinem Vorstellungsgespräch. Und siehe da: Meine Recruiterin war eine Deutsche! Sie hieß Daniela – und nach ein paar Fragen auf Englisch und Französisch konnte ich ihr meine ganze Situation auf Deutsch erläutern… Einerseits wirkte sie etwas kritisch, als sie auf meinen Lebenslauf schaute und ich merkte, dass auch sie nicht wirklich verstand, warum ich so unbedingt zu Disney wollte – zu diesen Konditionen. Aber ich hatte den Eindruck, dass sie mir ernsthaft ihre Hilfe anbieten wollte. Ich hatte das Vorstellungsgespräch jedenfalls „geschafft“ und Daniela versprach mir, sich sofort zu melden, sobald sie einen Job für mich habe. Tatsächlich habe es zu diesem Zeitpunkt keinen verfügbaren unbefristeten Vertrag in der von mir gewünschten „restauration service à table“ gegeben. Sie meinte, sie könne mir sofort einen CDD (befristeter Vertrag) zu Halloween oder einen Teilzeitvertrag anbieten – aber für einen Vollzeit-Job müsse ich noch ein wenig warten, weil eben viele, viele Leute vom Sommer übernommen worden seien. Sie empfahl mir aber indirekt, lieber zu warten. Weil sie mich nicht weiter vermitteln könne, wenn ich jetzt einen anderen Vertrag unterschreiben würde (nur 10 Tage Halloween oder Teilzeit), denn dann sei ich ja erstmal vermittelt… Da mir eine Saisonbeschäftigung für 10 Tage nicht wirklich weiterhalf (es geht da um die „heiße“ Halloween-Phase in der letzten Oktoberwoche). Und ich außerdem nicht bis Ende Oktober warten wollte, bis ich anfangen könnte zu arbeiten, wartete ich also lieber auf ihre Rückmeldung für einen richtigen Vertrag…

Einige Wochen später bereute ich meine Entscheidung – und fragte mich, warum ich nicht erst einmal irgendetwas genommen hatte! Denn erst einmal passierte natürlich wieder… gar nichts! Wir schrieben uns noch einmal per E-Mail und ich bestätigte ihr, dass ich natürlich auch jeden anderen Job bei Disney annehmen würde – es müsse überhaupt nicht zwangsläufig in der Restauration sein.

Job-Angebot aus dem Disneyland Paris, oder doch nicht?

Zwei Wochen später, Anfang Oktober, dann ein Anruf von ihr: Sie bot mir einen unbefristeten Job im Frühstücksservice des Hotel New York an! Wieder einmal war ich überglücklich. Natürlich sagte ich sofort zu! Es war Freitagabend gegen 8 Uhr und sie meinte, sie wollte mich nur direkt schon einmal in Kenntnis setzen, damit ich das Wochenende mehr genießen könnte. Der Job sei allerdings noch nicht im System – weshalb sie mich Montag, allerspätestens Dienstag noch einmal anrufen werde, um alles Weitere zu besprechen. Und mit mir einen Termin zur Vertragsunterzeichnung auszumachen. JUHUUU! War es nun also endlich geschafft?

Meine Freundin und ich feierten jedenfalls am Wochenende schon einmal meinen neuen Job. Und sie machte sich ein wenig über mich lustig, weil ich, als notorischer Langschläfer, nun wohl täglich um 5 würde aufstehen müssen. Das alles war mir aber ersteinmal egal – ich war bei Disney, und das zählte.

Doch was passierte…? Na, könnt Ihr es Euch schon denken? Es hat mal wieder mit den berühmt-berüchtigen „Rückrufen“ zu tun. Denn wann wurde ich also zurückgerufen? Montag oder Dienstag? Richtig – an keinem der beiden Tage… Ich dachte nur: das kann doch nicht wahr sein. Mittlerweile fühlte ich mich echt im falschen Film. Und auf die Euphorie des Wochenende folgte einmal wieder traurige Ernüchterung.

Diesmal wollte ich also schneller sein. Dienstagabend versuchte ich also direkt selbst, Daniela zurückzurufen. Erfolglos. Am Mittwoch probierte ich es dann gleich am Nachmittag noch einmal – und siehe da, ich hatte sie am Telefon. Sie erklärte mir, dass sie mich nicht vergessen habe. Dass sie auch nicht wisse, warum der Job noch nicht im System sei. Dass sie mich als Bewerber aus dem Pool nicht mit dem Job verknüpfen kann, solange sie den Job nicht online sehen kann. Und dass sie ihn mir nur schon direkt angeboten hatte, weil die für den Bereich zuständige Kollegin ihr die Info schon vorab gegeben hatte, damit sie mich bereits anrufen und fragen könne… Sie meinte, sie werde den Job auf gar keinen Fall an jemand anderen vergeben – und ich solle mich einfach noch ein wenig gedulden. Ich bräuchte auch erstmal nicht wieder anrufen, da sie mich nicht vergessen habe und sich in jedem Fall direkt melden würde, sobald es etwas Neues gebe… ich solle ihr aber noch einmal schreiben, falls ich in Geldnot sei und doch noch vom Angebot eines befristeten Halloween-Vertrages Gebrauch machen wollen würde, um zumindest erstmal wieder ein wenig Geld zu verdienen…

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war nun Anfang Oktober. Und über einen Monat lang passierte wieder überhaupt nichts. Es war wirklich zum Verrücktwerden. Meine Freundin immerhin nutzte die Zeit, um weiter Französisch zu lernen, so wie sie es auch von Anfang an vorhatte. So verbrachten wir viel Zeit zu zweit, ich fragte sie Vokabeln und Sätze ab und wir gingen oft in die Parks (da wir zu diesem Zeitpunkt beide noch Jahrespässe hatten). Aber richtig genießen – ich glaube ich hab es schon einmal geschrieben – konnten wir die Zeit natürlich nicht, dafür war das alles einfach viel zu frustrierend und die Unsicherheit, wie es nun weitergehen solle, nahm Woche für Woche, in der nichts geschah, weiter zu.

Ende Oktober war ich dann an dem Punkt anbelangt, dass ich Daniela schrieb, ich würde gerne einfach „irgendwas“ nehmen. Egal ob erstmal nur für 10 Tage oder ein Vertrag nur fürs Wochenende (16 Stunden pro Woche). Das war in jedem Fall keine tragfähige Lösung. Aber ich wollte auf jeden Fall noch einmal deutlich machen, dass ich nun doch erst einmal anfangen müsse – auf welche Art auch immer. Daniela antwortete mir prompt binnen 15 Minuten, dass sie mich am nächsten Morgen anrufen würde.

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, fand auch dieser Anruf erfahrungsgemäß nicht statt. Dafür kam einige Stunden später eine E-Mail in der sie mir schrieb, dass sie nun 10 Tage in Urlaub sei und eine ihre Kolleginnen sich in ihrer Abwesenheit bei mir melden würde, sobald eine Stelle verfügbar wäre… na toll!!! Wieder einmal eine Antwort, deren Konsequenz einmal mehr hieß: Warten, warten, warten. Da ich in den folgenden zwei Wochen nun erst recht nicht mit Neuigkeiten rechnete, nutzten wir die Zeit um die Familie meiner Freundin in Deutschland zu besuchen. Vorher waren wir ja wirklich auch die ganze Zeit nicht weggefahren, weil ich schnell verfügbar sein wollte, wenn es nun doch spontan losgehen sollte. Und Disney bietet durchaus manchmal Jobs an, die 2, 3 Tage später schon losgehen. Nun fuhren wir also erstmal nach Deutschland. Und ich erinnere mich gut an ein Gespräch in der Familie dort, weil auch ich dort erstmals in der Situation war, zu sagen: Es muss jetzt etwas passieren, es kann so nicht weitergehen. Ich war mittlerweile schon ziemlich verzweifelt und nahm mir vor, mich ab sofort auch wieder in Deutschland zu bewerben.

Nach unserer Rückkehr ins Val d’Europe fand ich eine Stellenanzeige für eine gehobene, recht interessante Position in einem deutschen Freizeitpark. Einfach, weil es ja irgendwie weitergehen musste, bewarb ich mich dort auch noch einmal. (Und nein, das war nicht der Heide Park :-)… ich denke, diese Tür ist für mich ein für alle Mal verschlossen).

Endlich ein Happy End in Sicht?

Drei Tage später passierte dann jedoch auf einmal doch das, womit ich – vor allem genau zu diesem Zeitpunkt – überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Daniela war von ihrer Reise zurück und schrieb mir direkt an ihrem ersten Tag, dass sie mir einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Vollzeit anbieten könnte. Im Disneyland Park an den Attraktionen – bei Buzz Lightyear im Discoveryland, um genau zu sein. Es war unglaublich. In der mittlerweile gewohnten Verkettung aus persönlichen Hochs und Tiefs war nun also einmal wieder ein Moment der Euphorie gekommen. Ich nahm mir diesmal aber vor, mich nicht zu freuen und Keinem aus meinem Familien- und Freundeskreis Bescheid zu geben, solange ich keinen Vertrag unterschrieben hatte. Doch diesmal ging plötzlich alles ganz schnell. Wir vereinbarten für 3 Tage später einen Termin zur Vertragsunterzeichnung. Dort erklärte Daniela mir alle Modalitäten. Und am Ende des Gespräches hatte ich tatsächlich eine Mappe mit Arbeitsvertrag vor mir liegen, dessen Briefkopf das Logo der „Euro Disney Associés S.C.A.“ trug – nun war ich wirklich überglücklich. Am 26. November sollte es losgehen. Über 6 Monate nach unserer Entscheidung, es bei Disney probieren zu wollen, und immerhin 3 Monate nachdem wir trotz Absage nach Paris gekommen waren und eine Zeit zwischen Hoffnung und Verzweiflung erlebten, sollte es jetzt also wirklich geklappt haben – ich war ab sofort offiziell ein Angestellter von Disney! Unabhängig von der Freude über den Job, war es eine der bisher erleichterndsten Situationen meines Lebens, dieses seit über einem halben Jahr währende Gefühl von Unsicherheit, Warten, Hoffen und Bangen (vor allem um Kommunikation mit den Casting-Verantwortlichen) hinter sich lassen zu können – es war echt eine Befreiung. Und auch ein wenig Genugtuung. Denn ich sage ganz ehrlich, dass es durchaus Menschen in meinem direkten Umfeld gab, die uns und mich persönlich für verrückt erklärt hatten, nachdem sie von unseren Plänen erfuhren, einfach so nach Paris zu gehen. Und sie hatten ja auch recht. Aber es musste trotzdem sein. Und es hat letztendlich geklappt – für mich deshalb die beste (berufliche) Entscheidung meines bisherigen Lebens!

Aber Moment… es ging ja nicht nur um mich, sondern genauso auch um meine Freundin. Bevor ich mich bei Daniela bedankte und verabschiedete, fragte ich sie, ob meine Freundin sich ebenfalls bei ihr melden könne, da sie sich mittlerweile für einen Job bei Disney sprachlich bereit fühlen würde. Und dankbarerweise versprach sie, meine Freundin für ein weiteres Casting im Fantasia-Gebäude einzuladen, wenn sie ihr nochmal alle Bewerbungsunterlagen senden würde (und diese nicht dagegen sprächen). Ein Einzelgespräch wie ich es hatte (und dazu noch zu 98% auf deutsch…hihi) könnte sie ihr allerdings nicht anbieten, da dies eher ein kleiner Freundschaftsdienst für Valérie gewesen sei, die tatsächlich etwas für mich tun wollte, aber in der Tat keine Zeit und Möglichkeiten mehr hatte, mich selbst zu vermitteln. Nachdem ich das hörte nahm ich mir direkt vor, auch Valérie noch einmal ein „Dankeschön“ per E-Mail zu schicken und ihr zu berichten, dass ich nun einen Vertrag bekommen hatte.

Arbeiten im Disneyland Paris – es geht endlich los!

Am 26. November ging es nun also los bei Disney… aber halt – etwas passierte noch vorher. Am 17.11. nämlich schon war meine Freundin zum Casting eingeladen und bekam nun auch ihre zweite Chance. Und sie nutze sie. Sie war unglaublich aufgeregt und hatte höllische Angst. Bis ihre Recruiterin reinkam und sie zum Interview aufrief. Denn wer war es? Richtig: Nicole aus Dresden, bei der sie im Casting dort vollkommen aufgelaufen war… „Okay“, dachte sie, „jetzt ist eh alles vorbei“ und gab irgendwie schon vorher auf. Da sie dadurch wohl anscheinend aber weniger nervös wirkte, oder weil vielleicht auch Nicole nun ihr Durchhaltevermögen belohnen wollte, bot sie ihr einen befristeten Vertrag über Weihnachten in der Propreté im Fantasyland an. Es war wirklich unglaublich. Ich brauchte 100 Anläufe. Und meine Freundin, die zu diesem Zeitpunkt immer noch recht wenig französisch sprach, ging zum Casting und kam einfach mit einem Vertrag wieder heraus.

Das Einarbeiten und der Einstieg in den Job als Cast Member

Ab dann ging es eigentlich – endlich – nur noch aufwärts. Am 26. November begann ich mit den obligatorischen Einarbeitungstagen „Traditions Disney“ und „Orientation Disney“, die im Forum ja schon erläutert wurden. Witzigerweise erhielt ich am 2. Tag dort einen Rückruf auf meine Bewerbung in dem anderen Freizeitpark – man fand meine Bewerbung sehr interessant und würde mich gerne einladen. Ich zog meine Bewerbung jedoch zurück und lehnte ab. Meine Entscheidung für Disney war ja gefallen – eigentlich auch schon vorher.

Nach 4 Tagen Einarbeitung an der Attraktion, die mich auch noch einmal Angstschweiß gekostet haben (denn wenn man die anschließende Prüfung nicht besteht, kann Disney von seinem Kündigungsrecht in der Probezeit Gebrauch machen…), denn mit Französisch als Fremdsprache ist es dann doch nicht so einfach, die ganzen technischen Begriffe, Evakuierungen und Prozeduren in kürzester Zeit zu lernen, begann Anfang Dezember dann mein Job bei Buzz Lightyear. Das ist anspruchsvoller, als es von außen aussieht, was ich nie gedacht hätte. Von nun an schickte ich also täglich viele Tausend Gäste in ihrem XP-41 Space Cruisern in die Welten meines Chefs und Space Rangers „Buzz Lightyear“, um mit ihren Laserpistolen gegen den bösen Imperator Zurg zu kämpfen… Meine Freundin machte ihre Sache im Fantasyland auch sehr gut und bekam direkt im Anschluss an ihren befristeten Arbeitsvertrag, der am 2. Januar auslief, ab 7. Januar einen CDI (unbefristeter Arbeitsvertrag) angeboten – was zur schwach frequentierten Winterzeit (nach der Weihnachtssaison) absolut selten ist. Noch einmal war das Glück (endlich) auf unserer Seite !

Nun waren wir also beide unbefristet angestellt und wollten bzw. mussten, vor allem aus finanziellen Gründen, schnellstmöglich das Hotel verlassen. Da Anna-Lisa, zuständig bei Disney für den „service logement“, also die Unterbringung der Mitarbeiter, unsere Geschichte jedoch schon kannte, vermittelte sie uns direkt ab dem Tag, als meine Freundin ihren CDI unterschrieb, ein Apartment in den berühmt-berüchtigten „Pleiaden“, einer Disney-Residenz. Am 6. Januar zogen wir dann, nach über 4 Monaten im Adagio-Hotel, in unsere erste eigene, wenn auch sehr kleine, Wohnung hier, wo wir bis heute noch leben.

Traumjob mit Hindernissen

Ich kann Euch rückblickend nur sagen, dass es für uns die absolut richtige Entscheidung war, dass alles hier auf sich zu nehmen. Die Arbeit bei Disney ist eine unglaubliche und extrem bereichernde Erfahrung. Klar, man sollte es sich nicht so kompliziert machen wir wir – dieser nun doch sehr lang geratene Bericht sollte Euch also nur einmal vor Augen führen, wie man sich NICHT bei Disney bewirbt. Abgesehen davon aber kann ich Euch versichern, dass es einen persönlich sehr, sehr viel weiterbringt, einmal mit Kollegen aus 100 Ländern zu arbeiten, die 20 verschiedene Sprachen sprechen. Man verändert seinen Blick auf andere Menschen, auf andere Länder, aber auch auf sich und auf Deutschland – man nimmt einfach neue Blickwinkel und Perspektiven ein. Die Stimmung unter den Kollegen ist sehr angenehm, und zumindest für mich bei Buzz kann ich sagen, dass der Kollegenkreis für mich auch eine Art Familie geworden ist, die ich schon jetzt sehr vermisse (darauf gehe ich gleich ein). Und es ist unglaublich, welche Möglichkeiten einem diese Firma abseits der Arbeit bietet. Im Backstage-Bereich gibt es einen eigenen Friseur, Restaurants und Sportplätze für die Mitarbeiter – und vieles Weitere worüber ich wahrscheinlich gar nicht sprechen darf…ähem… Für die Cast Member wird jedenfalls so viel an sportlichen und kulturellen Unternehmungen organisiert, dass man überhaupt nicht alles wahrnehmen kann. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Kanu-Wettfahrten der Cast Member auf dem See im Frontierland stattfinden? Natürlich morgens um 7 Uhr, so dass pünktlich um 10 zur Parköffnung kein „Objekt“ das Bild des Frontierlandes stört, das dort nicht hingehört.

Aber es ist, zumindest für mich, die bisher bereicherndste Erfahrung meines Lebens, an diesem Projekt und Produkt mitwirken zu dürfen, das kann ich Euch sagen. Ich gehe nach wie vor jeden Tag total glücklich zur Arbeit. Und ich bin gespannt, welche Herausforderungen Euro Disney für mich noch bereithält.

Nach 7 Monaten bei Buzz Lightyear hatte ich jedenfalls das Glück, bereits zum „formateur“ (Ausbilder) befördert worden zu sein. Mit der Ausbildung neuer Cast Member kam zu meiner Arbeit so wieder eine neue Herausforderung dazu – und diese Entwicklung finde ich auch recht stellvertretend für Disney, das in vielen Dingen eine in meinen Augen doch sehr amerikanische Philosophie hat. Jeder soll, gemäß seiner Möglichkeiten, gefördert und gefordert werden.

Abgesehen davon habe ich nun die Möglichkeit, unabhängig von meinem unbefristeten Vertrag in den „Parc Operations“, nun bis Ende März 2013 in einen anderen Bereich hereinzuschnuppern – und trete damit ein wenig in die Fußstapfen von Eddy. Denn seit dieser Woche habe ich Buzz Lightyear verlassen und bin nun bis Ende September in der Einarbeitung zum Kundenberater im CRO (Central Reservation Office). Wenn Ihr – zumindest zwischen 1. Oktober und 30. März – nun also die deutsche Hotline des DLP wählt, kann es gut sein, dass ihr mich am Hörer habt. Und dann bin ich Euch natürlich gerne behilflich, Euren Traumurlaub zu buchen oder andere Fragen zu beantworten… Und für die, die es nicht ohnehin schon wussten: meine Name ist Konstantin.

Und solltet Ihr im Fantasyland spazieren gehen, kann es Euch natürlich gut passieren, dass ihr nun ebenfalls auf eine Deutsche stoßt, die dort ihre Runden dreht… ihr Name ist übrigens Jana. Aber auch sie strebt wohl die nächste Herausforderung an. Da sie mittlerweile deutlich besser französisch spricht, möchte sie sobald wie möglich in die Boutiquen wechseln, und steht Euch dann evtl. schon bald dort für alle Beratungen zur Verfügung.

Gleichzeitig ist unser nächster Schritt nun, hier eine „richtige“ Wohnung zu finden… da 20 qm und 1 Zimmer ohne Rückzugsmöglichkeit auf Dauer natürlich keine Lösung sind.

Ihr seht also.. wir sind zwar nun auf irgendeine Art „sicher“ hier gelandet… Wir haben eine feste Meldeadresse, eine Krankenversicherungskarte und – dank Disney – sogar eine kostenlose private Krankenzusatzversicherung (solche Wörter gibts im Französischen gar nicht!). Trotzdem bleibt noch viel zu tun und es ist Tag für Tag weiterhin spannend – und es bleiben immer wieder neue Herausforderungen. Unser gesamtes Hab und Gut befindet sich ja noch bei unseren Familien, so dass wir quasi noch einmal richtig umziehen müssen, sobald wir eine größere Wohnung gefunden haben. Gleichzeitig ist ein großer Vorteil von Disney, dass man sich wirklich relativ flexibel im Unternehmen bewegen kann – Qualifikation natürlich vorausgesetzt. So zumindest mein Eindruck bisher.

Denn heute kann ich Space Ranger auf in ihrern Space Cruisern auf den Planeten Z schicken, um gegen Zurg zu kämpfen. Und morgen möchte ich vielleicht als Lokomotivführer mit der Disneyland Railroad meine Runden um den Park drehen.

Oder vielleicht doch lieber als Kapitän mit der Molly Brown in See stechen…

Ihr seht schon, für mich ist als Mitarbeiter durch meine Arbeit bei Disney nichts an Magie verloren gegangen. Klar betrachtet man Dinge nun aus einer anderen Sichtweise. Aber für mich ist es eine Firma, die wirklich Vielfalt, Multikulturalität und Internationalität lebt – und (fast) unbegrenzte Möglichkeiten bietet… na gut, ihr habt schon recht, der Typ ist ziemlich verblendet und hat das komplette Programm der Gehirnwäsche bereits hinter sich…

Für mich ist und bleibt es aber nach wie vor das Land, in dem alle Träume wahr werden.

Là, ou les rêves deviennent réalité.

Es bleibt also spannend.

Danke an Euch Alle fürs Mitlesen und Mitfiebern… entschuldigt bitte noch einmal die oft langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Artikeln… und wirklich noch einmal vielen, vielen Dank für die zahlreichen positiven Feedbacks – Ihr seid die Besten!!!

Ich hoffe, wir hören und sehen uns.
Der Beitrag wurde am Sonntag, den 26. August 2012 um 13:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeiten im Disneyland Paris abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | Sitemap | Sitemap Nützliche Informationen

©2019 dein-dlrp.de / Torsten Schneider | Einige Elemente ©Disney. dein-dlrp.de ist ein Reiseführer für Disneyland Paris & Walt Disney World und
ist unabhängig von "The Walt Disney Company", "EuroDisney S.C.A." oder deren Tochter- sowie Partnerunternehmen.