Interview mit Ben Spalding - Teil 2 - Production Manager für Dreams!
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Ben Spalding – Production Manager Dreams of Christmas – Teil 2 – Cast Member Interviews

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

Ben Spalding beim InterviewTorsten: „Gibt es bei den Spezialeffekten denn eigentlich auch welche, die charakterspezifisch sind? Die sie speziell auf einen Disney-Charakter bezogen einsetzen, um seine Eigenschaften zu unterstreichen?“
Ben: „Das weniger. Wir nutzen die Effekte mehr, um die Gesamtstimmung zu untermalen, aber auch, um zwischen Szenen zu wechseln.
Feuerwerk kann man, weil es so hell ist, nur schwer gleichzeitig mit Projektionen einsetzen, weil die Farbsättigung der Video-Projektionen sonst zu schwach aussehen würde, und deshalb nutzen wir es vor allem zwischen einzelnen Szenen – auch um das Auge abzulenken und etwas Neues vorzubereiten, womit die Zuschauer dann am Beginn der neuen Szene überrascht werden.“

Die Komplexität von Dreams of Christmas

Torsten: „Gibt es denn eine Szene in Dreams oder in Dreams of Christmas, die besonders anspruchsvoll und kompliziert ist?“
Ben: „Eigentlich ist die ganze Show sehr komplex, viele Dinge, die im Hintergrund ablaufen, wie viele Menschen erforderlich sind, das alles zu erschaffen und zu koordienieren ist sehr kompliziert. Dinge, die man als Besucher nicht sieht. Die ganze Vorbereitung ist sehr komplex. Das Zusammenspiel zwischen all diesen Leuten mit ihren vielfältigen Aufgaben, das jeder darauf achten muss, seine Aufgaben so zu machen, dass sie zu dem passen, was die anderen gerade tun, das macht es besonders kompliziert.
Oder auch der Umgang mit der Technik, denn es steckt sehr viel High Tech dahinter, was man nicht sieht aber die Show sehr komplex macht.“
Torsten: „Gab es denn während der Entwicklung der Show etwas, von dem sie zunächst dachten, sie könnten es nicht realisieren, was Ihnen am Ende aber doch gelang?“
Ben: „Der ganze technische Teil war eine immense Herausforderung. Auch das alles im Park zu ermöglichen, erforderte viele Genehmigungen lokaler Behörden. Wir verwenden zum Beispiel sehr starke Laser. Hier mussten wir uns zum Beispiel mit der zivilen Luftfahrtbehörde absprechen, dass wir sicherstellen, dass die Laser nicht in den Himmel strahlen, was natürlich nachvollziehbar ist. Aber die kreativen Köpfe wollten viel mehr Laser einsetzen und damit überall hin schießen Ich liebe Laser übrigens auch . Aber da mussten wir natürlich sagen, so leid es uns tut, wir können die nicht ganz frei einsetzen, wir dürfen damit nicht überall hinzielen.
Es ist immer schwer, das alles zu vereinbaren. Die Künstler wollen noch viel mehr tun und wir wollen sie in ihren Ideen und Möglichkeiten auch nicht zu sehr einschränken, denn sie tun unglaubliche Dinge, aber man muss alles in einer Art Rahmen halten, um es auch genehmigt zu bekommen – sonst könnten wir diese Art von Show gar nicht machen.
Das gilt auch für das Feuerwerk, das extra für diese Show entwickelt wurde, das exakt darauf abgestimmt werden musste oder auch die Rauch- und Nebeleffekte. Alles muss absolut sicher sein.“

Safety first? Oder ist das Schloss in Gefahr?

Torsten: „Dazu passt ja, dass viele Fans vor dem Dornröschen Schloss stehen und es ihnen fast den Schweiß auf die Stirn treibt, wenn sie bei Dreams! die Feuereffekte sehen, weil sie befürchten, das Schloss könnte dabei Schaden nehmen.
Können Sie die ein wenig beruhigen – ist das Schloss sicher?“
Ben: „Es ist sicher! Es ist absolut sicher, da kann ich alle beruhigen.
Die Flammenwerfer kommen übrigens aus Deutschland.
Ganz am Anfang der Show haben wir ein 3D-Modell des Schlosses gebaut mit allem was rundherum ist, wie Gebäude und Bäume. Und dann haben wir eine Firma hinzugezogen, die auf Sicherheitstechnik spezialisiert ist und einen sogenannten „Automat de Securite“, eine „Sicherheitsmaschine“ entwickelt hat. Das 3D-Modell des Schlosses wurden dann in den Computer dieser Maschine importiert und die Position jedes Flammenwerfers wurde in diesem Modell festgelegt und ist in diesem System gespeichert. Dadurch „weiß“ jeder Flammenwerfer, was in seiner Umgebung ist, jeder der 15 Flammenwerfer kennt seine eigenen Umgebung und passt seine Flamme ganz exakt der Windgeschwindigkeit und der Windrichtung an. Und wenn ein Flammenwerfer erkennt, dass er seine Flamme nicht ausstoßen kann, ohne etwas in seiner Umgebung zu gefährden, dann stoppt er sofort seinen Einsatz. Aber der Flammenwerfer daneben, der nichts in direkter Umgebung hat, funktioniert dann dennoch, sodass diese Effekte trotzdem da sind. Das ist auch eine Sache, die dazu beiträgt dass die Show immer live und jedes Mal ein wenig anders ist.
Das gilt auch für die Fontänen, die ermitteln, wie der Wind das Wasser bewegen wird und dann passen sie ihren Strahl an diese Gegebenheiten an, damit die Besucher nicht nass werden.
Aber immerhin kann man die Hitze der Flammenwerfer spüren, wenn man nahe am Schloss steht – das ist an kalten Abenden eigentlich eine gute Sache .“

Die alltägliche Arbeit an Dreams of Christmas

Torsten: „Neben den komplexen Aufgaben bei der Entwicklung der Show müssen Sie sich auch jeden Tag neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten stellen. Gerade in dieser Jahreszeit mit dem Wetter, Wind, Regen etc. Wie gehen Sie damit um?“
Ben: „Wir müssen MIT dem Wetter arbeiten, wir können nicht dagegen arbeiten.“
Torsten: „Also ist es wahrscheinlich das, womit Sie Ihren Tag starten: Sie schauen auf den Wetterbericht für den Abend?“
Ben: „Ja, absolut. Erst das und dann, bevor wir überhaupt mit der Arbeit im Park beginnen können, haben wir täglich Produktionssitzungen, wo wir mit den Fachleuten aus den einzelnen Bereichen alles durchsprechen. Und dann stellen wir den Plan für die Show auf, was wir wie umsetzen können und so weiter. Und dann gehen wir in den Park und machen dort unsere Arbeit.
Das war aber noch ganz anders, als wir im September damit begonnen haben, alles im Park vorzubereiten. Gleichzeitig liefen die Arbeiten für die Halloween-Saison und da musste wir uns alle exakt abstimmen; wann die Leute dafür ihre Zeitfenster hatten und wann wir arbeiten konnten. Das war eine besondere Herausforderung, weil wir natürlich da auch besonders drauf achten mussten, dass für alle Arbeiter im Park die Sicherheit gewährleistet war. Wir haben mit vielen Lasern, mit Feuerwerk gearbeitet, die natürlich alle getestet werden mussten. So mussten wir alles ganz genau abstimmen, damit wir Hand in Hand arbeiten konnten. Aber wir sind alle eine einzige glückliche Familie, da geht das .
Aber so ist es immer, es geht nur, wenn alle zusammenarbeiten, gemeinsam einen Plan aufstellen, sich gegenseitig Feedback geben, in der Entwicklung wie im Alltag und man dann versucht, diesen Plan so gut wie möglich einzuhalten.“
Torsten: „Wie hält man den Plan für eine Show ein, wenn sich die Bedingungen während der Show plötzlich ändern? Kommt es oft vor, dass Sie dann direkt etwas anpassen müssen?“
Ben: „Ja, auf jeden Fall, das kommt häufig vor.
Die Show ist eine Live-Show, selbst wenn es keine Künstler, keine Schauspieler auf einer Bühne zu sehen gibt. Unsere Schauspieler sind sozusagen die technischen Spielzeuge. Die Fontänen, die Laser, die Effekte, das Feuerwerk und die Pyrotechnik.Alles ist in gewissem Sinne wie ein Tänzer auf der Bühne.
Und alles muss so choreographiert werden, um den Besuchern einen bestmöglichen Blick auf alle Effekte zu geben. So zum Beispiel beim Feuerwerk. Wir haben ja auch Feuerwerk, das hoch aufsteigt und somit stark vom Wind beeinflusst wird. Das muss alles dem täglichen Wetter angepasst werden. Natürlich legen wir auf unseren Meetings im Vorfeld fest, wie an dem Tag alles eingestellt sein soll. Wir unterhalten uns über die verschiedenen Meinungen, wie wir mit dem Wetter und vor allem dem Wind des Tages umgehen sollen und so weiter, sodass wir im Vorfeld schon viele Entscheidungen treffen können, was wir an dem Abend wie handhaben wollen.
Wir können auch einige Effekte herausnehmen oder hinzuschalten, wie es an diesem jeweiligen Abend möglich ist. Wir können Dinge wegen des Windes verändern, zum Beispiel den Rauch reduzieren, da der, wenn er vor das Schloss geweht würde, mit den Video-Projektionen nicht gut vereinbar wäre. Es geht im Vorfeld alles darum, die bestmögliche Qualität, aber auch Sicherheit, für den Abend zu erzielen.
Aber natürlich kommt es auch während der Show regelmäßig vor, dass der Wind stärker wird oder seine Richtung wechselt. Dann müssen wir während der Show eingreifen, indem wir bestimmte Einstellungen, die für die verschiedenen Bedingungen vorprogrammiert sind, verändern und einzelne Elemente reduzieren oder auch, wenn sich die Bedingungen im weiteren Verlauf wieder verbessern, wieder hinzufügen.
Wir haben auch immer verschiedene Varianten der Show zur Verfügung, die wir so spielen können, dass sie zu den Bedingungen des Abends passen.“
Torsten: „Sie können sich also niemals während der Show einfach zurücklehnen und die Show genießen, auch wenn Sie sie schon hunderte Male haben laufen lassen.“
Ben: „Nein, aber es ist nicht so, dass wir es nicht genießen können. Es geht darum einen guten Arbeitsprozess zu haben und dann kann man es auch genießen. Wir haben hier ein großartiges Team und jeden Abend ist die Show genauso eine tolle Show für die Beteiligten, wie sie es für die Gäste ist, es ist einfach nur ein anderer Blickwinkel, aus dem wir die Show durchaus auch genießen können.“

Die Magie bleibt!

Torsten: „Also auch wenn Sie es schon so oft gesehen und erlebt haben, bleibt Ihnen und dem Team die Magie immer erhalten?“
Ben: „Absolut. Natürlich freue ich mich besonders drauf, am ersten Abend zu sehen, wie Sie so reagieren und Sie als Zuschauer zu beobachten, die Gesichter zu sehen und die Reaktionen. Das ist ein großartiger Moment. Und ich denke, die Show ist sehr bewegend und versetzt einen richtig in Weihnachtsstimmung. Sie transportiert wirklich den Geist der Weihnacht.
Aber es ist auch großartig, es an anderen Abenden aus der Perspektive des Produzenten zu sehen.“
Torsten: „Was ist denn Ihre Lieblingsszene, die Sie besonders in Weihnachtsstimmung versetzt? Gibt es da eine?“
Ben: „Ja klar, yeah – der Anfang, die Mitte und das Ende
Aber ich mag generell die Weihnachtsstimmung, die besinnliche, ergreifende Stimmung, wenn man in den Gesichtern der Zuschauer kleine Tränen sieht. Aber ich mag auch die fröhlichen Szenen, es ist einfach insgesamt eine sehr bewegende Show.“
Torsten: „Ist es eher eine traditionelle Form der Weihnachtsstimmung oder eine moderne?“
Ben: „Ich denke es ist ein Mix aus allem. Wir haben klassische Momente, klassische Musik, Szenen aus den Disney-Klassikern, aber eben auch Frozen und Toy Story. Es ergibt ein großartiges Gesamtambiente, nicht nur die Show direkt, sondern auch die Dekorationen rundherum. Es greift alles gut ineinander. Ich denke, diese Atmosphäre werden Sie heute Abend selbst sehr gut erleben können.“

Verfolgt weiter unser Blog – schon in wenigen Tagen findet Ihr hier Teil 3 des Interviews mit Ben Spalding!

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 28. November 2013 um 14:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Cast Member Interviews, Events, Shows abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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